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Die Welt · 1911-09-15 · 37 (15.9.1911) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
37 (15.9.1911)
Date
1911-09-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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976 DlEfflELT No. 37 dadurch entstanden, daß Sie denselben an Herrn Wolffsohn gerichtet haben, der sich, wie Sie wissen, inzwischen vielfach auf Reisen befand und Ihnen im übrigen natürlich auch über die Angelegenheiten des Nationalfonds keine Auskunft erteilen wollte, bevor er mit mir Rücksprache genommen härte. Ich empfehle Ihnen also, in Zukunft in Angelegenheiten, welche den Nationalfonds betreffen, direkt mit dem Hauptbureau des J. N. F. zu korrespondieren, da Verzögerungen in der Beantwortung der Briefe nur bei einer Korrespondenz mit den Bureaus vermieden werden können. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß Ihr ergebener gez. Dr. Bodenheimer. Auf dieses Schreiben erhielt ich den ebenfalls folgenden Brief des Herrn Dr. Feuchtwanger mit einer Anlage in hebräischer Sprache, in welcher Herr Rabbiner Kuk die Beschwerde, die er gegen den N. F. erhob, präzisierte. Frankfurt a. M., 19. Juni 1910. An das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds Köln. Sehr geehrter Herr Gesinnungsgenosse! Ihr gesch. Schreiben an Herrn Dr. Feuchtwanger vom 25. Mai in Sachen der' Pflanzungen auf den Ländereien des N. F. während des gegenwärtigen Schemmitahjahres sandten s. Z. abschriftlich an Herrn Rabb. Kuk in Jaffa, worauf wir heute seine Antwort erhielten. Wir übersenden Ihnen anbei eine Abschrift dieser Antwort, aus der Sie ersehen werden, daß die Voraussetzungen Ihres gesch. Briefes vom 25. Mai nicht zutreffen. Wir bitten Sie daher ganz ergebenst, das Palästinaamt umgehend anweisen zu wollen, sich mit Herrn Rabbiner Kuk in Verbindung zu setzen und seinen Wünschen zu entsprechen. Ihren freundl. baldigen Nachrichten entgegensehend, zeichnen mit bestem Zionsgruß und vorzügl. Hochachtung Zionistische Föderation „Misrachi" Zentralbureau gez. Dr. Feuchtwanger. ' Durch dieses Schreiben des Herrn Rabbiners Kuk erfuhren wir erst, welche Beschwerde Herr Kuk gegen die Vertreter des N. F. in Palästina wegen der Arbeiten, die im Laufe des Schmittah- Jahres erfolgt waren, erhob. Da unser Vertreter, Herr Dr. Ruppin einige Tage später zur Jahreskonferenz in Berlin eintreffen sollte, hätte es keinen Zweck gehabt, an Herrn Dr. Ruppin nach Palästina zu schreiben, und wir antworteten darum Herrn Dr. Feuchtwanger mit folgendem Brief: Köln, 23. Juni 1910. An die Zionistische Föderation „Misrachi", Zentralbureau Frankfurt a. Main. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Auf Ihr gefl. Schreiben vom 19. Juni d. J. erlauben wir uns, Ihnen folgendes zu erwidern: Die uns eingesandte Antwort des Herrn Rabbiners Kukin Jaffa verwundert uns außerordentlich, da das Palästinaamt uns s. Z. ein von Herrn Rabbiner Kuck verfaßtes Dokument zur Unterfertigung eingesandt hat, laut welchem allen religiösen Geboten Rechnung getragen werden sollte. Da der Leiter unseres Palästinaamtes, Herr Dr. Arthur Ruppin sich gelegentlich der Jahreskonferenz in Berlin aufhalten wird, werden wir diese Angelegenheit eingehend mit ihm besprechen und Ihnen alsdann einen endgültigen Bescheid zukommen lassen. Hochachtungsvoll mit Zionsgruß gez. Dr. Bodenheimer. In der Tat kam es zwischen mir und Herrn Dr. Ruppin einerseits und den Vertretern des Misrachi bei der am 27. Juni in Berlin stattgefundenen Jahreskonferenz zu einer Aussprache, aus der sich ergab, daß Herr Dr. Ruppin nicht die geringste Kenntnis von irgendwelchen Schwierigkeiten mit Herrn Kuk wegen der Schmittah- Angelegenheit hatte und erklärte, daß seines Wissens alles geregelt sei, da ja Herr Kuk das erforderliche Dokument erhalten habe. Nach Rücksprache mit Herrn Struck und Herrn Dr. Feuchtwanger habe ich sodann, um jede Schwierigkeit zu beseitigen, die folgende Depesche an unsern Vertreter nach Jaffa geschickt: „Beachtet Kuks Ratschläge bezüglich Schmittah- Bodenheimer.u Hieraus geht hervor, daß ich den gewünschten Vertrag füi das Schmittah-Jahr unverzüglich unterzeichnet und Herrn Rabb. Kuk übersandt habe, daß ich ferner die von Herrn Kuk erhobenen Beschwerden, sobald mir dieselben bekannt geworden waren, auf telegraphischem Wege ohne Verzug auszuräumen versucht habe. Wenn dies in dem fraglichen Zeitpunkt für das vergangene Schmittah-Jahr zu spät gewesen sein sollte, so trifft das Verschulden nicht die N. F.¬ Verwaltung, sondern die betreffenden Vertreter des Misrachi, welche sich nicht an die zuständige Stelle nämlich das Palästinaamt in Jaffa gewandt haben, wodurch kostbare Zeit verloren ging. Wie unvorsichtig in dieser Angelegenheit seitens der Leitung des Misrachi verfahren worden ist, ergibt sich auch noch aus der Tatsache, daß das Schreiben des Herrn Kuk vom 25. Tamnius 5671, in welchem derselbe zum ersten Male bei der N. F.-Verwaltung direkt Beschwerden erhebt, überhaupt niemals in den Besitz der N. F.-Verwaltung gelangt ist. Nur durch einen Zufall erhielt dieselbe Kenntnis davon, daß der Originalbrief an Herrn Prof. Warburg in Berlin adressiert war und demselben nach Schluß des Kongresses in Basel behändigt worden sein soll. Die Leitung des Misrachi hat aber, ohne eine Antwort des N. F. abzuwarten, dieses Schreiben in vielen Hunderten von Exemplaren auf dem Kongreß verbreitet und hierdurch den N. F. auf das schwerste verdächtigt, ohne Gelegenheit zu geben, gleichzeitig die Behauptungen nachzuprüfen. Daß unter den obwaltenden Umständen keine Veranlassung vorlag, das Telegramm des Herrn Dr. Feuchtwanger zu verlesen, liegt auf der Hand, um so mehr, als mir im Gegensatz zu der von Herrn Dr. Feuchtwanger aufgestellten Behauptung keinerlei Dokumente, von denen in dem Telegramm die Rede war, vorgelegt worden sind. Wir haben vielmehr unsere Dokumente dem Vorsitzenden der Misrachi-Föderation, Herrn Struck, vorgelegt, und dieser hat nach Einsicht der ganzen Korrespondenz erklärt, es müsse hier ein ihm völlig unbegreifliches Mißverständnis vorliegen, und er lege bei dieser Sachlage selbstverständlich kein Gewicht darauf, daß das Telegramm verlesen werde. Es ist ein starkes Stück, bei dieser Sachlage von einem Irrtum der N. F.-Verwaltung zu sprechen und die Zurücknahme von Behauptungen zu verlangen, die in allen Punkten der Wahrheit entsprechen. Herrn Dr. Feuchtwanger trifft der schwere Vorwurf, durch die Leichtfertigkeit, mit der er diese Behauptungen aufgestellt und aufrecht erhalten hat, eine große Beunruhigung unter den Zionisten hervorgerufen zu haben. Übrigens sollten alle interessierten zionistischen Kreise wissen, daß, wenn wirklich berechtigte Beschwerden bezüglich der Arbeiten in Palästina vorliegen, diese durch die Zentralverwaltung, die nicht in Palästina ihren Sitz hat, erst dann beseitigt werden können, wenn dieselben zu ihrer Kenntnis gebracht und die Untersuchung des Herganges durch die zuständigen Beamten des N. F. in Palästina die Berechtigung dieser Beschwerden ergeben hat, daß man aber nicht berechtigt ist, wenn in Palästina irgend etwas geschieht, was mit den Anschauungen der betreffenden Zionisten nicht im Einklang steht, nunmehr ohne weiteres die Zentralverwaltung des N. F. hierfür verantwortlich zu machen und durch offene Briefe, deren Inhalt nicht nachgeprüft ist, unabsehbar zu schädigen. Hiermit halte ich diese Angelegenheit für die N. F.-Verwaltung für erledigt und hoffe, daß die gesetzestreuen Zionisten Vorkehrungen treffen, daß etwaige künftige Beschwerden in einer andern Form der N. F.-Verwaltung zur Kenntnis gebracht und mit derselben ausgetragen werden, als dies in dieser Angelegenheit geschehen ist. Mit Herrn Dr. Feuchtwanger werde ich mich in dieser Angelegenheit in keinem Falle mehr auseinandersetzen. Mit Zionsgruß Dr. M. J. Bodenheimer. Jüdische Rassenhochzucht Von Dr. med. Alfred Waldenburg Erwiderung auf das Zollschansche Referat über „Rassenproblem und Zionismus" während des X. Zionistenkongresses. (Basel, 14. August 1911) Ich konstatiere mit Genugtuung, die von mir seit elf Jahren ausgestreute rassenbiologische Saat ist aufgegangen; sie fand keinen schlechten Boden, und mein geistiges Gut fand einen trefflichen Gehirnmagen in Dr. Zollschan. Darin peptonisierten sich Semons geistreiche Ideen über die „Mneme" mit den ungeschützt in die Öffentlichkeit durchgesickerten Ergebnissen meiner eignen mehr als ein Dezennium währenden Untersuchungen über die potenzierende Wirkung der Inzucht und Nahzucht auf.

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