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Die Welt · 1912-01-12 · 2 (12.1.1912) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
2 (12.1.1912)
Date
1912-01-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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42 DIE] gelöst hat, neue Verbindungen angeknüpft worden sind, und daß in sämtlichen Ländern große Arbeitsfreudigkeit herrsche, so daß zu erwarten ist, darf die Tätigkeit in der laufenden Kongreßperiode befriejdigende Resultate erzielen werde. Es wurde soidann mitgeteilt, daß die einzelnen Landes- Komitees, Vertrauensmänner und Ortsgruppen über die, durch das vom Kongreß angenommene Organisations-Statut, veränderte Sachlage unterrichtet und insbesondere auf die sofortige Propaganda für die Schekel- und Mass-Eingänge hingewiesen worden seien. Hinsichtlich der übrigen Tätigkeit des Zentral-Bureaus wurde auf die zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung zu erstattenden Berichte hingewiesen. Zu Punkt 2 der Tagesordnung referierte Herr Redakteur Berlin, Berlin, über die bereits vereinbarte Gründung der Misrachi-Kultur-Gesellschaft und legte die Grundzüge dieser Gesellschaft dar. Auf Antrag wurde ein Komitee aus 8 Mitgliedern mit dem Sitze in Berlin gewählt, das die Vorarbeiten für die Tätigkeit der Kultur-Gesellschaft zu treffen hat. Zu Punkt 3 der Tagesordnung berichteten die Herren Moritz S. W o 1 f f, Hamburg, und Referendar Möller, Altona, über ihre, im Namen des Z. K. in Frankfurt a. M. gepflogenen Verhandlungen mit dem Tachkemoni-Schül- Komitee, deren Resultate auch bereits veröffentlicht sind. — Zu diesem Punkte wurden aus der Mitte des Z. K. verschiedene Anträge gestellt, deren Ergebnis im Interesse der Sache vorerst auf Beschluß des Z. K. geheim gehalten werden soll. Zu Punkt 4 der Tagesordnung wurden die vom Zentral-Burcau vorgeschlagenen Herren in das Zentral-Komitee kooptiert. Das Zentral-Komitee besteht danach aus folgenden Mitgliedern : Dr. L. Franck, Rechtsanwalt David, Referendar Möller vom Zentral-Bureau, Rabbiner Aronsohn, Kiew, Rev. A. M. A s h i n s k y , Pittsburg, Redakteur M. Berlin, Berlin, Rabbiner S. Blum, Posen, R. Cohn, Antwerpen, M. D u f f, Jassy, H. F a r b s t e i n , Warschau, Rabbiner Fisch mann, Ungcni, Dr. L. Frankel, Kopenhagen, M. Hoc h m a n n , Stanislau, Dr. Jeremias, Posen, S. J urovicz, Berlin, K a h a n e , Charkow, Eliahu K a h a n o , Jaffa, Rabbiner Dr. Wilhelm Lewv, Charlottenburg, S. M e i s e 1 , Jaffa, Dr. M i r k i n , Antwerpen, Rabbiner Dr. gELT — Nr. 2 Nacht, Focsani, Dr. Pinkhof, Amsterdam, Rabbiner Reines, Lida, Zahnarzt Rothschild, Lübeck, Rev. J. L. S h i r e , Capetown, 'Rabbiner Schmelkes, Przemysl, Moritz S. Wolff, Hamburg, S. Wolff, Antwerpen. Zu Punkt 5 der Tagesordnung referierte Herr Referendar Möller über die mit dem Jüdischen Nationalfonds gepflogenen Verhandlungen zur Begründung einer Gartenbau- Kolonie in der Nähe von Jerusalem. Es wurde beschlossen, daß das Zentral-Bureau in Verbindung mit einigen vom Zentral- Komitee gewählten Herren die Angelegenheit weiterbearbeiten udn möglichst beschleunigen solle. Zu Punkt öder Tagesordnung wurde über die von Herrn Dr. Jeremias, Posen, schriftlich niedergelegten Grundsätze bezügl. der Stellungnahme des Misrachi zu den übrigen gesetzestreuen Organisationen eingehend gesprochen. Zu Punkt 7 der Tagesordnung referierte Herr Rabbiner Dr. Lewy, Charlottenburg, über die Tätigkeit der Agitations-Zentrale. Es wurde beschlossen, daß die Agitations- Zentrale Herrn Kantor Blitz als Agitationsredner für Deutschland zu gewinnen suchen sollte; es wurden hierfür zunächst für \'-> Jahr die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Alsdann referierte Herr Dr. Franck über die mit einem bestehenden Organ gepflogenen Verhandlungen zur Gründung einer offiziellen misrachistischen Zeitung. Es wurde beschlossen, vorläufig diese Verhandlungen auf sich beruhen zu lassen und versuchsweise die Herausgabe einer 14tägig erscheinenden Misrachi-Korrespondenz ins Leben zu rufen. Das Zentral- Bureau wurde mit den Vorarbeiten hierfür beauftragt. Bezüglich der Organisation und Propaganda wurden die von Herrn Rabbiner Dr. Lewy gestellten Anträge einstimmig angenommen. Zu Punkts der Tagesordnung wurden die Herren Dr. Franck und Dr. Jeremias zu Delegierten des Misrachi in das Zionistische Zentral-Komitee gewählt. Zu Punkt 9 der Tagesordnung wurde eingehend über die dem Zentral-Bureau zur Verfügung zu stellenden Geldmittel gesprochen. Es wurde konstatiert, daß über die Richtlinien der zu leistenden Arbeit volle Einigkeit herrsche. Die Sitzung wurde am Dienstag, den 26. Dezember 1911, nachmittags 41 •> Uhr, geschlossen. XII. Jahresversammlung des Niederländischen Zionistenbundes (Von unserem Berichterstatter.) Am 24. und 25. Dezember vereinigten sich die Delegierten der 1274 Zionisten Hollands zu ihrer Jahresversammlung. Nachdem der Vorstand den Jahresbericht erstattet hatte, fand eine eingehende Debatte statt, in der hauptsächlich das Organ der Zionisten Hollands, „De Joodsche Wächter", besprochen wurde. Die Beratungen über diesen Punkt waren vertraulich. Es handelte sich hauptsächlich darum, ob das Blatt zu einem allgemein-jüdischen Organ ausgebaut werden soll oder nicht. Die Jahresversammlung entschied sich dahin, das Blatt weiterhin als offizielles Parteiorgan alle 14 Tage erscheinen zu lassen. Am nächsten Tage wurden die politischen Fragen besprochen. Die Kongreß-Delegierten hatten im „Joodschen Wächter'4 ausführlich ihre Stellungnahme auf dem Kongreß begründet. Auf Grund dieser Berichte wurden die Beratungen geführt, und es fiel dabei manches Wort scharfer Kritik. Eine längere Debatte entspann sich über einen von Groningen eingebrachten Antrag, der den vom E. A. C. mit dem Misrachi geschlossenen Frieden begrüßt, gleichzeitig aber dagegen protestiert, daß dem Misrachi besondere Vorrechte eingeräumt würden. Die Resolution hatte folgenden Wortlaut: „Die Generalversammlung des Niederländischen Zionistenbundes gibt ihrer Freude darüber Ausdruck, daß es dem E. A. C. gelungen ist, den Frieden in den Reihen der Zionisten zu wahren; sie hält es aber vom organisatorischen Standpunkt für falsch und prinzipiell für nicht angängig, daß der Federation Misrachi Rechte zugebilligt würden, die keine andere Federation besitzt; sie beschließt, diese Resolution dem E. A. C. zur Kenntnis zu bringen und beauftragt den Vertreter des Niederländischen Zionistenbundes, im Zentralkomitee diese Angelegenheit bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zur Sprache zu bringen." üeber diese Resolution entspann sich eine lange Debatte, in der die Anhänger der Resolution die Misrachisten zu überzeugen suchten, daß der Antrag sich nicht gegen die Misrachi richte. Zu diesem Zweck wurde folgender Zusatzantrag formuliert: „Die Versammlung gibt zu und stellt fest, daß die zionistische Organisation den Prinzipien des traditionellen Judentums Rechnung zu tragen hat." In dieser Form wurden die Resolutionen angenommen. Darauf fand die Beratung des Statuts statt, an dem einige geringfügige Aenderungen vorgenommen wurden. Es handelte sich um die Abschaffung des sogenannten Bundesrates, einer Art Parteirat, der als überflüssig erachtet wurde, sowie um die Einführung eines neuen Wahlmodus, nach dem es in Zukunft möglich sein soll, Personalwahlen direkt durch die Bundesmitglieder statt durch die Generalversammlung vornehmen zu lassen. Danach erstattete der Bundesschatzmeister, Herr Herzberg er aus Groningen, ein Referat über „Zionistische Arbeit in den jüdischen Gemeinden und anderen jüdischen Organisationen." Herr Dr. Alfred Klee aus Berlin begrüßte die Tagung im Namen des Actions-Comites. Er wurde stürmisch akklamiert, und seine frischen und gehaltvollen Worte brachten Wärme und eine großzügige Betrachtungsweise in die Versammlung hinein. Herr Dr. Klee sprach von den Arbeiten und Plänen und der Arbeitsmethode der neuen Leitung. Er riet, die alten Parteiungen jetzt zu vergessen und schloß mit einer begeisterten Aufforderung zu treuer gemeinsamer Arbeit. Es war ein glücklicher Gedanke, das Actions-Comite auf den Tagungen der Landesorganisationen durch ein^n besonderen Delegierten vertreten zu lassen, und wenn es möglich ist, so sollte dies zu einer ständigen Einrichtung werden. Unser holländisches Actions - Comite - Mitglied, Herr Kann, der seit so vielen Jahren das Bindeglied zwischen der kleinen holländischen Gruppe und der Leitung bildet, konnte nur am ersten Tage an den Verhandlungen teilnehmen, da sein Gesundheitszustand noch immer einige Schonung notwendig macht. Das erklärt,

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