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Die Welt · 1911-11-24 · 47 (24.11.1911) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
47 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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AUS DER BEWEGUNG An die zionistischen Studentenvereine, Verbindungen und Studenten! In der in Basel anläßlich der Versammlung zionistischer Studenten stattgehabten Zusammenkunft ihrer Delegierten wurde ich mit der Vorbereitung eines interterritorialen Bundes zionistischer Studenten, dessen Gründung die Versammlung im Prinzip beschlossen hatte, beauftragt. Die auf der Delegiertenzusammenkunft anwesenden Studenten versprachen damals, mir innerhalb dreier Monate ein Expose über Ziel und Organisationsform des zu stiftenden Bundes zu übersenden. Bis jetzt erhielt ich nur ein Schreiben, und von zwei Organisationen zionistischer Studenten die Zusage eines solchen. Da es nun nidit angebracht wäre, von oben herab den zionistischen Studenten eine Organisationsform aufzudrängen, im Gegenteil ein lebendiger Organismus erst dann entstehen kann, wenn zunächst die einzelnen Gruppen sich dazu äußern, so ist es sehr wünschenswert, daß alle, die in Basel bei der Konferenz anwesend waren, so wie überhaupt jeder, der zu dieser Sache ein Wort zu sagen hat, seine Meinung äußere. Nur dann wird es mir möglich sein, aus allem Wollen die Synthese aufzubauen, wenn ich dieses Wollen kenne. Ich weiß, daß Ihr Studenten den Landesorganisationen gegenüber große Pflichten zu erfüllen habt; und daß diese Pflichten Eure Zeit schon in hohem Maße beanspruchen. Ich erwarte aber doch, daß Ihr auch jetzt die Zeit dazu findet werdet, um der zionistischen Organisation zu dienen, indem Ihr bei der Vorbereitung dieser für sie wichtigen Angelegenheit behilflich seid. Groningen, November 1911. Ornstein. Deutschland Berlin. In der Gruppe „Kadimah" der Berliner Zionistischen Vereinigung sprach am 28. Oktober er. und 4. November Herr Dr. Nathan Birnbaum (Mathias A c h e r) über den Gedanken eines alljüdischen Kongresses im Anschluß an den in „Ost und West" erschienenen Artikel „Ein Ruf zur Tat". Am 12. November referierte in der „Kadimah" Herr Dr. T h e i 1 - haber über die Gründung einer jüdischen Volksvorschußkasse in Berlin. Dortmund. In der Zionistischen Vereinigung sprach am 24. Oktober er. Herr Kurt B1 u m e n f e 1 d vor mehr als 200 Personen über „Assimilation oder Zionismus?" München. Am 9. November er. sprach in der Zionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Walter Fischer aus Berlin über „Das Problem des Antisemitismus". Konstanz. Wie die „Konstanzer Zeitung" berichtet, sprach am 11. d. M. Herr Dr. Pinkus aus Zürich in der Zionistischen Ortsgruppe über die Bedeutung des tripolitanischen Feldzuges für die Juden. Österreich Brüx. In einer stark besuchten Versammlung des jüdischen Volksvereins „Zion" sprach am 12. d. M. Herr Ernst Bechert, Teplitz, über Entwicklungsphasen im Zionismus. In der sich anschließenden Debatte beantwortete Herr Dr. Emil Marg u 1 i e s verschiedene Anfragen. Troppau. Im Zionistischen Verein „Jeschurun" hielt Herr Dr. Hausmann aus Lemberg einen Vortrag über die arabische und türkische Frage in Palästina. Krakau. Am 22. Oktober fand die 5. Generalversammlung des Jüdischen Turnvereins bei starker Beteiligung statt. Nachdem der Vorsitzende, Herr Dr. Leon Landau, die Tätigkeit des Ausschusses geschildert hatte, sprach Herr Ingenieur Zimmermann dem aus beruflichen Ursachen zurücktretenden langjährigen Vorsitzenden den Dank des Vereins aus. Herr Ingenieur Zimmermann wurde sodann zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Sarajewo. Nationalverein abend. Am Bosnien 11. November veranstaltete der Jüdische n musikalisch-deklamatorischen Vortrags- England London. Die jahrliche Generalversammlung der London University Zionist Society hat am verflossenen Sonntag im Jews' College in London unter dem Vorsitz von Herrn Herbert B e n t vv i c h stattgefunden. Der Bericht und der Rechnungsabschluß für das vergangene Jahr wurden genehmigt und die Vorschläge des Komitees für das neue Jahr besprochen und angenommen. Der erste Vortrag wird von Normann Bentwich über Palästina (mit Lichtbildern) nächsten Sonntag unter dem Vorsitz von Dr. Gaster gehalten werden. Der Verein wird auch Anteil nehmen an den Vorbereitungsarbeiten für einen Vortragszyklus, den Dr. Mos sin söhn aus Jaffa bei seinem bevorstehenden Besuch in England halten wird. Der Verein hat auch, wie im vorigen Jahre, interne Versammlungen für jüdische Geschichte und Besprechung zionistischer Angelegenheiten veranstaltet. Der neugewählte Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern: Herbert Bent wi ch, Präsident; Dr. Samuel D a i c h e s, Vizepräsident; Leon Simon, Vorsitzender; Frl. G i n z b u r g , Schatzmeisterin; Frl. A. O r m a n und Herr S. M. Lazarus, Sekretäre im Ehrenamt. Nach Schluß des geschäftlichen Teils der Generalversammlung hielt Herr Eisenberg aus Rechoboth, der 25 Jahre in Palästina gelebt hat, eine Ansprache. Er sagte, daß er sich über die Gelegenheit freue, in einer Versammlung englischer Zionisten zu sprechen. Die jüngere Generation in England und in Palästina sei von demselben Geiste beseelt. Hierauf besprach er verschiedene Fragen des palästinensischen Lebens, besonders das Erziehungswesen. Er betonte, daß die jüdischen Kolonien sich ohne äußere Einmischung verwalten könnten und die öffentliche Ordnung aus eigener Kraft aufrecht erhalten. Er schilderte auch den wachsenden Gebrauch der hebräischen Sprache im täglichen Leben. Das Hebräische sei die einzige Sprache der heranwachsenden Generation. Auf Antrag des Herrn Isak Goodmann, Sekretärs der English Zionist Federation, wurde beschlossen, einen Oelbaum im Herzl-Wald auf den Namen des Herrn Eisenberg zum Andenken an seinen Besuch zu stiften. Südafrika Johannesburg. In der Zeit zwischen dem 31. August und dem 12. Oktober hielt das Exekutivkomitee der südafrikanischen Zionistenföderation unter dem Vorsitz des Herrn A. M. Abrahams mehrere Sitzungen ab, worin verschiedene Organisationsfragen besprochen wurden. Der Sekretär berichtete, daß der Aufruf und die Sa mm eilbogen für einen hebräischen Stipendiumfonds an der Universität in Kapstadt fertig gestellt seien und sofort nach den Feiertagen zur Versendung an die Vereine gelangen werden. Herr Leop. Keß le r erstattete einen Bericht über die Tätigkeit der südafrikanischen Delegierten auf dem 10. Zionistenkongreß. Er forderte das Komitee auf, seinen Einfluß bei den Vereinen dahin geltend zu machen, daß sie dem neuen E. A. C. die gleiche Treue und Anhänglichkeit bewahren, die sie der früheren Leitung gegenüber bekundet haben. Einige Vorschläge für die Ausgestaltung des südafrikanischen zionistischen Organs „Zionist Record" wurden gleichfalls eingehend besprochen.

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