Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 40 (6.10.1911)
- Date
- 1911-10-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3315709-3316458-3316501--55109-3348924- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. 40 DIE20KELT 1061 Es ist eine allgemeine lladilnbfiit, aber sie ist ewig, daß das Glück des Lebens nicht iamo Besitz der materiellen Güter besteht, sondern daß -es eim; rwniB^es ist. Zufriedenheit mit seinem Lose» idealer Sinn, iiiiite wts einem guten Gewissen quellende Kraft zur Ertragumgt simllfflerer Leiden und zur Hingebung an die Menschen, reiaürn Ckainuß der Freude, Gewissenhaftigkeit in der Pf 1 ichterfü 1 Iuiq^S ssililllllliche Verwertung der empfangenen Gaben in selbständi gigfaei Ailuiitoeit, das alles mögen manchem triviale Worte scheinen,,,, laben sie enthalten nun einmal das Geheimnis des Lebensgfiuci-Mö, Alle Fürsorge für die materielle Hebung, alle KoloirosstliitonsSysteme und -versuche sind nichts wert, wenn nicht o festem Geist, der der Geist sittlicher Freiheit und SelbstäncSigifUbdiil iist, aus dem die edelsten Blüten des nationalen und lliiillluratlllen Lebens hervorgehen, den Herzen zu eigen gemach t:\vtiriilL Darum mehr Geist, d. h. mehr Thora. Mehr Geist, aber nicht {noinoden (Geist. Die Kultur anderer Völker, sie möge noch so gniolollÖ iinm.d glänzend sein, ist nun einmal nicht die Kultur, dm uii!iig«*r Volk als Ganzes zur Erneuerung seines inneren Lektasa Bbraucht und was die recht verstandene nationale Thora a Uiiilldiivnirklich enthält. - Die französische oder ei-ne anders gataiaitotlic fremde Schulbildung ist für unser Volk ein DanaergesctoailiL. Den jüdischen Fortschritt brauchen wir, die jüdische Bililifixlrri$.j, Eine Abraham-Nc iiuiuiinsi: n n - A u s s t e i ( u n g. In Warschau wurde in den des Gebäudes der „Oesellschaft zur Förderung der s dtliöii'iixiüii Künste*4 eine Aussteilung ausgewählter Gemälde und SUfeiw/oirn von A b r a h a m Neumann veranstaltet. Repräsentieren diese auch nicht sein vollständiges Wirken^ so finden wir doch ek.e genügende Zahl von charakteristischen Arbeiten aus allen Perioden seiner bisherigen Entwickelung zusammengestellt, um ei'ne zutreffende Anschauung von d«er Art und Bedeutung seines künstlerischen Schaffens zu gen innen. Abraham Neumann ist vorzugsweise als Landschaftsmaler hervorgetreten, geschätzt und beschäftigt. Seine innerste Neigung ist auf dieses Gebiet gerichtet. In seinen Bildern und Skizzen, besonders in der polnischen Landschaft, in allen fahres- und Tageszeiten, in der Abend- und Morgendämmerung-Beleuch tftmg, des Herbst-, Winter- und Frühlingstages offenbart sich ein ganz ungewöhnlich feiner Sinn der Beobachtung, wekher das Charakteristische jeder Stimmung der Luft, des Lichrts und Wetters genau erfaßt und eine seltene Gabe der schlichten, maniarlosen malerischen Schilderung der Wirklichkeit. Neujnann, der vor einigen Jahren in Palästina reiste, hat auch Ii och interessante palästinensische Landschaftsbilder genialt. Weberall si'eht Neunianii die Natur mit dem scharfen; alles beobachtenden Auge des Künstlers. Das erkennt man in seiner ganzen Darstellungsweise, die mehr das Einfache als das Effektvolle zur Geltung bringt. Man merkt es an all seinen Fildern, daß er sie in allen Fibern empfindet, daß er ihren frischen Atem einsaugt und sie in sich aufnimmt. Dies gilt von all seinen Bildern, ob er den heiteren Glanz der Sonne, das flkau des Himmels und des Wassers oder den kalten, sonnenlosen, von grauen und leicht rosig angehauchten Wolken durchzogTnen Winterhimmei malt. All diese Bilder zeichnen sich dunch Feinheit und Wahrheit aus. Neumann stellt sich keine gießen uncll komplizierten Aufgaben und packt sie nicht energisch an; er ist vielmehr ein Lyriker der Naturschilderung, still wehend, schlicht und stimmungsvoll. N. S.; -^ 0000000 II rr~ 000000 ojj AUS DER BEWEGUNG /? II o o o o o o o =-= __„JJ i! 0000000 Engeres AktHioötmiskomitee Bereits im Laute des Sö^jtlhifiintber fanden eine Reihe von Sitzungen des E. A.C. sSaßatött,0Ihms»denen die notwendigen organisatorischen Maßnahmen Ifcsprochen wurden. Es begannen, sodann Ausspruch«d fforinzipieller Natur über die Richtlinien des ArbeitspJ^gfpiiums. Diese Erörterungen traten in den letzten Tag|oiii i i.in den Hintergrund, da die jüngsten Ereignisse zu anÄltGlichen Beratungen Anlaß oaben. Östert» Wien. Der jüdische Sporttluttl• JHtakoah44 tritt nunmehr in das dritte Jahr seines Bestandes «oillibtil auf allen Gebieten seiner Tätigkeit schöne Erfolge erruyi»tim F u ß ball. Im Laufe dn; m^nngenen Jahres wurden nicht nur die meisten, der zvveilltetin %iielabteilung angehörigen Wiener Klubs geschlagen, so^öiilübii 11 sauch gegen auswärtige Fußballmannschaften schöne E rlttdg!^ ■ »erzielt. So gegen FuRballmannschaften in: Oedenbuj]jf|l() 'yjuij'jjjen die Gleichgesinnten Fußballklubs in Budapest (Vwo esi; .Atletikai Klub) und in Krakau („Makkabi'4) und sogan twbiui ausgezeichneten „Sport Jpgyelet" in Steinamanger. Leichtathletik. Bei d catti üiiinu Juli stattfindenden Turnier des Wiener Sportklubs kaiiirainiitlö:'Vereinsfarben zu Ehren, indem zwei schöne Siege err rn^vn wurden, und zwar im 100-m-Flachlauf und im 5-km-FIIWi ibiiif (Krißhaber). D i e Schwimm-, Fe cluil- mini d Turnsektionen treten ab 1. Oktober d. J. wiedoltm iiu ^Aktion, bei denen zahlreiche Anmeldungen beweisen, tllilialtii iiii der jüdischen Oeffentlichkeit reges Interesse auch für llfesa' SS;portarten vorhanden ist. In geselliger und gesellschailliiiifcliniiiT Beziehung hat sich das das beste bewähret Es ergeht nunmehr an die gesamte jüdische Oeffcntlich&eit das Ersuchen, zahlreich dem jüdischen Sportklub beizutreten oder sonstwie mit demselben in Fühlung zu gelangen und s<d Sympathien mit den Bestrebungen des Klubs Ausdruck zu gebem. Eventuelle Auskünfte erteilen die Sekretäre jeden Mittwoch und Sonnabend, abends von u£ bis MO Ihrr im Klub- Cafe „Jägerhof", Wien 1X.„ Porzellangasse 22. Außig. Im Jüdischen Volksverein „Theodor Herzl" sprach am IQ. September vor einer zahlreich erschienen Zuhörerschaft Herr Dr. Viktor Kellner, Professor am hebräischen Gymnasium an Jaffa, über: „Das neue jüdische Leben in Palästina". Die an den Abend geknüpften Erwartungen wurden weit übertreffen, denm seine von warmer Begeisterung durchglühten Schilderungen dies in Palästina erwachenden neuen Lebens gingen tief zur Herfen und fanden auch bei den anwesenden Nichtzio.misten Wiiderhall. Der Redner wußte zu zeigen, daß der Zionismus nicht nur ideale Ziele verfolgt, sondern auch durch praktische Tätigkeit machtvoll seinem Ziele entgegenstrebt. Gerade was ihm am meisten am Herzen lag, das hebräisch« Gyrnnasrum, erweckte allgemein großen Enthusiasmus. Der schon vorher vom Vorstande des Vereins gefaßte Beschluß, Kurse für hebräische Sprache, sowie Literatur und Geschichte zu venu 11 stalten, wurde durch diesen Vortrag nur befestigt, umd schon aiiaf die erste Aufforderung meldeten sich 11 Teilnehme«". Herrn Dr. Kellner gebührt besonderer Dank und dem hebräischen tfiyinnasium wird die stetige Aufmerksamkeit des ,,Jüdischen Volksvereins" gewidmet bleiben. Gablenz a. N= Zionistischer Verein „Theodor Herzl". Bei der am 9. September statrtgefundenen diesjährigen Generalversammlung wurde u. a. auch die Wahl des Vorstandes des hiesigen /donistischem Vereins; ,,Theodor Herzl*'4 vorgenommen. Unser bisheriger bewährter Obmann Herr Ludwig Hojtasch wurde wieder an dtie Spitze berufen und Herr S. Fischi zum Obmannstellvertreter bestimmt, Anschließend an die Neuwahlen