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Die Welt · 1912-08-23 · 34 (23.8.1912) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
34 (23.8.1912)
Date
1912-08-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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D!E3^ELT 1043 Nr. 34 Schaffen wie geboren war, gesellte sich noch zu diesem physischen Leiden das tragische Bewußtsein, daß seine Krankheit einen fürchterlichen Abstand zwischen seinem Wollen und Können schuf. Nun mußte dieses junge, reiche Leben, das noch große Möglichkeiten, große Hoffnungen barg, dem unerbittlichen Tode anheimfallen. In Liebe und Verehrung werden wir seiner gedenken. M. J a h r b 1 u m. Der Zionismus in Südafrika Konferenz in Johannesburg Die einflußreichste und bedeutendste jüdische Macht ist in Südafrika von jeher die zionistische Bewegung gewesen. Obgleich es unzählige jüdische Institutionen gibt, die über ganz Südafrika verstreut sind, ist doch tatsächlich die einzige, die alle Klassen, ob arrn oder reich, gebildet oder einfach, vereinigt, der Zionismus, und wenn den Juden entweder daheim oder im Auslande irgendeine Gefahr droht, so vereinigt die Südafrikanische Zionistische Federation mit ihren 120 Vereinen von Uganda bis Kapstadt alle, um tatkräftig und sofort die zur Hilfe nötigen Schritte einzuleiten. Die South African Zionist Federation hat ihr eigenes Organ, das den Namen „Zionist Record" trägt. Gegenwärtig sollen eine Reihe Provinz-Konferenzen der Federation in den verschiedenen Teilen Südafrikas stattfinden, und Transvaal hat bereits den Anfang damit gemacht. Dann wird die Kap- Kolonie folgen und später der Oranje-Freistaat, Natal, Rhodesia, Uganda und Deutsch-Westafrika. Die Transvaal-Konferenz fand kürzlich in Johannesburg statt, wobei Mr. A. M. Abrahams, der Präsident der Federation, den Vorsitz führte und 31 Delegierte aus 24 Orten anwesend waren. Folgende Resolutionen wurden der Konferenz vorgelegt: 1. Es soll ein Distrikts-Bureau gebildet werden, welches von Zeit zu Zeit einen Delegierten zu den Komitee-Versammlungen der zionistischen Vereine des Landes zur Berichterstattung über die Fortschritte der Vereine entsendet. Diese Delegierten sollen das Recht haben, die Bücher der von ihnen besuchten Vereine zu prüfen. 2. Die Federation soll einen besoldeten Sekretär anstellen, der monatlich einmal die zionistischen Vereine besucht. 3. Es soll ein Zentral-Bankkonto eingerichtet werden, so daß alle Eingänge der Vereine durch die Federation gebucht werden. 4. Jedes Mitglied der Federation soll jährlich 2 M. zahlen, nämlich 1 M. Schekel und 1 M. für die Federation. 5. Die District Councillors sollen abgeschafft und ein Zentral-Komitee für jeden Distrikt gebildet werden, welchem die Regelung der zionistischen Angelegenheiten obliegt, und welches an die South African Zionist Federation über die Fortschritte der ihm unterstellten Vereine berichtet. 6. 25 (»o des Reinertrages der von den Vereinen arrangierten Veranstaltungen (ausschließlich Schenkungen für Fonds) sollen an die Federation für Generalunkosten gezahlt werden. 7. Die Federation soll einen Ausschuß von Damen und Herren gründen, welcher die zionistischen Vereine bei der Bildung von Kursen für die Förderung der Kenntnis der hebräischen Sprache und Literatur unterstützt. 8. Die Federation soll Schritte einleiten zur Gründung einer Bibliothek in Johannesburg, welche sämtliche Werke der jüdischen und zionistischen Literatur enthält. Ansprachen hielten der Vorsitzende, Dr. Manfred Nathan, Mr. S. Lennox L o e w e, Dr. Goodman, Mr. B. S. Hirsch, Mr. J. H. Guinsberg und Mr. B. J. Chaimovitz. Aufruf! In diesem Monate jährt sich zum 15. Male der Tag, an welchem sich die Vertreter der nationalbewußten Judenschaft zum ersten Zionistenkongresse in Basel zusammengefunden hatten. 15 Jahre der Entwicklung und des Fortschrittes, den der zionistische Gedanke in dieser Zeit gemacht, um uns unserem Ziele näher zu bringen. Durch Vergleiche lernen wir und nur wenn wir den Anfang und die ersten Ursachen der Dinge kennen, sind wir imstande, weiterzubauen und gedeihlich fortzuschaffen. Das Protokoll des ersten Zionistenkongresses vom Jahre 1897 ist vollständig vergriffen. Die Anzahl der vorhandenen Exemplare genügt schon lange nicht mehr der Nachfrage, und doch ist die Kenntnis jener grundlegenden Referate, die damals von begeisterten Männern, den Veteranen unserer Bewegung, gehalten wurden, für jeden Zionisten unerläßlich. Deshalb glaubte die gefertigte Verbindung der bewußten Judenheit kein schöneres und würdigeres Geschenk zu überreichen, als wenn sie jedem Zionisten Gelegenheit gibt, sich in den Besitz des Protokolls über die Verhandlungen am ersten Zionistenkongreß zu setzen, und veranstaltete mit ausdrücklicher Bewilligung des Actions-Comites eine Neuauflage des Protokolls des ersten Zionistenkongresses in vornehmer Ausstattung. Das Buch wird zum Preise von K. 2.— M. 1.70 (exkl. Versandporto) abgegeben. Vereinen und Vertrauensmännern werden bei Abnahme einer entsprechenden Anzahl von Exemplaren die weitgehendsten Rabatte gewährt. Jüd.-nat. akad. techn. Verbindung Barissia, im K. P. I. V. z. Hd. des Herrn MUC. Franz Eckstein, Teplitz-Schönau, Waisenhausgasse 6. Misrachi und Agudafh Jisroel Ueber die in der letzten Sitzung des Zentralkomitees des Misrachi beschlossene Stellungnahme gegenüber der Agudath Jisroel sei noch folgendes mitgeteilt: Gegen den Anschluß an die Agudah sprachen sich Rabbiner Reines, Hermann Struck, H. F a r b s t e i n , S. Wol f f - Antwerpen, Zahnarzt Rothschild und Möller aus. Letzterer mit der Einschränkung, daß man zunächst abwarten müsse, welche Entwicklung die Agudah nehme. Im gleichen Sinne hatten sich schriftlich Rüben Cohn, im Auftrage des Vorstandes der Misrachi-Gruppe Antwerpen, Rabbiner A r onso h n - Kiew und Rabbiner F i s c h m a n n - Ungheni geäußert. Für den Anschluß an die Agudah sprachen sich aus: vom C. C. die Herren Dr. Franc k und Berlin und von den Gästen — denen zu diesem Punkte die Teilnahme an der Debatte gestattet war ■— die Herren Dr. Baneth und Dr. Pick; selbstverständlich nur in dem Sinne, daß den einzelnen Mitgliedern des Misrachi der Anschluß empfohlen wird. Deutschland Leipzig. Kurz nach Schluß des Semesters beging die Vereinigung zionistischer Akademiker zu Leipzig im Saale des Rosenthal-Kasinos eine Herzl-Gedenkfeier. Calcar. Am 4. August fand hier die erste zionistische Versammlung statt, zu der sich fast die ganze Gemeinde eingefunden hatte. Köln. Am 20. Juli er. fand hier unter Leitung des Herrn Lehrer Reinhardt die ordentliche Generalversammlung der hiesigen Zionistischen Vereinigung statt. Lübeck. Hier referierte in unserer letzten Versammlung unser Delegierter Herr Alex Adler über den Posener Delegiertentag. Konstanz. Die hiesige Zionistische Ortsgruppe unternahm am 28. Juli per Extraboot einen Ausflug nach dem Dorfe Wangen. Österreich Sadagöra. Sonntag, den 28. Juli 1. J. fand das von der J ü d. - a k a d. Verbindung Makkabäa veranstaltete Gartenfest statt, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Vom Reinerträgnis wurden 150 K. der zu gründenden Bukowinaer Kolonie in Palästina und 16 K. dem J. N. F. überwiesen. Marienbad. Am 14. August sprach Dr. A 1 c a 1 a y - Belgrad über „Die spaniolischen Juden im Orient". In der Diskussion sprachen Dr. Hcymann, G a b e 1, Dr. Bendersky. Erlöst wurden 65 K. Vor Beginn des Vortrags gedachte Dr. Bendersky des ermordeten Gesinnungsgenossen Dr. Schoenf e 1 d - Riga. Brzezany. Unsere Stadt erlitt einen schweren Verlust durch den Tod unseres allgemein geschätzten und verdienstvollen Gesinnungsgenossen Herrn, Michael Korn, der Sonntag, den 11. d. M., nach qualvollen Leiden im 64. Lebensjahre verschied. Der Verblichene war einer der Ersten, der in

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