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Die Welt · 1912-10-18 · 42 (18.10.1912) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
42 (18.10.1912)
Date
1912-10-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 42 D1E3 Auch die Frage der Kandidaten ist noch nicht genügend geklärt. Ruchi el Halidi, der frühere Deputierte von Jerusalem, hat wieder seine Kandidatur aufgestellt und privat die Versicherung abgegeben, 'kein Gegner der Juden zu sein. Seine damaligen feindlichen Bemerkungen habe man, nach seiner Meinung, sehr übertrieben; in Wirklichkeit habe er viel gemäßigter als mancher jüdische Antizionist gesprochen. Aus den Städten Jerusalem, Ende September. Herr Ikuthiel M a n k e w i t z aus Wilna, der bei seinem jetzigen Aufenthalte in unserer Stadt bereits verschiedenes zur Hebung mancher Institutionen unternommen hat, beschäftigte sich in letzter Zeit mit der Reorganisation des Greisenheims Mosch ab Sekenim hame'uchad („Vereinigtes Greisenheim"). In einer Sitzung der Rabbiner und Nbtabeln, die au'f seine Veranlassung bei Rabbi Chaim Berlin einige Tage vor dessen Ableben stattgefunden hat, legte Mankewitz seine Vorschläge vor, die eine Verringerung der Ausgaben auf fast 30o.o, sowie eine Steigerung der Einnahmen bezweckten. Die Vorschläge wurden genehmigt, und er deponierte darauf zirka 10 000 Frs., die er in Rußland gesammelt hatte, als Fonds für die Anstalt. Außerdem stellte er der Anstalt aus eigenen Mitteln 2300 Frs. als Anleihe für die erforderlichen Reparaturen zur Verfügung. Anläßlich des Jörn Kippur waren hier auch die christlichen Banken geschlossen. In letzter Zeit haben hier im Beth-Am zwei interessante Vorträge stattgefunden: Elieser Ben-Jehudah sprach über „Jüdische Geschichte" und Ben-Zewi über. „Die Lage der Juden in der Türkei". Jaffa, Ende September. Am 11. Tischri fand hier im großen Saale des Hebräischen Gymnasiums die siebente Generalversammlung der Verlags-Gesellschaft „Koheleth" statt. Herr Disengoff, der derzeitige Vorsitzende der Gesellschaft, eröffnete die Versammlung, zu der sich zahlreiche Mitglieder eingefunden hatten, mit einer längeren Ansprache, in der er die Verdienste des seligen Elijahu Sapir um die Gesellschaft „Koheleth" hervorhob. Sapir war nicht bloß ein tätiges Komiteemitglied und die treibende Kraft der Gesellschaft, sondern er hat auch durch sein Buch „Ha'arez" (Das Land), sowie durch seine Arbeit an der Palästinakarte den Dank unserer Schulen verdient. Alle Anwesenden erhoben sich während dieser Ausführungen. Zum Schluß begrüßte Herr Disengoff die Schaffung des Feldstein- Institutes, das ähnliche Zwecke wie „Koheleth" verfolge. Hierauf erstattete Herr Papper den Tätigkeits- und Herr Dan i n den Finanzbericht. In letzter Zeit hat „Koheleth" außer dem bereits erwähnten Werke von Sapir noch ein großangelegtes Werk für den Anschauungsunterricht und für die Heimatskunde (26 Druckbogen) und ein gutes Buch über die Türkei veröffentlicht. Ueber beide letztgenannten Werke wird noch in der „Welt" berichtet werden. Demnächst wird ein Buch über Zoologie mit besonderer Berücksichtigung der Fauna Palästinas von Aharoni in Rechoboth erscheinen. „Koheleth" gewährte auch Herrn J. Till er eine Anleihe zur Herausgabe seiner hebräischen Grammatik und beteiligte sich mit 1000 Frs. bei der Gründung der Monatsschrift für die Jugend „Moledeth". — In den letzten zwei Jahren sind Anteilscheine ä 20 Frs. für ca. 5000 Frs. abgesetzt worden. In der Diskussion tadelten S c h e i n k i n und Eisenstadt das etwas zu langsam fortschreitende Arbeiten und machten Vorschläge bezüglich einer Erweiterung der Tätigkeit. Redakteur Ahrono witz spricht sich gegen diese Vorschläge aus, da „Koheleth" nur die bestimmte Aufgabe der [ELT - 1301 Schaffung von Lehr -und Lesebücher habe. Im Namen des New Yorker Vereins „Achiber", der relativ viel für „Koheleth" getan hat, spricht J. Feldmann und hebt hervor, daß „Koheleth" in letzter Zeit sehr gediegene Werke herausgegeben, die eben viel Zeit für ihre Abfassung in Anspruch nehmen. Sein Antrag, dem Komitee den Dank der Generalversammlung auszusprechen, wurde ohne Widerspruch angenommen. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Aus den Kolonien Gederah (Katra). Unsere Kolonisten sind mit der diesjährigen Ernte zufrieden. Sowohl der Körnerbau wie auch der Weinbau brachten einen Ertrag, der besser als durchschnittlich zu betrachten ist. Auch die Mandelernte war befriedigend und überstieg die der anderen Kolonien. Der Bau der Synagoge schreitet vorwärts. Wie es scheint, weiden die gesamten Baukosten mehr als 20 000 Frs. betragen, die durch Vermittlung des Herrn Dr. Tschlenow von Herrn Me'ir Genkin in Moskau getragen werden. Das obere Stockwerk wird als Synagoge dienen, während unten ein Beth-Am sowie ein Zimmer für unsere Bibliothek (vorläufig 1100 Bände) sich befinden wird. Sichron-Jakob. In unserer Kolonie hat sich ein Unglücksfall ereignet. Der Wächter Mose Teich glaubte Diebe bemerkt zu haben und machte sich auf, ihnen nachzuspüren, wobei er den geladenen Revolver fallen ließ, der an einem Stein aufschlug, wobei das Geschoß losging und Teich selbst in den Unterleib traf. Er wurde darauf in die Kolonie gebracht, wo Dr. Joffe sich um ihn bemühte. Nach 26 Stunden starb er. Mose Teich war ein Kind wohlhabender Eltern in Drohobycz. Vor 4 Jahren kam er nach Palästina, wo er sich bald als vorzüglicher Arbeiter bewährte. Wegen seines gutherzigen und freundlichen Wesens wurde er bald in unserer Kolonie allgemein beliebt, und die Verwaltung der 1. C. A. beabsichtigte, ihn als Kolonisten anzusiedeln. Sein früher tragischer Tod hat in unserer Kolonie die tiefste Teilnahme wachgerufen. Merchawja. Bis jetzt hat hier außer der Oppenheimerschen Siedlungsgesellschaft noch eine Arbeitsgenossenschaft bestanden, die das der P. L. D. C. gehörende Land bearbeitete und durchschnittlich ca. 40 Arbeiter beschäftigte. Da nun der größte Teil des Bodens in Merchawja schon von der Siedlungsgenossenschaft bearbeitet wird, soll die provisorische Arbeitergenossenschaft sich auflösen und an ihrer Stelle wird hier im nächsten Wirtschaftsjahre für die genannte Gesellschaft bloß eine Gruppe von 6 Landarbeitern tätig sein. Pethach-Thikwah. Hier wurde Dr. Entin aus Hebron als Kolonie-Arzt engagiert. Rischon-le-Zion. Unsere Kolonie hat sich im Verein mit der angrenzenden Kolonie Ness-Zionah als Beiladie (Munizipalität) gemäß den türkischen Gesetzen konstituiert. Rechoboth. Auch unsere Kolonie hat die Rechte einer Belladie erhalten. Hier wie in Rischon-le-Zion kam der Bewohnerschaft die große Zahl der Jemeniten, die sämtlich türkische Staatsbürger sind, zustatten. Schrifttum und Presse Soeben ist in Jaffa das zweite Sammelbuch „J e f e t h" , enthaltend Uebertragungen von Meisterwerken der Weltliteratur, erschienen. Als die gediegenste Arbeit der Sammlung wird allgemein J. Ch. Brenners Uebersetzung von Gerhart Hauptmanns „Einsame Menschen" angesehen. Wer die fein nuancierte Sprache Hauptmanns kennt, wird die Entwicklung der neuhebräischen Sprache zu würdigen wissen, in der jetzt mit Erfolg eine solche Arbeit durchgeführt werden kann. Brenner hat bereits im ersten Sammelbuch

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