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Die Welt · 1912-06-21 · 25 (21.6.1912) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
25 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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752 DIEÄELT Nr. 25 Instrumente dazu hatte. So hat der Jüdische Nationalfonds mich auf diesem Gebiete ein Stück Pionierarbeit geleistet. Ein Baufonds für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem Die vom Zentralkomitee der galizischen Zionisten eingeleitete Sammlung für den Baufonds des Hebräischen Gymnasiums in Jerusalem hat bisher den Betrag von 14 000 Kronen eroeben. Die Sammlungen sollen fortgesetzt werden, bis die Höhe von 100 000 Kronen erreicht wird. Eröffnung eines judischen Krankenhauses in Safed In nächster Zeit wird das allgemeine jüdische Krankenhaus in Safed eröffnet. Als Oberarzt der Anstalt wird Herr 1 )r. H. J o f f e , bisher in der Kolonie Sichron-Jakob, fungieren. Außerdem ist Herr Dr. David als zweiter Arzt angestellt. Das Krankenhaus besitzt auch eine eigene Apotheke mit einem in Europa diplomierten jüdischen Apotheker. Spenden für die hebräische Mittelschule „Tachkemoni" in Jaffa Der bekannte jüdische Philanthrop Jacob H. Schiff hat durch Vermittlung des Berliner Kunstmalers Hennann Struck für den Baufonds der jaffaer Taschkemonischule 2000, Mark gespendet. Auf einem Bankett, das der Verband ,,Misrachi" Herrn Struck zu Ehren in New-York veranstaltete, wurden für den gleichen Zweck 1200,— Mark gesammelt. Von der hebräischen Presse in Jerusalem Die Jcrusalcmer hebräische Zeitung „H acheruth" (Die Freiheit), die bisher dreimal wöchentlich erschien, ist in eine Tageszeitung umgewandelt worden. Außer der „Hacheruth", deren Herausgeber ein spaniolischer Jude ist, erscheint in Jerusalem noch ein anderes hebräisches Tagblatt, „Haor" (Das Licht), herausgegeben von E. Ben-Jen uda, dem bekannten Verfasser des von Langenscheidt verlegten grollen hebräischen Wörterbuchs (Thesaurus Totius Hebraitatis). Daneben erscheinen in Jerusalem noch die beiden hebräischen Zeitungen ,,M o r i a h" (zweimal wöchentlich) und das Wochenblatt '„Haachdutli u (Einheit), Organ der jüdischen Arbeiterpartei ,,Poalei Zion". Vom Turnverein Bar Kochba Berlin. Einen schönen sportlichen Erfolg vermochte die Sportabteilimg des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba" am letzten Sonntag zu erringen. Nachdem es ihr im Vorjahre bei der erstmaligen Teilnahme an dem Stafettenlauf auf der Strecke Potsdam—Berlin gelungen war, unter 38 Mannschaften den 22. Platz zu belegen, zeugte der Erfolg ihres diesmaligen Startes von einem recht erheblichen Fortschritt, indem sie das Rennen als 17. unter 53 Mannschaften beendete. Somit vermochte sich die einzige jüdische Mannschaft — die übrigens durch den Magen David als Sportabzeichen kenntlich war — bei der starken Konkurrenz im ersten Drittel sämtlicher teilnehmenden Verbands-, Vereins- und Regimentsmannschaften zu halten. Die Aufgabe des Rennens ist die, eine in einer Kapsel enthaltene Urkunde durch Weitergabe von Mann zu Mann möglichst schnell von der Glienicker Brücke in Potsdam bis zum Bismarckdenkmal auf dem Königsplatz in Berlin zu befördern. Die Strecke beträgt etwa 25 km und es dürfen 50 Mann in beliebiger Aufstellung auf dem Wege verteilt werden. Es leuchtet ein, daß eine derartige Aufgabe an die organisatorische Befähigung der Vereinsleitungen und das Pflichtbewußtsein der einzelnen Läufer ganz außerordentliche Anforderungen stellt. Müssen doch die in Potsdam und Wannsee aufgestellten Teilnehmer bereits vor 5 Uhr morgens auf den Beinen sein. Es muß gesagt, werden, daß die Bar Kochbaner diese Probe aufs beste bestanden und sich damit den Dank der jüdischen Allgemeinheit verdient haben. Denn sie haben durch die sportliche Tat gegen eine jener Verleumdungen wirksam angekämpft, aus denen immer wieder verletzende Waffen gegen unsere Gemeinschaft geschmiedet werden: daß nämlich der Jude zu körperlichen Leistungen und zur Betätigung aller jener Mannestugenden der Unterordnung, Opferwilligkeit und Pünktlichkeit unfähig sei, die zu den Voraussetzungen eines jeden sportlichen Erfolges zählen. Unsere Sportsleute aber werden sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben, sondern durch eifriges Ueben die Bedingungen für einen noch schöneren Erfolg im kommenden Jahre zu schaffen suchen. Eine judische Emigrationskonferenz Mit Rücksicht darauf, daß die russischen Behörden die Tagung der geplanten jüdischen Emigrationskonferenz in einer russischen Stadt allem Anscheine nach nicht gestatten werden, beschloß die Petersburger jüdische Emigrationsgesellschaft in ihrer jüngsten Sitzung, die Konferenz für Ende des Sommers nach Krakau einzuberufen. Organisafion für hebr. Sprache und Kultur Bei den Besprechungen des deutschen Landeskomitees der hebräischen Organisation mit verschiedenen Mitgliedern und Gästen des Posener Zionistischen Delegiertentages wurde von Einzelpersonen aus der Provinz mehrfach der Wunsch geäußert, daß wir ihnen für die Ferienzeit hebräische Privatlehrer aus Palästina empfehlen möchten. Wir bitten daher diejenigen, die hebräischen Unterricht wünschen, sowie diejenigen Palästinenser, die hebräischen Unterricht erteilen wollen, uns gefl. bis zum 15. Juli davon schriftliche Mitteilung machen und die Bedingungen angeben zu wollen. Organisation für hebräische Sprache und Kultur, Berlin-Charlottenburg, K a n t s t r. Q3. □□□□□□ o -O FEUILLETON Ein neuer hebräischer Roman Von Dr. Hugo Bergmann, Prag Der Jude der Gegenwart, und insbesondere der Ostjude unserer Tage, hat noch nicht seinen Platz in der Literatur gefunden. Unsere Dichter, die Lyriker wie die Erzähler, blicken fast alle zurück in die ferne oder nahe Vergangenheit. Ob sie die Poesie des Chassidismus zu neuem Leben erwecken, ob sie die Tragödien des Beth-H amidrasch, die Tragikomödien des Marktes im Städtchen zum Stoffe wählen, — fast immer ist ihr Blick gebannt durch das Gestern und Ehedem, die o □□□□□□ )§ wenigsten wagen den Schritt aus der Vergangenheit in die heutige Zeit. Nun hat uns A. A. Kabak einen Roman geschenkt, der uns mitten in unsere Tage hineinführt und es unternimmt, das wirre Wogen dieser bewegten Zeiten künstlerisch zu meistern11). Das ist nun kein leichtes Ding. Wo ist die Harmonie in diesem Stimmengewirr, wo die Einheit in dieser Mannigfaltigkeit? Auch Kabak scheint keine zu sehen, und so glaubt er denn sein Problem nicht anders lösen zu können, als dadurch, daß er dieses jüdische Leben *) A. A. Kabak: Daniel S c h a f r a n o \v. Roman. Warschau, Verlag „Safrus". Rubel 1,20.

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