Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 13-14 (29.3.1912)
- Date
- 1912-03-29
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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' i&fci r yw* üi 416 DlE3|?ELT Nr. 13 Spezifikation der in Nr. 11 der „Welt" ausgewiesenen Spenden aus Moskau: Einmalige Beiträge: Frs. 1000. . Jahresbeiträge: F. Münster AI. 300. , Sch. und J. "Persitz Frs. 200.* , Dr. Tschlenow Frs. 100.-Dr. M. Lescvnskv Frs. 100. , A. Tscherikower Frs. 100.—, S. Raskin Frs. 100.- , A. Schur Frs. 50.—, lng. L. Lew Frs. 50.—, Dr. M. Rosenthal Frs. 30. , Z. Kanei Frs. 5—. Eingang vom 12. bis 20. März 1012: Sch ekel: AI. 1388.41, Z i o n i s t i s c Ii e r Z e n t r a 1 f o n d s: , IL 828.28. Gesamteingang: Sch ekel: ,//'. 5044.11, Zionistischer Zentralf on d s (seit 1. JulMOll): AI. 19 031.74. Aus Canada ist uns die Ueberweisung von AL 1600.-- für Schekelgelder 5072 telegraphisch avisiert. Spendenliste für die auf den Namen Ussischkins und T s c h 1 e n o \v s anläßlich des dreißigjährigen Jubiläums ihrer nationalen Tätigkeit zu gründenden Gartenstädte in Palästina. I. A. Naiditsch, Moskau .... S. Epstein, Cholmy...... 1. Rosow, Petersburg..... H. Lewinsohn, Odessa..... Dr. J. Sapir. Odessa...... Jacob L wo witsch, Winnitza . . . J. Feldmann, Odessa..... I. Melamed, Rowno...... Ingenieur M. Bruk, Jekaterinoslawr Ch. Motoljanskv, Odessa .... B. Goldber?. Wilna...... S. Kolker, Kiew....... J. Weinblatt, Sosnitza..... A. Kaplan. Minsk....... A. Kruglv, Odessa...... S. Barbascli, Odessa..... H. Slatopolsky, Kiew..... E. Maharil, Odessa...... I. Persitz, Moskau...... Ingenieur Januschpolsky. Kiew . Ch Ettinger, Odessa..... M. Pines, Cherson...... M. üranowsky, Odessa..... Ingenieur S. Palei, Jekaterinnslaw Ch. Rosenthal, Odessa..... S. Berland, Kischinew..... Dr. H. Hionnelfarb, Odessa . . . Rechtsanwalt B. Gissin, Mohilew . B. Frank, Warschau..... I. Polonsky, Odessa...... Francs 2000 1000 RiTbel 300 200 100 100 10O 100 10O 100 200 100 100 100 1000 500 200 100 10O 100 £0 300 200 100 100 100 100 100 100 r»o Aufruf! ( I C S I II II e n o s s e n! Die jüdische Renaissancebewegung hat einen seltenen Gedenktag zu verzeichnen. Zum ersten Male feiern wir ein dreißigjähriges Jubiläum aktiver Regenerationsarbeit. Genau ein Alenschenalter ist vorüber, seitdem die historische Volksschnsucht nach der Wiederaufrichtung Zions moderne Formen als zielbewußtes Streben nach nationaler und politischer Wiedergeburt angenommen hat, und genau so lange ist es, seitdem zwei führende Persönlichkeiten der Bewegung auf die Arena traten, um seither unablässig und unermüdlich auf den exponiertesten Posten für die große Volkssache zu kämpfen und zu schaffen. Dreißig Jahre sind vorüber, seitdem Ussischkin und T s c h 1 e n o w , dieses einflußreiche Dioskurenpaar unserer nationalen Bewegung in Rußland, dij ganze Kraft und Energie ihrer reichen Persönlichkeiten in den Dienst der Renaissanceidee stellten. Pinskers stolze Losung von der Selbstbefreiung, L i 1 i e n b 1 u m s zündender Ruf nach nationaler Wiedergeburt des jüdischen Volkes im Lande seiner Väter,4" die auf die Edelsten unseres Volkes wie eine Offenbarung wirkten und eine neue Aera der jüdischen Geschichte einleiteten, fanden von der ersten Stunde an in den empfänglichen und reichveranlagten Jünglingen ihre hingebungsvollen und erfolgreichen Apostel, die sie jahrzehntelang von Sieg zu Sieg führten. Ussischkin und T s c h 1 e n o \v , das sind die markantesten Typen des neuen aktiven Juden, die dem Zeitalter ihren Stempel aufdrückten. Der eine mit der eisernen Willenskraft, dem unablässigen und unerschütterlichen Tatendrang, der andere mit der abgeklärten Milde und der weisen Unverdrossenheit; beide mit der Zielsicherheit und Unentwegtheit der großen Schaffenden — sie schienen wie von einem gütigen Geschick dazu vorbestimmt, in gegenseitiger harmonischer Ergänzung die komplexe, führende Persönlichkeit, deren die Zeit bedurfte, zu bilden und ihrem Volke die Fahne eines neuen Lebens durch den Sturm und Drang einer wogenden Uebergangszeit voranzutragen. Sie wußten stets, was sie wollten und was sie sollten. Ihnen haben wir nicht zuletzt die großen Errungenschaften zu verdanken, die nunmehr zum eisernen Fonds unserer Bewegung gehören: unsere Positionen in Palästina und die Vertiefung des zionistischen Gedankens. Sie waren es vornehmlich, die dem ursprünglich planlosen Tun der Chowewe- Zion Sinn und System verliehen, und sie waren es auch, die in unserer Gesamtbewegung die neue Richtung — die Richtung auf eine großzügige, von politischen Gesichtspunkten getragene planmäßige und zielbewußte Arbeit auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Palästina mit großem Eifer vertraten und durchsetzten. Zur harmonischen Synthese zwischen Chibbath-Zion und politischem Zionismus, die bereits Tatsache geworden ist^ haben nicht zuletzt die Bemühungen Ussischkins und Tschlenows beigetragen. Ihrem Einfluß ist es zu verdanken, daß die Chowewe-Zion dem Rufe Herzls folgten und sich der neuen großzügigen Bewegung anschlössen, und sie waren es auch, die in der Gesamtbewegung an der Spitze eines zahlreichen Anhangs die Grundlagen der Wiedergeburt: das nationalkulturelle Moment und das Palästinaprinzip, die von der einseitig politischen Richtung häufig übersehen, ja am Ende sogar gefährdet wurden, verfochten und schließlich zum Siege führten. Und wie sie in den inneren Fährnissen der Bewegung die verantwortlichsten Posten behaupteten, so boten sie auch allen äußeren Stürmen Trotz. Als zur Zeit der russischen Revolution in weiten Volkskreisen eine verhängnisvolle Zerrüttung und Verwirrung einriß und die Existenz der jüdischen Bewegung zu gefährden schien, da waren wieder einmal Ussischkin und Tschlenow am bedrohten Steuer. Sie sammelten die Stärksten und Besten um sich und die Bewegung ging wieder einmal von einer schweren Versuchung geläutert und bereichert hervor. Und heute, nach einem Menschenalter titanischer Arbeit, stehen sie vor uns im Vollbesitz ihrer ungeschwächten Kraft und Arbeitslust, jeden Augenblick bereit, in das geräuschvolle Räderwerk der Geschichte ihres Volkes schöpferisch einzugreifen. Wir aber wollen diese beiden Schaffenden, denen -wir so viel verdanken, anläßlich ihres Jubiläums, das zugleich einen hervorragenden Gedenktag der jüdischen Regenerationsbewegung bedeutet, unsere bescheidenen Huldigungen darbringen. Die unlängst abgehaltene Konferenz der russischen Chowewe-Zion faßte den Beschluß, zum Andenken an dieses Jubiläum dem Netzwerk der jüdischen Kolonisation in Palästina zwei neue Maschen an wichtigen Punkten anzufügen. In der Nähe größerer Städte mit zahlreicher jüdischer Bevölkerung sollen zwei kleine Gartenstädte gegründet werden, wo die junge Generation der palästinensischen Städter der produktiven Arbeit zugeführt werden und ihr Brot durch Garten- und Gemüsebau, Geflügelzucht, Milchwirtschaft usw. finden soll. Diese neuen Vorposten, die gleichzeitig einen wichtigen Versuch unserer allgemeinen Kolonisationsarbeit bedeuten, sollen die Namen der beiden Jubilare (,,Menachem'' und „Jechiel") führen und ewiges Denkmal der Dankbarkeit eines Volkes an seine besten Söhne darstellen. Der Kostenaufwand dieser beiden Siedlungen wird auf 50 000 Frs. veranschlagt. Hiervon wurden von den Initiatoren des Projektes sofort 12 000 Frs. zur Verfügung gestellt. Die den Unterzeichneten übertragene Werbe- und Sammeltätigkeit wird zurzeit in Rußland eifrig fortgeführt. Allein diese Arbeit soll und darf sich nicht auf Rußland beschränken. Ussischkin und Tschlenow gehören nicht bloß den Chowewe-Zion, nicht bloß den russischen Gesinnungsgenossen. Ihr Wirkungskreis reicht weit über die Grenzpfähle des Zarenreiches hinaus; sie sind führende Persönlichkeiten in unserer Gesamtbewegung. Wir richten also an alle Gesinnungsgenossen, die Ussischkin und Tschlenow für ihre unvergänglichen Verdienste um unsere große Volkssache Dank wissen, und die an der Entwicklung" des neuaufkeimenden Lebens in Palästina Interesse haben, den Aufruf, sich an der Schaffung der zwei