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Die Welt · 1912-08-16 · 33 (16.8.1912) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
33 (16.8.1912)
Date
1912-08-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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i&l'JmMt , 5 l'li M ifM *£*U#. jr*- < f fci i » v -? 1002 DIEÄELT Nr. ■ ä ifc i Uli! r: jim - i ' f! : rlfc': hin ' 1<? * I bürg für je 1000 M. In kurzer Zeit betrug die Ciesamtsumme, welche zu sammeln sich die Delegierten verpflichteten, mehr als 10S00 M. Sehr erfreulich war der Jahresbericht über die Arbeit des Jüdischen Nationalfonds-Bureaus für Amerika, welcher ein bedeutend besseres Resultat aufwies als der vorige Bericht. So waren durch Sammelbüchsen 437,40 M. und für die Oelbaumspende 9670,10 M. mehr eingegangen als im Vorjahr; im ganzen betrug die Mehreinnahme dieses Jahres 8412,70 M. Nicht ganz so erfreulich war der Bericht über das jüdischzionistische Organ „Dos Yiddische Folk4<, welcher ergab, daß das Defizit, wenn es auch nicht mehr ganz so groß ist wie früher, doch noch schwer auf der Zeitung lastet. Es wurde beschlossen, daß jeder Verein sich im Laufe des Jahres an der Unterstützung des Verlages beteiligen müsse. Daran anschließend wurde eine Resolution angenommen, daß ein Drittel der so erzielten Einnahmen dem „Maccabean", dem englischen Organ der Federation, zufließen solle. Die Namen von Isidor und Ida Straus wurden in das Goldene Buch des Nationalfonds eingetragen. Wegen der vorgerückten Stunde wurden die weiteren Verhandlungen auf den nächsten Morgen verschoben. Am Abend fand die öffentliche Korn entionsversammlung statt, die große Begeisterung entfesselte. Den Vorsitz führte Mr. Sternheim er aus Cleveland, welcher mit einigen Worten den ersten Redner, Mr. Jacob de Haas, einführte. Dieser sprach über die „Synthese des Zionismus". Darauf sprach der Schriftführer der Federation, Mr. Bernard A. R o s e nblatt über die Hoffnungen des Zionismus und faßte seine Wünsche dahin zusammen, daß Zion ein Muster an sozialer Gerechtigkeit sein möge. Der Herausgeber von „Dos Yiddische Folk'4, Mr. Ab. Goldberg, sprach unter großem Beifall über die positiven Leistungen des Zionismus. Mit lebhaften Zurufen wurde Dr. Max Heller als Redner begrüßt, der darauf hinwies, wie Palästina in letzter Zeit in vieler Hinsicht in den Vordergrund des Interesses getreten sei. Rabbiner Ashinsky sprach im Jargon und wies darauf hin, dal) der Zionismus die Wiederbelebung des jüdischen Volkes bedeute, denn er erkläre es für ebenso notwendig, zu arbeiten wie zu beten, Feste zu feiern, wie zu fasten. Frau P e w s u e r , die durch ihre Propaganda in vielen Ländern gut bekannt ist, sprach in begeisternden Worten. Die Schlußrede hielt Dr. J. L. Magnes, der die große Zuhörerschaft durch seine äußerst interessanten Schilderungen über das Leben in Palästina in Spannung hielt. Am Dienstag Vormittag wurden zunächst Telegramme von den Zionists Councils ans Philadelphia und Boston und von Mr. Moore von der Panama-Ausstelhmgs-Kommission verlesen. Letzterer forderte die Federation auf, ihre Jahreskouvention 1015 in San Francisco abzuhalten, und sicherte den Delegierten einen äußerst herzlichen Empfang zu. In der Vormittagssitzimg wurde ferner darüber beraten, ob es ratsam sei, die Organisation der Federation so zu ändern, daß die einzelnen Vereine nicht direkt der Federation unterstehen, sondern daß das Land nach geographischen Gesichtspunkten in Distrikte geteilt werden soll, die ihre Vertreter in den obersten geschäftsführenden Ausschuß der Federation entsenden. Dieser Beschluß/ könnte möglicherweise zu einer Aussöhnung zwischen der Federation und dem Order Kuights of Zion führen. Mr. Max S h u 1 m a n , der Grand Master des Order Knights of Zion, erhielt Gelegenheit, die Le seiner Organisation klarzulegen. Am Nachmittag wurde e entsprechende Resolution im Prinzip angenommen, die I tails aber dem Exekutiv-Ausschuß zur Bearbeitung überlass Zum Schluß wurden die Wahlen vorgenommen, die folgen Resultate ergaben: Dr. Harry Friede n w a I d , Präside! Mr. B. A. R o s e n b 1 a 11, Schriftführer; Mr. Michael S a i . Schatzmeister; die Herren S. Abel, Goldberg, Lop L i p s k y und B. A. Rosenblatt als administrativer A> schuß, in dem Mr. Lipsky den Vorsitz führt. Der Exekutiv-Ausschuß besteht aus den Herren Dr. L. Magnes, Dr. De Sola Pool, M. Brodsky, B. Richards, Jacob Fishman, Victor Schwartz u; Bernard S e m a 1 , die sämtlich in New York leben. Der beratende Council, zu welchem Zionisten anderer Oi gehören, setzt sich wie folgt zusammen: Herren J. Mey aus Boston, M. L. Avucr aus Pittsburg, R. Bellis a Rochester, A. L. F r e e d aus Texas, B o r i s h e k aus St. Lou L. FI. Levin aus Baltimore, Miß Kussy aus Newark, Rosenber g aus Louis ville, ,S. D. Solomen aus Syi cuse, S. Frank aus Philadelphia, die Rabbiner Kauv aus Deiner, Hershman aus Detroit, Ebin aus Clc\ land, Dr. Smisnow aus New Britain. Die Vizepräsident sollen von dem Exekutiv-Ausschuß gewählt werden. Dr. <M Heller wurde in besonderem Wahlgang von der Konventn gewählt. Großes Interesse erregte die Mitteilung des Mr. M. A v n e r, daß Mr. Win. Nixon, ein judenfreundlicher i aus Pittsburg, dem Nationalfonds letztwillig die Summe \ 52»)9,5Ü M. bestimmt habe. Nach einer lebhaften Diskussion über „Kulturarbeit während welcher verschiedene Vorschläge zur besseren Ree lierung der jüdischen Lehrtätigkeit gemacht wurden, schl* die Konvention mit nationalen Gesängen und Hochrufen a die zionistischen Führer. Der „Jewish Exponent'" schreibt: „Die Konvention; Cleveland war in mehr als einer Hinsicht von großer Wichti: keit für die Bewegung. Der Enthusiasmus, den die Konwi tion erregte, war bemerkenswert und trat besonders beim Vei lesen einiger Briefe (z. B. denen von Louis D. Brandeis im Nathan Strauß) sowie gelegentlich der Zeichnung von Beiträge: hervor, und die große Versammlung selbst gestaltete sich /' einem Abend voller Enthusiasmus. Und in beziig auf Ar regungen war die Konvention die erfolgreichste, die in de letzten Jahren stattfand. Die Arbeit von Nathan Straus wurd mit großer Freude anerkannt, aber es kam deutlich zum Au druck, daß jeder Neuling ebenso herzlich bewillkommnet würt! ohne Ansehe;'? seines Standes. Dr. Max Heller war währen der gesamten Verhandlungen besonders bevorzugt, und. d Delegierten zeigten ihm, eine wie große Verehrung und Aci, hing sie ihm entgegenbrächten. Dr. Magnes war, wem möglich, noch beliebter als sonst und gewann alle, die ihi hörten, für sich. Die Konvention war entschieden von ernsthaftem und enthusiastischem Geiste beseelt, und nach dem jetzigen Anschein kann man hoffen, daß die Federation binnen kurzem ihre Ziele gut verfolgen kann, ohne durch ein Defizit daran gehindert zu werden. Wenn auch die Federation nicht an Zahl zunimmt, so doch an Einfluß, und die Zahl derjenigen, welche durch die Liebe für Zion angefeuert werden, wächst/4

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