Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 33 (16.8.1912)
- Date
- 1912-08-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 DIES^ELT 1005 befand sich auch ein Bruder des Ermordeten, ein Kolonist aus Rechoboth. Es trafen auch Vertreter der Arbeiterorganisationen aus Jaffa ein. Die Feier der Konstitution Die zur Erinnerung' an die Erkämpfung der Konstitution alljährlich wiederkehrende Feier fiel in diesem Jahre auf den 9. Ab. Die Feier wurde in allen Städten festlich begangen. In Jaffa wurde zugunsten militärischer Zwecke eine Vorstellung veranstaltet. Die Juden Jaffas beteiligten sich mit namhaften Beiträgen, mußten sich jedoch sowohl in Jaffa wie in Jerusalem wegen des nationalen Trauertages mit schriftlichen Gratulationen begnügen. Aus den Städten Jerusalem, Ende Juli. Dieser Tage ist hier der neue Gouverneur, M u h a d i B e v , angelangt, der von den Zivil- und Militärbehörden mit den üblichen Ehrenbezeugungen empfangen wurde. — Der vorige Gouverneur richtete an den hiesigen Chachambaschi ein längeres Schreiben, in welchem er seiner warmen Sympathie für die Jerusalemer Judenheit Ausdruck gibt. — Wenig geräuschvoll nach außen, aber mit viel Liebe und Innigkeit begingen wir diese Woche die Feier der 25 jährigen literarischen Wirksamkeit des Herrn A. M. L u n c z. Die Feier begann mit einer Versammlung in der Zentralbibliothek, wobei die Herren J e 1 1 i n , B e n - J e h u d a , Dr. M a s i e , Eitom, Sil man, Rafaeli u. a. im Namen verschiedener Institutionen Ansprachen hielten. Von christlichen Gelehrten war Prof. Dalmann bei der Feier anwesend. Hier bildete sich eine orthodoxe Vereinigung mit dem Ziele, die orthodoxe Judenheit Palästinas auf traditioneller Grundlage zu organisieren. Es wurde beschlossen, vorläufig der „Agudas Jisrael" nicht beizutreten. Am 19. Ab fand hier der Schekeltag statt. Das Referat hielt Herr Feld mann - Jaffa im Beth-Am. Jaffa, Ende Juli. Dieser Tage fand hier eine Versammlung der Jüdisch-medizinischen Gesellschaft in Jaffa statt, der auch Dr. Brünn aus Chederah und Dr. Joffe aus Sichron-Jakob beiwohnten. Dr. Schermann referierte über die Wirksamkeit der Gesellschaft seit ihrem halbjährigen Bestehen. Es wurden in dieser Zeit 23 Referate über verschiedene medizinisch-palästinensische Fragen gehalten. Der Gesellschaft gehören 18 Aerzte an. Aus den Kolonien Pethach-Thikwah, Die Mandelernte verspricht in diesem Jahre guten Gewinn. Die Marktpreise sind sehr günstig. Für die Sorte „Prinzen" zahlt man per Rottel (2,88 kg) 5 Frs. und für die Sorte „Viktoria" 3 Frs. Auch die Preise für die Trauben sind als sehr gut zu betrachten, da man für einen Kantar (288 kg) ca. 20 Frcs. zahlt. Leider hat ein starker Chamssintag die Trauben dicht vor der Ernte beträchtlich geschädigt. Die Gesellschaft „Pardes" hat im abgelaufenen Wirtschaftsjahre 120 000 Orangenkisten exportiert. Zeitungsschau Der „Hapoel hazair" veröffentlicht die letzte Publikation des „Jüdischen Nationalfonds" über die jüdische Kolonisation in Palästina und bemerkt dazu, daß der in dieser Publikation herrschende Geist von der gesamten jüdischen Arbeiterschaft Palästinas freudig begrüßt werden darf. „Wir sind befugt, in dieser Veröffentlichung das Vordringen unserer Ideen, die sich zwar mühevoll aber siegreich in den offiziellen zionistischen Kreisen durchsetzen, zu erblicken. Nur wenn die Idee der jüdischen Arbeit Gemeingut all derer geworden ist, die für eine jüdische Zukunft in Palästina arbeiten, ist eine gründliche Besserung der jüdischen Lage zu erwarten/4 — In der hiesigen Presse geht das Gerücht um, wonach die Alliance sich von Palästina zurückziehen will. Dieses Gerücht wird nun im „Hacheruth14 von Rafael Bibas, einem sefardischen Chacham in Tiberias, freudig begrüßt. „Bevor die Alliance zu uns kam, war Tiberias eine jüdische Stadt im vollen Sinne des Wortes. Dies ist nun anders geworden. Jetzt irren unsere Söhne, die durch die Schule der Alliance gegangen sind, in aller Herren Länder herum . . . Diese Jugend wächst überhaupt ohne ein heiliges Ideal und ohne jedes positive Gebot heran/' Der Verfasser hofft, daß auch die Juden Marokkos ihre Selbständigkeit gegenüber der Alliance wahren werden. Schulwesen und Schrifttum Für die Ferienkurse, die der Lehrerverband für die Lehrer veranstaltet, ist nun endgültig folgendes Programm aufgestellt: Hebräisch, Referent Dawid Jellin 10 Stunden Geologie, Botanik und Agrikultur, Referent A. Aaronson 25 „ Physik, Referent Dr. A. B. Rosen st ein 10 Hygiene, Referent Dr. H. Joffe 6 Zeichnen, Lehrer A. Eisenstein 20 „ Gesang, Lehrer A. Z. I d e 1 s o h n 10 „ Turnen, Lehrer Z. Orloff 15 „ Außerdem wird Dr. Schmarjahu Levin zwei Vorlesungen über das „Judentum als Lebensanschautmg44 u. A. A 1 m a 1 i a c Ii zwei Vorlesungen über den „kulturellen Zustand der Juden in Damaskus" halten. Die Ferienkurse finden diesmal in Sichron-Jakob statt. Das Juni-Juli-Heft der Zeitschrift „Hachinuch" enthält u. a. folgendes: „Die hebräische Konversation", von J. Epstein; „Die neuen Ansichten über die Kinder", bearbeitet von Ch. H a r a r i; „Zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte der russischen Juden", von A. G. R a b i n o w i t z; „Der Gesangsunterricht in der Schule", von A. Z. 1 d e 1 s o h n. Ferner bringt das Heft eine Probelektion von J. Adler; Revue der pädagogischen Presse; Bücherbesprechung usw. Vom Bezalel Im Warenhaus A. Wertheim, Berlin, Leipziger Straße, ist soeben eine neue Sendung von Erzeugnissen des Bezalel eingetroffen. Es befinden sich darunter Kupfer- und Silberfiligranarbeiten, Elfenbeinschnitzereien, sowie Schmuckgegenstände für Synagogen. Bekanntlich fand im verflossenen Winter in der Volkskunstabteilung bei Wertheim eine Ausstellung von Erzeugnissen des Bezalel statt, die außerordentlich großes Interesse gefunden hat. Das Warenhaus Wertheim, das bereits damals einen größeren Posten von Waren vom Bezalel bezogen hat und einen guten Absatz der Erzeugnisse feststellen konnte, hat auch die neue Sendung in fester Rechnung bezogen. Durch die permanenten Sendungen der Bezalel-Erzeugnisse, die nach und nach auch bei den Warenhäusern in anderen größeren Städten ausgestellt werden sollen, hofft der Bezalel seinen regulären Absatz immer mehr zu steigern.