Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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138 DIE30KELT: Nr. 5 Bis zum Jahre 1911 sollen 52 Familien in die jüdisdien Bevölkerung in der Kolonie, woran die Jeme- Kolonie eingewandert sein. Ganz genau konnte ich die niten stark beteiligt sind, so geändert, daß im letzten Zahl nicht feststellen. Sicher ist jedenfalls, daß im Jahre anstelle der arabischen jüdische Wächter getreten Frühjahr 1910 nach den Ica-Berichten 37 Familien dort ansässig waren. Jedenfalls wäre die Zahl von ca. 50 Familien eine sehr große, wenn man berücksichtigt, daß die Zahl der eigentlichen Kolonisten-Familien nur 68 beträgt. Bis jetzt haben sich die Jemeniten außerordentlich gut bewährt und auch die Zahlungstermine für die Ratenzahlung ihres Hausbaues pünktlich eingehalten. Ja, nicht wenige haben in der relativ kurzen Zeit Ersparnisse gemacht. Die ganze Familie arbeitet. Der Mann Arabisches Dorf sind, wodurch natürlich die Sicherheit bedeutend gewonnen hat. Dieses Musterbeispiel von Rechoboth, das auch in Risdion le Zion und Pethach Tikwah, wenn auch in sehr geringem Umfange, nachgeahmt worden ist, zeigt, daß sich die arabische Landarbeiter-Frage mit ihren unangenehmen ökonomischen wie nationalen Erscheinungen mit verhältnismäßig geringen Mitteln lösen läßt. Eine in beschleunigtem Tempo erfolgende Ansiedlung der Jemeniten würde in kurzer Zeit die im Garten und in den Pflanzungen, während die Frau bei Verhältnisse in den früher genannten Pflanzungskolonien den Kolonisten die häuslichen Dienste verrichtet und in verschiedener Richtung sehr günstig beeinflussen. auch die Kinder kleine Nebenbeschäftigungen finden. Einige von ihnen sind auch Handwerker, wie Korbflechter oder Schuster in der Kolonie geworden. Die Mehrzahl aber wird als Landarbeiter beschäftigt. Eine günstige Nebenerscheinung ist, daß durch den Gemüsebau der Jemeniten mit der Zeit die einseitige Kultur der Pflanzungskolonie eine gewisse Ergänzung findet, so daß, wenn auch nicht innerhalb einer Bauernfamilie, so doch wenigstens innerhalb der Kolonie die so sehr vermißte Eigenproduktion sich entwickelt, und so hier wie auch bei der Hausarbeit, wo die Jemeniten-Frauen sich sehr bewähren, der Araber immer entbehrlicher wird. Eine weitere Folge ist die gesteigerte Sicherheit in der Kolonie. Gerade Rechoboth war bis in die letzte Zeit dauernd kleinen Ueberfällen und Diebstählen in den Pflanzungen von seiten der Araber ausgesetzt, die jedes Jahr einen beträchtlichen Verlust verursachten. Gegenmaßregeln waren schwer durchführbar, da -w^v/v- I' Jemeniten beim Hausbau Wünschenswert ist, daß dieser Weg von den Kolonisationsgesellschaften, die bisher noch kein genügendes Verständnis für diese Frage gezeigt haben, eingeschlagen wird. Wie in Rechoboth, müßte jedes Häuschen mit einigen Dunam Boden, der für Gemüsebau geeignet, d. h. bewässerbar ist, versehen sein. Auch die Heranziehung der Frauen zur Milchwirtschaft, zum Gemüsebau und zur Geflügelzucht würde sich als sehr nützlich erweisen. Natürlich ist es nicht mit Sicherheit vorauszusehen, ob sich überall in den judäischen Kolonien die Araber durch die Jemeniten ersetzen lassen. Sicherlich können sie, besonders wenn sie in der Kolonie wohnen, bei einem Arbeitslohne von 2 Bischlik, d. h. 1,10 Frs., den Arabern erfolgreiche Konkurrenz machen, selbst wenn sie, wie auch von den Kolonisten in Rechoboth behauptet wird, physisch etwas unterlegen sind. Durch osteuropäische jüdische Arbeiter können wir man ja arabische Wächter hatte und von den Nachbardie arabischen Landarbeiter schwerlich ersetzen, besondörfem ökonomisch sehr abhängig war. Die Verhältnisse ders, wenn es sich um schlecht bezahlte Arbeiten handelt, haben sich jetzt durch das zahlenmäßige Anwachsen der Selbst wenn man ihnen gute Wohn- und Eßgelegen-