Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 48 (1.12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 48 DJE3|gELT Das hebräische Gymnasium in Jerusalem entwickelt sich in erfreulicher Weise. Die Anstalt besteht aus einem dreiklassigen Vorkursus und sechs üymnasialklassen. Das Odessaer Komitee hat in seiner letzten Sitzung dem Jerusalemer Gymnasium eine vorläufige Jahressubvention von 1000 Frcs. bewilligt. fg°^ NACHRICHTEN ^}) Protest der russischen Rabbiner gegen die Ritual m o rd h etz e Mit Rücksicht auf die immer gefährlichere Formen annehmende Ritualmord- und Pogromhetze in K i e w und anderen Städten veröffentlichen SU russische Rabbiner in dem offiziösen Regierungsorgan ,,Rossija" eine feierliche Protesterklärung gegen das wahnwitzige Blutmärchen. Die Erklärung ist von den Rabbinern David K a t z e n e 11 e n b o g e n (Petersburg), Salomen Ahronsohn (Kiew) und Dr. M. F. i s e n s t a d t (Petersburg) unter Mitwirkung der Rechtsanwälte S 1 i o s b e r g, Ci r u s e n b e r g , G o r d •:> n und Krewer entworfen worden. Wiederwahl Loewensteins Wie uns ein Spezialtelegramm aus Drohobycz meidet, wurde do:t der Abgeordnete L o e w enstein, der sein Reichsnitsinaiulat wegen der bekannten blutigen Ereignisse bei den letzten Wahlen niedergelegt hatte, vv i e d e r g e w ä h 11. Bezalel-Ausstellung bei A. Wertheim In der Volkskunst-Abteilung des Warenhauses A. Wertheim, Berlin,. Leipzigerstr. 132, wird am Dienstag, den 5. Dezember, eine Ausstellung der Erzeugnisse der Kunstg e w e r b e s c h u 1 e B e z u 1 e 1 in Jerusalem eröffnet, die ein bis zwei Wochen dauern dürfte. Auf derselben werden Teppiche, Silberfiligrangegenstände, Treibarbeiten in Silber und Messing, Damaskusnietaliarbeiten, Batikarbeiten in Metall und Holz, Elfenbeinschnitzereien, Gegenstände aus Oliveaholz, Lithographien, Photographien usw. zur Ausstellung gelangen. Sämtliche ausgestellten Gegenstände repräsentieren kunstgewerbliche Erzeugnisse von tadelloser Ausführung in jeder Preislage und sind für alle möglichen Zwecke geeignet. Eine italienische Anthologie der neuhebräischen Lyrik Arinando Sorani, ein junger italienischer Schriftsteller und Hehraist, von dem vor Jahresfrist eine italienische Ueber- 1293 Setzung ausgewählter Gedichte von Gh. NT. Bialik erschienen ist, veröffentlicht jetzt eine Studie über Saul T s c h e r n i c h o w s k y mit Proben aus seinen Dichtungen. Demnächst gedenkt Sorani eine italienische Anthologie der modernen hebräischen Lyrik herauszugeben. Organisation für hebräische Sprache und Kultur Die . Berliner Ortsgruppe der O r g a n i s a t i o n f ü r h e b r ä i s c h e S p r a c he ti nd Kult u r veranstaltet M o n - t a g, den 4. D e z e in b e r , abends u m SU U h r, im Restaur. Lugenheim, Friedrichstr. 131 c, eine öffentliche Versammlung, in der Rabb. Ch. T sch ernowitz- Odessa über „Eindrücke von meiner Reise in Palästina" sprechen wird. Im Anschluß daran findet eine Diskussion statt. Gäste, Hainen und Herren, herzlich willkommen. Ihn pünktliches Erscheinen wird gebeten. Eine Darstellung der neuhebräischen Dichtung in französischer Sprache Soeben ist hier im Verlage des M ercurc de France ein beachtenswertes Buch erschienen : „L a p o e s i e l y r i - qiic hebra i q u e C o n t e m p o r a i n e 1SS2—1910" von Dr. Nahuni S 1 o u s c h , Privatdozent für neuhebräische Literaturgeschichte an der Sorbonne. Dr. Slousch hat sich bereits, — abgesehen von seinen philologischen und historischen Forschungen zur Kenntnis der alten Hebräer und Phönizier, - durch eine vor zwei jähren erschienene Geschichte der modernen hebräischen Literatur („L a Renaissance de 1 a litt erat urc hebraique/- Paris H)j9) einen g-eachteten Namen in wissenschaftlichen Kreisen erworben. Außerdem ist er selbst in hervorragender V/eise als hebräischer Schriftsteller und Publizist tätig. Gegenwärtig hält Dr. Slousch, wie bereits gemeldet, in Amerika einen Zyklus von Verträgen über die moderne hebräische Renaissancebewegung sowie über die Juden in Nordafrika, die er während einer längeren Studienreise in Marokko, Algier, Tunis und Tripolis näher kenneu gelernt hat. Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport Zur Feier seines einjährigen Bestehens veranstaltet der jüdische Frauenbund für Turnen und Sport in Herlin am Sonntag, den 10. Dezember, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle des Falk-Realgvmnasiums, Lützowstrabe 84 c, ein Schauturnen. -- Arn 17. Dezember, nachmittags b Uhr, findet ein The d a n s a n t in den Räumen der Gesellschaft der Freunde, Potsdamer Stralie statt. Karten sind zu haben: im Vorverkauf ä 2,50 M. (inkl. Tee und Gebäck) auf den Turnsälen und bei Frau tiwina L a c h in a n u , Regensburger Straße 13, an der Abendkasse ä 3 M. ""pjnn Pädagogische Zeitschrift für Lehrer und Eltern. Herausgegeben vom Verbände der Lein er in Palästina, redigiert von Dr. N. Turow. Heft 3 5, Tischre-Adar 5f)70 (Hebräisch.) Auch in diesen Heften, mit denen der erste Jahrgang des ausgezeichneten Organes der palästinensischen Lehrerschaft seinen Abschluß findet, äußert sich der ehrlich strebende Wille, die hohe Aufgabe, die sich die Herausgeber gestellt haben, bestens zu erfüllen. Gleich den vorhergehenden zwei Heften, die wir an dieser Stelle (Nr. 4 d. J.) besprachen, bieten auch diese nicht allein den Mitgliedern des Verbandes, sondern auch auswärtigen Lehrern, insbesondere aber allen denjenigen, die für nationaljüdische Erziehungsfragen Interesse haben, viel Wissenswertes und Anregendes. Auch diesmal wollen wir auf die rein pädagogischen Beiträge, die zumeist in gediegenen Uebersetzungen bestehen, nicht näher eingehen, und nur im allgemeinen betonen, daß sie von großer Bedeutung sind für eine gründliche, theoretische Weiterbildung der Lehrer Palästinas. Was den weitesten Leserkreis des nationaljüdischen Publikums unbedingt interessieren muß, wird auch in diesen Heften in genügendem Maße geboten. Zunächst ein Brief Ben-Jehudas mit der wohlbegründeten Mahnung an alle Leiter und Lehrer von hebräischen Schulen und Kindergärten, die richtige' Aussprache und die semitische Klangfarbe der Sprache nicht gleichgültig zu behandeln. Sehr interessant ist ein Aufsatz A. S. Rabinowitz' über „Leo Tolstoi als Pädagoge" (S. 197—209). Bekanntlich hat der Weise von Jasnaja-Poljana sein Leben lang nach einein System sittlicher Erziehung gerungen. Was er über den erzieherischen Wert des ,,Alten Testamentes'4 sagt, sollten wir Juden uns in erster Reihe merken. Wir finden da Gedanken wie die folgenden: „Das Buch von der Kindheit der Menschheit wird stets das liebste Buch bleiben für die Kinderjahm; eines jeden Menschen" . . . „Wie ist darin alles so klar und verständlich, besonders für das Kind! Und zugleich wie exakt und ernst! . . . Ich kann mir nicht vorstellen, welche Bildung ohne dieses Buch möglich gewesen wäre" . . . „Ich kenne keine andere Schöpfung außer der Bibel, welche alle Seiten des menschlichen Denkens in so knapper dichterischer Form in sich vereinigte. Alle Fragen von den Erscheinungen in der Natur werden durch dieses Buch erklärt, alle frühesten Beziehungen der Menschen zueinander, der Familie, des Staates, der Religion werden zuerst durch dieses Buch erkannt" . . . „Ohne die Bibel ist in unserer Gesellschaft ebensowenig wie