Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 29 (19.7.1912)
- Date
- 1912-07-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 DIE^ELT 879 Mandelbäumen und 40 Dunam mit Oelbäumen bepflanzt. Die jungen Pflanzungen entwickeln sich außerordentlich gut und berechtigen zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft der Kolonie. Gegenwärtig werden weitere 1000 Dunam urbar gemacht, um im nächsten Winter Mandel- und Oelbaumkulturen darauf anzulegen.. Sämtliche Arbeiten werden von jüdischen Landarbeitern durchgeführt. Neben 30 aschkenasischen Tagelöhnern und Monatsarbeitern werden etwa 20 palästinensische Sephardim bei der Ausrodung des Dorngestrüpps verwendet. Vor einem Monat besuchte Herr Harry Goldman aus Amerika, ein Bruder des Gründers der Kolonie, Herrn Simon Goldman in St. Louis, die neue Siedelung und stellte den Landarbeitern zum Zeichen seiner Zufriedenheit mit ihren Leistungen den Betrag von 500 Frcs. zur Gründung einer kleinen Bibliothek und zur Anschaffung einer Waschmaschine zur Verfügung. Die schwierigste Frage der jungen Kolonie ist die Frage der Wasserversorgung. Poriah liegt auf einem hohen Hügel oberhalb des Tiberiassees. Quellen gibt es nicht in der näheren Umgebung. Bis jetzt wurde das erforderliche Wasserquantum vom Tiberiassee oder aus der benachbarten Kolonie J e m m a durch Lasttiere oder Fuhrwerke herbeigeschafft. Die Kosten dieses Transports belaufen sich auf 10—15 000 Frcs. jährlich. Die Herstellungskosten einer Wasserleitung vom Tiberiassee oder von den Quellen in J e m m a werden auf 40 000 Frcs. geschätzt. Höchtwahrscheinlich wird sich demnach die Leitung der Kolonie bald zur Anlage einer solchen Wasserleitung entschließen. Uebrigens versorgen während eines großen Teiles des Jahres zwei große Zisternen die Arbeiter und Tiere mit gutem Trinkwasser. Das Klima von Poriah ist sehr gesund und erfrischend, die landschaftliche Lage von hervorragendem Reiz. Sämtliche Besucher der jungen Kolonie geben ihrer Bewunderung Ausdruck, daß es in so kurzer Zeit gelungen ist, hier ein derart schönes und zukunftsreiches Werk zustande zu bringen, das der jüdischen Kolonisation sicherlich noch zu großer Ehre gereichen wird. o o o o o o o c i O O O O O O O I AUS DER BEWEGUNG O O O O O O O o o o o o o o Tabelle der Eingänge per 30. Juni 1912 Schekel Zion. Zen¬ National¬ Land tralfonds fonds 5672 1. Jan. bis 1. Jan. bis 30. Juni 1912 30. Juni 1912 JC JL JC 122,40 _ 162,88 — — 1 672,98 204,00 102,00 538,25 — 1 583,80 3 374,43 — — 558,00 805,80 — 917,78 1691,10 43,89 7 074,25 3922,50 7 122,20 25705,09 English Zionist Federation . . 300,00 1131,25 l O 7Q Order of Ancient Maccabaeans 1 224,00 — t jyoo,/o 291,71 88,85 867,96 50,40 — 376,74 Holland........ 506,20 1 761,55 4 706,78 1,50 20,00 563,96 28,69 — — Federation of American Zionists Order Knights of Zion . . . 6 270,91 1 046,50 1 086,53 |37 294,18 12,00 16,02 1241,23 2606,84 4 127,60 | — 59791,50 3 905,00 9038,93 | Ungarn ........ 309,60 98.55 5 085,44 Südslavische Länder .... 210,53 212,00 3652,92 885,00 1039,81 8 044,60 Rußland........ 3 463,88 9 258,41 59766,76 — 90,00 1198,41 200,00 100,00 468,90 — — 480,99 4 027,70 73,90 12558,04 344,10 — — 182,15 506,60 2006,46 — _ — — | 32 618,51 37 501,89 241045,26 Deutschland Berlin. Am 9. d. M. fand der erste von der Jüdischnationalen Frauenvereinigung veranstaltete Ferienausflug statt, an dem 200 Kinder teilnahmen. Der Ausflug hatte einen befriedigenden Verlauf. Hannover. Am 1. Juli sprach hier Herr Parteisekretär Kurt Rosenbaum über den Posener Delegiertentag. Essen (Ruhr). In einer gut besuchten Versammlung erstattete Herr Rechtsanwalt Dr. Weinberg einen Bericht über den jüngsten Delegiertentag. Breslau. Die Generalversammlung der Breslauer Zionistischen Vereinigung fand am 20. Juni statt. Hier wurden für Nationalfonds, Schecke! und sonstige palästinensische Institutionen M. 7094,37 gesammelt. Elberfeld. Eine außerordentlich gut besuchte Herzl-Feier veranstaltete die Ortsgruppe „Ivria" in Elberfeld-Barmen. Dem Charakter des Tages entsprechende Instrumental- und Vokalvorträge und Rezitationen lösten einander ab. Die Festrede hielt Herr Dr. Grüneberg über das Thema: „Sind wir dem Ziel, das uns HerzI gewiesen, nähergekommen?" Österreich Reichenberg. Unser zionistischer Volksverein-gewinnt .nach jahrelangen Kämpfen nun endlich sicheren Boden. Es ist dies hauptsächlich das Verdienst des neuen Ausschusses, der sich erst vor kaum zwei Monaten konstituiert hat, aber dank der Arbeitsfreudigkeit und Hingabe, mit welcher er seine Aufgabe in Angriff genommen hat, bereits große Erfolge aufweisen kann. Der Ausschuß veranstaltete drei Sitzungen, die sehr anregend verliefen. Es wurde beschlossen, in kurzer Zeit an alle Angehörigen der hiesigen Kultusgemeinde einen Aufruf zum Anschluß an die zionistische Organisation zu versenden, durch den sich hoffentlich die Zahl unserer Mitglieder steigern wird. Im Herbst wollen wir auf Anregung des Prager Distriktskomitees mit der Veranstaltung interner Diskussionsabende beginnen und durch allgemeine Erörterung zionistischer Fragen die Gesinnung unter den Vereinsmitgliedern zu befestigen trachten. Recht zufriedenstellend erweist sich auch das Ergebnis der für den Jüdischen Nationalfonds eingeleiteten Sammlungen und das Interesse an den Neuerscheinungen der zionistischen Literatur. Krakau. Nach der recht gut ausgefallenen B e z a i e I - Ausstellung (es wurden für ca. 12000 Kronen Waren verkauft und viele neue Freunde für unsere Palästina-Arbeit erworben), veranstaltete die akademische Verbindung „ H a - schachar" aus Anlaß von Herzls Todestag einen feierlichen Herzl-Voiksabend. Die Eröffnungsrede hielt in hebräischer Sprache cand. jur. Mendel Dunkelblum, die Gedenkrede über das Thema: „Was war HerzI für das jüdische Volk?" hielt Dr. Jeremias Frenkel, die Palästina-Lichtbilder interpretierte Dr. Max Leser. Der Abend verlief würdig und anregend. — Die N.-F.-Kommission veranstaltete einen „ H e r z I - T a g an dem eine beträchtliche Summe für den Herzl-Wald gesammelt wurde.