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Die Welt · 1912-08-02 · 31 (2.8.1912) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
31 (2.8.1912)
Date
1912-08-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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932 uairdc noch über die Gründung der Talmud-Thora verhandelt und die Versammlung geschlossen. Safed, Anfang Juli. Anläßlich der Anwesenheit des Herrn Dr. Cliaiin Chissin, des palästinensischen Vertreters des Odessaer Komitees, veranstaltete das hiesige Beth-Am ihm zu Ehren einen feierlichen Empfang. Schulleiter Sof ermann und W e i n b 1 u m hielten Begrüßungsansprachen. Dr. Chissin erwiderte in einer ausführlichen Rede, in der er sich über die jetzige Lage der jüdischen Bevölkerung von Safed verbreitete und seine Unterstützung" versprach, falls sich die Möglichkeit ergeben sollte, in der Nähe von Safed eine kleine Kolonie, wie sie in der letzten Versammlung in Odessa als Ehrung Ussischkins und Tschlenows beschlossen wurde, zu gründen. Tiberias, Anfang Juli. Die Feier des 20. Tammus rn Kinereth wurde von folgenden hiesigen Persönlichkeiten besucht: Dem Chachambaschi, dem Leiter und der Leiterin der Alliance-Schulen samt den Schülern und Schülerinnen, dem Kaimakam, dem Kommandeur usw. Man schätzt die Zahl der Festteilnehmer auf einige Tausend. Aus den Kolonien Pethach-Tikwah. In letzter Zeit hat man in den Orangengärten manche Schädlinge entdeckt. Man wandte dieser Erscheinung sofort die gehörige Aufmerksamkeit zu, und in einer Versammlung, die hier unter Hinzuziehung des Herrn I )r. agr. Z a g o r o d s k y , des Redakteurs der landwirtschaftlichen Zeitschrift „Chaklai44, stattgefunden hat, wurden verschiedene Maßregeln erwogen, die Abhilfe schaffen sollen. Auch in anderen Kolonien, die Orangengärten haben, fanden auf Initiative des Herrn Dr. Zagorodskv ähnliche Besprechungen statt. Da der Kauf eines Bauplatzes für Jemenitenhäuser seitens des J. N.-F. nun durchgeführt ist, geht man bereits an die Erbauung der Häuser. Es werden vorläufig zwei Probehäuschen, eins aus sogenannten preußischen Wänden und eins aus Zementziegeln gebaut. Wie es heißt, werden alsbald 20 Häuser erbaut werden. Leider gibt es bei uns wieder Streitigkeiten und Parteiungen. Diesmal sind es reine Lokalangelegenheiten, ohne jeden prinzipiellen Hintergrund, die den Frieden stören. Der bisherige Waad der Kolonie hat demissioniert und ein neuer konnte noch nicht gewählt werden. In einer Kolonie von dem Umfange Pethach-Tikwahs ist ein solcher Zustand sehr mißlich. Es wird daher von allen Seiten der Friede herbeigesehnt. Presse und Schrifttum „Chaklai" (Der Landwirt). Seit vier Monaten haben wir in Palästina eine landwirtschaftliche Monatschrift, die vom Palästina-Amt (J. N.-F.) mit Subvention des Odessaer Komitees herausgegeben und von den beiden Agronomen Dr. M. Z a g o r o d s k y und J. W i 1 k a n s k v (A. Zioni) redigiert wird. Eine solche Zeitschrift war von jeher der Wunsch der hiesigen Kolonisten. Denn auf allen Gebieten landwirtschaftlicher Betätigung, wie Pflanzen-, Körner- und Gemüsebau, Viehzucht und Milchwirtschaft, tauchen für den praktischen Landwirt Fragen auf, für die er bis jetzt oft keine Antwort gefunden hat. Deshalb ist man überall froh, daß jetzt endlich ohne langes, müßiges Debattieren dieser langgehegte Wunsch in die Tat umgesetzt wurde. in den bisher erschienenen Heften nimmt die Düngungsfrage einen großen Raum ein. Dies ist natürlich, da diese wichtige Frage der Landwirtschaft unter den Kolonisten am wenigsten geklärt ist. Wir finden daher drei Aufsätze aus der Feder W i 1 k a n s k y s und einen von Zagorodskv über dieses Thema. Ein besonderes Interesse bieten Nr. 31 die Tabellen über die Düngungsversuche in Ben-Schamen, die Wilkansky dort anstellt. Aus der Fülle des übrigen Stoffes seien folgende Artikel erwähnt: Agr. M. Apfelbaum: Die Kultur der Citrusarten in Palästina. Agr. P. Pascal: Schädlinge und Krankheiten der Citrusarten. Dr. Metmann- Cohen: Gemüse- und Gewürzpflanzen Palästinas. Dr. Rosenstein: Meteorologische Beobachtungen in den jüdischen Kolonien Palästinas. Dr. Zagorodskv: Rationelle Ernährung der Milchkühe. Dr. Hillel Joffe: Hygiene der Landarbeiter. Tierarzt Samsonovv: Hufbeschlag der Pferde. Dr. Zagorodskv: Die Zukunft der Orangenpflanzung in Palästina. Dr. Jusscf: Krankheiten der Haustiere in Palästina usw. Die Rubriken: Palästinische und ausländische Chronik; Aus der landwirtschaftlichen Literatur; Fragen und Antworten; Bibliographie und Handelsnachrichten, sind ebenfalls reichlich ausgestattet. Wie bereits erwähnt, hat die Zeitschrift großen Anklang gefunden, und viele sind es, die mündlich und schriftlich an die Redaktion mit Fragen herantreten. Von besonderem Interesse ist es wohl, daß der ,,Chaklai'4 auch außerhalb Palästinas abonniert wird. So mancher, der sich für die Uebersiedlung nach Palästina rüstet, freut sich, durch diese Zeitschrift mit den Verhältnissen der palästinischen Landwirtschaft bekannt zu werden. Zu wünschen wäre, daß die Redaktion bei der Benutzung der hebräischen Termini technici häufig auch eine anderssprachige Bezeichnung in Klammem beifügte, da doch ein großer Teil der Leser die neuen hebräischen Termini nicht kennt und eine Verdolmetschung nichts schadet. Ferner müßte bald der Umfang der Zeitschrift vergrößert werden. Zwei Bogen sind doch zu wenig für eine monatlich erscheinende Zeitschrift. „ H a p o e 1 Hazair." Die Umwandlung dieser Zeitung in ein Wochenblatt hat eine Vergrößerung der Redaktion erforderlich gemacht. Außer den früheren Redakteuren werden, nun folgende Schriftsteller als beständige Mitarbeiter fungieren : A. A 1 m a 1 i a c h , Deborah Baron, Brenner, L u d v i p o 1 und Jakob R a b b i n o w i t z. Letzterer wird zu diesem Zwecke aus Odessa nach Jaffa übersiedeln. „Moledeth.44 Der Dichter Jakob F ich mann ist aus. Rußland berufen worden, um diese Monatsschrift für die Jugend zu redigieren. Aus der Kolonie Ben-Schamen Auf der Nationalfonds-Farm in Ben-Schamen werden die Baumpflanzungen fortgesetzt. Von den 2200 Dunam Boden, über die die Farm verfügt, sind etwa 1000 Dunarrr bepflanzt, und zwar 900 Dunam mit Oelbäumen, 30 mit Mandelbäumen, 10 mit Weinreben, 8 mit Eukalypten, 10 mit verschiedenen Obstbäumen und 20 mit Zierbäumen, die keine Früchte tragen. Etwa die Hälfte der Oelbaumpflanzungen ist gepfropft worden. Ferner wurden in diesem Jahre auf 700 Dunam Getreide und Hülsenfrüchte angebaut, darunter 300 Dunam Weizen, 45 Dunam Gerste, 30 Dunam Bohnen usw. Die Zahl der auf der Farm beschäftigten Landarbeiter wechselt nach Maßgabe der vorhandenen Arbeitsgelegenheit. Im Frühjahr betrug die Zahl der jüdischen Tagelöhner mehr als 50, nämlich 35 Aschkenasim und 15—20 Jemeniten. Daneben waren auch eine Anzahl jüdischer Arbeiter gegen Monatslohn beschäftigt. Gegenwärtig ist die Zahl der jüdischen Arbeiter etwas geringer. Der Gesundheitszustand auf der Farm ist zufriedenstellend, das Klima vorzüglich. Es ist auch Badegelegenheit für die Landarbeiter vorhanden. Diese haben ferner eine Bibliothek: eingerichtet, deren Bestände sich immer mehr vergrößern. Die Einnahmen der Bibliothek betrugen in den letzten acht Monaten 200 Frcs. Die jüdischen Landarbeiter von Judäa sind bekanntlich bemüht, eine Arbeiter-Krankenkasse ins Leben zu rufen. Diesen Bestrebungen haben sich auch die hiesigen Arbeiter angeschlossen, und ein Ko- DIE^ELT

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