Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 15 (12.4.1912)
- Date
- 1912-04-12
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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454 Kunstgewerbeschule „Bezalel", Jerusalem Wir beabsichtigen in den verschiedenen Städten und Badeplätzen Verkau fsniederlagen unserer Erzeugnisse zu errichten und ersuchen Detailgeschäfte und Restaurants, die zur Uebernahme von Verkaufsstellen bereit sind, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Bure a u des ,,B e z a I e \u Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/33. Hilfsverein der Deutschen Juden Die diesjährige Generalversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden, mit der das zehnte Jahr der Tätigkeit des Hilfsvereins zum Abschluß kommt, findet Sonntag, den 14. April, im Logenhaus der Logen U. O. B. B., Kleiststr. 10 (nicht, wie früher gemeldet, im Saal der Gesellschaft der Freunde, Potsdamer Straße M) statt. Herr Dr. James S i - m o n und Herr Dr. Nathan werden den Bericht für das Jahr 1911 erstatten und zugleich eine Uebersicht über die zehnjährige Wirksamkeit des Vereins geben. Misrachi-Korrespondenz Unter diesem Titel gibt das Zentralbureau der zionistischen Föderation ,,Misrachi" in Altona eine Halbmonatsschrift heraus, von der bisher zwei Nummern mit interessantem Inhalt erschienen sind. Späterhin soll die Misrachi-Korrespondenz eventuell in ein Wochenblatt umgewandelt werden. Die Mitteilungen des Zentralbureaus in den bisherigen zwei Nummern legen Zeugnis ab von dem regen zionistischen Leben, das in den einzelnen Gruppen herrscht. Insbesondere setzte in den letzten Wochen in Galizien eine lebhafte Agitations- und Organisationstätigkeit ein, hervorgerufen durch die Propagandareise des Herrn Rabbiners S c h u ß h e i m. Für den Organ isations- und Palästinafonds des „Misrachi44, sowie für die Tachkemonischule in Jaffa wird eine rege Sammeltätigkeit entfaltet. Hebräische Verlagsgesellschaft „Techija" Vor kurzem fand in Berlin eine Sitzung des Zentralkomitees der Organisation für hebräische Sprache und Kultur statt, an der auch die Herren Dr. E, W. T s c Ii I e u o w und A. Naiditsch aus Moskau teilnahmen. Einen Hauptgegenstand der Beratungen bildete die Gründung des großen jüdischen Verlagsunternehmens Techija4'4. Das Zustandekommen dieses Verlags ist nunmehr gesichert; er soll in nächster Zeit als G. m. b. H. konstituiert werden. Eine neue Auflage von Zollschans „Rassenproblem" Dieser Tage ist in Wien das bekannte Werk von Dr. J. Zo lisch an „Das Rassenproblem44 in dritter Auflage erschienen. Der Neuausgabe des Buches schickt der Autor ein längeres Vorwort voraus, in welchem er zunächst die gegenüber den früheren Auflagen vorgenommenen Aenderungen erwähnt. Besonderen Wert erhält dieses Vorwort aber durch eine auf breiter Basis aufgebaute Auseinandersetzung mit den Theorien, die Werner Sombart in seinem Buch „Die Juden und das Wirtschaftsleben44 entwickelt hat. Zollschan unternimmt hier den Versuch, in wissenschaftlich nüchterner Deduktion die Sombartsche Begründung der Wirkungsweise der Juden für den Welthandel aus ihren Rasseeigenschaften auf das berechtigte Maß zu reduzieren. Zollschans Werk ist wie kaum ein zweites zur Hebung des jüdischen Stammesbewußtseins geeignet und kann auch als wirksame Waffe gegenüber den fortgesetzten, verhüllten oder offenen Angriffen des sogenannten wissenschaftlichen Antisemitismus bestens empfohlen werden. Kein Pogrom in Bulgarien Aus Küstendil (Bulgarien) schreibt man uns: „Verschiedene österreichische und deutsche Tageszeitungen bracht-en Telegramme und Korrespondenzen aus Küstendil, wonach hier Ausschreitungen gegen die Juden stattgefunden hätten, wobei 200 Juden verwundet worden wären und dergleichen mehr. Ich kann Ihnen nun erfreulicherweise ver- [ELT Nr. 15 sichern, dan alle diese Nachrichten jeder tatsächlichen Grundlage entbehren. Hier hat sich nichts ereignet, was zu derartigen Berichten Anlaß geben konnte/' Nationalfonds-Jubiläum Aus Amerika wird uns geschrieben: Die rührige Organisation der österreichisch-ungarischen Zionisten in New York nimmt das 10jährige Bestehen des Nationalfonds zum Anlaß, um eine große Nationalfonds-Feier zu veranstalten. Aus dem reichhaltigen literarischen und musikalischen Programm heben wür hervor die Teilnahme einer Reihe von Schriftstellern und Dichtern wie Morris Rosenfeld, Rüben Br a i n i n, K o 11 - ler, L i p s k y , Redakteur G o 1 d b e rg" von „Dos Yiddische Folk" usw. Die Einnahmen dieses Abends, der alle Zionisten New Yorks vereinigen dürfte, sind ausschließlich für den Nationalfonds bestimmt. Es ist zu wünschen, daß dem Beispiel der New Yorker Zionisten die gesinnungsgenössischen Organisationen innerhalb und außerhalb Amerikas folgen. Jüdische Nationalfondskarten Unter die erfolgreichsten Propagandamittel des jüdischen Nationalfonds gehören zweifelsohne die von der Wiener Sammelstelle seit einem Jahre herausgegebenen künstlerisch ausgeführten Ansichtskarten, die nicht nur in zionistischen, sondern in allen jüdischen Kreisen sehr beliebt sind und stark verwendet werden. Der rührige Wiener Ansichtskarten-Verlag übermittelt uns die jüngst edierte neue Serie, die 62 Sujets umfaßt. Die Reproduktionen sind in Kunstkupferdruck auf feinem Karton ausgeführt und mit der geschmackvollen Vignette des jüdischen Nationalfonds geziert. Die Porträt-Serie umfaßt nebst den bekannten Bildnissen Herzls die mit Namenszeichnungen verseheneiv Porträts von W a r b u r g , Bodenh e i m e r , G 1 i c e n s t e i n , B i a I i k , ein sehr ausdrucksvolles Porträt Prot. Liebermanns, ein Porträt Strucks nach einer schwungvollen Radierung von Pasternak, ferner ein Selbstporträt * des im Vorjahre verstorbenen Meisters Israels nach einer Radierung von Struck, Porträts von Smolenskv, A c h a d - H a a m , Jeanette H e r z 1 , Woltfsohn, Schatz und viele a. m. Die Reproduktionen der im Besitze der Wiener Sammelstelle befindlichen Bilder „Herzl berät die Gründung der „Welt4' im Cafe Louvre, Wien14, das künstlerisch und getreu wiedergegebene Interieur des Arbeitszimmers Herzls im Kongreßbureau in Wien erinnern an die ersten Tage der zionistischen Organisation unter ihrem großen Führer. Sein Grabdenkmal arn Döblinger Friedhof ist nach einer stimmungsvollen Aufnahme im Bilde festgehalten. Wir erwähnen noch die Reproduktionen der Werke jüdischer Künstler, die stattliche Serie jüdisch-nationalen und zionistischen Inhalts und die vielfachen gelungenen Aufnahmen aus dem neuen jüdischen Leben in Palästina. Die Wiener Sammelsteile hat sich durch die Ausgabe der neuen Serie und durch die von ihr geleitete weite Verbreitung der Karten sehr verdient gemacht. Die rührige Tätigkeit verbürgt nicht allein eine ausgezeichnete Propagierung der zionistischen Sache, sondern auch eine wesentliche Stärkung des jüdischen Nationalfonds. Die zweite Palästina-Gesellschaftsreise des „Haint" Die Redaktion der hiesig-en Jargon/.eil ung „Haint" veranstaltet auch in diesem Jahre eine Gesellschaftsreise nach Palästina, an der 12 Abonnenten des Blattes, die zu diesem Zwecke ausgelost worden sind, völlig unentgeltlich teilnehmen werden. AuHerdem werden sich zahlreiche Palästinafreunde aus verschiedenen Städten Rußlands der Reisegesellschaft anschließen. Die Fahrt wird am 17. April d. j. angetreten, und zwar geht die Reise diesmal nicht wie im Vorjahr über Triest, sondern über Odessa und Konstantinopel. Die Gesellschaft wird die Städte Jaffa, Jerusalem, Hebron und die judäischen Kolonien, ferner Haifa, S a f e d , T i b e r i a s und die galiläischen Ackerbaukolonien besuchen. Für den 18. Ijar (Lag Baomer) ist der Besuch von Merön vorgesehen, um dort der Gedenkfeier (Hillula) für Rabbi Simeon bar Jochai beizuwohnen. Für streng rituelle Verpflegung der Rciseteilnehmer auf dem Schiff ist Vorsorge getroffen.