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Die Welt · 1912-09-25 · 39 (25.9.1912) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
39 (25.9.1912)
Date
1912-09-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 39 __ -DIE] Ein festgefügter, lebendiger Weltverband wird sich an solche Aufgaben heranwagen können, an die wir jetzt gar nicht denken können, und wird die nationale Bewegung mit neuen Impulsen und vorbildlichen Taten [ELT 1213 bereichern, wird mit jugendlicher Frische die gesamte zionistische Arbeit befruchten, ihr Tempo beschleunigen, ihr vielleicht neue Wege ebnen und die nationale Renaissance sicher um ein gutes Stück vorwärts bringen. (Von unserem Berichterstatter.) Die Bausaison Wie im vorigen Jahre, so hat auch im laufenden Jahre zur Sommerszeit eine rege Bautätigkeit im ganzen Lande, mit fast alleiniger Ausnahme Jerusalems, eingesetzt, in Jaffa werden von der Gesellschaft „Nachalath Benjamin" weitere sieben Häuser gebaut. Einige Beamte der Anglo-Paiestine Company werden im laufenden Jahre allein fünf Häuser bauen. Auch sonst wird jetzt in Tel-Avviw und in den angrenzenden Stadtgegenden recht eifrig, teils für den eigenen Gebrauch, teils aber für Vermietungszwecke gebaut. Denn die Mieten in Tel-Awiw werden in gar zu rapidem Tempo gesteigert. Das Gymnasium hat für seine Parallelklassen einen starken Zubau erhalten. Zu gleicher Zeit wurde das Seminar für Lehrerinnen erbaut. Auch, in den Kolonien herrscht jetzt eine rege Bautätigkeit. In erster Reihe in P e t h a c h - T i k \v a h , wo die Wohnungsfrage in den letzten Jahren sehr drückend wurde und die Preise tür Bauplätze rapid steigen. Das an Pethach- Tikwah grenzende Kafr-Saba erhält 12 Häuser, in Geil e r a h (Katra) und Ness-Zionah (Wadi-Chanin) werden stattliche Synagogen gebaut. In Glieder ah werden, wie bereits vorige Woche berichtet wurde, mit Hilfe des „Esra4k;ü Familienhäuser für aschkenasische Arbeiter gebaut. Familienhäuschen für Yemeniten werden gebaut in Pethach-Tikwah, Chederah und Ness-Zionah. Außerdem werden für die Yemeniten provisorische Holzbaracken in P e t h a c h - T i k w a h , R ischon-le Z i o n , B ' e r J a k o b. und K e c h o b o t h errichtet, die zirka 40 50 Familien Unterkunft gewähren werden, in Jaffa ist die Erbauung einer provisorischen Herberge für Yemeniten in Aussicht genommen. Das Geld für die Yemenitenbauten hat bekanntlich der Jüdische Nationallonds zur Verfügung gestellt. In einigen Kolonien werden auch, daivk der Unterstützung des N. F., bereits vorhandene Wohnungen für die Yemeniten gemietet. In Haifa werden die Bauarbeiten am Technikum fortgesetzt. In Mcrchawja werden stattliche Wirtschaftsgebäude errichtet. Mit der erhöhten Bautätigkeit entstehen auch verschiedene Bauprobleme. Frau Sarah Thon, die seinerzeit in der Paiästinanurnmer der „Welt" soviel Lobendes über ,,Tel-Awiw'4 sagte, hat jetzt in einem sachlich gehaltenen Leitartikel im ,,Haoril gegen verschiedene Mißbräuche, die sich in letzter Zeit einbürgerten, Stellung genommen. Mit tiefem Bedauern konstatiert sie, daß Tel-Awiw nun immer mehr aufhört, eine Gartenstadt zu sein. Der relativ hohe Mietszins, den man nach und nach erzielte, reizte viele, Gebäude aufzurühren, die von europäischen Mietskasernen nicht mehr allzuweit entfernt sind. Es gibt jetzt Häuser in Tel-Awiw, die ^-'ine 12 15prozentige Verzinsung bringen. Das muß um so mehr als Wohnungswucher bezeichnet werden, als die Hausbesitzer sich jetzt fast ausschließlich vom Gesichtspunkte der Miete leiten lassen und den Platz für einen Garten sowie für alle anderen Anforderungen der Hygiene auf das minimalste beschränkt haben. Dabei wird die Miete fortgesetzt gesteigert, was bei der jetzigen Teuerung als äußerst drückend empfunden wird. Frau Thon wendet sich auch gegen die Stillosigkeit im Bau der neuen Häuser, die mit der „kapitalistischen" Richtung Hand in Hand geht. Dem Vernehmen nach hat die Jaffaer Jüdisch-medizinische Gesellschaft beschlossen, ihrerseits gegen die jetzt herrschende Baumethode Stellung zu nehmen. Leider weiß Frau Thon kein praktisches Mittel in Vorschlag zu bringen, von dem man sich eine Besserung versprechen könnte. Um so mehr verdient ein Vorschlag von Jehoschua B a r s i 1 a i Beachtung, der darauf abzielt, daß der J. N. F. resp. die anderen den Häuserbau durch Gewährung von Krediten fördernden Gesellschaften den Häuserbau in eigener Regie durchführen sollen. Jetzt leiht beispielsweise der N. F. jedem Mitgliede der Gesellschaft ,,Nachalath Benjamin" 3000 Frcs., und die Mitglieder fügen noch eigenes Geld hinzu und erbauen ihre Häuser. Nach Barsilai soll lieber der N. F. (oder ev. eine andere Gesellschaft) selber die Häuser bauen und sie dann an jene Mitglieder abgeben, die den bis auf den Kredit von 3000 Frcs., der auch fernerhin gewährt werden soll, nötigen Betrag zahlen werden. Bei dem jetzigen Stand der Wohnungsfrage unterliegt es keinem Zweifel, daß eine solche Häuserbaugesellschaft bei strengster Wahrung der Anforderungen der Wohnungshygiene ihre Häuser auch gegen sofortige volle Bezahlung und mit gutem Gewinn verkaufen könnte. Ohne hier weiter auf den Vorschlag einzugehen, sei noch bemerkt, daß seine Realisierung auch vom Standpunkte der Schaffung von Arbeitsgelegenheit für die jüdischen Maurer und Handlanger von großem Vorteil wäre. Gerade im Maurerhandwerk herrscht auf dem Arbeitsmarkt eine Unbeständigkeit, die sehr unangenehm empfunden wird und oft den Anlaß für die Auswanderung abgibt. Während nämlich in der Hauptbausaison auch die jüdischen Maurer Beschäftigung finden, sind sie in den übrigen Monaten arg daran und müssen oft monatelang müßig herumgehen. Uns aber sollte sehr daran liegen, daß die jüdischen Maurer, die zumeist Jerusalemiten sind und mühsam, dank der Förderung der Ailiance, der Chalukah entzogen wurden, das ganze Jahr hindurch Arbeit finden und nicht zum Schiffsbiilett, als zum letzten Auskunftsinittel, greifen müssen. Jede Auswanderung eines einheimischen, klimafesten Maurers bedeutet für uns einen großen Verlust, denn wenn der jüdische Maurer Arbeit findet, bietet er auch Beschäftigung für jüdische Handlanger, soweit sie sich ihm anbieten, während dies bei nicht jüdischen Maurern nicht der Fall ist. Solange aber das Bauen eine Angelegenheit der Privaten bleibt, wird alles Protestieren, wie dies neulich in einer Jaffaer Volksversammlung von Seiten des „Hapoel Hazair" geschehen ist, keinen durchschlagenden Erfolg haben. Unsere Palästinagesellschaften hätten also allen Grund, den Vorschlag Barsilais ernst zu diskutieren, zumindest soweit Haifa und Jerusalem demnächst in Betracht kommen. Auch der Bau der Yemeniten Wohnungen hat seine Probleme. Die Leser der „Welt" werden sich wohl noch der diesbezüglichen Feldmannschen Aufsätze erinnern, in denen angegeben wurde, daß man mit 500 Frcs. ein schmuckes Häuschen errichten könne. Davis T r i e t s c h glaubte, daß

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