Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 29 (19.7.1912)
- Date
- 1912-07-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
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870 DIE^ELT Nr. 29 forderlichenfalls erst vorher besonders bestellt werden! von Damaskus) gelegen, verausgabt werden. Darüber Wer also die Hedschasbahn bereisen will, und es ist hinaus, also nach Medina (1320 km) oder Mekka dies in der Tat eine wegen des mannigfach Interessanten, (1800 km) die Bahn zu benutzen, ist lediglich Privileg der das sich an ihr und in ihrer Nähe vorfindet, eine höchst Mohammedaner! Ma'an, Hauptstraße besuchenswerte Bahnstrecke, der beachte das hier Gesagte, wenn er europäischen Komfort nicht entbehren will. Erwähnenswert ist auch, daß an Nichtmuslims Billetts überhaupt nur bis El Ula, einer prächtigen Oase, südlich von der nabatäischen Gräberstadt Meda in Salih (950 km Beduine aus EI Dji bei Petra Anastasio, der arme Kerl, der von seinem knausrigen Herrn pro Monat sage und schreibe drei Francs Lohn bekam, trug mir, erfreut über das Trinkgeld, das ich ihm spendete, das Gepäck in den Wagen und meinte, ich solle mich doch neben den Landrat von Ma'an plazieren. Dieser, ein noch sehr junger Mann, war tatsächlich Mitpassagier. Er fuhr nach Konstantinopel, und es war rührend anzusehen, wie die alten Beamten von Ma'an, die ich dortselbst im Regierungsbureau kennen gelernt hatte, sich von ihm unter vielen Bücklingen und mit den Bitten verabschiedeten, er möchte doch in Konstantinopel sich ftir/sie verwenden! Ja wahrlich, Ma'an mag für diejenigen Türken, die andere Orte, wie z. B. Konstantinopel, Damaskus oder Beirut kennen, ein hartes Exil bedeuten! Keine Zerstreuung, keine rauschenden, von Bäumen beschatteten Wasser, nichts als eine erbärmliche Kaffeespelunke, alias Lehmbude! Man hatte dem Herrn Landrat einen Korb mit allerlei Eßvorräten vollgepackt, und zwischen seinen wenigen Koffern und seinem Proviantkorb saß er nun in einer Fensterecke und träumte — vielleicht von der besseren Zukunft. Ich hatte die gegenüberliegende in Beschlag gelegt und mich ähnlich wie er gegen schmierige Nachbarn verbarrikadiert. Upd so fuhren wir denn gegen fünf Uhr nachmittags itf^die Wüste hinein, nordwärts! Freude schwellte das He¥z, und noch einmal so gern betrachtete ich die Wüsie, da ich. von ihr schied. Unterwegs hielt plötzlich der Zug über einer eingestürzten und not dürftig durch Bohlen geschützten kleinen Brücke. De wir mitten im Hochsommer lebten, also schon Monak lang keine verheerenden Regengüsse gefallen waren, sc konnte ich nur annehmen, daß Beduinen hier die Strecke zerstört haben könnten. Die Mitfahrenden wußten mii nichts zu sagen. Auf einigen flachen Lowries war Kies mitgenommen worden, und die hier mit der Wiederherstellung der Brücke und des Bahndammes beschäftigten