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Die Welt · 1912-02-09 · 6 (9.2.1912) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
6 (9.2.1912)
Date
1912-02-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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176 DIE^ELT: Nr. 6 ihre Lösung", und Herr Martin Levin aus Nürnberg über In seiner Sitzung vom 29. Januar beschloß dieser Verein „Die praktischen Leistungen des Zionismus" sprach. j^in Kafar Saba ein Grundstück zu erwerben und zu bewirt- Rawitsch. Am 1. Januar hielt Herr Lehrer Auerbach aus Posen einen Lichtbildervortrag über Neujüdische Kulturarbeit in Palästina". Zaleszcyki. Am des Vereins „Zion" Podhajce. Am Galizien 21. Januar fand die Generalversammlung statt. 20. Januar fand die Generalversammlung des Vereins „Ahawath Zion" statt. sprach Dr. zionistische England Manchester. In der Men's Zionist Society C. Weizmann am letzten Sonnabend über die Lage. Der Vortragende gab einen genauen Ueberblick über die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern. In der letzten Woche hielt Professor H o g g in der Zion Hall einen Vortrag über ,,Herz und Nieren und ähnliche figürliche Bezeichnungen in der Bibel". An der Diskuss-ion beteiligten sich die Herren M. Simon, B. Solomon und 1. Liebermann. Leeds. Am Sonntag fand eine Versammlung des A g u d a s Hazionim (Mount Sinai Beacon) und der Ladies' Zionist League im Herzl-Moser-Institut statt, wobei Mr. und i\lrs. Kline, aus Anlaß ihrer Abreise nach Australien, ein silberner Becher überreicht wurde. Liverpool. Der Liverpool Zionist Central Council hat die notwendigen Vorbereitungen für die am 11. Februar stattfindende Jahreskonferenz der English Zionist Federation getroffen. Die Jahresversammlung der Ladies' Zionist Association fand am Sonntag statt. Für den Nationalfonds waren im Laufe des Jahres 216 M. gesammelt worden. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Mrs. S. L Levy, Vorsitzende; Mrs. K. Kaminsky, stellvertretende Vorsitzende; Mrs. D. S i m b - l e r, Schatzmeisterin; Mrs. I. Harris, Finanzsekretärin; Miß Dora Inestone, Schriftführerin; Miß Lily G i n s b u r g , zweite Schriftführerin und ein Komitee. Edinburgh. Am letzten Sonntag fand eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung der Young Men's Zionist Culture Association und der Daughters ot Zion in der Zionist Hall statt. Rev. H. Segal Juden in der Türkei". Mr. nannten Vereinen am letzten Juden zur Zeit des Ghetto". aus Newcastle sprach über , Sega! hielt in den beiden Freitag einen Vortrag über , Die ge- Die Brief aus Wien (Von unserem Berichterstatter.) Eine vorbildliche Aktion Immer neue Kreise erschließen sich der Erkenntnis, daß nicht nur das Palästinawerk an sich, sondern die zionistische Bewegung überhaupt am besten gefördert wird, wenn jeder Zionist, zumindest aber jede zionistische Korporation irgendwie in direkte Beziehung zu Erez Israel tritt. Gg. Böhm hat dies in seinem Brünner Palästinareferate „den Segen der direkten Aktion" genannt. Es ist einleuchtend: Wer drüben ein Stückchen Erde hat, oder auch nur ein paar Bäume pflanzt, sich an einer Lehranstalt oder der P. L. D. C. beteiligt, Produkte der Natur oder jungjüdischer Arbeit erwirbt und womöglich hinreist und die neue Kultur ged^'hen sieht, der knüpft jene ersten Fäden an, die den einzelnen Zionisten überdauern, von der nächsten Generation verdichtet werden, bis das Judentum auch dort, wo es seinem Stammlande längst entfremdet ward, wieder unzerreißbare Bande zum Lande unserer Vergangenheit und Zukunft hinziehen. Eine der ältesten zionistischen Organisationen Oesterreichs, der I. Wiener zionistische Frauenverein, ist im Sinne dieser Erkenntnis mit einer Tat vorangegangen, die gewiß in unserer Landespartei Schule machen wird. schaffen. Das Mitglied des A.C., Gg, Johann Kremen e z k i, erstattete ein ausführliches Referat über unsere Kolonien und legte insbesondere dar, wie wichtig es für die zionistische Idee sei, palästinensischen Boden in das Eigentum von Gesinnungsgenossen zu bringen und so dem jüdischen Volke zu erhalten. Nach längerer Beratung, an der sich fast alle Damen des Ausschusses beteiligten, wurde der schöne Plan zum Beschlüsse erhoben, nachdem Gg. Kremenezki zugesagt hatte, bei der Ausführung desselben dem Vereine mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das Erträgnis der Parzelle, einer Mandelpflanzung, hat der jeweilige Ausschuß zur Förderung bestimmter zionistischer Institutionen zu verwenden. Die guten Folgen dieses erfreulichen Unternehmens werden sofort in die Erscheinung treten. Die dem Vereine erwachsenden Verwaltungsaufgaben verpflichten unsere zionistischen Frauen, über den jeweiligen Stand des Palästinawerkes, über alle Neuerungen, praktischen Versuche und über jeden Fortschritt im ganzen Lande auf dem laufenden zu bleiben. Aber auch die freudige Aussicht, in absehbarer Zeit die Früchte von Pflanzungen zu sehen, um die man sich selbst bemüht hat, ist ein unschätzbarer Gewinn für unsere Palästinasache und wird zu neuer Arbeit anspornen. Der zionistische Frauenverein Wiens hat sich mit seiner vorbildlichen Aktion schon heute sehr verdient gemacht. ,Frühling in Palästina" Vor zwei Jahrzehnten wäre es vielleicht noch eine Farce gewesen, wenn man im Westen den 15. Schebat, den Tag des Frühlingsbeginnes in Palästina, festlich begangen hätte. Heute ist es in den bewußt jüdischen Kreisen ein Bedürfnis geworden, diesen Tag gesellig zu begehen, sich an Palästinafrüchten zu erfreuen und der breiten jüdischen Oeffentlichkeit von unserer Palästinaarbeit und unseren Palästinahoffnungen zu erzählen. Der Beschluß des Brünner Zionistentages, der über Antrag des Gg. Dr. Friedmann allen Organisationen auftrug, den 15. Schebat öffentlich zu feiern, war also zeitgemäß. Der Festtag wird sich einleben wie unsere Makkabäerfeier. Das zeigte das „Chamischa assar bischwat", welches am 3. Februar in den Räumen des „Jüdischen Volksheimes" stattfand und massenhaft besucht war. Es war ein richtiges Volksfest. Jung und alt genoß fröhlich von den Früchten, die die Mitglieder des zionistischen Mädchenvereins „Moriah" feilboten. Die ausgezeichnete Festrede hielt Gg. Dr. Weiner, der von dem herrlichen Lenz in der Natur Palästinas, wie er ihn selbst miterlebt hat und von dem herangebrochenen Frühling des jüdischen Volkes sprach. Nach den Vorträgen, unter denen wir Bedas heitere und ernste Gaben besonders hervorheben, wurde bis in den Morgen getanzt. Gleichzeitig beging der Arbeiterverein Poale Zion im Verbandsheim der jüdischen Handelsangestellten einen Festabend, der mit einer Ansprache des Gg. Redakteur Moses Waldmann eingeleitet wurde. Ein Aufruf des Vereins „Jüdisches Studentenheim" Wir haben an dieser Stelle wiederholt und ausführlich von diesem Vereine berichtet, der sich zur Aufgabe gestellt hat, in Wien ein Heim für unsere Studenten zu errichten. Wir verweisen daher nur kurz auf den eben versendeten Aufruf, der sich an alle Juden wendet, um das schöne Werk baldigst errichten zu können. Der Verein besitzt bereits ein Grundstück in der Seegasse und verfügt über ein Vermögen von 54 000 Kronen. Das Sekretariat (IX., Liechtensteinstraße 11) ist gerne bereit, allen Interessenten Statuten, Prospekte und die bereits entworfenen Pläne des stolzen Baues zuzusenden. „Blamier9 uns nicht, du jüdisch Kind . . . Der kerndeutsche, israelitische Landtagsabgeordnete Kornel Spitzer hat die traurige Chronik jüdischer Würdelosigkeit um eine Episode bereichert. Die Tage, in welchen die ganz erbärmliche Verkommenheit der christlichsozialen Partei in dem niederösterreichischen Landtage bloßgelegt wird, hielt er für geeignet, um sich und die ,,liberale" Gruppe den Antisemiten anzubiedern. Er forderte forsch zum Zusammenschlüsse aller „Bürgerlichen", ohne Unterschied der Gesinnung und Parteischattierung auf.

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