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Die Welt · 1912-04-26 · 17 (26.4.1912) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
17 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 17 DIE^qKELT 521 gottgesegneten Ortschaften als die Welt überhaupt. Kabzansk bildet den Mittelpunkt des Universums. Für die Kabzansker hat der liebe Gott Himmel und Erde geschaffen — und sie selbst sind so genügsam! Den Mond brauchen sie für „Kiddusch Levvranah", den Sonnenaufgang; zur Bestimmung der Zeit für das Morgengebet, den Sonnenuntergang — um; den Beginn des Sabbat festsetzen zu können. Und Sonne, Mond und Sterne erfüllen ihre Aufgabe redlich und lassen ihre guten Kabzansker Juden gewöhnlich nicht im Stich, — im schlimmsten Falle aber haben diese ihren „Luach", der ihnen über alle Schwierigjkeiten hinweghilft. Und so leben die Juden von Kabzansk seit undenklichen Zeiten — ohne recht zu wissen und viel zu fragen: wie und wovon. Und ist Kabzansk der Mittelpunkt des Weltalls, so ist der Schulhof das Zentrum von Kabzansk. Hier ist die Schule und das „Hekdesch" und das Badhaus; hier werden die Streitigkeiten über den Row und den Schochet und den Chasen ausgefochten. Hier hält auch Mendele mit seinem Wägelchen, um bald von der gesamten männlichen Judenschaft mit einem herzlichen „Scholem Aleichem!" begrüßt zu werden und in kurzer Zeit alle Neuigkeiten von Kabzansk zu erfahren. Und Mendele erzählt uns nun von all diesen Begebenheiten mit gemächlicher Ruhe, nicht als außenstehender Beobachter, sondern als Reb Mendele Mocher S e - phorim, der seine lieben Brüder mit Siddurim, Machsorim, Selichoth, Kinnoth und Techinnoth versieht und dabei seinem gepreßten Herzen Luft macht — schlicht, anspruchslos, ohne erkennbare Absicht, halb im Plauderton. Scheinbar unversehens aber erstehen da vor unseren Augen lebensvolle Bilder, scharf gezeichnet und bis ins kleinste Detail dargestellt. Hinter dem anspruchslosen Plauderton verbirgt sich die gottbegnadete Meisterschaft, die mit der Fülle des Stoffes und dem Reichtum an Entwürfen eine unübertreffliche Präzision in der Schilderung verbindet. Und so wächst aus dieser Kunst die Ghetto weit in ihrer Ganzheit und Echtheit hervor. Räumlich begrenzt ist diese Welt, sie steht gleichsam losgelöst von der ganzen Umgebung da, — zeitlich aber ragt sie weit hinaus. Jahrtausende münden in sie hinein. Eine Kette von hundert Generationen wird in ihr fortgesetzt. In Mendcles Gestalten leben urzeitliche Elemente. Wir erkennen den Strom, der, den Urquellen entströmend, den Gegenwartsalltag im Ghetto befruchtet. Und deshalb existiert für Mendele auch nicht der Gegensatz zwischen Jargon und Hebräisch. Die Totalität des jüdischen Lebens erfassend, gibt er beiden neue Form und Gestaltung, und so ist er zum Schöpfer der literarisch-künstlerischen Moderne des jüdischen Volkes geworden. Berlin. Josef Li n. Schluß des redaktionellen Teiles Bei dem Unterzeichneten gingen ein durch die Föderation of Zionist Societies, Monireal (Sammlung der Frau Pevsner): Glace Bav, N. S. 8 130.—, Bnai Ubnoth Zion Kadimoh, Montreal "40.—, Bridgewater, N. S. 3.73, Clarks Harbor, N. S. 3.75 Frau Helena Borushak, St. Louis (Mo.): Bezalel- Louis 8 50.—. von Herrn Abraham Kornhäuser_ M. Wolpert, Kowno, zur Errichtung vom V Durch Verein, St. Ferner von Herrn Ateliers für ex maiori Kr. 50—, welche Herr Filip Geschwind in seiner Strafsache als Buße zahlte Kr. 10.—, Mitgliedsbeiträge von Moses Wurzel, B. Fett, Dr. Samuel Pilzer, Mayer Safier, Mendel Färber, Moses Kerner und Daniel Kerner je Kr. 5.—. Ferner gingen ein durch die Bezalel-Vereinigung (Herrn Johann Goldenberg), Bukarest: Mitgliedsbeiträge pro 1912 von: Verein „Avoidas Zion*' Lei 25.—, E. Bercovici, B. A. Bercovici, FL Bittner, H. Branisteanu, I. B. Brociner, Louis Fruchter, Abram Goldenberg, Johann Goldenberg, D. Haimovici, I. Haimovici, Regina I. Haimovici, P. Haimovici, 1. Louis Klinger, Dr. Lazarovici. Lola Lindenberg, Samuel Lindenberg, I. Luwisch, I. Neumann, Samy Poplien, B. Regenstreif, I. Rotcopf, I. Ch. Rosen, Jacob Rubin, I. Saphir, Dr. I. W. Steiner, Friedrich Schwarz, Dr. Abr. Stern, Maurice Stern, Dr. Sigmand, H. Zwecker, J. Zwiebel, M. L Zucker je Sigm. Schnirer, Adolf Schwarz, Lei 5.—. Bertrand Hamburg, Schatzmeister des „Bezalel'* Eingegangen bei der Administration der „Welt": Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: Per J N. F., Wien.............1.45 Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: Per J. N. F., Wien............-IL 102.55 Für die Kischinewer Waisen: Per J. N. F., Wien............Ji 4.05 Für den Bezalel: Mauricio F. Klabin und Frau, Sao Paulo.....//. 100.— Von deren Kindern Minna, Eugenia Liuza u. Enianuel .iL 20.— Für die Volksküche in Palästina: Mauricio F. Klabin und Frau.........M>. 41.-- Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per Jewish National Fund Bureau for Amerika, New York * 2.— Emaillierarbeitcn M. 1000. Jaslo Kr. 300.—, des neuen rein „Herbonia" in Bukarest, gesammelt durch Herrn ]. W. Steiner M. 1011,80. Für den Betriebsfonds: Simon Strauß, Kassel M. 15.—, Humanitätsverein „Moravia", Brünn Kr. 30.— Kaiserl. Rat Leopold Sachs Edler von Sachsenthal, Wien M. 250,—. Durch Herrn B. Fett, Debica: Gesammelt beim Abschiedsfest für Dr. Seiden und M. Goldfluß Kr. 6.—, Dr. Seiden erlegt Aufruf! Der Hilfsverein der Deutschen Juden hat sein zehntes Geschäftsjahr beendet. Seine Aufwendungen zum Besten der hilfsbedürftigen Glaubensgenossen betrugen während <lor kurzen Zeit rund 6 Millionen Mark. 4l/2 Millionen diivon wurden für das russische Hilfswerk und die Auswanderung: aus Kussland verwendet; 1V2 Mi IL für das Schul werk in den Balkanlänclom und dem Orient. .Fünfzehn- bis zwanzigtausend Auswanderern kommt unsere Fürsorge jährlich zugute. Fünfzig Erziehungsanstalten, darunter ein Lehrerseminar, eine Handelsrealschule, 1U Knaben- und Ii Mädchenschulen, 8 gemischte Schulen, U* Kindergärten werden von uns unterhalten oder subventioniert Diese Anstalten zählen tfäCO Zöglinge. In Haifa ist ein Technikum im Hau, das auf imsero Anregung errichtet wird und bei welchem wir hervorragend beteiligt sind. Die Baukosten werden eine Million Mark orfordern. Die russischen Katastrophen und ihre Folgen einerseits, der Aufbau eines systematischen Schulwerks andererseits, haben unsere Fonds nahezu erschöpft. Die! age unserer russischen Glaubensgenossen gestaltet sich von Tag zu Tag bedrohlicher, und die Aufrechtcrhaltung unserer Organisation ist somit eine unabweisbare Ptlicht. Wir richten deshalb ein* n dringenden Apoll an alle Glaubensgenoasen, uns die erforderlichen Mitlei zur Fortführung unserer Arbeit zur Verfügung zu stellen. Grosse Aufgaben verlangen grosse Opfer! Zeichnungen einmaliger und jährlicher Beiträge nahmen der imterzeicimete Vorsitzende, wie die Commerz- und Diskonto- Bank, Berlin W 8. Depositenkasse C, Charlottenstr. 47, entgegen. Hilfsverein der Deutschen Juden. Dr. James Simon, Tiergartenstr. 15 a, Vorsitzender. »<<<cc<<<cec^v<^<<<<^<<<<S^^#3>>>>>^:>>>>>>>^ KONFITÜREN S—i PACKUNG für Pralines, Katzenzungen, Mokkabohnen Ueberau zu haben SCHOKOLADEN M—N—V Milch Nuss Vanille Die Drei Neuen Edelschokoladen BERLIN Dresden 1911: Kgl. Sächs. S+aat9preis ■CK il u

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