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Die Welt · 1912-08-02 · 31 (2.8.1912) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
31 (2.8.1912)
Date
1912-08-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr 31 DIEX&ELT 933 mitee in Ben-Schamen sammelt fleißig- Mitgliedsbeiträge für die zu begründende Kasse. In den letzten Monaten empfing die Farm öfter Besuch. Der Lehrer der jüdischen Kolonie Kastinie veranstaltete einen Schulausflug nach Ben-Schamen, desgleichen der Schulleiter in Pethach-Tikwah. Es war für die Kinder dieser Kolonien, in denen die landwirtschaftlichen Arbeiten zum großen Teil von Arabern versehen werden, überaus lehrreich, zu beobachten, wie in Ben-Schamen ausschließlich jüdische Arbeitskräfte die gesamte Feldarbeit verrichten. Von den ausländischen Gästen besuchten die Herren Dr. Tschlenow aus Moskau, Dr. Klausner aus Odessa, Dr. Bodenheim er aus Köln u. a. die Farm. Ben-Schamen hat in seiner unmittelbaren Nachbarschaft auch zwei Zweigniederlassungen: links die kleine Jemenitenkolonie des „Bezalel" und rechts die Oel- und Seifenfabrik des Herrn Krinkin. In der Bezalel-Kolonie wohnen 1S jemenitische Filigranarbeiter in schmucken Häusern, die der Jüdische Nationalfonds errichtet hat. Die Ansiedlung weiterer jemenitischer Industriearbeiter ist in Aussicht genommen. In diesem Falle wird natürlich auch die Zahl der Häuser vermehrt werden. Auch in der Oel- und Seifenfabrik ist eine Anzahl jüdischer Arbeiter beschäftigt, für die unlängst eine gemeinsame Küche eingerichtet wurde. Neben der Fabrik befindet sich die Besitzung der Gesellschaft „Athid", die ein Areal von 100 Dunam umfaßt und gegenwärtig an Araber verpachtet ist. Nach Ablauf der Pachtzeit dürfte auch dieses Grundstück jüdischen Landarbeitern zur Bewirtschaftung anvertraut werden. Von der jüdischen Musikschule in Jerusalem Am 15. Juli fand in Jerusalem die erste öffentliche Prüfung in der von Frau Dr. R u p p i n begründeten jüdischen Musikschule im Beisein der Eltern und zahlreicher Gäste statt. Die Prüfung nahm einen glänzenden Verlauf und legte Zeugnis ab von den staunenswerten Fortschritten, die die Schüler in der kurzen Spanne Zeit, seitdem die Anstalt besteht, erreicht haben. So reiht sich denn die Jerusalemer Musikschule würdig ihrer musterhaft geleiteten Schwesteranstalt in Jaffa an. Frau Dr. Ruppin kann mit gerechtem Stolz auf die Erfolge der beiden von ihr ins Leben gerufenen Institute blicken. o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG 1 o o o o o o o I o o o o o o o The Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank), Ltd. London, E. C. Bilanz per 30. Juni 1912 PASSIVA: 1 — 100.-.- L— 1^)9 900.-.- 100.-.— 258 K)5.—.— Autorisiertes Kapital: 100 Gründeraktien ä £ 1999 900 Stammaktien ä £ £ •2UU0U0J.-.- Gezeichnetes Kapital: 100 < Grunderaktien ä £ 258895 Stammaktien ä £ Reservefonds.......""!! '. '. " T Tratten konto............. Rediskontkonto............ Akzeptkonto............. Kreditoren.............. Pensionsfonds............ Dividendenkonto 1902/4/6/7/8/9 (unbehobene Dividende)............. Dividendenkonto 1910 (unbehobene Dividende) Gewinn- und Verlustkonto 1911...... Einnahmen............ AKTIVA: Kasse: Bar und bei Banken....... vVechsel- und Devisenkonto....... Debitoren gegen Akzept (wie oben) . . . . The Anglo-Palestine Co , Ltd., Jaffa und Filialen ihe Anglo-Levantine Banking Co., Ltd., Konstantinopel ............ Debitoren: a) Nostri b) Lori und Diverse c) Gegen Unterpfand _ Effektenkonto: £ 93 715 Aktien Anglo-Palestine Co., Ltd. £ 27 550 2 l/a % Konsols ä 77 . . . . £ 15 000 Aktien Anglo- Palestine Banking Co. Ltd...... M 10 000Paläs1ina-Industrie-Syndikat-Akt. Diverse £ 216.10 8........ Mobiliar.............. Ausgaben ............ 37 87316. 3 79 170.13.10 95 864- 9. 4 I sh 258 995 — — 2 286 7 3 2 746 3 5 1 143 — — 15 8 110 301 6 — 911 14 — 14 705 18 10 5 012 — 6 8 457 8 5 10191 11 11 428 561! 6 : 428 561 6 15 1 1 - 11 19 15 Organisationsreise des Herrn Dr. Korngrün Nach Beendigung der ungarischen Organisationstournee besuchte der Sekretär des E. A. C, Herr Dr. Korngrün, die südslavische zionistische Organisation. Am 11. Juli sprach er in Agram anlaßlich der Herzlfeier im Saale der jüdischen Kultusgemeinde. Die folgenden Tage, wie auch der Aufenthalt in Esseg, waren der Besprechung der Verhältnisse in den südslavischen Gebieten und der Propaganda in der Wintersaison gewidmet. Am 15. Juli begab sich Dr. Korngrün nach Sarajevo. Am 16. Juli fand eine Organisationsbesprechung im Lokale des Jüdischen Nationalvereins statt, deren Gegenstand bestimmte Maßnahmen für die Ausgestaltung der Propaganda in Bosnien bildeten. Dieser Besprechung folgte tags darauf eine zweite, an der die Vertreter der aschkenasischen und sephardischen zionistischen Intelligenz sich beteiligten. Dem Expose des Parteisekretärs folgte eine lebhafte Debatte über die aktuellen Fragen der bosnischen Judenheit, namentlich über das Verhältnis der Sephardim zu den Aschkenasim, die Organisation der Kultusgemeinden, die Gründung hebräischer Schulen und ganz besonders über den Kampf um die sephardische Kultusgemeinde Sarajevos, in den die Zionisten im Herbste dieses Jahres einzutreten gedenken. Auf der Rückreise besuchte Dr. Korngrün F i u m e, T r i e s t und W i e n, wo er zusammen mit dem Sekretär des J. N.-F., Herrn Nathan Groß, und den dortigen Gesinnungsgenossen organisatorische Angelegenheiten erledigte. Deutschland Berlin. Die „Kadimah4', Gruppe der B. Z. V., veranstaltete Sonnabend, den 27. Juli, eine Versammlung, in der M. Großmann über „Zwei jüdische Konferenzen: Ito und Agudath Jisroel" referierte. Eine rege Diskussion folgte dem Referat. Karlsruhe. Am 6. Juli veranstaltete die zionistische Ortsgruppe eine Gedächtnisfeier für Theodor Herzl. Die Gedenkrede hielt Herr Steinhäuser. Zugleich wurde die Beratung über den Posener Delegiertentag fortgesetzt. Wiesbaden. Am 17. Juli fand hier eine Herzl-Gedenkfeier statt, bei der Herr Dr. Adolf Friedemann die Gedenkrede hielt. Kantor J. B1 u h m trug in ergreifender Weise das Trauergebet vor, und Frl. Blättner rezitierte einige jungjüdische Dichtungen. Österreich Marienbad. Auf Veranlassung der Gesinnungsgenossen Bernstein aus Petersburg, Selmanowitz aus Riga und Carl Stand aus Lemberg1 fand in der hiesigen Synagoge am Todestage Herzls eine Gedenkfeier statt, die einen erhebenden Verlauf nahm. Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner Dr. Diamant.

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