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Die Welt · 1912-06-28 · 26 (28.6.1912) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
26 (28.6.1912)
Date
1912-06-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dem Fonds sind bereits folgende Beträge zugeflossen: Reinerträgnis des Gartenfestes („Emunah", Hebroniah", „Zephirah") in Czernowitz 1911 - Kr. 742.— Reinerträgnis d. Sommerfestes in Kimpolung (U)ll) „ 450. - Sammlung Dorna-Watra ......... „ 52.— Dr. Schützer (Zastawna)......... „ 10.82 Prof. Dr. L. Kellner......... . „ 20.— Joh. Kremenezky, Wien......... „ 100.—- Sammlung in Novosielitza ........ „ 100.— Sammlung Kellner-Kremenezky....... „ 300.— S. Edelstein........... . . „ 100 —?? ' Kr. 1874.82 Sonntag, den 16. v. M., veranstaltete die jüd.-nat. akad. Verbindung „Zephirah" im städtischen Volksgarten von Czernowitz ein großes Sommerfest zu gunsten der Bukowinaer Kolonie (und des hiesigen „Jüdischen Waisenhauses"). Vom Reinerträgnis lieferte die genannte Verbindung dem Fonds der Bukowinaer Kolonie den ^beträchtlichen Betrag von 500 Kr. ib, so daß der Fonds nun über eine Summe von 2374.82 Kr. verfügt. Für die nächste Zeit dürften in der Provinz zugunsten dieses Fonds weitere Veranstaltungen in Aussicht genommen werden. England Manchester. Am 17. und IS. Juni fand in Manchester rme Palästina-Ausstellung zur Unterstützung der Bezalel-Schule iiiici der Evelina de Rothschild-Mädchenschule statt, welche von Professor Boris Schatz eröffnet wurde. Vorsitzender war Mr. L. Kietz. Am 15. Juni hielt Dr. C. Weitzmann den zweiten Vortrag seines Zyklus über „Die Zukunft der Juden". Der letzte Vortrag fand am 22. Juni; statt. Am 16. Juni fand eine Generalversammlung des Modin e a c o n des Order of Ancient Maccabaeans statt, bei welcher 1 Dr. S. Dan zig er und Br. S. Harris sprachen und ( neue Mitglieder aufgenommen wurden. - Zwecks Ein- Ltzung neuer Beamter hielt der Mount Lebanon Bca- ■on, No. 3, dessen Mitgliederzahl jetzt 175 beträgt, eine Versammlung ab. Der Mount Horeb Beacon, No. 9, ist in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen worden. Leeds. Der Reinertrag des jährlich stattfindenden Balles der Ladies' Zionist League betrug 220 M., wovon 200 M. lern Nationalfonds zur Eintragung von Dr. Herzls Mutter in das Goldene Buch überwiesen wurden. Liverpool. Eine Komiteesitzung der Bezalel Association fand am 16. Juni unter dem Vorsitz von Mr. Bertram ß. Benas statt. Es wurde beschlossen, die Vorschläge von Professor Boris Sdhatz betreffs der Arbeit der Association /u befolgen. Mit Bedauern willigte man in den Rücktritt des bisherigen verdienstvollen Schatzmeisters, Mr. L. R a f f a - 1 o v i c h , an dessen Stelle Mr. A. M. U r d i n g ernannt wurde. Am 9. Juni fand in Liverpool die zweite Konferenz der zionistischen Frauenvereine unter dem Vorsitze von Mrs. S. I. Levy statt, wozu Delegierte aus Cardiff, Swansea, Dublin, Glasgow, N e w c a s 11 e , Leeds, Mansies t e r und Liverpool erschienen waren. Eine Botdiaft des E. A. C. wurde verlesen, in welcher auf die Beeutung der Frauenarbeit für die zionistische Bewegung und die ationale Sache hingewiesen wurde. Ueber die Propaganda-;itigkeit in den letzten 2\!-> Jahren, die eine recht ausgedehnte var, wurde Bericht erstattet. Es wurden mehrere neue Vereine gegründet, und die schon bestehenden vergrößert. Der Absatz der Schekolim hat gegen früher grolle Fortschritte gemacht, und auf dem letzten Kongreß in Basel konnten die zionistischen Frauenvereine Englands gebührend vertreten sein. Manchester wurde als Ort für das Bureau des Propaganda-Komitees beibehalten, und die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Mrs. S. I. Levy, Vorsitzende, Mrs. H. S. L e w i s , Schatzmeisterin, Miß Helena Weisberg, Schriftführerin. Die English Zionist Federation, welche den Joint Council in genügender Weise unterstützen wird, erhält Abgaben. Die Zweigvereine des Landes sollen ferner dein Propaganda-Komitee unterstellt sein, die Jugendvereine sollen von den Seniorvereinen geleitet und beaufsichtigt und die Bildung von neuen Vereinen möglichst gefördert werden. Nach der Konferenz veranstaltete die Ladies' Zionist Association zu Ehren von Prof. Schatz und der Delegierten einen Empfang. Vereinigte Staaten von Nordamerika New York. Vor der kürzlich gegründeten jüdischen Studentenvereinigung „Kadimah" der Yale-Universität sprach Dr. Magnes über das Thema „Der Akademiker und das Judentum'4 und verwies die anwesenden Studenten auf ihre Pflichten gegen ihr Volkstum. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. Bulgarien Der Gemeindekonflikt In der mehrfach behandelten Angelegenheit des Konfliktes zwischen den bulgarischen Zionisten und dem Großrabbincr Dr. Ehrenpreis sind uns folgende Erklärungen zugegangen: I. Die in der letzten Nummer der „Welt" mitgeteilte Zuschrift aus Bulgarien veranlaßt mich, Sie um die Veröffentlichung folgender Zeilen zu bitten: Gegenüber der gegen mich geführten Verleumdungskarnpagne muß ich mich auf die kurze Erklärung beschränken, daß es sich bei dem Konflikt zwischen der Zionistischen Landesorganisation und mir nicht um zionistische Grundsätze und Interessen, sondern um rein örtliche Gemeindefragen handelt, mit Bezug auf welche meine Anschauungen mit denen der Leiter der Landesorganisation nicht übereinstimmen. Ich muß für mich, als verantwortlichen öffentlichen Funktionär, das selbstverständliche Recht in Anspruch nehmen, die mir von den Kultusgemeinden Bulgariens anvertrauten Agenden (übrigens mir nicht allein, sondern einem neungliedrigen Konsistorium) nicht nach den Weisungen der Landesorganisation, sondern nach meiner eigenen Ueberzeugung zu verwalten. Die über meine Amtsführung in Ihrer Zuschrift mitgeteilten Tatsachen sind teils erfunden, teils entstellt Es ist unwahr, daß ich mich nach meinem Amtsantritte „auf die Seite der Notablen gestellt" habe. Ich war vielmehr bemüht, die vorhandenen Gegensätze zu mildern, wobei ich jedoch auf den Widerstand der Landesorganisation stieß, die trotz meiner Bemühungen von ihrer Kampfpolitik nicht lassen wollte. Diese in den Verhältnissen nicht begründete Kampfpolitik konnte ich nicht mitmachen, denn ich mißbillige sie: sie hat den Zionismus hier und in der europäischen Türkei ernstlich geschädigt und dort heftige Gegnerschaft provoziert, wo bei maßvollerer Taktik leicht Sympathie zu gewinnen wäre. Es ist unwahr und vollständig erfunden, daß ich mich „den Wünschen der bulgarischen Judenschaft nach Einberufung eines Gemeindekongresses widersetze". Dies beweist folgende Tatsache: Die einzig legitimen Vertreter der „Wünsche der bulgarischen Judenschaft" sind die auf Grund des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts gewählten und vom Kultusministerium bestätigten Kultusvorstände. Diese sind kürzlich (am 22. und 23. April a. St.) in Sofia zu einer Gemeindekonferenz zusammengetreten, die von sämtlichen 24 Kultusgemeinden des Königreiches beschickt wurde. Von diesen haben 20 Gemeinden sich in der Kongreßfrage mit mir und dem Konsistorium vollständig solidarisch erklärt, indem sie mir gleichzeitig gegenüber den Angriffen der letzten Zeit ihr ungeschmälertes Vertrauen ausdrückten. Gerade das Gegenteil ist wahr: Ich und das Konsistorium arbeiten, in voller Uebereinstimmung mit den Wünschen der bulgarischen Judenschaft, für die Einberufung eines Gemeinde kongresses (mit Delegierten der Gemeindevorstände), während die zionistische Landesorganisation, indem s i e sich „den Wünschen der bulgarischen Judenschaft widersetzt", die unbegründete Forderung aufstellt, einen Gemeindekongreß mit Ausschluß der Gemeinde vorstände einzuberufen, was von letzteren entschieden abgelehnt wird. Die Beschuldigung, als ob ich mich zuerst von den bulgarischen Zionisten habe wählen lassen, um nachher von ihnen abzurücken, ist in beiden Teilen erfunden. Erstens, ich bin im Jahre 1900 von einem Delegiertenkongreß der Gemeinden einstimmig zum Großrabbiner von Bulgarien gewählt worden, bei dem unter 40 anwesenden Delegierten bloß 4 der zionistischen Organisation angehörten. Auch ist es unwahr, daß ich für meine Kandidatur die Unterstützung des verewigten Herzl angerufen hätte. Zweitens: Ich war und bin allezeit bereit, die zionistische Arbeit der Landesorganisation mit meiner ganzen Kraft zu fördern; aber an einer lokalen Verhetzungsarbeit teil-

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