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Die Welt · 1912-07-19 · 29 (19.7.1912) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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schauderhaftes Pflaster, und die Wege sind von tiefeingeschnittenen Wagenspuren zerrissen. Die Gärten und Felder zeugen von dem Fleiß der Bewohner, und ihr gegen mich, den Fremdling, an den Tag gelegtes artiges Benehmen stellte sich in Widerspruch mit den Schauermärchen, die man sich in Jerusalem und anderwärts von den Tscherkessen erzählt. Der Eintritt in ein Gehöft wurde mir niemals verweigert, im Gegenteil, die Leute begrüßten mich und wiesen die Hunde, die mich ankläfften, zur Ruhe. Junge Männer und Burschen begleiteten mich im Gassenlabyrinth von Amman überallhin auf der Suche nach den teilweise versteckt liegenden Ruinen, erkletterten mit mir die Berghänge und Dächer der Häuser und zeigten sich darin immer unermüdlich. Von Bettelei oder Unartigkeiten und Belästigungen keine Spur! dem Wädi esch Schita trennt. Große Strecken des ca. 1000 m hoch gelegenen Landes waren kilometerweit mit Getreide bebaut, das man eben abgeerntet und in großen Schütten auf den Feldern aufgestapelt hatte. Die Höhe der einzelnen Schütten und die Tatsache, daß sie eng beieinander standen, gaben hinreichendes Zeugnis von der Fruchtbarkeit des alten Stammlandcs der Ammoniter. Die Tscherkessen waren fleißig dabei, das Getreide zu entkörnen, und zwar verfuhr man dabei ähnlich wie ich es im Libanon und in Griechenland gesehen habe. Man spannte zwei oder drei Tiere vor eine Holzpritsche mit Schlittenkufen, stellte sich auf diese Pritsche und jagte die Tiere im aufgeschütteten Getreide herum. Die Ochsenkarren, denen ich begegnete, waren teils zwei-, teils vierrädrig, hatten aber durchweg Holzscheiben als Räder. Nach Zurücklegung weniger Kilometer senkte sich der Petra, Pharaos Schloß Die Ruinen des alten Rabbath Ammon sind verhältlismäßig noch bedeutend, aber vielfach sehr unter Schutt md Trümmern begraben. Ganz besonders das prächtige )deon, an dessen Wänden man noch manchen schönen >kulpturenrest sieht, erstickt fast unter seinen eigenen ■Vümmern. Auch das sehr große, in einen Berghang?ineingearbeitete Amphitheater ist teilweise unter Schutt begraben, über den sogar Pfade führen. Einige kleine fäuschen sind in die Terrassen des Theaters hineinrebaut. Sehr interessant sind auch einige Ruinen am $ache, so z. B. die wunderschöne Idylle der reich umchatteten römischen Brüdke und die prächtige Turmruine im nördlichen Ufer des Baches. Hoch über dem Orte, iuf demselben Bachufer, thront die Zitadelle. Schön ist luch die melancholische Gruppe von Säulen, die am Fuße les Amphitheaters auf ödem Plan beisammensteht und von der längst entschwundenen Pracht der alten Kulturstätte zeugt, auf der heut ein Völkchen seine Hütten gebaut iiat, das für Geschichte und Kunst ebenso wenig Sinn zeigt, wie es Wissen besitzt. Das heutige Tscherkessenortchen mag 900 bis 1000 Bewohner haben. Den Weg nach Jericho nahm ich über Arak el-Emir, dessen Ruinen ich kennen lernen wollte. Gleich hinter den Mauern von Amman steigt der Weg steil zu dem wellenförmigen Hochlande hinauf, welches Amman von Weg schroff ins Wadi esch Schita (Regental). Seine Hänge sind nur mäßig hoch, aber steil und auf das schönste mit lichtstehendem Bestände von halbhohen, immergrünen Bäumen bedeckt. Größere Bäume standen in der Tiefe und vereinzelt an den Hängen, von denen eine ganze Anzahl starker Quellen herunter zum reichlich wasserführenden Bach des Tales plätscherten. Hohe Disteln, Gräser und viel Gesträuch halfen das Tal verschönern, und interessante Ruinen zeugten von der Wichtigkeit des Tales in alten Zeiten. Menschliche Behausungen traf ich nur wenige. Es waren dies meist Wassermühlen, die von den am Berghange entspringenden bachstarken Quellen getrieben wurden. Vom Wadi esch Schita kamen wir in das größere Wadi es Sir, wo wir nach stark dreistündigem Ritt (von Amman aus) in dem großen Bergkolosseum Arak eJ-Emir anlangten. Inmitten desselben ragte eine Bergmasse auf, die nur an ihrer nordwestlichen Seite mit den sie umringenden Berghöhen zusammenhängt, Ihr Gipfelplateau trägt die heut wenig ansehnlichen Reste einer alten, von Hyrkan zur Seleukidenzeit (ca. 180 vor Chr.) erbauten gewaltigen Burg, von der heute leider nur ein wüstes Durcheinander von Trümmern übrig ist. Die östlichen sehr imponierenden und fast senkrechten Lehnen der Bergumrahmung, an welcher eine starke Quelle entspringt,

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