Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 25 (21.6.1912)
- Date
- 1912-06-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3315709-3316514-3316539--56140-3350008- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 25 751 einen Vortrag über „Die zionistische Lösung der Juden frage". Der Vortrag wurde von sämtlichen sechs Vereinen der Stadt veranstaltet. Nach dem Vortrag fand eine engere Besprechung von Gesinnungsgenossen, und hierauf eine freundschaftliche Zusammenkunft (Kommers) statt, hei welcher der Obmann des „Dorsche Zion", Dr. Josef Bierer, die Versicherung abgab, die weitere Arbeit in energischerer Weise betreiben zu wollen. ..... Dienstag, den 11. Juni verließ Dr. Korngrün die Bukowina. Wir hoffen, daß die Anstrengungen des E. A. C. und die Arbeit seines Sekretärs nicht umsonst gewesen sind. Die Bukowinaer Zionisten haben die befriedigende Ueberzeugung, daß die Zentralleitung ihre Pflicht und Schuldigkeit getan hat, und sich redlich Mühe gibt, ein wünschenswertes Verhältnis zwischen den einzelnen Gliedern der Organisation und der G e s a m torganisatio n herzustellen, — und die Bukowinaer Zionisten m ü s s e n und w e r - den jetzt das ihrige tun. Plenarversammlungen (Von unserem Berichterstatter.) Wien. Anläßlich der bevorstehenden politischen Konferenz hielten der „Jüdische Volks verein für die Leopoldstadt" und der „Jüdische National \' e r c i n für O e is t e r r e i c h " Plenarversammlungen ab, in denen die Wahlen der Delegierten vorgenommen und die einzelnen Punkte der Tagesordnung eingehend diskutiert wurden. Im „Volksverein" referierte Gg. Dr. Plaschkes, im „Jüdischen Nationalverein" Gg. Dr. Kadisch. In beiden Versammlungen wurde die Notwendigkeit einer einheitlichen, ganz Oesterreich umfassenden jüdischen Nationalpolitik hervorgehoben und seitens zahlreicher Redner gefordert, daß die organisatorische und taktische Einheit der jüdischen L,*mdespolitik herbeigeführt werde. Neue Palästinabilder Die Wiener „Jüdische Zeitung" bereitet Publikationen vor, die sich als Palästinapropaganda im vornehmsten und wirkungsvollsten Stile darstellen. Gg. Dr. Leo Kann, ein Amateur von anerkannt künstlerischen Qualitäten, hat nach vorher gefaßten Plänen das Land bereist, und eine große Zahl von photographischen Aufnahmen mitgebracht, die überraschend charakteristisch und von lebensvoller Schönheit sind. Es werden zunächst drei Albums in gediegener Ausstattung ediert, die das historische Erez Israel, das jung aufblühende Land und die zionistische Kulturarbeit in Palästina zum Gegenstande haben. Die besten Stücke wurden stark vergrößert, um in passender Umrahmung als Wandschmuck, sowie ~~ auf Glasplatten transparent kaschiert und in Metall gefaßt — als sinniger Fensterschmuck zu dienen. Auch zu Lichtbildervorträgen werden die Veranstalter die reichhaltige Sammlung verwerten. Das Unternehmen wird mit großer Sorgfalt vorbereitet und zweifellos sehr erfolgreich sein. England Joint Zionist Council Am 4. Juni fand in London eine Versammlung des Joint Zionist Council unter dem Vorsitze von Dr. S. A. Hirsch statt. Anwesend waren die Herren H. Bentwich, L. Keßler, B. Grad, Dr. Samuel Daiches, J. D. Jacobs, E. W. Rabbi nowi cz, L. Simon,. P. Goodman, S. A. Harris und S. Landman. Briefe vom Actions-Comite, welche die verschiedensten Punkte behandelten, wurden verlesen und besprochen, über die Frage der Reorganisation der National - Fonds - Kommission wurde verhandelt und folgende Resolution angenommen: „Mit Einwilligung der in dieser Versammlung anwesenden Vertreter des Order of Ancient Maccabaeans beschließt der Council die Reorganisation der Jewish National Fund Commissi on nach den von dem Präsidenten des J. N. F. der Versammlung vorgelegten Vorschlägen. Eine Kopie dieses Beschlusses soll an das Hauptbureau des J. N. F. in Köln gesandt werden.'4 Ueber die Einsetzung von vier Mitgliedern der neuen J. N. F. - Kommission und eines besoldeten Sekretärs wurde verhandelt, und ein kleines Komitee wurde ersucht, mit der neuen Kommission zusammen ein neues Bureau zu wählen und einen Sekretär zu engagieren. Auf Grund eines Briefes des A.C., der einen dringenden Aufruf für den Zentralfonds enthielt, wurde beschlossen, sämtliche Vereine zu ersuchen, öffentliche Versammlungen und Gedächtnisfeiern für Theodor Herzi am 7. Juli (einem Sonntag) mit Zentralfonds-Sammlungen zu veranstalten, wie es der Joint Council im Osten Londons an diesem Tage tun wird. Australien Auckland (Neuseeland). Am 14. April fand die Jahresversammlung der Auckland Zionist Society statt. Ein erhöhtes Interesse für die Bewegung machte sich als Ergebnis des von Mr. M, L. Genussow aus Südafrika gehaltenen Vortrages bemerkbar. Das Zirkular, welches das Versammlungskomitee vorlegte, wendet sich an jedes Mitglied der Gemeinde mit dem Appell, die Zwecke der Bewegung zu fördern. 40 neue Mitglieder traten dem Verein, bei. Es wurde beschlossen, den jährlichen Beitrag von 5 sh. auf 12 sh. zu erhöhen. Melbourne. Eine Versammlung der Victoria n Zionist L e a g u e fand am 7. April in Melbourne statt. Der Vorsitzende, Mr. U. R i c h a rdso n , führte aus, daß die Juden in Kanada und Südafrika bisher den Vorrang über die australischen Juden in der tatkräftigen Förderung der zionistischen Bewegung hatten, doch hoffe er, daß auch in Australien die Juden bald erwachen und mehr werktätiges Interesse an dem Fortschritt des Zionismus nehmen würden. Mr. Joseph L e v i machte den Vorschlag, eine Konferenz der League gemeinsam mit der L a d i e sr S o c i e t y einzuberufen, um über die Verschmelzung dieser beiden Vereine zu beraten. Dieser Vorschlag wurde angenommen. PALASTINA Brunnenbohrung im Herzlwald bei Jaffa Es ist bekannt, welche Rolle die Frage der Bewässerung der Pflanzen, namentlich im Süden, spielt. Die Verhältnisse in Hulda (bei Jaffa) lagen bis vor kurzem in dieser Hinsicht nicht günstig, da man auf die Benutzung eines arabischen Brunnens angewiesen war, den man mit arabischen Dörfern teilte und der in den Sommermonaten mitunter ganz versiegte oder nur eine trübe Jauche lieferte. Es kam noch hinzu, daß man bei diesem arabischen Brunnen genötigt war, das Wasser tonnenweise auf Wagen nach der Wirtschaft des Jüdischen Nationalfonds zu bringen. Um diesem Uebelstande zu begegnen, hat sich die Verwaltung entschlossen, einen eignen Brunnen zu graben, was aber auf diesem Boden durchaus keine leichte Sache ist. Der palästinensische Brunnenbohrer konnte nur bis zu einer Tiefe von 93 Metern vordringen und mußte dann die weiteren Bohrungen aufgeben, weil seine Instrumente versagten, nachdem die Bohrung bereits beträchtliche Kosten verursacht hatte. Eine amerikanische Gesellschaft hat es dann auf sich genommen, ein neues Bohrloch anzulegen und sich bereit erklärt, die ersten 93 Meter nicht zu berechnen. Dem amerikanischen Unternehmer gelang es nun, bis zu einer Tiefe von ISO Metern zu gelangen, wo Wasser gefunden wurde. Durch eigenen Druck ist dann das Wasser bis auf 100 Meter unter der Erdoberfläche gestiegen. Dieses Auffinden von Wasser ist eine befreiende Tat, da man jetzt bei dem Brunnen einen Motor mit Röhren aufstellen und so das Wasser leichter auf den Wirtschaftshof und die Gärten in Hulda wird leiten können. Bemerkenswert ist, daß dieser Brunnen von 180 Meter Tiefe der erste seiner Art in ganz Palästina ist. Bisher waren hier Bohrungen über 100 Meter unmöglich, weil man keine