Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 13-14 (29.3.1912)
- Date
- 1912-03-29
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 DIEEäEELT 415 und eine harte Faust weckte sie jäh empor, daß sie auffuhr und erstaunt um sich sah. Sie waren an Ort und Stelle. Ein dunkler, kahler Wald ragte mit zahllosen Aesten in den Raum; es wehte eine feuchte Luft; es roch mach Erde und Moos und Baumrinde. Im Osten hatte es indessen zu tagen begonnen. Ein matter Schimmer spaltete die Himmelsdecke und lag wie eine ungeheure, anschwellende, erglühende Schlange am Horizont. Oprischan hielt die Frau am Arm gepackt und fragte leise: „Nun, wo sind sie?" Sie sah ihn an, sah sich dann um, wußte im Augenblick wieder, wo sie sich befand. War das nicht die Landstraße, die weit hinten als blasses breites Band am Wald vorüberzog? Vielleicht jetzt . . . vielleicht . . . „Nein!" antwortete sie dann, „die sind nicht hier, sondern weiter unten; dort ist der Wald wieder dichter." Oprischan sah sie erst durchbohrend an, dann riß er sie mit sich. Und wieder setzte sich alles in Bewegung — langsam, den Wald entlang. Es wurde immer heller. Die Bäume, die erst als eine einzige, schwarze Masse dagestanden hatten, traten Stamm um Stamm aus der Dunkelheit hervor, wie fabelhafte Wesen, die aus einer unterirdischen Welt kamen. Die Sterne erblaßten nach und nach, ein stark einsetzender Wind riß die Dämmerschleier, die sich in Büschen und Bäumen verfangen hatten, mit Gewalt los, blies sie empor, ließ sie zerflattern, zerrinnen. Der rosige Schein wuchs und wuchs, die Schlange hatte sich in ein purpurnes Meer umgewandelt, das den Himmel siegreich und freudig übergoß. Und plötzlich lag die ganze Erde da, mit kahlen Felsen und welken Wiesen und entblätterten Aesten, aber seltsam schön vorn Morgenrot durchflutet, überhaucht von der schauernden, seligen Ahnung des kommenden Frühlings. Da! War das nicht ein Trompetenstoß, ein wirklicher, freudiger? War das nicht Pferdegetrappel? Es klang und sang und tönte, der ganze Himmel und die ganze Erde schallten wieder von einem übermächtigen, siegestrunkenen Halleluja! Und um die Waldecke bogen im raschen Lauf, auf schnaubenden, wiehernden Pferden die Reiter, die Erlöser, in schier endloser Reihe. Indem der Schein des Morgens die schimmernden Lichtwellen um sie spielen ließ und die unter den Pferdehufen aufgewirbelten Staubwolken erglühen machte, da schien es der erlösten Frau, als seien es himmlische Seraphim, die auf heiligen Wolken dahinsclnvebten. Da hörte sie einen lauten Wutschrei. Oprischan stand vor ihr, wie ein rachedurstiger Teufel, und seine Augen schössen Pfeile des Hasses. „Ha, du altes Scheusal, du verfluchte Hexe, also das war dein Plan — das! — Ueberlistet — mich — mich!" Im nächsten Augenblicke hatte er ihr, seiner selbst nicht mächtig, den Dolch in den Nacken gestoßen, daß sie mit einem Seufzer zusammenbrach. Dann wandte er sich zur Flucht und ihm folgten die andern. Es war ein wildes Rennen und Schnaufen und Jagen über Stock und Stein. Die Erde dröhnte, der Himmel lachte, die Sonnenstrahlen spiegelten sich in achtlos hingeworfenen Sensen und Beilen und der Wald schleuderte seine morschen Aeste auf die Fliehenden. Auf der steinigen Erde, den Rücken gegen einen Baum Strunk gedrückt, auf welcher der erschrockene, verschüchterte Bauernjunge kauerte, lag sie — das einzige Opfer dieser Nacht und der ganzen Stadt. Sie achtete nibht darauf, daß der Tod sich mit brennenden Schmerzen in ihren Körper hineinfraß. Mit den brechenden Augen verfolgte sie die berganstürmenden Reiter und es schien ihr, als flöge sie mit ihnen. Und sie wollte Gott danken und rief ihr ganzes Volk an, um das Wunder dieser Rettung zu erzählen. ,,Schema Jisroel!" hauchte sie mit bleichen Lippen. „Schema Jisroel!" o o o o o o o t \ ooooooo —y AUS DER BEWEGUNG OOOOOOO II OOOOOOO, Vfc =# AUSWEIS Schekel Vereinigte Staaten von Nordamerika. Allentown, Pa., % 1.50, Alliance, N. Y., 19.25. Boston, Mass., 22.50, Brooklyn, N. Y., 3.75, Davton, O., 11.50, üalveston, Texas, 11.—, New York City 43.—, Schenectady, N. Y., 6.25, Worcester, Mass., 21.50 zus. 8 140.25 ,7/ 585.10 Frankreich. Paris Frs. 125.-, Tunis 111.55 zus. Frs. 236.55 JL 190.76 R u ß 1 a n d. Mnorg-an ...........Rbl. 50.— .#.108.— Westösterreich. Distrikt Böhmen.........K. 49.20 Distrikt Mähren (Schlesien) . „ 547.20 K. 596.40 JL 504.55 Nachträglich für 5671 eingegangen: E n g 1 a n d. Spezifikation fehlt)........JC 7.14.0 — 157.10 Vereinigte Staaten von Nordamerika. Boston, Mass. •..........$ 1.75 Jk 7.25 Zionistischer Zentralfonds R u ß 1 a n d. Moskau: M. Pines Rbl. 50.— - -iL 107.05, I>r. Tschlenow (Restzahlung s. u.) Frs. 50. - —: JL 40.50, zus. ■ *...........JL 147.55 Odessa: F. M. Magaril...........„ 107.46 Tiflis (durch Dr. M. L. Streicher) .... „ 100,- 355.01 Vereinigte Staaten von Nord a m e r i k a. Baltimore: Dr. Harry Friedenwald.......JL 200, — D e u t s c h 1 a n d. Berlin: Notar Jacob Schachtel.........//. 70.00 Hamburg: Rechtsanwalt Beruh. Da.vid.....,, 30. Erfurt: Dr. Wolf heim 5. Arthur Arndtheim 5. 10.-- Nordhausen: R. Warburg..........„ 10, Rybnik: Salo Priester..........3. JL 123.60 Kanada. Montreal: Durch Dr. Ch. Wortsmann, Montreal 8 10.50 JL 43.89 W e s t ö s t c r r c i c h. Volksverein Pilsen........K. 75.— Emil Thein, Prag......• „ 50.— K. 125.— — JL 105.78