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Die Welt · 1911-12-01 · 48 (1.12.1911) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
48 (1.12.1911)
Date
1911-12-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1292 ^ip^' f:; M% > I« - f m - ikM (V. >; 'V •« *A üffif i < &II3§ffLT Nr. 48 Zeugen im Prozeß Seki Bej, Schaban Effeudi, hervorgehoben hat, worin die Rede von den gegen Dschavid und Talaat ßej wegen ireimaurerischer und zionistischer Bestrebungen erhobenen Anklagen ist, und anscheinend bloße Behauptungen zu Tatsachen stempeln will, tritt er mit folgendem kühnen Syllogismus auf: „Die von „italienischen" Juden gegründeten Logen in S a 1 o n i k verfolgen zionistische Zwecke - eine in Paris im „Grand Hotel4* abgehaltene Versammlung von Zionisten, die sich aus Saloniker Israeliten zusammensetzte, beschloß, den Italienern Tripolis für drei Millionen abzukaufen — als o suchen die Zionisten a u s der T r i p o 1 i s f r a g e Nutz e n z u z i e h e n und sind nichts a 1 s heimliche A g e n t e n der italienisch e n R e g i e r u n g.kt Ebu Sia Tewfik Bej zeigt sich zum Schluß seines Artikels als Spionemiecher, indem er behauptet, solcher heimlicher italienischer Emissäre, die unter der Maske von Zionisten den italienischen Interessen dienen, gebe es auch in Pera und üalata. Diese Probe von der antisemitischen Schriftstellern eines Mitgliedes der türkischen Kammer mag als Beweis dafür dienen, daß man durch Entstellung von Tatsachen und allerlei willkürliche Erfindungen die Israeliten und Freimaurer zu Sündenböcken in der Tripolisaffäre machen will. Ebu Sia Tewfik kann sich selbst sagen, wenn er vielleicht behaupten sollte, seine Hetze richte sich nur gegen die fremden Juden, daß auch das einheimische jüdische Element darunter empfindlich leiden wird. Es ist das eine seltsame Auffassung, die der ehrenwerte Deputierte von der osmaiiischen Einigkeit und dem durch die alliieren Ereignisse gebotenen inneren Frieden hat. Wir sind der Ansieht, daß er damit seinem Vaterland keinen Dienst erweist, zumal da seine Angriffe anscheinend nicht nur die Israeliten, sondern auch gewisse politische Kreise in der Türkei treffen sollen, deren Vaterlandsliebe er verdächtigt.44 Die Missionäre an der Arbeit uit der Zerstörung von halb Balat hat die Mission Lite age. Durch das Verschwinden der Knaben- und Mädchenschule der Alliancc, sowie zweier Talmud Torahs, die dem Feuer zum Opfer fielen, sind etwa neunhundert Kinder a u. t ei i e S t r a ß e g e w o r f e n worden, zu all den anderen, die bisher schon ohne Schule aufgewachsen waren. Wenn wir annehmen, daß ein beträchtlicher Teil dieser Kinder in anderen Talmud Torahs, in den Allianceschulen und der „Seror Hachajim1' zu Hasköj oder auch im entfernten Galata Unterkunft fand, so bleiben immer sicherlich an 2—300 neue Kinder, die die Straße bevölkern und andere 4—500, die in d e n S c Ii o i) d e r s e 1 i g m a c h e nden Missionsschule n z u H a s k ö j u n d G a 1 a t a , au f g e n o m m e n w u r d e n. Dieser Gedanke ist herzzerreißend. Es werden also fünfhundert neuer zarter Kinderseelen der Mission ausgeliefert werden. Sie werden die Legion der armen jüdischen Kreaturen vermehren, die in den Geberstunden niederknieen und zu rrolmlciclmam in den schneeigen Kleidern der jesubräute mit den Heiligenbildern bei den jüdischen Synagogen vorbeiprozessieren werden. In Galata hat die Erhöhung des Schulgeldes in der Allianz-Mädchenschule einen weiteren Trupp Kinder der Missionsschule zugetrieben, die sie nicht nur billiger - sie ist ja kostenlos — sondern auch bedeutend schöner ausgestattet finden. Natürlich lassen es sich die Missionsanstalten nicht damit genug sein, die jungen kindlichen Seelen in ihrem Sinne zu lenken, sie suchen auch nach absolvierter Schulzeit ihren Raub festzuhalten. Die Schwestern und die Pastoren veranstalten den jungen Mädchen regelmäßige Meetings, zu denen sie mit Spiel, Tanz und Vorlesung gelockt werden, auf denen sie die altgewohnten frommen Gebete wiederholen und die iiebgewordeuen Lieder wieder auffrischen können, und von denen sie wohlgefüttert mit „geeigneter4' Lektüre ins Haus zurückkehren. Den jungen Leuten hat man einen behaglichen Klub geschaffen, weite Räume, gediegenes Möblement, Lesehalle, Bücherei, Schachspiele, und die liebevollen Plaudereien des Herrn Pastors, der nicht nur ihr Englisch vervollkommnet. Und die Seelenfängerei findet ihre Opfer .... Niemand in der Gemeinde kümmert sich darum, ebensowenig wie draußen in der großen Welt. (pöT || o o o V$TG- PALASTINA 7», ooo II 31& Ausbeutung der Petroleum- und Phosphatlager Palästinas Zur Ausbeutung der im Ostjordanlande lagernden Bodenschätze hat sich vor einiger Zeit eine Gesellschaft gebildet, die aus einer syrischen und einer englischen Gruppe besteht. Die syrische Gruppe, mit einer deutschen Finna an der Spitze, hatte die Konzession zur Ausbeutung der Petroleum- und Phosphatlager des Ostjordanlandes erhalten und suchte schon im vergangenen Jahre europäisches Kapital, insbesondere deutsches, an dem Unternehmen zu interessieren. Die Anfrage bei deutschen Häusern blieb aber ohne Erfolg. Nunmehr ist es den Inhabern der Konzession gelungen, englische Kapitalisten zu gewinnen. Vor etwa einem Monat war der Direktor der englischen Gruppe mit mehreren Ingenieuren in Haifa. Die Urteile dieser Herren über die Aussicht und Rentabilität des Unternehmens lauteten sehr günstig, ebenso die Untersuchung der mitgenommenen üesteinproben. Noch in diesem Winter wird vielleicht mit der Ausbeutung der Lager begonnen werden. Das in Frage kommende Terrain liegt im Ostjordanlande südlich von Deraa (wo die Verzweigung der Hedschaslinie nach Damaskus und Medina beginnt) bis in die Breiten des Toten Meeres. Da bei der Gewinnung von Phosphat viele für die Landwirtschaft gut verwendbaren Nebenprodukte abfallen, so werden unsere Kolonisten hoffentlich bald einen guten, billigen Kunstdünger aus Palästina selbst beziehen können. Spenden palästinensischer Juden für die verwundeten Soldaten in Tripolis Der Jerusalemer Zweigverein des „Roten Halbmondes" (türkische Schwesterorganisation des Roten Kreuzes) erhielt dieser läge von dem Direktor der Anglo-Palestine Company in Jaffa, Herrn S. D. Levontin, 1000 Frcs. als Beitrag7 der genannten Bank für die verwundeten türkischen Krieger in Tripolis. Die in Jerusalem für die verwundeten daten gesammelten Spendenbeträge belaufen türkischen Solsich bisher auf ca. SOG türkische Pfund.!n den letzten Tagen haben einige Komiteemitglieder des nach den benachbarten Spenden zu sammeln. ,Roten Halbmondes4'' eine Rundreise Ortschaften unternommen, um dort Von der Eisenbahnlinie Haifa—Akko Die Bahn Haifa-Akko ist dieser Tage abgesteckt worden. Die Bahnbauten werden demnächst ausgeschrieben. Eine deutsche den Bau Baufirma der Bahn Gebrüder Beiharz in Flaifa Stationen bis M a a n erhalten. hat Prämienverteilung in einer Jerusalemer Jeschibah Am 10. Marcheschwan (1. November) d. J. fand in der jerusalemer großen Talmud-Thora und in der Jeschibah Ez- Cbajim zum erstenmal die Verteilung der von dem Moskauer Philantropen und Palastinafreund S. P e r s i t z gestifteten Preise für die besten Zöglinge dieser Anstalten statt. Das Prüflings- und Preisrichterkollegium bestand aus einer Reihe der angesehensten Rabbiner Jerusalems. In der Talmud-Thora gelangten zwei Prämien von je 10 Rubel für die Schüler, die die besten Kenntnisse in der Bibel aufwiesen, ferner zwei Prämien von je 15 Rubel für die Prüflinge, die sich beim talmudischen Examen am meisten ausgezeichnet hatten, zur Verteilung. An der J e s c h i b a h E z - C h a j i m gewann ein Zögling den großen Preis von 300 Rubel. Ferner wurde zwei weiteren Zöglingen eine Prämie von 100 Rubel und eine solche von 50 Rubel zuerkannt. Von den hebräischen Gymnasien in Jaffa und Jerusalem Die Leitung des Jerusalemer hebräischen Gymnasiums hat Herrn Dr. J. Zipperno witsch aus Rußland als Lehrer für Talmud und althebräische Literatur, ferner Frau N. M a l u l als Lehrerin der arabischen Sprache für die unteren Klassen der Anstalt engagiert.

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