Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 8 (23.2.1912)
- Date
- 1912-02-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 DIEE^KELT 237 'Äwi'Ä.i.^*!,^*t^Iä i*£&m $g$£ 10* *^ ^M^^^^g Aus dem 4. Bericht des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina * - ■■• Wh^.Ky:-x<: / - ' Ä" \- * "« " * V . kj * ' ä* . ' , ' . , . , * - v JV* 1 - -/ ' 1 ' - * * - '*> < * * * V> *V . , # v * ** V*T> f C **v- , * * - v > : »jö- •f W- »■ ' * * *• -i \ > . » A*^' , * , v*^'j; f\ ^--f^pt^ ' & o -iä"^1 J/ <* / . , "F*^^. . - \ * ' .:? ^, ' " Kinereth, Mädchenfarm **. V' "k :v t . v* des Bezalel in Jerusalem. Durch diese Ausstellungen haben wir soKvohl Abnehmer für unsere Spitzen, als auch neue Mitglieder und Mitarbeiterinnen gewonnen. Mädchenfarm in Kinereth. Seit der Gründung unseres Verbandes haben wir unsere Aufmerksamkeit der Ausbildung von Landarbeiterinnen entgegengebracht, ohne aber in der Lage gewesen zu sein, etwas nach dieser Richtung zu tun. In allen Kreisen, die sich für die Kolonisation von Juden in Palästina interessieren, hat sich die Ueberzeugung gebildet, daß man die jüdischen Kolonisten durch Erziehung von Gefährtinnen fördern und in die Lage versetzen muß, in ihren Frauen eine geeignete Unterstützung bei der Bewirtschaftung des Bodens zu haben. Die jüdischen Kolonisten haben bisher sehr darunter gelitten, daß ihnen keine Frau zur Seite stand, die diejenigen Arbeiten übernehmen konnte, die auf dem Lande in erster Linie von Frauen zu leisten sind. Nicht nur, daß in den jüdischen Kolonien auf das hübsche, saubere Aussehen der Häuser, auf einen Garten oder ein paar Blumen nur in den seltensten Fällen Wert gelegt wird, Gemüse, Milch und Eier müssen fast immer vom Araber oder dem deutschen Bauer gekauft werden, weil die Frauen, die zum größten Teil aus den Ghetti des Ostens von Europa stammten, keine Ahnung von diesen Dingen haben. Dadurch wird die Wirtschaft unnötig verteuert, und Einnahmen, die bei dem deutschen Bauer in Palästina selbstverständlich sind, fallen bei dem jüdischen vollständig weg. Durch eine größere Subvention des Herrn Kremenezki in Wien und der Alexander- und Fanny-Simon-Stiftung in Hannover wurde es uns ermöglicht, im Mai unter der Leitung von Fräulein Dr. M a i s e 3, die in Europa ihre Ausbildung gefunden hatte und schon vorher in Palästina tätig war, in Kinereth, auf der Farm der Palestine Land Develop* ment Company, sechs Mädchen für den landwirtschaftlichen Beruf heranzubilden. Seit kurzer Zeit arbeiten zehn Mädchen unter der Leitung vom Fräulein Maisei, und alle Berichte, die wir gerade über diese Einrichtung aus Palästina bekommen, sind so vorzüglich, daß wir nur ermutigt werden können, nach dieser Richtung weiterzuarbeiten. Armenpflege in Jerusalem. Auf Veranlassung von Frau Mayer-Lübke in Jerusalem wurde in Hamburg eine Sammlung veranstaltet, um Wäsche, Kleidungsstücke und Spielzeug nach Jerusalem zu schicken. Die Bemühungen unserer Hamburger Ortsgruppe nach dieser Richtung haben auch viel Erfolg gehabt. Im Frühling und im Winter wurde eine Sendung von Gebrauchsgegenständen nach Jerusalem befördert und dort unter der Leitung von Frau Mayer an verschiedene Schulen und Anstalten verteilt. Krankenpflege. Schon lange hatte sich die Not, wendigkeit fühlbar gemacht, in Haifa, das sich immer mehr zu einem jüdischen Zentrum heranbildet, ein Krankenhaus zu gründen. Die jüdischen Einwohner von Haifa und den untergaliläischen Kolonien waren bisher darauf angewiesen, ein katholisches Hospital, in dem die jüdischen Patienten häufig sich über antisemitische Unfreundlichkeit beklagen mußten, oder ein englisches^ das ein Missionshospital war, aufzusuchen. Für die Errichtung eines jüdischen Krankenhauses in Haifa haben wir 6000 Frcs. gegeben, und im Mai ist es unter der Leitung des Herrn Dr. Auerbach mit 15 Betten eröffnet worden. Außerdem zahlen wir eine jährliche Subvention von 1000 Frcs. und unsere Ortsgruppe in Moskau 300 Rubel für die Wöchnerinnenstube im Hospital. Frau Mayer-Lübke aus Jerusalem, die einige Zeit im Hospital gewohnt hat, berichtet uns über dasselbe: „Auf dieses Krankenhaus können Sie stolz sein, ganz prachtvoll wird es geführt, in jeder Hinsicht, besonders was die Reinlichkeit anbelangt. "Nur ist es jetzt fast schon zu klein; wenn man den Segen dieses Krankenhauses sieht, geht einem das Herz auf. Fast jeden Abend bringt der aus Fule kommende Zug kranke Arbeiter oder Kolonisten mit, die voll Dankbarkeit die Wohltat eines geregelten jüdischen Krankenhauses anerkennen." Krankenhaus in Haifa.