Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 43 (27.10.1911)
- Date
- 1911-10-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Kooptationssystems ergeben würden. Das Prinzip der Oeffentlichkeit würde dadurch vernichtet, jede Kontrolle seitens der beitragleistenden Mitglieder in allen Ländern ausgeschaltet, der Einfluß der nicht in Paris wohnhaften Mitglieder des Central-Comites auf Null reduziert und die Verwaltung der Alliance immer einer kleinen Gruppe von Pariser Hefren überlassen bleiben. W i e \v i r erfahren, beabsichtigt das Präsidium der deutschen Konferenzgern einschalt der Alliance, mit aller Energie gegen diese Pläne anzukämpfen und eine Aktion dagegen einzuleiten, die in der nächsten Zeit in ihren Einzelheiten der Oeffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden wird. Verband der Deutschen Juden Die Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden, die am 5. November im Neuen Königl. Operntheater (Kroll) zusammentritt, wird voraussichtlich rege Beteiligung finden. Von den etwa 600 zur Hauptversammlung berufenen Delegierten haben bereits mehr als 400 ihr Erscheinen zugesagt. Das bisher noch nicht angekündigte Thema des dritten (politischen) Vortrages, den der Landtagsabgeordnete Dr. Cohn-Dessa u halten wird, lautet: „Der Staat und die Juden". Zuhörerkarten sind vom Sonntag, den 22. d. M., an im Bureau des Verbandes, Potsdamer Straße 45, II, täglich außer Sonnabends von 10 2 Uhr zu haben. Ein neues Kolonisationsgebiet für die Juden Laut einer Mitteilung, die im hiesigen „ölobe" vor einigen Tagen erschienen ist, fordert die Regierung von Nicaragua die Juden Rußlands wie auch anderer Länder, wo sie verfolgt werden, auf, nach Nicaragua auszuwandern und sich dort als Landwirte niederzulassen. Diese Einladung erfolgt offiziell durch Herrn R. Sosman, den Generalkonsul der zentralamerikanischen Republik in den Vereinigten Staaten, der selber ein russischer Jude ist und bei der letzten Resolution in Nicaragua eine hervorragende Rolle gespielt hat. Jeaem jüdischen Ansiedler werden 140 Morgen Land versprochen. Im Falle einer größeren jüdischen Ansiedlung würde die Regierung bereit sein, örtliche Autonomie zu gewähren. In der Notiz des „Globe4 4 wird ferner berichtet, es verlaute, daß die nicaraguanische Regierung sich mit einer der großen jüdischen Wohltätigkeits-Organisationen in Europa in Verbindung setzen wolle, um sie für die Gründung einer solchen jüdischen Ansiedlung zu interessieren. Diese Nachricht ist mit der Vorsicht aufzunehmen, die sich nach den zahlreichen Ansiedlungs-Projekten der letzten Jahre dringend empfiehlt. Es wäre gewiß wünschenswert, der jüdischen Massenemigration neue Wege zu erschließen, doch ist es mehr als zweifelhaft, ob Nicaragua ein für größere Judenmassen geeignetes Gebiet darstellt. Das Klima ist dort im wesentlichen tropisch und von den Höhen aus, wo Europäer leben könnten, würde sich der Absatz der Bodenprodukte, vorwiegend Mais und Kaffee, sehr schwierig gestalten. Amerika und die russisch-jüdische Paßfrage Wie das WolfPsche Telegraphenbureau unterm 24. Oktober meldet, hat das nationale Bürgerkomitee den Plan gefaßt, eine Agitation im ganzen Lande zugunsten der A b - Schaffung des Handelsvertrages mit Rußland einzuleiten, da dieses sich weigert, die Pässe der amerikanischen Juden zu visieren. Massenversammlungen sollen in den großen Städten abgehalten und der Kongreß soll kurz und bündig aufgefordert werden, den Handelsvertrag abzuschaffen. A. J. K. O. Generalversammlung der A. J. K. O. Am Sonntag, den 2Q. Oktober, findet um 11 Uhr vormittags präzise in Berlin, Hotel Ruhland, Mittelstraße 60, die ordentliche Generalversammlung der A. J. K. O. statt. Da dies seit langer . Zeit wieder die erste A. J. K. O.-Versammlung ist und unter den Mitgliedern große ■ Unzufriedenheit mit der jetzigen Leitung herrscht, so verspricht die Versammlung interessant zu werden, und wir empfehlen unseren Freunden, soweit sie Mitglieder der A. J. K. O. sind, die Versammlung persönlich zu besuchen. Mitgliedskarten sind mitzubringen. Hebräertag in Lemberg Ein Lemberger Komitee von Freunden d-er hebräischen Sprache und Literatur veranstaltet am 15. November d. J. einen Hebräertag. In einer großen öffentlichen Volksversammlung sollen nämlich Referatein hebräischerSprache über geeignete Maßnahmen zur Förderung der hebräischen Renaissancebewegung in Galizien erstattet werden. Daran wird sich eine allgemeine Aussprache, ebenfalls in hebräischer Sprache, anschließen. Es ist dem Komitee gelungen, Herrn Dr. Schemarja L e w i n aus Berlin als Hauptredner für den Hebräertag zu gewinnen. Eine Darstellung der jüdischen Presse In Nr. 19 des „Schweizer Graphischen Zentralanzeigers" (Luzern) finden wir einen lesenswerten Aufsatz „Die Presse des Judentums" von K. J. Lüthi-Tschanz, Beamten der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern. Der Artikel verbreitet sich namentlich in interessanter Weise über die hebräische und Jargonpresse und bietet eine Uebersicht über die in den europäischen Ländern wie in Amerika in verschiedenen Sprachen erscheinenden jüdischen Zeitungen. Von der hebräischen Tagespresse Vor vier Monaten hat die hebräische Tageszeitung „Heed rlasman" in Wilna ihr Erscheinen plötzlich eingestellt. Wie uns nun aus Wilna mitgeteilt wird, erscheint das Blatt demnächst wieder unter seinem ursprünglichen Namen „H asm an". Die Redaktion besteht aus den Herren B. Katz, S. L. Citron, J. A. T r i v u s und Dr. R a b i n s o h n , die auch früher dem Redaktionskollegium des „Heed Hasman" angehörten. Auch das Jerusalemer hebräische Tagblatt „H a o r" erscheint nach kurzer Ünterbrechung wieder unter der vorigen Redaktion von Ben-Jehuda junior. Bücherbesprechungen Eine hebräische Uebersetzung von Auhagens „Beiträge zur Kenntnis der Landesnatur und Landwirtschaft Syriens" Im Verlage „Laamu in Jaffa ist soeben eine hebräische Uebersetzung der bekannten Schrift von Hubert Auhagen: „Beiträge zur Kenntnis der Landesnatur und Landwirtschaft Syriens" erschienen. Die Uebersetzung stammt von dem kürzlich verstorbenen E. Saphir, Vizedirektor der Anglo-Palestine Company, der als einer der besten jüdischen Kenner des gegenwärtigen Palästina und seiner Bewohner galt und seine Meisterschaft auch auf dem Gebiete der historischen Palästinaforschung durch die kurz vor seinem plötzlichen Tode erschienene ausgezeichnete Jjebräische Monographie „Haare z" dairgetan hat. Die Uebersetzung der Auhagenscheri Schrift gibt den Inhalt des Originals getreu wieder, weicht aber stellenweise in der Form der Daislellung von dem deutschen Grundtext ab und enthält auch einige Zusätze und Berichtigungen, die dem Uebersetzer für die jüdischen Leser des Buches wichtig und angemessen erschienen. Als Anhang ist der Schrift eine alphabetische Liste der hebräischen Pflanzen- und Tiernamen, die in dem Buche vorkommen, beigegeben. Dieses Namenverzeichnis enthält einige sehr glückliche Neubildungen Saphirs, die sich wohl allgemein einbürgern werden. Schluß des redaktionellen Teiles Zur Beachtung WF" Die Telegramm-Adresse des Zionistischen Zentralbureaus, der Redaktion und Administration der „Welt", sowie des Jüdischen Verlages lautet: Orghip, Berlin. Die Telegramm-Adresse des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds in Köln ist: Orghip, Köln.