Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 12 (22.3.1912)
- Date
- 1912-03-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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m ■ i ■-■yywrvaK» .V't-.inWÜ' ^^!^B^L^$W>»iiSt»K*BSgW 364 DIEÜ^ELT: Nr. 12 öffnet; worauf Sch. Ben-Zion seine neue, noch nicht veröffentlichte Erzählung „Reisen" vortrug. Auch die Pflasterung der Straßen des neuen Stadtviertels ist bald beendigt. PALASTINA Wh o oo|| Eine jüdische Landarbeiterkolonie bei Rischon-Lezion Die Kommission, die vom Odessaer Palästinakomitee beauftragt worden war, einen Plan für die Schaffung einer jüdischen Landarbeiterkolonie in der Nachbarschaft von Rischon-Lezion zu entwerfen, hat ihre Arbeiten soeben beendet. Die Kommission schlägt vor, auf dem Grundstück der neuen Kolonie achtzig aschkenasische Arbeiter anzusiedeln, von denen jeder siebein Dunam zugewiesen erhält. Das Komitee baut jedem Ansiedler ein Wohnhaus nebst Stall und läßt für die Kolonisten einen gemeinsamen Brunnen bohren. Die Gesamtkosten für jeden Ansiedler belaufen sich auf 3200 Frcs. Von diesem Betrage haben die einzelnen Kolonisten 500—1500 Pres, sogleich einzuzahlen, während der Rest im Verlaufe von 30 Jahren ratenweise abgezahlt werden soll. Mit der Abzahlung beginnen die Kolonisten im Jahre 1915. Jeder Ansiedler verpflichtet sich, seine Parzelle selbst zu bestellen, und falls die Verwendung von Hilfskräften notwendig sein sollte, nur jüdische Arbeitskräfte zu beschäftigen. Außerdem bestimmt das Odessaer Palästinakomitee einen Teil der in Rede stehenden Bodenfläche, etwa 50—60 Dunam, für eine mit Beihilfe des Jüd. Nationalfonds zu schaffende Ansied- Iung von 20 jemenitischen Familien. Jede Jemenitenfamilie erhält 3 Dunam Boden und ein Wohnhaus, ferner besorgt das Komitee auch für die Jemeniten einen gemeinsamen Brunnen. Die Kosten für die Änsiedlung einer Jemenitenfamilie werden auf etwa 1400 Frcs. veranschlagt. Hiervon zahlen die einzelnen Ansiedler 100—200 Frcs. sogleich bar ein, und den Rest im Laufe von 35 Jahren. Einstweilen sind für diese Arbeiterkolonie vorgemerkt: 12 Feldarbeiter, 20 Kellereiarbeiter, 17 Handwerker, 8 iglewesene Krämer, eine Anzahl Lastträger, zusammen 57 Personen, die sich bereit erklärt haben, zusammen eine Anzahlung von 37 000 Francs zu leisten. Auch einige Jemeniten sind bereits vorgemerkt worden. Jemenitische Einwanderer in Chedera und in den galiläischen Kolonien Im Laufe dieses Winters haben sich zwei Trupps von jemenitischen Einwanderern in Chedera niedergelassen. Die erste Gruppe bestand aus 26 meist älteren Leuten, die zweite Gruppe aus etwa 40 jüngeren Personen, die sich sehr gut für die ländliche Arbeit eignen. Sämtliche Ankömmlinge fanden in den Häusern der Kolonisten — einstweilen unentgeltlich - Unterkunft. Die Männer verrichten gegen den ortsüblichen Taglohn Feldarbeiten aller Art und haben sich meist in ihr neues Arbeitsgebiet rasch eingelebt. Von den Frauen finden manche in der Hauswirtschaft der Kolonisten Beschäftigung. Die Jemeniten fühlen sich in Chedera sehr wohl. Jüngst wurde bei einer Jemenitenfamilie unter Teilnahme der ganzen Kolonie Hochzeit gefeiert, wobei es sehr fröhlich zuging. Aus Daganjah berichtet man ferner: Hier kamen vor kurzem 60 Jemeniten an, die in Haifa gelandet waren. 30 von ihnen wurden vorläufig auf der Farm K i n e r e t h der Palestine Land Developtment Company untergebracht, während die übrigen hier blieben und sich größtenteils als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft nützlich machen. Bis zum Pessachfeste bleiben die Jemeniten hier und in Kinereth, später dürfte ein großer Teil von ihnen in M edschdel angesiedelt v/erden. Die meisten scheinen sich als Landarbeiter gut zu bewähren. Delegiertentag der Poale-Zion in Palästina Am bevorstehenden Pessachfeste findet in einer der jüdischen Kolonien — der Ort ist noch nicht festgesetzt — der achte Vertretertag der jüdischen Arbeiterpartei „Poale-Zion" statt. Auf der Tageosrdnung stehen u. a. folgende Punkte: Bericht des Zentralkomitees. — Unsere Tätigkeit in den Städten und in den Kolonien. — Der Palästina-Arbeiterfonds. — Organisationsfragen. — Presse. Das Urteil gegen die Mörder des jüdischen Arbeiters Nissanow Von den beiden Arabern, die den jüdischen Feldarbeiten Jecheskel Nissanow vor zwei Jahren ermordeten, wurde einer zu fünfzehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, während gegen den zweiten, der bei dem Ueberfall schwer verwundet worden war, auf Freispruch erkannt wurde.!l° Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. März 1912 abläuft, bitten wir, die Abonnementserneuerung unverzüglich vorzunehmen, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt Den Beziehern in Deutschland und Oesterreich-Ungarn haben wir Zahlkarten bzw. Posterlagscheine zugehen lassen, die wir zur kostenlosen Uebei Weisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten. Aus allen übrigen Ländern jtönnen die Abonnementsbeträge per Postanweisung, Schecks auf europäische Banken oder per eingeschriebene Briefe überwiesen werden. Jedes abgelaufene Abonnement, das bis spätestens 31. März 1912 nicht ausdrücklich abbestellt wird, betrachten wir als erneuert. BERLIN W15 Am 29. März erscheint die diesjährige Passahnummer, die, wie alljährlich, auch diesmal in verstärktem Umfange und größerer Auflage herausgegeben wird. Neben zahlreichen literarischen Beiträgen wird diese Nummer eine Anzahl neuerer Illustrationen enthalten und eignet sich somit hervorragend für Agitationszwecke. Bestellungen hierfür bitten wir möglichst sofort aufzugeben. Die Preise stellen sich für 1 Exemplar inkl. Porto M. 0,50 10 „ „ „ „ 4,50 25 9t „ y, v 8,50 50 „ „ „ 15, 100 „ „ „ „24,- Bestellungen werden nur gegen Voreinsendung des Betrages oder Nachnahme ausgeführt. Sächsische Str. 8. Verlag „Die Welt" iniigiMiniinMnMiM^