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Die Welt · 1912-06-14 · 24 (14.6.1912) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
24 (14.6.1912)
Date
1912-06-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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m 722 DIEÄELT Nr. 24 Sonntag, den 2. Juni, war Dr. Korngrün in Suczawa, wo der akademische Verein „Tikwah", der Frauenverein „Ruth" und der bürgerliche Zionverein „Theodor Herzl" zusammen einen Vortrag über „Jüdische Kolonisation Palästinas" veranstalteten. Dr. Korngrün besprach die G e - schichte der palästinensischen Siedlungsarbeit und entwarf in seinem ausführlichen Vortrage ein anschauliches Bild von den gegenwärtigen Zuständen derselben. Da die Vorarbeiten zur Schaffung eines lokalen Arbeit s k o in i t e e s und zur Feststeilung eines Katasters der S u c z a w a e r Z i o n i s t e n bereits früher von den dortigen Gesinnungsgenossen in Angriff genommen wurden, blieb dem Sekretär nichts übrig, als weitere Anregungen für die sehr wichtige Kleinarbeit zu geben. Ganz besonders angenehm berührte die Tatsache, daß sich der a k a d e m isc he Verein „T i k w a h" verpflichtete, in den Hauptferien, Juli und August, für den Jüdischen Nationalfomds und die hebräische Schulgründung in den Ortschaften: Warna, Gura-Humora, Dorna-Watra, Dorna- Kandreny, I t z k a n y , H a t n a und Bossancze A g i t a t i o n s v e r s a m m 1 u n g e n mit eigenen, Rednern abzuhalten und die administrativen Kräfte zur Veranstaltung der Bezalel-Aussteilung in Dorna-Watra zur Verfügung zu stellen. In allen Städten wurde seitens des Sekretärs Herrn Dr. Korngrün mit besonderem Nachdruck die Aktualität der Schckelsammlungen betont, überall versprachen unsere Gesinnungsgenossen, bis zum 1. Ehrenpflicht Genüge zu leisten. Woche bis zum 8. Juni sind noch Reisen Korngrün nach Wiznitz, Czernowitz vorgesehen. In der nächsten Woche dürften Radautz/Sereth Kotz mann an die Reihe kommen. Es ist mit Sicherzu erwarten,, daß die Wirksamkeit des Dr. Korngrün in der Bukowina, für welche unsere Organisation der Zentral 1 e i t u n g Dank weiß, zur allgemeinen Zufriedenheit und zu einem Aufblühen des zionistischen Lebens führen wird. Ju des und und heit i dieser Für diese Herrn Dr. S a d a g o r a Friedrich Low s. A. die Persönlichkeit Friedrich Löws ir in der vorigen Nummer der „Welt" dessen Hinkurz gemeldet Ueber scheiden wi haben, wird uns geschrieben: Einer der ersten war er, die der Fahne Theodor Herzls folgten, und einer der treuesten, die unerschütterlich bei ihr ausharrten. Ganz besonders der mährisch-schlesische Distrikt hat Fritz Low vieles zu danken. Keine größere Tagung fand ohne ihn statt, und fast immer, wo er erschien, wählte ihn das Vertrauen seiner Gg. zum Vorsitzenden. Der interessante, scharfgeschnittene Kopf mit dem schneeweißen Haar und den funkelnden Augen fesselte von vornherein die Gemüter, und wo Friedrich Low in seiner impulsiv-temperamentvollen Sprache seinen Standpunkt vertrat, war er des Erfolges gewiß. In den stürmischen Sitzungen der westösterreichischen Landsmannschaft auf dem X. Baseier Kongresse und dem III. westösterreichischen Parteitage vom Dezember 1911 hat er durch sein Eingreifen mehr als einmal die fast hoffnungslose Situation gerettet; und so erklärt sich das sonderbare: Fritz Low, der Radikale, der kein Kompromiß kannte, war zugleich der Mann des Friedens, der immer wieder dem Gedanken von der Einheit der Partei zum Durchbruche half. Er war ein unbedingter Anhänger der zionistisch-innerpolitischen Richtung. Früher bekleidete er die Stelle des Vorsitzenden des mährisch-schlesischen Distriktes, und bis in die letzte Zeit war er Mitglied des westösterreichischen Zentralkomitees. Auch die jüdische Turnsache Mährens betrauert in Low ihren tatkräftigsten Förderer. An dem Leichenbegängnis, das am 4. Juni unter ungeheurer Beteiligung stattfand, nahmen Vertreter der zionistischen Behörden, der zionistischen Provinzvereine, der jüdisch-politischen Gemeinde von Proßnitz, der Kultusgemeinde und vieler anderer Körperschaften teil. Rabb. Dr. Goldschmidt - Proßnitz und der Obmann des mährisch-schlesischen Distriktskomitees, Rabb. Dr. Friedmann, betonten in ihren Nachrufen Löws Treue zum Judentume und zu unserem zionistischen Ideal. In gleichem Sinne sprach am offenen Grabe Dr. Gustav Zweig, Bürgermeister der jüdisch-politischen Gemeinde, der auch den allgemein menschlichen Vorzügen Löws gerecht wurde. Die Stiftung eines „Fritz Löw-Gartens" im Herzlwalde ist angeregt, und die Sammlung bereits eröffnet worden. O. L. England London. Zu dem Bericht, den wir in der vorigen Nummer über die sechste Convention des Order of Ancient Maccabaeans veröffentlichten, sei noch folgendes nachgetragen: Br. E. W. Rabin owiez und H. Klass legten den Kassenbericht vor, nach welchem die Aktiva um 16 500 M. bzw. um 3680 M. höher waren als die Passiva. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen: „Diese Convention spricht ihre Befriedigung über die Resultate des zehnten Zionistenkongresses aus und gelobt ferneres Vertrauen und Unterstützung dem Vorsitzenden Herrn Prof. O. Warburg und den Mitgliedern des E. A. C." „Jedes Mitglied des Ordens ist verpflichtet, während der nächsten zwei Jahre außer dem Schekelbeitrag noch eine bestimmte Summe jährlich für den Zentralfonds zu entrichten." „Diese Convention gibt ihrer Freude über die Anerkennung des Order of Ancient Maccabaeans als Sonderverband der zionistischen Organisation Ausdruck, und teilt mit, daß aus diesem Anlaß die sechste Convention in das Goldene Buch des Nationalfonds eingetragen wird." „Der Order wird gute Beziehungen zu dem Order „Sons of Zion" (New York), Order „Knights of Zion" (Chicago) und anderen jüdischen nationalen Orden pflegen." „Es werden Schritte eingeleitet werden zur Schaffung eines Fonds zum Ankauf von Land in Palästina, um eine Makkabäer- Kolonie zu errichten. Für diesen Zweck soll der Grand Council zusammen mit den Palestine Beacons einen Plan ausarbeiten. Diese Convention bestimmt die Summe von 2000 M. aus den zionistischen Reserven als Grundstock dieses Fonds." Während der Convention wurden ansehnliche Beträge für den jüdischen Nationalfonds und den Zentralfonds gesammelt. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: Br. Herbert B e n t w i c h , Vorsitzender; Br. Rev. Dr. J. Hochman stellvertretender Vorsitzender; Br. I. P. Torlowsky (Nottingham), Provinzialvertreter; Br. E. W. R a b i n o w i c z Schatzmeister und eine Anzahl weiterer Vorstandsmitglieder ohne spezielle Funktion. Zum Schluß fand ein vom Grand Council veranstaltetes Diner unter dem Vorsitze von Br. Herbert Bentwich statt. Liverpool. Am 2. Juni fand eine öffentliche Versammlung des Zionist Central Council statt, bei welcher Professor Boris Schatz eine Ansprache hielt. Arn gleichen Tage fand hier die zweite Konferenz der zionistischen Frauenvereine (Women Zionist Societies) statt, welche von der Präsidentin, Mrs. S. I. Levy, eröffnet wurde, und an welcher Delegierte aus Dublin, Glasgow, New Castle, Cardiff, Swansea, Leeds, Liverpool und Manchester teilnahmen. Liverpool. Am 3. und 4. Juni fand die Palästina-Ausstellung mit Bazar zugunsten der Kunstgewerbeschule Bezalel und der Evelina de Rothschild-Schule in Jerusalem statt. Mr. Herbert J. Davis stand an der Spitze des Ausschusses, der seine Aufgabe glänzend gelöst hatte. Eröffnet wurde die Ausstellung am 3. Juni durch Professor Boris Schatz, den Leiter der Bezalel-Schule. Er erklärte, daß die Entwicklung des Bezalel wieder gezeigt habe, was die Juden vollbringen können, wenn ihnen Gelegenheit zur freien Entfaltung ihrer schlummernden Fähigkeiten geboten wird. Was noch not tue, sei die Erlangung von Absatzgebieten für die im Bezalel hergestellten Produkte. In Holland, Deutschland und Rußland haben sie schon regelmäßige Abnehmer, und jetzt seien sie nach England, dem Land, dessen Bewohner stets ein reges Interesse für das heilige Land bekundet haben, gekommen, in der Hoffnung, daß das englische Volk, und namentlich die englischen Juden, den Absatz der Erzeugnisse fördern werden. Für den Redner wurde von Rev. I. Raffalovich ein Dankesvotum ausgebracht. Am 4. Juni fungierte Rev. S. Friedeberg als Vorsitzender und führte aus, daß die ausgestellten Gegenstände ein Zeichen für das Erwachen Palästinas zu werktätigem Leben sei^ das zwar erst beginne, dessen fernere gesunde Entwicklung aber gesichert sei, wenn die Bestrebungen der palästinensischen Bevölkerung Interesse und Unterstützung in Europa fänden. Der Redner lud schließlich Sir John Gray Hill,, den Präsidenten des Palestine Exploration Fund, und dessen Gattin ein, die Ausstellung an fiesem zweiten Tage zu eröffnen. Sir John Gray HH1 erklärte sich in seiner Eröffnungsrede als begeisterter Anhänger der landwirtschaftlichen und industriellen Kolonisation Palästinas durch die Juden. Hierauf brachte Mr. David Gabriel s e n ein Dankesvotum für Sir John Gray Hill aus.

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