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Die Welt · 1912-07-19 · 29 (19.7.1912) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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874 DIEEäKELT; Nr. 29 weisen eine größere Zahl Höhlenkammern auf (frühere Gräber?), die teils als Wohnung, teils als Vorratsschuppen für Getreide und Mehl benutzt werden. Auf einem Gipfelplateau, unter der Ruine, liegt ein kleines Dörfchen. Die Leute, Fellachen, erwiesen sich freundlich und mitteilsam. vor uns, als ob es in höchstens 2 Stunden erreichbar wäre, und das Tote Meer glänzte so nahe vor uns, daß man hätte glauben können, in einer Stunde an seinem Strande zu stehen. Und doch brauchten wir allein zum Abstieg bis zum Rande des Ghors fast zwei Stunden, von B B E B B Hl [e| [h] fal [b B B B B B B B B H H Amman, Amphitheater Der Weiterweg ging hinauf zu den Ruinen von Arak el-Emir (ca. 450 m), die für Nichtarchäologen einen Besuch kaum lohnen, und erklomm. eine Paßhöhe (ca. 500 m), von welcher aus sich eine ungehinderte Schau auf das Jordantal, das Tote Meer und die Berge vor Judäa und Samaria bot, eine Prachtschau, die allein den Weg hierher wert ist! Das Jordantal erschien als grüne Ebene, in welcher die von Waldvegetation umsäumten Flußläufe des Jordan und seiner Nebenflüsse als schwarze Adern sich abhoben. Auch Jericho war deutlich zu sehen; seine Gärten hoben sich schwarz gegen das helle Grün der Umgebung ab. Das Tote Meer lag friedlich im Sonnenglast, wie ein Alpensee inmitten hoher Bergwände. Was überraschend wirkt, ist die außerordentliche Klarheit und Durchsichtigkeit der Luft, vermöge welcher einem alles im Gesichtsfelde befindliche mehr als noch einmal so nahe erscheint, als es in Wirklichkeit entfernt liegt. Jericho lag so nahe Typische Hütten der Eingeborenen zu Jericho dort an den Jordan wiederum zwei Stunden, und nach Jericho noch über eine Stunde, im ganzen also über fünf Stunden. In den trockenen Wadis, durch welche wir weglos auf waghalsige Art über die felsigen Hänge abstiegen, prangte eine an Buntheit und Mannigfaltigkeit immer mehr zunehmende halbtropische Blumen- und Strauchwildnis. Bei Teil Nimrin, das bereits gegen 230 m unter dem Meeresspiegel li^gt, erreichten wir den Rand des Ghors und ritten in südwestlicher Richtung auf eine Furt des Nimrinbaches zu, um hier unseren brennenden Durst zu stillen. Das Wasser war lauwarm und schlammig, floß aber schnell und war auf beiden Seiten von dichtem Strauch- und Baumwuchs umschlossen. Alsdann ging es über ebene Mergelflächen und Sand, in welchem eine völlig fremdartige Vegetation gedeiht. Ganz besonders fällt der krautartige, über zwei Meter hohe Sodomsapfel auf, der Blüte und Früchte beieinander zeigte. Die Früchte hatten eben (Ende Juli) Apfelsinengröße, waren grün und saßen prall an den Zweigen. Sie fühlen sich jedoch gan? weich an und sondern beim Zerdrücken einen milchigen Saft ab. Wie man mir erzählte, schrumpfen die Früchte bei der Reife zusammen und enthalten dann ein seidigem Gespinst, das die Eingeborenen zum Füllen ihren Kissei benutzen. Der Boden, über den wir ritten, leuchtete ii allen möglichen Farben, ganze Strecken hatten auch einei bleiartigen Glanz, der täuschend wie auf den Boden gefallener Regen aussah. Das Einzigartigste aber ist di< Oberflächengestaltung des hier fast zwei Stunden breites Ostjordanufers. Das Land fällt nämlich in breiten Terrassei vom Rande des Ghors zum Jordan und Toten Meere hi> ab. Die Terrassen, es sind ihrer drei oder vier, sind wenu geneigt, brechen aber in außerordentlich steilen und durcl Erosionsfurchen zerklüfteten Rändern, die wohl an 30 bi^ 50 m hoch sind, zur nächst tieferen Terrasse ab. Da Jordanbett selbst liegt in dieser Gegend etwa 360—370 n>

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