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Die Welt · 1912-02-02 · 5 (2.2.1912) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
5 (2.2.1912)
Date
1912-02-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 - DIE^ELT ■ 137 beseitigt und die früher unterdrückte palästinensische Riehsolcher Bedeutungslosigkeit herabsinken, daß man ihn schließtung bereits in entschiedener Weise die Oberhand hat, belieh ganz vergessen wird. Was an ihm Sinn hat, ist zu selbstdeutet eine Veränderung, wie sie durchgreifender nicht erreicht verständlich, als daß es einen Programmpunkt bilden sollte, werden konnte. — Nur kurze Zeit noch und wir werden wahr- und es wäre auch nicht einmal zu unterdrücken, selbst wenn scheinlich das Programm des ersten Baseler Kongresses wiedas Programm dagegen sein wollte. — — der in der ursprünglichen Reihenfolge lesen Ad 2. In meiner Skizzierurig der kommenden Weiterent- und verstehen. wicklung in der Auffassung des Zionismus liegt auch schon, Wenn wir so weit halten, dann werden wir in der Emiwas ich für die wichtigsten Aufgaben der Palästina arbeit halte, gration, die nach Palästina (und anderen Teilen des Orients) Unter dem Gesichtspunkt von der überragenden Wichtigzu lenken sei, weitaus unsere erste Aufgabe erkeit der Auswanderungsfrage werden wir suchen müssen, uns blicken, und wir werden dann nicht mehr (wie es heute noch über die Möglichkeiten Palästinas als Einwanderungsland klarder Fall ist) die Verantwortlichkeiten in den Vordergrund zuwerden. Eine genauere Kenntnis der Landesverhältnisse wird stellen, die von einer kolonisatorischen Tätigkeit nun einmal bereits große Möglichkeiten zeigen. Da diese letzteren aber nicht zu trennen sind. Wir werden dann auch verstehen, daß die nicht ausreichen, wird man tatsächlich die Nachbarländer Gesamtorganisation der Judenheit und die Pflege ihrer hinzunehmen müssen, die wir seit 1905 — wenn auch „bloß kulturellen Aufgaben wichtige Grundlagen sind für das Wachsprogrammatisch" akzeptiert haben, und da auch diese nicht tum des Interesses an dem engeren Palästina- und Emigrations1ausreichen, müssen wir - hoffentlich ohne zu lange Bedenkzweck. Aber wir werden die Sachlage nicht weiterhin so verzeit — auch w eitere Gebiete des türkischen Orients an kennen, als oh diese beiden Hauptzwecke der jüdiden Landbereich aufnehmen, auf dem wir im zionistischen sehen Gesamtheit, weil sie dem zionistischen Spezial- Sinne die Emigrationsfrage zu lösen haben, zweck dienen, nur als Mittel zu diesem Zweck und Ich betrachte daher als die wichtigste Aufgabe unserer innerhalb der zionistischen Organisation zu erstreben seien. Organisation bezüglich der Palästinaarbeit die Schaffung eines Der Verlegenheitssatz Nr. 4 des Programms aber wird zu Zionistischen Emigrationsamts. Die jemenitische Landarbeiterfrage Von Curt Nawratzki. Die sehr dankenswerte Auseinandersetzung des Herrn Feldmann, wie die Entgegnungen des Herrn Trietsch haben mich veranlaßt, ebenfalls zu diesem Thema das Wort zu ergreifen. Die Beantwortung aller von Trietsch aufgeworfenen Fragen kann ich allerdings hier nicht geben, doch verspreche ich eine ausführliche und erschöpfende Darstellung in meiner Arbeit über die jüdische Kolonisation, die ich in nächster Zeit zu vollenden hoffe. Aus dem 'Kapitel Landarbeiterfrage sind die nachfolgenden Angaben entnommen: Herr Trietsch will wissen, wo und in welcher Form überhaupt ein Versuch gemacht worden ist, Jemeniten auf billige Weise anzusiedeln. Dies ist bekanntlich in größerem Umfange in Rechoboth erfolgt, wo ich mich an Ort und Stelle eingehend »bei dem Waad der Kolonie über die bisher gemachten Erfahrungen erkundigt habe. Die nachfolgenden Angaben entstammen dem Protokollbuch der Kolonie. Als die ersten jemenitischen Familien 1908 durch die Vermittlung des Arbeiterverbandes Hapoel Hazair nach Rechoboth gebracht wurden, war es fast unmöglich, für sie Wohnungen ausfindig zu machen. Im Beth Am wie anderen Räumlichkeiten wurden sie provisorisch einquartiert. Da die Jemeniten sich als fleißige Arbeiter bewährten, so wurde bald von der Kolonie der Beschluß gefaßt, Häuser für sie zu bauen, )und war für die erste Gruppe von 10 Familien, die zirka 70 Seelen stark war. Das große Interesse der Kolonisten an der Seßhaftmachung dieses überaus nützlichen Elementes ist zum Teil damit begründet, daß sie hier billige Arbeitskräfte gefunden hatten, die es ihnen ermöglichten, sich von den Arabern unabhängig zu machen und die außerdem, da sie arabisch wie hebräisch sprachen, ein wichtiges Bindeglied zwischen den Kolonisten und der arabischen Bevölkerung darstellten. So wurde ursprünglich der Beschluß gefaßt, Boden wie Häuser den Jemeniten zu schenken, um sie an die Kolonie zu fesseln. In einer weiteren Sitzung jedoch wurde der Beschluß dahin abgeändert, daß vorläufig erst sieben Häuser gebaut würden. Da vom Jahre 1909 an, wo dies geschah, immer zahlreichere Familien einwanderten, schloß man mit ihnen Verträge, in denen man ihnen Boden zum Haus, Stall und Garten, ca. 2 Dunam umfassend, umsonst gab und 240 Frs. zum Hausbau zulegte, was die Hälfte der Gesamtkosten des Baues darstellte, während die andere Hälfte in vier Jahresraten ä 60 Frs. von den Jemeniten zurückgezahlt werden sollte. Der außerordentlich geringe Baupreis erklärt sich, wie ich durch Augenschein festgestellt habe, durch die äußerst primitive, wenn auch in diesem Fall vollkommen zweckentsprechende Bauweise der Häuschen, wie auch dadurch, daß die Jemeniten selbst mit Hand anlegten. Später gab die Kolonie nur noch den Boden und erleichterte im übrigen den Hausbau durch die Lieferung von einigem Material, so daß sich die Kosten der Ansiedlung der Jemeniten auf ein Minimum reduzierten. Auch von der Wolffsohn-Stiftung, die ein Teil des Nationalfonds ist, wurden für die ersten Familien drei Häuser gebaut. Heute gibt es dort 15 Häuser, die einen ganz ansprechenden Eindruck machen. Besonders dadurch, daß sie fast ausnahmslos von kleinen Gemüsegärtchen umgeben sind, so daß die meistens aus Lehm gebauten, außen weiß gekalkten Häuschen einen ganz netten Anblick gewähren. Manche von ihnen sind noch primitiver aus Holzlatten zusammengeschlagen, während das Dach zum Teil aus den Blechteilen der im Orient so viel verwandten Petroleumbehälter besteht, was, wenn es auch nicht schön aussieht, sicherlich doch eine sehr billige Bauart ist. Doch bitte ich Herrn Trietsch, dieses Musterbeispiel nicht verallgemeinern zu wollen und zu behaupten, daß man auf diese Weise in ganz Palästina Häuser aus den abgelegten Konservenbüchsen und Petroleumbehältern bauen könne.

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