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Die Welt · 1912-07-19 · 29 (19.7.1912) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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878 Arbeitstag, in den nur unsere Arbeiterschaft mit ihrer unverwüstlichen Munterkeit eine gewisse Abwechslung hineinträgt. Anläßlich des 20. Tammus wurde in diesem Jahre in Kinereth auch eine kleine landwirtschaftliche Ausstellung veranstaltet. Näheres über den Verlauf der einzelnen Herzl- Feiern folgt im meinem nächsten Bericht. Neue Spenden von Jacob Moser Unser ausgezeichneter Gesinnungsgenosse, Herr Jacob M o s e r in Bradford, dessen Name mit den hebräischen Gymnasien Palästinas für immer verknüpft bleibt, hat für diese seine Lieblingsanstalten neue Spenden überwiesen. Das jaffaer Gymnasium, das bei dem fortwährenden Zustrom auswärtiger Schüler Parallelklassen einzurichten beschloß, hat für den bereits begonnenen Zubau von Herrn Moser 30 000 Frs. erhalten. Das Jerusalemer Gymnasium, das noch immer mit Budgetschwierigkeitcn zu kämpfen hat, erhielt einen Zuschuß von 2500 Frs. Aus den Städten Jerusale m , Ende Juni. Dieser Tage ist hier ein Trupp von sieben jemenitischen Familien eingetroffen. Sie wollten sich ursprünglich in den Kolonien als landwirtschaftliche Arbeiter niederlassen. Da es aber in den Kolonien bereits eine drückende Wohnungsnot gibt, so kamen sie durch Vermittlung des Palästinaamtes hierher, wo sie als Weber in der Gewerbeschule der Alliance Aufnahme fanden. Herr Direktor Albert Antebi bemüht sich um die Beschaffung von Unterkunftsgelegenheit für die armen Einwanderer, die aller Mittel bar sind. Wie diese Neuankömmlinge erzählen, sind infolge der anhaltenden Bedrückungen noch weitere Einwanderertrupps zu erwarten. Die Lage im Jemen wird um so verworrener, als der Aufständische Sir Idris der Regierung im Verein mit dem Imain Jach ja viel zu schaffen gibt. In Sanaa ist es jetzt verboten, in der Nacht auszugehen. Erfreulich ist, daß das Gros der Bevölkerung treu zur türkischen Regierung" halt. Einer telegraphischen Nachricht zufolge, ist Muhadi B e y , der frühere Gouverneur von Samson, zum Gouverneur von Jerusalem ernannt worden. Jaffa, Ende Juni. Die guten Resultate, die man hier mit der Gründung der Stadtviertel T e 1 - A w i w und N a c h a 1 a t h - B e n j a m i n erzielt hat, regte die hiesige jüdische Bevölkerung an, noch einen weiteren Schritt auf diesem Wege zu unternehmen und an die Errichtung eines eigenen Ladenviertels heranzutreten. Eine Gruppe von Kaufleuten, die jährlich etwa 40 000 Frs. Miete für ihre Läden zahlt, vereinigte sich zu einer Gesellschaft, die diesen Gedanken realisieren will. An der Spitze der Gesellschaft steht Herr E. A. Weiß, der sich bei der Gründung von Tel-Awiw in hohem Maße verdient gemacht hat. Es wurde bereits von der „Geulah" ein passendes Terrain — in der Nähe der Ladenstraßen, gegenüber der deutschen Kolonie und auf dem Wege nach Tel-Awiw - erworben, das für 70 größere Geschäftsläden Raum hat. Die Gesellschaft hat bis zum Beginn des Baues das Terrain der Regierung zur Verfügung gestellt, die dort die Zelte für das hier vorübergehend stationierte Militär aufgeschlagen hat. Die Generalversammlung des hiesigen Gymnasiums wird, wie jetzt mitgeteilt wird, am 7. Juli eröffnet. Safed, Mitte Juni. Der Gouverneur von Akko hat Herrn Sender Trobiz von hier zum Vertreter der hiesigen jüdischen Gemeinde heim Medschliss Idarah ernannt. Nr. 20 Aus den Kolonien Peihach-Thikwahe Seit dem Monat Elul des vorigen Jahres haben sich hier ca. 300 Jemeniten niedergelassen. Die ganze Arbeit, die mit einer solchen großen Einwanderung verbunden ist, wurde hauptsächlich vom Palästinaarnt in Jaffa geleistet, das dabei von dem „Hapoel Hazair" sowie von der hiesigen Arbeiterschaft und Jugend unterstützt wurde. Die Kolonisten selbst bekundeten ihr Interesse bloß durch Bewilligung eines Zuschusses von 1500 Frs. für einen Bauplatz, sowie durch Gewährung unentgeltlicher medizinischer Hilfe. Jetzt soll es anders werden. In einer Generalversammlung der Kolonie wurde eine Kommission von fünf Kolonisten gewählt, die sich mit den Angelegenheiten der Jemeniten befassen soll. Diese Kommission hat sich bereits konstituiert, und in der ersten Sitzung eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt. Wir haben ,a,uch hier, iwohl ztum erstenmal, einen! S c h e k e 1t a g abgehalten. Herr F e 1 d m a n n .aus Jaffa betonte in. seinem Referate die Notwendigkeit einer energischeren zionistischen Betätigung in Palästina. Die Schekelsammlung in unserer Kolonie nimmt einen befriedigenden Verlauf. Die Anlage des Bewässerungswerkes, an dessen Spitze Herr Bezalel Joffe aus Jaffa steht, schreitet vorwärts. Man hat bereits eine Anzahl Maschinen aufgestellt. Sichron-Jakob. Unter der hiesigen Jugend ist das Interesse für allgemeine Angelegenheiten rege geworden. Die jungen Leute kommen an den Sabbatabenden zusammen, um Vorträge der hiesigen Lehrer, sowie anderer Personen (Dr. Joffe, Aronsohn usw.) anzuhören. Die Nachrichten hiesiger Kolonistensöhne, die ausgewandert sind, lauten meist recht traurig. Das hat die heranwachsende Jugend in ihrem Entschluß, im Lande zu bleiben und sich hier arbeitsfreudig ihr Schicksal zu schmieden, bestärkt. Die hiesigen Lehrer, besonders „Chacham S c h a p i r a", machen sich auch um die Niederlassung der Jemeniten sehr verdient. Bis jetzt sind hier ca. 150 Jemeniten eingetroffen, und sie haben alle Beschäftigung. Die hiesige Loge der Bnei-Brith hat für einen größeren Betrag Weizen gleich nach der Ernte gekauft, den sie dann je nach Bedarf den jemenitischen Familien zum Kostenpreis zur Verfügung stellt, so daß sie von der in der Regel nachher eintretenden Teuerung nicht zu leiden haben werden. Ekron. Die Ernte des Wintergetreides ist bei uns sehr gut ausgefallen. Dank den Bemühungen des Chachambasch aus Jaffa hatten wir auch bezüglich des Oscher in diesen Jahre weniger als früher zu leiden. Der neue Apotheker Gurjon hat hier einen Turnvereii von 60 Mitgliedern gegründet, der auch den Nachtdienst be Kranken auf sich genommen hat. Rechoboth. Unsere Kolonie hat durch das Ableben de: Jizchak Gorode jsky, eines sehr angesehenen Kolonisten, einen großen Verlust erlitten. Gorodejsky hat sich eifrk um den Absatz der Trauben in Jaffa und Jerusalem bemüht Seine Söhne nehmen ebenfalls regen Anteil an allgemeiner Angelegenheiten. Von der galiläischen Kolonie „Poriah" Vor etwas mehr als einem Jahre erwarb der Verein „Agudath-Achwah" in St. Louis (Nordamerika) ein Grund stück in Untergaliläa und gründete darauf eine neue Kolonie die den Namen „Poriah" (Die Fruchtbare) erhielt. Zum landwirtschaftlichen Leiter der neuen Siedlung wurde Herr 1 s raelit, ein Kolonistensohn aus Rechoboth, bestellt. Im Gegensatz zu den meisten anderen jüdischen Kolonien Galiläas, in denen der Getreidebau vorherrscht, ist Poriah vorzugsweise Pflanzungskolonie. Bis jetzt sind 400 Dunam mit blE3^[ELT

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