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Die Welt · 1911-11-10 · 45 (10.11.1911) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
45 (10.11.1911)
Date
1911-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Jo. 45 DIE jJgELT 1189 Herr J. H. Kann führt aus, er beabsichtige nicht, prinipiell Opposition gegen die Palästinaarbeit zu machen, doch abe er auf Grund von fachmännischen Urteilen die Anjcht gewonnen, daß manche unserer Gesellschaften nicht kaufmännisch genug verwaltet werden, insbesondere scheine ihm lies für die Oelbaumspende zuzutreffen. Professor War- > u rg erwidert, daß die von Herr Kann genannten Institutionen um Teil Privatgesellschaften seien, daß aber bei keiner Geeilschaft Grund zu Vorwürfen vorliege. Diese Auseinandersetzungen führen zu einer langen Debatte, i ie am Montag fortgesetzt wird und an der sich sämtliche Mitglieder des A. C. beteiligen. Die Debatte bezieht sich um Teil auf die Spezialerörterungen, von denen Herr Kann usgegangen war, und es wird in diesem Zusammenhange;ervorgehoben, daß die zionistischen Gesellschaften viel Gutes eisten. Das E. A. C. vertritt den Standpunkt, daß wir naturetnäß erst allmählich über den Zustand des Experimentierens linauswachsen und daß manche Schwierigkeiten noch zu überwinden sind. Im Zusammenhang mit diesen Erörterungen finden aich Auseinandersetzungen prinzipieller Natur statt, die sich uf das Wesen und die allgemeinen Richtlinien der Palästinarbeit beziehen. Gewisse gegensätzliche Auffassungen, die uf den schon in früherer Zeit oft erörterten Meinungsverchiedenheiten der verschiedenen Richtungen im Zionismus eruhen, treten hierbei zutage, doch stimmen sämtliche Mitlieder des A. C. darin überein, daß die Palästinaarbeit in er Richtung, wie sie begonnen sei, fortgeführt werden müsse. Herr S o k o 1 o w führt in Ergänzung des Referates über ■ie Kulturfrage aus, daß sich eine große Arbeit für die ionistische Organisation durch das Studium der Schulfrage n Orient eröffne. Dies sei eine sehr ernste und wichtige ngelegenheit und müsse Gegenstand einer sorgfältigen Enuete sein. Diese Ausführungen begegnen allgemeiner Zustimmung. Von den Beschlüssen des A. C. zur Frage der Palästinarbeit sind folgende hervorzuheben: 1. Antrag des E. A. C: Bezüglich der praktischen Arbeit in Palästina ist das X. C. der Ansicht, daß alle Arbeit auf den Erwerb on Ländereien durch Privatleute und auf die Fördeung unserer ParzellieTungsgesellschaft, der P. L. D. C, konzentriert werden muß. Das E. A. C. wird beauftragt: 1. in allen Landesverbänden und Sonderverbänden eine energische Arbeit nach dieser Richtung hin einzuleiten, 2. den Kongreßbeschluß wegen Erhöhung des Kapitals der P. L. D. C. auf das schleunigste durchzuführen, 3. die Agitation für den N. F. einschließlich seiner Nebenabteilungen (Genossenschaftsfonds, Oelbaumspende, Arbeiter-Heimstättenfonds) dauernd mit allen Mitteln zu unterstützen. Das E. A. C. empfiehlt die folgenden Anträge, die gleichfalls angenommen werden: 2. Antrag Tschlenow: Das E. A. C. wird beauftragt, alle nötigen Maßregeln zur Schaffung eines Instituts für Agrar-Kredit zu treffen. 3. Antrag Böhm. Das E. A. C. wird beauftragt, gemeinsam mit den Leitern der verschiedenen zionistischen Institutionen einen Arbeitsplan aufzustellen, in welchem jeder der Institutionen ihre bestimmten Aufgaben zugewiesen werden und durch den ein einheitliches und reibungsloses Zusammenarbeiten der einzelnen Leitungen der Institutionen gewährleistet wird. 4. Antrag Weizmann und Motzkin. Das E. A. C. wird beauftragt, für eine der nächsten Sitzungen des A. C. alles erreichbare Material über die Möglichkeiten der Einwanderung nach dem Orient zu sammeln und zu bearbeiten. Sitzung vom Dienstag, den 7. November Dr. Hantke berichtet über die Verhandlungen mit der Föderation Misrachi, die zu einem Einigungsbeschluß zwischen dem E. A. C. und der Misrachi-Föderation geführt haben, der dem A. C. zur Bestätigung unterbreitet wird. Nach einer längeren Debatte, in der die Herren Motzkin, Fischer, Stand einige größere oder geringere Bedenken gegen manche Punkte dieses Abkommens äußern, während das E. A. C, Herr Dr. Franck als Vertreter des Misrachi, sowie die Herren Wolffsohn, Böhm, Idelsohn und Friedemann die vorgeschlagenen Anträge befürworten, werden die Anträge des ETA. C. in folgender Weise angenommen: 1. Es wird mit dem Misrachi ein Abkommen dahin getroffen, daß a) Der Vorsitzende der Föderation Misrachi, Herr Dr. Frank, zu den Sitzungen des großen A. C. regelmäßig mit beratender Stimme hinzugezogen wird, b) der Misrachi in dem Kulturausschuß, der zur Vorbereitung aller von der zionistischen Organisation unternommenen kulturellen Arbeiten dienen soll, eine gebührende Vertretung erhält. 2. Zur Ausführung der kulturellen Arbeiten beschließt das A. C. die Wahl eines Ausschusses von sechs Mitgliedern. In diesem Ausschuß soll ein Mitglied des E. A. C. den Vorsitz führen. Von den sechs Mitgliedern des Kulturausschusses sollen drei Mitglieder gemäß den Personalvorschlägen des Misrachi gewählt werden. Das E. A. C. gibt dem A. C. die Erklärung ab, daß es zur Ausführung des Kongreßbeschlusses, wonach die zionistische Organisation nichts unternehmen darf, was dem Religionsgesetz widerspricht, in strittigen Fragen eine rabbinische Autorität zuziehen wird, die dem A. C. Ratschläge oder Outachten unterbreiten soll. Die Entscheidung liegt in allen Fragen bei dem A. C. Hierauf wird der Kulturausschuß gemäß den Vorschlägen des E. A. C. und der Misrachi-Föderation in folgender Zusammensetzung gewählt: Sokolow (Vorsitzender), Dr. Bub er, Motzkin, Dr. Heinrich Loewe, Dr. Wilhelm Levy, Dr. Pick und Berlin. Hierauf erstattet Dr. Hantke Bericht über die Frage der Anerkennung des Order of Ancient Maccab e a n s. Der O. o. A. M. teilt in einem Briefe mit, daß er seine Anerkennung als Föderation beantragt, da er den erforderlichen Bestimmungen des Statuts genüge. Er verfüge über 3000 Schekelzahler und vertrete eigene Anschauungen innerhalb der Organisation. Ferner hätten die englischen Delegierten auf dem Kongreß mit einer Ausnahme erklärt, daß sie dem neuen Statut unter der Voraussetzung zustimmen, daß der Passus des Statuts, wonach eigene Sonderverbände existieren dürfen, auf den Order of Ancient Maccabeans in dem Sinne angewendet würde, daß seine Anerkennung er-

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