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Die Welt · 1912-04-26 · 17 (26.4.1912) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
17 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
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auf dem Kontinent seilen möchten. Es ist selbstverständlich, daß die „jüdische*' Presse des East End von London ganz und gar zionistisch ist. Mr. Israel Cohens Vorträge Während seiner Anwesenheit in England sprach Mr. Israel Cohen (der englische Sekretär der zionistischen Organisation) in London, Manchester, Liverpool, Leeds und Glasgow über den „Gegenwärtigen Stand der zionistischen Bewegung'*. Mr. Cohens Reden waren von ganz besonderem Interesse und haben ihren Zweck wohl auch nicht verfehlt. Es wäre zu wünschen, daß auch ein Mitglied des E. A. C. die Möglichkeit finden würde, durch eine Redetournee die Arbeitsfreude der englischen Zionisten wieder herzustellen. Australien Sydney. Die monatliche Generalversammlung der Jewish Literarv and Debating Society fand am 21. Februar unter dem Vorsitz von Mr. A. S h a c k e 1 statt. Mr. S. Pechter hielt einen Vortrag über „Beobachtungen in Palästina und auf dem Zionistenkongreß". Herr Dr. Alexander Hausmann aus Lemberg in längerer Rede das Wirken der Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem. In Vertretung der Kultusgemeinde sprach Herr Dr. Pordes. Die Ausstellung blieb bis zum 21. d. M. geöffnet. Sie enthielt zum Teil ganz neue Erzeugnisse der Bezalelschule, die anderwärts noch nicht ausgestellt waren. Der Besuch der Ausstellung war sehr rege, und es sind auch zahlreiche Bestellungen auf die ausgestellten Objekte eingelaufen. Auch in anderen galizischen Städten sollen in den nächsten Wochen Bezalel-Ausstellungen stattfinden. Organisation der galizischen Kultusbeamten Sonntag, den 14. April, tagte in Lemberg eine Landesversammlung der jüdischen Schächter und Kultusbeamten Galiziens, an der ca. 40 Delegierte aus verschiedenen Städten Galiziens teilnahmen. Die Versammlung beschloß die Gründung einer Organisation der Schächter und Kultusbeamten, deren Hauptaufgabe die Wahrung der wirtschaftlichen und Standesinteressen der Schächter bilden soll. Es wurde ein Komitee zur Ausarbeitung der Statuten eingesetzt. > NACHRICHTEN °S Jüdische Emigranten unter den Opfern der „Titanic" Wie das Emigrationsbureati der lea in M o Ii i 1 e w mitteilt, befanden sich auf dem untergegangenen Dampfer „Titanic" zahlreiche jüdische Emigranten aus dem Gouvernement Mobilew, die wohl größtenteils den Tod in den Wellen gefunden haben. Generalversammlung des galizischen Hilfsvereins Wie n. Die diesjährige Generalversammlung des galizischen Hilfsvereins, bei welcher das zionistische Aktionskomitee durch Dr. Egon Z w e i g vertreten war, beschloß die Ausdehnung der Vereinstätigkeit auf die Buk o \v in a. In Anbetracht der überaus schwierigen Verhältnisse, unter denen der Verein arbeitet, muß der Rechenschaftsbericht als sehr befriedigend bezeichnet werden. Der Vertreter der Kultusgemeinde Wien, Herr Dr. Sam u e 1 y, drückte sein Bedauern darüber aus, daß die Beteiligung der gutsituierten, galizischen Juden noch sehr gering sei. Die zionistischen Kreise Oesterreichs begrüßen den „Hilfsverein für die galizischen Juden" als ein wichtiges Instrument der Selbsthilfe und bringen seinen Aktionen volles Verständnis entgegen. Hilfsverein der deutschen Juden Der Hilfsverein, der in diesen Tagen auf eine zehnjährige segensreiche Tätigkeit zurückblicken konnte, erläßt soeben einen Aufruf, den unsere Leser im Inseratenteil unseres Blattes finden. Organisation für hebr. Sprache und Kultur Die hiesige -Ortsgruppe der Organisation für hebräische Sprache und Kultur veranstaltet Montag, den 29. April, 9 Uhr, im Restaurant Logenheim, Friedrichstr. 131 c, eine Feier aus Anlaß des 50 jährigen Jubiläums der Hazephira, mit Vorträgen der Herren Schriftsteller J. Lin, Gonzar, Kabak, D. Schmanowit z u. a. Gäste sind herzlich willkommen. Bezalel-Ausstellungen in Galizien Am 14. April wurde in PrzemysI eine Ausstellung der Erzeugnisse der Kunstgewerbeschule Bezalel in Gegenwart des Vorstandes der jüdischen Kultusgemeinde und zahlreicher jüdischer und christlicher Notabein der Stadt eröffnet. Nach einer kurzen Ansprache des Oberrabbiners G. Schmelkes würdigte Die ausländischen Juden in Hessen Bei der letzten Volkszählung am 1. Dezember 1910 wurden im Großherzogtum Hessen 2502 ausländische Juden, 715 mehr als im Jahr 1905, gezählt, die fast ausschließlich in den größeren Städten lebten, so in Offenbach 1131, in Darmstadt 512 und in Mainz 3S0. Der Staatsangehörigkeit nach sind die ausländischen Juden hauptsächlich Russen (1606) und Oesterreicher (689). Bemerkenswert ist, daß seit der letzten Volkszählung irn Jahre 1905 besonders viele russische Juden in die Stadt Offenbach eingewandert sind, so daß deren Zahl von 330 auf 874 gestiegen ist. Dies rührt daher, daß die Polizei im benachbarten Frankfurt a. M. in den letzten Jahren viele russische Juden — nach dem Muster anderer preußischer Städte — ausgewiesen hat, während ihnen in Offenbach die Aufenthaltsbewilligung anstandslos gewährt wird. Dem Beruf nach sind die meisten russischen Juden in Offenbach Portefeuiller und Zigarettenarbeiter. Ein Sammelwerk über die Juden in Bulgarien Aus Anlaß des 25 jährigen Regierungsjubiläums Ferdinands 1., das im Oktober d. Js. festlich begangen werden soll, plant die Judenheit Bulgariens die Herausgabe eines großangelegten Werkes in bulgarischer Sprache, das in Monographien die Geschichte und das Leben der Juden in Bulgarien behandeln wird. Mitarbeiter dieser Sammelschrift sind Großrabbiner Dr. Ehrenpreis, Rabbiner Dr. Rose n w a s s e r, Dr. med. Na von (Sophia), der Historiker Salomon Rosanis (Rustschuk), der Nationalökonom Peter G ab b e (Baltschik), Prof. E. Kohen (Philippopel) und viele andere. Bücherbesprechungen Die gesammelten Schriften von Mendele Mocher Sephorim Vor einiger Zeit erschien eine Gesamtausgabe von Mendel e s Werken in jüdischer Sprache; jetzt liegen seine gesammelten Schriften in drei Bänden hebräisch vor (herausgegeben vom Verlag „Moriah", Odessa). Und beide Ausgaben sind Originale. Keine von ihnen zeigt den Charakter einer Uebertragung oder Bearbeitung. Das bedeutet mehr als eine bloße sprachliche Virtuosität, sondern liegt im inneren Wesen von Mendeles Schöpfernatur, die das jüdische Leben in seiner Totalität erfaßt. Die Ghetto weit mit ihren äußeren Abnormitäten und ihren inneren Geisteskräften hat in Mendele ihren harmonischesten Darsteller gefunden. Das Kuriose bekommt bei ihm Sinn und Plastik, das Lächerliche wird von einem bitterernsten Unterton getragen, das Eigenartige erscheint als folgerichtige Selbstverständlichkeit. Wenn wir mit Mendele auf seinem armseligen Bücherwägelchen durch die stillen jüdischen Städtchen ziehen, so erscheinen uns diese

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