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Die Welt · 1911-12-22 · 51 (22.12.1911) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
51 (22.12.1911)
Date
1911-12-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1304 Jrf >* t> IE 3qJ[E LT AUS DER BEWEGUNG Nr. 51 Herr Dr. Schmarja L e v i n ist von seiner Reise nach Galizien zurückgekehrt. Auf der Rückreise hielt er sich mehrere Tage in Wien auf, wo er mit den Leitern der österreichischen Landesorganisation Rücksprache nahm und mehrere Vorträge hielt. Im einzelnen verweisen wir auf die Berichte unserer Korrespondenten in Wien und Lemberg in dieser und der vorigen Nummer. Am 19. Dezember sprach Herr Dr. Levin in einer von der Berliner Zionistischen Vereinigung veranstalteten jüdischen Volksversammlung in Berlin vor etwa 700 Zuhörern über ,,Das Erwachen des Judentums". Am Sonntag, den 31. Dezember 1911, vormittags 11 Uhr, findet in den Räumen unseres Bureaus: Berlin W. 15, Sächsischestraße 8, eine Gesellschafter-Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: Erhöhung des Stammkapitals der Gesellschaft. Tiberia Land- und Plantagengesellschaft m. b. H. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats :■ O. Warburg. Der Geschäftsführer: A. Awadiowitz. Das Jubiläum von Dr. Kohan-Bernstein Montag, den 18. d. M. beging die jüdische Gemeinde in K i s c h i n e vin feierlicher Weise das 30jährige Jubiläum der öffentlichen Tätigkeit unseres ausgezeichneten Gesinnungsgenossen, Dr. Kohan-Bernstein. Dr. Jakob Kohan- Bernstein, der jetzt im 52. Lebensjahr steht, war schon als junger Student an der Universität Dorpat eifrig für die jüdisch-nationale Sache tätig. Er gründete dort u. a. einen Studentenverein zur Pflege der jüdischen Literatur und Wissenschaft. Nach seiner Promotion widmete er sich den Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde seiner Geburtsstadt Kischinew. Er richtete dort eine jüdische Handwerkerschule ein, gründete Abendkurse und sonstige Wohlfahrtsinstitutionen für die jüdischen Arbeiter und Gewerbetreibenden und war auch aut dem Gebiete des Emigrationswesens hervorragend tätig. Als einer der ersten stellte er sich in den Dienst der jungen Chibbath-Zion-Bewegung, zu deren tatkräftigsten Agitatoren und Förderern er gehörte. Seine bedeutsamste und wertvollste Tätigkeit entfaltete er jedoch erst, als mit dem Auftreten Herzls der politische Zionismus feste Gestalt gewann. Kohan-Bernstein gehörte von da ab zu den begeistertsten Anhängern der politischen Bewegung, für die er in Rußland jeine ausgedehnte, erfolgreiche Werbetätigkeit entwickelte. Jahrelang stand er als Leiter des sogenannten Postbureaus an der Spitze der russischen Organisation und trug durch seine zahlreichen gedankentiefen und von warmer Begeisterung beseelten Rundschreiben, die er an sämtliche russische Vereine versandte, viel zur Ausbreitung und theoretischen Vertiefung des Zionismus in Rußland bei. Nach dem Pogrom in Kischinew mußte er nach Charkow übersiedeln, wo er seine zionistische Tätigkeit rastlos fortsetzte. Nach dem 6. Kongreß stellte er sich an die Spitze der Opposition,, die das Herzische Ugandaprojekt bekämpfte. Seine tiefe Liebe zur Heimat unserer Väter veranläß'te ihn, sich im Jahre 1907 in Palästina niederzulassen, wo er als Arzt in den galiläischen Kolonien und späterhin in Pethach-Tikwah und Jaffa tätig war. Leider war «es ihm aus verschiedenen Ursachen nicht gegönnt, dauernd im Lande zu bleiben, und er sah sich gezwungen, vor zwei Jahren nach Rußland zurückzukehren, wo er sich wieder in Kischinew als Arzt etablierte. Er wirkt dort äußerst segensreich in seiner unablässigen Tätigkeit für die zionistische und nationaljüdische Sache, weit über den Kreis unserer Gesinnungsgenossen hinaus geliebt und hochgeachtet. Auch wir bringen dem verehrten Jubilar unsere herzlichsten Glückwünsche dar und wünschen ihm, daß er noch viele Jahre mit frischem Mut und ungebrochener Kraft für das Ideal unserer nationalen Wiedergeburt erfolgreich kämpfe. Deutschland Berlin. Am 7. Dezember fand eine öffentliche Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung statt, in der Herr Blitz über Reiseeindrücke aus Palästina sprach. Am 13. Dezember sprach im Zionistischen Verein West-Berlin Herr W i I b u s c h e w i t s c'h aus Haifa über unsere nächsten Aufgaben in Palästina. An der Diskussion beteiligte sich auch Herr Professor War bürg. Freiburg i. B. Die Vereinigung jüdischer Studenten aus Rußland an der hiesigen Universität veranstaltete am 15. Dezember ein Makkabäerfest mit reichhaltigem Programm. Die Veranstaltung nahm einen glänzenden Verlauf. Für die hebräischen Schulen in Palästina wurde eine Sammlung eingeleitet. Stuttgart. Am 6. Dezember fand eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Dr. Prag er über die praktische Arbeit des Zionismus sprach und Dr. Heinrich Lowes Palästina-Lichtbilder vorführte. Straßburg. Am 23. November fand die Generalversammlung der Ortsgruppe statt, die Herrn Prof. Dreif us zum Vorsitzenden wählte. Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich die rege Tätigkeit der Gruppe. Dortmund. Am 30. November sprach in der Zionistischen Vereinigung Herr Richard N e u f e 1 d über Heinrich Lowes Buch „Die Sprachen der Juden". Jülich. Am 10. Dezember fand eine zionistische Versammlung statt, in der Herr Lehrer Reinhardt aus Köln über den Zionismus als Lösung der Judenfrage sprach. Die Gründung einer Ortsgruppe ist in Vorbereitung. Frankfurt a. Main. Am 6. Dezember sprach Herr Dr. Jacob'K 1 atz k in aus Köln in einer von der Zionistischen Jugendgruppe veranstalteten öffentlichen Versammlung über das Thema „Kritik Achad Haams". Deutsch-Eylau. In einer gutbesuchten Versammlung sprach Herr Dr. Pelz aus Königsberg am 3. Dezember über „Das jüdische Problem". Posen. In einer öffentlichen Versammlung der Ortsgruppe, die von 200 Personen besucht war, sprach Herr Dr. Jeremias über das Thema „Der Zionismus und seine Institutionen". Am 10. Dezember sprach in einer von der Misrachi-Federation einberufenen öffentlichen Versammlung Herr Dr. Wilhelm Lewy aus Berlin vor 300 Zuhörern über „Harmonie von altem und neuem Judentum". Es traten etwa 50 Anwesende dem Misrachi bei. Die National-Jüdische Frauenvereinigung veranstaltete am 17. Dezember ein Chanukah-Kinderfest. Kempen. Am 3. Dezember sprach im Literaturverein Herr Dr. Jeremias aus Posen über „Moderne Organisationen, im Judentum".

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