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Die Welt · 1912-09-11 · 37 (11.9.1912) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
37 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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eine besondere Vertriebsgesellschaft zu gründen. Wir werden der Sache nachgehen und hoffen, sie auch durchzuführen. Wir haben heute nichts, was wir dem Bezalel an die Seite stellen könnten. Der Redner hält es für ein Unrecht, daß man denjenigen Herren, die in Privatunternehmungen Kapital investieren, statt sich dessen zu freuen, immer wieder vorwirft, daß sie Dinge machen, die nicht gemacht werden sollten. So kann die Privatinitiative nicht gefördert werden. Es geht auch nicht an, dal) man einfach sagt, das Engere Actions- Comite soll zusehen, wie es die Dinge besser macht. Das Engere Actions-Comite ist nur die ausführende Behörde des Großen Actions-Oomites, und dieses ist verantwortlich für alles, was gemacht wird. Montag, den 2. September, Nachmittag. In der Wontag-Nachmittagssitzung erstattet zunächst Dr. 11 a n t k e seinen Bericht. Referat Dr. Hantkes über Organisation und Propaganda Das E. A. C. hat als der geschäftsführende Ausschuß dc^ großen A.C. die Arbeiten auf den drei großen Gebieten, der Politik, der wirtschaftlichen Tätigkeit in Palästina und der nationalen Erziehung, zu leiten, die Verwaltung des Organisationskörpers zu führen und als Zentralstelle für die Propaganda des zionistischen Gedankens zu fungieren. Für die erstgenannten dieser Arbeitsgebiete haben uns Kongreß und großes A. C. eine nicht unbedeutende Reihe von Aufgaben gestellt. Mit den Problemen der Verwaltung und der Propaganda beschäftigt sich ein Kongreß naturgemäß wenig. Und wenn sich gerade der 10. Kongreß) mit der Organisation der Bewegung abgeben mußte, so empfanden wir alle diesen Teil seiner Tätigkeit nicht als essentiellen Teil eines jeden Kongresses. Denn der ganze Kreis dieser Arbeiten gehört nicht /.u denjenigen Aufgaben, die ständig neue Probleme stellen und so die Aufmerksamkeit der wichtigsten und daher den Problemen unserer Ideenwelt selbst gewidmeten Zusammenkünfte unserer Gesinnungsgenossen erwecken. Um so wichtiger sind diese Gebiete für unsere laufende Arbeit, um so einschneidender sind sie für die Verbreitung und Vertiefung unserer Idee. Was unsere Organisation anlangt, so haben wir uns bemüht, die Bestimmungen des neuen Organisationsstatuts durchzuführen. Das E. A. C. hat, nachdem es sich in den Herren Professor Warburg und Dr. Jacobson seinen Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden gewählt hatte, in ständigen und recht zahlreichen Sitzungen die Agenden in kollegialer Besprechung beraten und so für alle Gebiete die gemeinsame vorherige Behandlung im Kollegium durchgeführt. Hieran hat die Tatsache nichts geändert, daß einige seiner Mitglieder Monate hindurch vom Sitz der Zentrale abwesend waren. Durch eine sehr umfangreiche Berichterstattung über alle Vorgänge dauernd auf dem Laufenden gehalten, haben sie ihren vollen Anteil auch an den Beschlüssen gehabt, die während ihrer Abwesenheit gefaßt werden mußten. Wir haben ins auch bemüht, den Zusammenhang mit den zentralen Institutionen unserer Bewegung stärker zu gestalten, indem wir über den Rahmen des Organisationsstatuts hinausgehend den Vorsitzenden des J. C. T., des J. N. F. und der A. P. C. die Protokolle unserer Sitzungen haben zugehen lassen. Sehr bewährt hat sich der rückhaltlose Austausch der gesamten Korrespondenz mit dem Palästina-Am1, wie wir ihn mit dem J. N. F. durchgeführt haben. Diese Einrichtung, sowie wiederholte persönliche Rücksprachen mit den Sekretären des j. N. F. haben die Nachteile der räumlichen Trennung zwischen dem Zentralbureau und der Verwaltung des J. N. F. wesentlich vermindert. Auch der Zusammenhang mit dem großen A. C. dürfte den Intentionen des Kongresses entsprochen haben. Die Zahl der Sitzungen des großen A. C. war zwar etwas geringer, als angenommen worden war. Dafür ist aber das große A. C. jedesmal fast vollzählig zusammengetreten. Von den 30 Mitgliedern fehlten einmal nur zwei, die beiden andere Male nur je vier Herren. Zur Orientierung des großen A. C. ließen wir ständig, im Winter alle zwei Wochen, im Sommer alle vier Wochen, ausführliche Berichte über den Gesamtkreis unserer Arbeiten erscheinen. Diese breite Berichterstattung hat denn auch den meisten Mitgliedern des großen A. C. Anregung zu umfangreicher Korrespondenz mit uns gegeben. Wir konstatieren auch mit Genugtuung, daß wir viele Mitglieder des großen A.C. wiederholt persönlich bei gelegentlichem Aufenthalt in Berlin zu sprechen Gelegenheit hatten. Nicht ganz so schnell entwickelte sich unser Verkehr mit den Mitgliedern des Zentralkomitees, da dieselben erst ganz allmählich von den Landes- und Sonderverbänden gewählt wurden. Nachdem jetzt alle diese Wahlen vollzogen sind, wird dieser von uns sehr empfundene Mißstand bald beseitigt sein. Dies um so mehr, als wohl fast alle Mitglieder des Zentralkomitees gleichzeitig im Vorstande ihres Landes- oder Sonderverbandes sitzen und daher auch in dieser Eigenschaft unsere Korrespondenz mit diesen Verbänden kennen lernen. Indem ich so zur Berichterstattung über die Entwicklung der Beziehungen der Parteileitung zu den Landes- und Sonderverbänden übergehe, komme ich zu einem Punkt, bei dem sich Organisation und Propaganda auf das innigste berühren. Diese Erkenntnis ist nicht immer klar geworden. Es läßt sich natürlich nicht bestreiten, daß die äußeren Umstände, insbesondere die Sprachenfrage, die verschiedenen sozialen Verhältnisse, der Unterschied in den Gewohnheiten der Umgebung die Propaganda stark differenzieren. Es wird aber übersehen, daß die Führung der Propaganda und die Stärkung und Vereinheitlichung der Organisation unzertrennliche Begriffe darstellen. Und noch weniger sollte vergessen werden, daß trotz aller örtlichen Verschiedenheiten die Propaganda überall aus demselben Gesichtspunkt der nationalen Idee und des palästinozentrischen Gedankens ^geführt werden muß. Sonst würde nicht nur die zionistische Organisation, sondern auch die zionistische Idee Gefahr laufen, örtlich differenziert zu werden. Das aber wäre der Todesstoß für unsere die Einheit des jüdischen Volkes betonende Idee. So haben wir es denn als eine unserer Hauptaufgaben angesehen, überall den Einfluß der Zentrale für die Vereinheitlichung unserer Propaganda, für deren Intensivierung und für die Verstärkung der organisatorischen Bande zwischen dem A. C. und den Landesverbänden geltend zu machen. Wir haben die uns erreichbaren Verbände persönlich aufgesucht. Herr Sokolow war in Galizien, Herr Dr. Jacobson in Bulgarien, Herr Dr. Levin in Westösterreich, in Galizien und in Palästina, ich selbst in Westösterreich. In Deutschland haben wir durch Personalunion die engste Verbindung mit dem Landesverband. Auch haben wir uns sämtlich in den Dienst der Propaganda in Deutschland gestellt. Wegen dieses persönlichen Eingreifens in die Propaganda sind uns von einigen Seiten Vorwürfe gemacht worden. Wir können diese Vorwürfe nicht als berechtigt anerkennen. Eine Zentrale darf sich nicht darauf beschränken, den schriftlichen Verkehr mit den Verbänden zu pflegen. Derselbe mag noch so ausgedehnt werden. Er kann nicht entbehrt werden. Er wird aber nie die lebendige Wirkung des persönlichen Eindrucks ersetzen. Kein anderes Moment ist auch imstande, das Verhältnis der Verbände zum E. A. C. inniger zu gestalten, als die persönliche Anteilnahme der Zentrale an den Sorgen und Beschwerden der Verbände. Wir hoffen daher, daß es uns in

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