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Die Welt · 1912-09-20 · 38 (20.9.1912) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
38 (20.9.1912)
Date
1912-09-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 38 >IE1§£ELT 1179 sofort 100 Frcs. In seiner Antwort schreibt er, es freue ihn sehr, daß die jungen Leute von Pethach-Tikwah nach des Tages harter Arbeit noch für Lektüre Interesse haben. Er würde sich auch freuen, wenn man an den Bau einer Turnhalle heranginge, woran er sich gern beteiligen würde. Die hiesigen Kolonisten sind jetzt bestrebt, hinsichtlich des Verkaufs von Mandeln sich einen eigenen Markt zu schaffen. Sie verkaufen daher nach Aegypten auf eigene Rechnung. Auch in Jerusalem verkauft der „Karmel Misrachi" relativ große Quantitäten Mandeln aus den Kolonien. Schulwesen und Schrifttum Das fünfte Heft „Hachakläi" (Der Landwirt) ist bereits erschienen. Die Zeitschrift findet sich immer mehr in ihre Aufgabe hinein. Im vorliegenden Hefte schreibt Dr. M. Zagorodsky zwei Aufsätze über Futterbau und Viehversicherung, die sich gegenseitig ergänzen und unsern Kolonisten auf diese bis nun vernachlässigten Gebiete verweisen. A a r o n M a n i schreibt einen instruktiven Aufsatz über die türkischen Gesetze bezüglich des Oschers (des Zehnten). Agr. I. W i 1 - k a n s k y berichtet über Düngungsversuche mit Kartoffeln. Agr. M. Apfelbaum bringt eine Fortsetzung des Aufsatzes über die Kultur der Zitrusarten in Palästina. Es folgen die üblichen Rubriken „Aus der Fachliteratur", „Chronik" (darunter ein ausführlicher Bericht über die landwirtschaftliche Ausstellung in Kinereth), „Fragen und Antworten", „Meinungsaustausch". Es ist zu wünschen, daß die Redaktion immer mehr den durchschnittlichen Leser berücksichtige und mit Erläuterungen sachlicher und sprachlicher Natur nicht spare. Wie dem Arbeiterorgan „Haachduth" in Jerusalem aus S a f e d berichtet wird, ist es dort der energischen Arbeit der Jugend gelungen, den Besuch der Missionsschulen seitens der luden auf ein geringeres Maß herabzudrücken. — Von Jehoschuah Barsilai ist eine Broschüre „Kortow Medinah" erschienen. In einer der nächsten Briefe wird über den Inhalt dieser Publikation berichtet werden. Kleine Nachrichten Die Deputierten Palästinas sind bereits aus Konstantinopel zurückgekehrt. Ein Deputierter, der ein heiliges Geschenk des Kalifen, nämlich einige Haare des Propheten, für die in Nablus (Sichern) zu erbauende Moschee mitbrachte, wurde in Jaffa vom Militär und von den Einwohnern mit besonderen Ehren empfangen. — Im Jerusalemer „Haor" wird die Frage diskutiert, welche Stellung die Juden Palästinas zu den kommenden Parlaments wählen einzunehmen hätten. Das Jerusalemer Tageblatt „Hacheruth" wurde wegen seiner türkisch-patriotischen Gesinnung in Tripolis verboten. In letzter Zeit sind in Jaffa viele christliche und einige jüdische Studenten aus Rußland eingetroffen, die sich Land und Leute ansehen wollen. Im „Haor" wird bittere Kiage darüber geführt, daß das Amt des Chachambaschj in Jerusalem fast gar keine Mittel hat und darum sehr im Argen liege. Während die geistlichen Vertreter anderer Nationen in Jerusalem großen Luxus entfalten, macht das Amt des jüdischen Vertreters einen ungemein kläglichen Eindruck, was nicht ohne Folgen auf die Beziehungen zu den Behörden bleibt. Es wird gebeten, daß man für das gesamte Amt (Gehalt des Chachambaschi, Miete, Sekretäre, Kawaß usw.) 10 000 Frcs. jährlich aufbringen möge. Die Arbeiter des „Bezalel" bereiteten dem Leiter der Anstalt, Herrn Prof. Schatz, bei seiner Rückkehr aus Europa einen feierlichen Empfang. Es wurden einige Ansprachen gehalten, und Prof. Schatz erzählte in seiner Erwiderung von den Erfolgen der Schule auf den letzten Ausstellungen. Bei seinem Aufenthalte in England ist es Prof. Schatz gelungen, einige Hundert wertvolle Bücher für die Jerusalemer jüdische Zentralbibliothek zu erhalten. Auch das Museum des Bezalel wurde durch Zuwendung einer Anzahl wertvoller Gemälde bereichert. Die jüdischen Turnvereine in Jerusalem, Jaffa und Pethach-Tikwah fordern in einem Aufrufe die palästinensische Jugend auf, Delegierte zu einer Konferenz zu entsenden, die am 16. Tischri stattfinden wird, um die jüdische Turnbewegung in Palästina zu organisieren und auszudehnen. Soziale Probleme in Palästina In der Kolonisation Palästinas ist die Privatinitiative berufen, eine große Rolle zu spielen und wichtige Aufgaben zu erfüllen. Die Lösung gewisser Problerne ist jedoch in erster Linie der Gesamtheit, in unserem Falle den zionistischen Institutionen vorbehalten. Es sind dies die sozialen Probleme, die bei uns mit den nationalen zusammenfallen. Das gilt besonders bei Beschaffung von Haus und Garten für den jüdischen Arbeiter, die es ihm ermöglichen sollen, sich dauernd mit dem geliebten Boden zu verwurzeln. Dort, wo der Bauer, sei es durch das Vordringen des Großgrundbesitzes, sei es aus anderen Ursachen, besitzlos wird, ist die sogenannte „Landflucht" der Bauern am stärksten. Diese Erscheinung ist z. B. im Osten Deutschlands, in Polen, Ungarn und einem Teile Englands zu beobachten. In letzterem Lande beschäftigt sich die öffentliche Meinung gerade jetzt sehr eifrig mit dieser Frage, wobei als eines der Gegenmittel die Ueberlassung von „Gottages" mit einem Stück Gartenland an die Arbeiter vorgeschlagen wird. Wenn die Frage der Landflucht bei Völkern, die seit Jahrhunderten dem Ackerbau obliegen, eine brennende geworden ist, um wieviel eher wäre diese Erscheinung bei jüdischen Städtern zu erwarten, die sich erst in Bauern verwandeln sollen und nicht einmal Haus und Hof ihr eigen nennen. Der Jüdische Nationalfonds, dessen Grundgedanke ein sozialer ist, hielt es darum für seine Pflicht, auch an die Lösung dieses Problems heranzutreten. Besondere Gelegenheit bot sich ihm durch den Notstand der eingewanderten Jemenitenfamilien. Hier mußte sofort eingegriffen werden, wenn unsere Brüder, die vor den unerträglichen Verfolgungen in Südarabien fliehen, nicht vom Regen in die Traufe geraten sollen. Wir rechnen zuverlässig darauf, daß unsere Gesinnungsgenossen durch energische Agitation für die Hausspende die Sehnsucht der jetzt vielfach notdürftig in Zelten untergebrachten Jemeniten nach „Batim" (Häuser) erfüllen werden. Die Frage der Arbeiterhäuser beschränkt sich jedoch nicht auf die Jemeniten, vielmehr beschäftigt sie im Hinblick auf das eingangs Gesagte die Nationalfonds-Verwaltung schon seit langem. Den Anfang bildete die Errichtung von je einem großen Arbeiterheim in Pethach Tikwah und Chederah und 15 Einfamilienhäusern in den verschiedenen Kolonien aus dem Wolffsohn-Fonds. Nunmehr hat das N.-F.-Direktorium anläßlich der Jahreskonferenz in Berlin beschlossen, durch die Einführung von ständigen Sammlungen für „A r b e i t e r h e i m- Stätten" diese Frage einer Lösung näher zu bringen. Unter dem letzteren Titel sollen von nun an alle Häuserspenden in der „Welt", sowie in allen Ausweisorganen der Landessamrnelstellen erfolgen. Eine Hausspende wird mit 1000 Frcs. — ,800 M. festgesetzt. Um auch Vereinen, Genieinden und sonstigen Gruppen, die nicht auf einmal 1000 Frcs. aufbringen können, die Stiftung eines Hauses zu ermöglichen, sollen auch Ratenzahlungen entgegengenommen werden. Doch

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