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Die Welt · 1912-09-11 · 37 (11.9.1912) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
37 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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gebnis dieser Reise einen vertraulichen Bericht an das Actions- Comite erstattet. Das Wesentliche aus diesem Bericht, soweit derselbe einer größeren Öffentlichkeit bekanntgegeben werden konnte, finden Sie in der Druckschrift, welche wir an sämtliche Vertrauensmänner versandt haben. Ich möchte aber diese Gelegenheit ergreifen, um mich gegen eine mißverständliche Auffassung zu schützen und hervorheben, daß unsere Farmen Benschemen und Hulda sich im Stadiuni einer günstigen, wirtschaftlichen Entwicklung befinden. Wir dürfen auch 1: onen, daß nach Ablauf einer gewissen Zeit die in die.j Unternehmungen gesteckten Kapitalien eine angemessene Rente bringen werden. Wir haben uns allerdings davon überzeugt, daß der ursprünglich in Aussicht genommene Zweck dieser Besitzungen, nämlich die ausschließliche Bepflanzung mit Oelbäumen, weder nützlich noch durchführbar ist, daß diese Güter vielmehr lediglich auf Grund eines gemischten Wirtschaftssystems zweckmäßig bewirtschaftet werden können und daß sie nur zu einem kleineren Teile zur Anpflanzung von Oelbäumen geeignet sind. Diese Anpflanzung von Oelbäumen erscheint überhaupt nur in Verbindung mit einer allgemeinen Wirtschaft angezeigt. Wir haben weiter gefunden, daß die Anpflanzung von Oelbäumen bei der Sorgfalt, welche wir derselben angedeihen lassen, und bei Verwendung jüdischer Arbeitskräfte erheblich teurer ist, als der früher bei der Begründung der Oelbaumspende in Aussicht genommene Betrag von 6 M. Andererseits haben wir die Ueberzeugung gewonnen, daß die voraussichtlich größere Rentabilität der Pflanzungen die höheren Kosten, die wir hierfür aufwenden, rechtfertigt. Wir haben ferner festgestellt, daß die Anpflanzung anderer Baumarten ebenso nützlich sein wird, als diejenige von Oelbäumen, daß insbesondere die Aufforstung von Nutzhölzern eine des Vereins Oelbaumspende würdige Aufgabe wäre. Da die Pflanzung dieser Baumarten mit erheblich geringeren Kosten verknüpft ist, so glauben wir, es rechtfertigen zu können, wenn wir vorläufig in der Höhe der Spende von 6 M. keine Aenderung eintreten lassen. Aus den Ersparnissen, die sich aus der Anpflanzung anderer Bäume ergeben, sowie aus dem Ertrag der bisherigen Oelbaumpflanzungen, sobald dieselben in das Stadium der Ertragsfähigkeit gelangen, wird es uns, wie wir denken, möglich sein, die bis jetzt gespendeten Oelbäume sämtlich anzupflanzen. Für die Folge muß aber jeder Spender wissen, daß er durch die Spende von 6 M. lediglich das Recht auf die Pflanzung eines Baumes in Palästina in Gemäßlieit der Statuten des Vereins Oelbaumspende erlangt, daß wir uns aber keineswegs verpflichten, nur und ausschließlich Oelbäume aus den hier gespendeten Beträfen anzupflanzen. Aus den erwähnten Tatsachen dürfte sich auch ergeben, daß unser Verhältnis zur Oelbaumspende anders geregelt werden muß, als dies bisher der Fall war. Da es sich nunmehr im wesentlichen um Wirtschaften handelt, die aus Mitteln des Nationalfonds erhalten werden müssen, und die Oelbaumpflanzung nur eine Nebenkultur darstellt, ist es unumgänglich nötig, daß nicht nur die Sammlungen und die Verwaltung des Fonds dem Nationalfonds unterstehen müssen, sondern auch die Verwaltung der Pflanzungen in Palästina selbst. Es ist dies eine natürliche Entwicklung, die durch die Verhältnisse bedingt ist, und von niemandem unfreundlich oder mit Mißtrauen betrachtet werden kann. Ich glaube auch, daß diese Regelung einem schon früher geäußerten Wunsche unseres verehrten Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Warburg, entgegenkommt. Unsere Tätigkeit in Palästina im verflossenen Jahre hat sich im wesentlichen auf den Ausbau unserer bestehenden Einrichtungen beschränkt. Jedoch dürfte es angezeigt sein, einige Punkte besonders hervorzuheben. Nachdem die P. L. D. C. erklärt hatte, daß sie nicht die Mittel besitze, die notwendigen Wirtschaftsgebäude für dieses Gut zu errichten, war der Nationalfonds genötigt, diese Ausgaben zu bestreiten, welche ca. 68 000 Frcs. erforderten. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß es für die Entwicklung der P. L. D. C. von großer Wichtigkeit wäre, wenn sie von der Bewirtschaftung ihrer Ländereien in Kinereth und Dagania überhaupt freikommen könnte. Wir haben uns daher entschlossen, das Gut Dagania zurückzunehmen und der Siedlungsgenossenschaft anzugliedern. Für die Durchführung dieser Transaktion werden weitere Mittel, die uns auf ca. 70 000 Frcs. beziffert werden, erforderlich sein, die wir uns verpflichtet haben, der Siedlungsgenossenschaft darlehnsweise zur Verfügung zu stellen. Durch diese Angliederung von Dagania wird die Aufgabe der Siedlungsgenossenschaft derart erweitert, daß es notwendig werden wird, in eine Agitation zur Vermehrung des Genossenschaftsfonds einzutreten. Bezüglich Kinereth haben Sie ja aus dem Bericht des Herrn Prof. Dr. Warburg gehört, daß Aussicht besteht, daß auch dieses Gut der P. L. D. C. abgenommen wird. Die Tätigkeit der P. L. D. C. bei der Bewirtschaftung dieser beiden Gutskomplexe sowie bei der Erwerbung und vorläufigen Bewirtschaftung von Merchawjah hat derartige Anforderungen gestellt, daß die P. L. D. C. genötigt war, behufs erheblicher Darlehen sich an jden Nationalfonds zu wenden, und ist »demnach die Erhöhung dieses Postens auf 230 000 M. erklärlich. Mit Rücksicht auf dieses erhebliche Interesse an der P. L. D. C. haben wir es für zweckmäßig gehalten, der P. L. D. C. bei Abstoßung von Kinereth und Dagania behilflich zu sein. Wenn die P. L. D. C. sodann auch ihren Besitz in Merchawjah versilbert haben wird, wird es zweckmäßig und auch notwendig sein, das Verhältnis des Nationalfonds zu der P. L. D. C. in Gemäßheit der Beschlüsse der letzten Generalversammlung des Nationalfonds neu zu regeln, so daß der J. N. F. größeren Einfluß auf die Verwaltung dieser Gesellschaft erlangt. Wenn der beabsichtigte Fonds für langfristige Kredite in Gemeinschaft mit der A. P. C. zustande kommt, eröffnen sich neue Aussichten, die Gelder des Nationalfonds nutzbringend für die Allgemeinheit und gleichzeitig mit angemessener Verzinsung in palästinensischen Grundwerten zu verwenden. Ich hoffe, daß die gemeinschaftliche Beratung, welche zwischen dem Direktorium der A. P. C. und dem Direktorium des J. N. F. gepflogen werden, in dieser Richtung von Erfolg begleitet sein werden. Nur möchte ich bei dieser Gelegenheit meine Stellung gegenüber den Schlußbemerkungen in dem Berichte des Herrn Levontin unzweideutig zum Ausdruck bringen. Herr Levontin hat zweifellos ein großes Verdienst bei der Einführung der langfristigen Kredite an Häuserbaugesellschaften und Genossenschaften erworben, und seine Ausführungen gegenüber der Zweckmäßigkeit einer Agrarbank sind einleuchtend und durchdacht. Ich kann aber keinesfalls dasselbe sagen, sofern er sich über die Verwendung der Mittel des J. N. F. ausspricht. Herr Levontin als Direktor einer englischen Bank sollte wissen, daß die Bestimmung, wonach der J. N. F. seine Ländereien nicht verkaufen darf, in dem Memorandum, nicht in den Statuten des J. N. F. begründet ist, und daß dieses Memorandum nicht geändert werden kann, so daß alle Versuche, diese Bestimmungen des J. N. F. abzuändern, völlig ausgeschlossen sind. Diese Tatsachen habe ich übrigens mehrfach schon deutlich genug hervorgehoben, auch in meinem letzten Kongreßreferat gegenüber den Ausführungen des Herrn M. K. in der „Hazefirah". Es wundert mich also, daß Herr Levontin dieses Lieblingsroß aller Kritiker des Nationalfonds wieder von neuem tummelt. Es kann auch gar keine Rede davon sein, daß ich mich der Auffassung anschließen könnte, daß alle oder fast alle Einnahmen des J. N. F. dem Fonds für langfristige Kredite übergeben werden sollten. Abgesehen davon, daß dies der Zweckbestimmung des J. N. F. widersprechen würde, eröffnen sich für

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