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Die Welt · 1911-08-25 · 34 (25.8.1911) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
34 (25.8.1911)
Date
1911-08-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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>lo- 34 DIEBEL! einzugehen. Erwähnt sei bloß, daß diese Theorie den wissenschaftlichen Beweis dafür anbot, daß der Kulfturwert irgend eines Volkes abhängig sei von dem Prozentsatz norÜt sehen Blutes, der noch aus alter Zeit in ihm liege. Wenn irgend ein Volk jemals etwas geleistet h^be, so sei das der Anwesenheit jener Herrenrasse, der urgermanischen Rassenkomponente zuzuschreiben. Daß nun ein« solche wissenschaftlich gut gestützte Theorie den germanischen Rassen Chauvinismus ins Maßlose steigern, dagegen das Selbstgefühl der nichtgermanischen Elemente, die unter ihnen lebend, ja tatsächlich die Lehensträger fremder Kulturen geworden waren, in ein Inferioritätsgefühl umschlagesn mußte, ist ohne weiteres klar. Icli muß es mir natürlich ebenso versagen, darauf hinzuweisen,daß such nach noch genaueren anthropologischen Forschungen mit Sicherheit sagen läßt, daß diese ganze schöne germanische Rass-witheorie haltlos und am s der Luft gegriffen ist. Aber die Juden produzieren ja doch bei il ihrer Agilität und Rührigkeit nur Mittelwerte! Ihre geistige Tätigkeit beschränkt sich auf bloßes kombinatorisches Assoziieren. Intuitives Erschauen neuer Gebiete dei menschlichen Forschung, die künstlerische Erleuchtung, dl& zur Schöpfung ewiger Meisterwerke führt, ist bei den modernen Juden der Gegenwart: nicht zu finden. Damit kommen wir auf ein Gebiet gescliichtsphilosophischer Betrachtungen, dies von der läppischen RassenLberhebung und von jenen AuserwähltKieitsprinzipien des Arierglaubens weit entfernt sind und gute wissenschaftliche Grundlagen zu besitzen scheinen. Es handelt sich hier nicht mehr um anthropologische Auseinandersetzungen, sondeirn um den Grundfehler der modernen wissenschaftlic lien Geschichtsauffassumg. Dieser Grundirrtum ist die bis zum Charakter der Gesetzlichkeit verdichtete Ansicht über die „Konstanz der RassenchanHere". Um kurz zu resümieren, was sich durch geschichtsphilosophische Analyse und das eingehende Studiiisn der Vererbungstheorie ergeben hat, das Gesetz von der Nkhtvererbbarkeit erworbener Eigenschaften, das Gesetz von der absoluten Konstanz der Sitcharaktere kann heute als gefallen betrachtet werden. Eine spezifische Wesensrerschiedenheit der einzelnen Rassen etwa in dem Sinne, daf3 alle hervorragenden Franzosen durch Esprit, alle hervorragenden Deutschen als Dichter und Denker sich auszeichnen müßten, daß sich spezifische Fähigkeit der alten Griechen durch die Kunst, die der alten Inder nur die Philosophie, die der Römer nur die Energie, die der heutigen Juden etwa Handelstalent, Familiensinn, die Fähigkeit sozial zersetzend zu witBcen, gewesen sei, eine solche spezifische Wesenverschiedenheit der einzelnen Rassen gibt es nicht und liat es nicht gegeben. Nicht daß diese Eigenschaften nicht existieren würden. Es wäre töricht zu leugnen, daß sich die Griechen durch ihren Kunstsinn und die Römer durch die Energie alusgezeichnet haben, daß manche Völkeir tatkräftig und daß andere wieder schwach und. energielos sind. Dafür lassen sich die konstituiven Ursachen in dem Äußern, wie im historischen und socialen Milieu dieser Völker ohne Schwierigkeit ausfindig machen. Es ist auch ganz unmöglich, daß die Eigenschaften durch die Jaliirhunderte fort ganz unveränderlich unJ starr würden bestehen bieten können, daß ein anderes Milieu nicht gerade die entgegengesetzten Eigenschaften hätte auslösen können. Die Begabungsqualität irgend eines Volkes ist gegeben durch das jeweilige Milieu, mitbestimmt durch da.s Milieu der Vorfahren. Mit den verschiedenen Kulturstufen, die ein Volk durchmacht, ändert sich auch seine Psychologie. Einflüsse des Milieus aberScönnen erfoderlichenfalls gebirechen werden. Und doch kann mit aller Bestimmtheit behauptet werden, daß die Kultmrwertigkeiten verschiedener Völker auch je nach ihrer Rasse variieren. Es ist für seine Leistungsf ähigkeit, für seine selische und geistige Begabung nicht gleichgültig, Ton welcher Rasse irgend ein Volk abstammt. Die Erklärung dafCar liegt in der Vergangenheit des betreffenden Stammes. In der ganzen organischen Natur hat jedes Wesen dasjenige Organ zur größten Ausbildung und Durchbildung gebracht, welches am meisten bei ihm betätigt war. Was man übt, wächst. Wen i irgend eine Gattung oder Rasse aus freiem Willen oder infolge von Nötigung das Schicksal] hatte, gerade auf dem Gebiete der Leistungen des Gehirns sich besonders zu vervollkommnen, so liiaben notwendiger- und natürlicherweise die Abkömmlinge gerade dieser Rasse hier den Vorrang vor den Abkömmlingen anderer Rassen. Während also die Begabungsqualität vom Milieu abhängig ist, ist das rein Quantitative an den geistigen und selischen Fähigkeiten, die Große der Begabung und die Intensität «Ies Seelenlebens, kurz also die Begabungsquote also nicht v?om Milieu, sondern von den Rasse abhängig, abhängig von der Intensität der kulturellen Tätigkeit der Vorfahren, 899 Alles was, abgesehen vom Gebiete der Religion, je geleistet wurde, alle Wissenschaft, Philosophie und Kunst, alle Staats- und Wirtschaftsbildung war angeblich das Werk arischer Völker, Und auch, was nichtarische Völker hier geleistet haben, das danken dieselben ausschließlich nur einem arischen Einschlag, einer gütigen indogermanischen Rassenbeimischung. Wenn man aber nur ein bißchen anthropologisch schürft, so ergibt sich eine ganz, abcer ganz andere Gruppierung: Die weiße Rasse und damit natürlicl auch jene Völkergesellsch dt, die man die Arier nennt, zerfällt in zwei ungleich große Teile: in eine nördliche, hellhaarige, xantochroe Gruppe und eine südliche, brünette, melanochroe. (Ruppin sagt unrichtig, daß diese Einteilung von Stratz stammt. Diese übrigens heute bereits akzeptierte Einteilung ist auf meinen Vorschlag zurückzuführen.) Die Xantochrcen, das ist der slawisch-keltisch-germanische Stamm. Die Melanochroen, dazu gehören die Völker des westlichen Asien und diejenigen Völker Afrikas und Europas, «lie um das Mittelmeer herumwohnen, darunter also auch die Ind-ei, die Juden, die Ägypter, die Griechen usw. Diese Gegenüberstellung ergibt nun allerdings ein ganz anderes Bild, als es in der Schule gelehrt wird, als es: heute als Axiom gilt: Alle diejenigen Tolker, die die erwähnten großen Leistungen geschaffen haben, gehören zu derjenigen großen Rassengruppe, welcher auch die Judera angehören. Das würde, wenn wirklich die Ansicht der Rassentheoretiker zu Recht bestehen bliebe, — sie besteht aber nicht zu Recht, — Schlüsse auf die ket der Verteilung der geistigen Begabung zur Folge haben, auf die wir nur andeutungsweise hinweisen wollten. Aber ein semitischer Rassenstolz braucht nicht mit spekulativer Beweisführung und nicht mit logischen Deduktionen, die man ja vielleicht für Sophisinen halten könnte, zu arbeiten. Die einfachen, die gewaltigen Tatsachen der Geschichte selbst, die allerdings in allen gebräuchlichem Lehrbüchern der Geschichte kaum berücksichtigt sind, entheben jeder andern Beweisführung. Der vmi allen Judengegnern erhobene und fast unwidersprochene Grundwiwurf, daß die semitische Rasse keine Schöpferkraft besitze, steht in merkwürdigem Gegensalz zu dem Ergebnis der modernen Forschungen, die alle Kultur überhaupt auf den semitischen Ursprung her in Mesopotamien zu ruckleiten. Keine Periode der Geschichte aber wurde mehr totgeschwiegen als die Glanzzeit semitischer Kultur in Spanien und der Einfluß, den diese auf die Entwicklung des ganzen neuzeitlichen Europa zur Folge hatte. Es läßt sich lückenlos der Beweis erbringen, daß der Ursprung des Humanismus und der Renaissance, auf die sich das moderne Europa so viel zukitte tut, die mit Recht das große Wahrzeichen unserer derzeitigen Kulturepoche darstellen, daß diese aiiif die Semiten: Juden und Araber in Spanien zurückzuführen sind, Der Jude ist wirklich unter den Völkern, die aus seinem Vorrat schöpften, und in deren Mitte er lebt, ein Erbe unter Erben seiner eigenen Vergangenluit. Wenn wir aber dann doch der Frage nachgehen wollen, warum denn die Juden, wenn sie und die andern semitischen Völker in der urgeschichtliche n Zeit und während des ganzen Mittelalters Ungeheures geleistet, ja geradezu die führende, die schöpferische Rolle übernommen laben, jetzt angeblich nur rezeptiv und reproduktiv, nicht aber -wirklich produzierend auf der Weltbünde auftreten, so finden vir eine Erklärung dafür in einer Analyse der sozialen Struktur unserer neuzeitlichen Judenheit. In Mesopotamien, in Palästina und zuletzt auch in Spanien lebten diese Völker ihre eigene Kultur. Sie gehörten nicht vorzugsweise einem einzige» Wirtschaftszweige an, sondern waren «gleichmäßig, wie jedes andere Volk, auf alle Berufsarten verteilt Die unnatürliche historische Entwicklung mußte unvermeidliche? rv/eise auch ganz unnatüriche Wirkungen hervorbringen. Die soziale Struktur der JudenHieit von heute ist ungesund. Der verschärfte Daseinskampf läßt ciur die anpassungsfähigsten Individuen emporkommen, die sich mir deshalb an andere so leicht anpassen, weil kein Schwergewicht des eigenen Wesens sie daran hindert. Aber dieser verschärfte Daseinskampf erstickt förmlich die wirklich Großen und Tiefen, Die eigenartigen.Mlieuverhältnisse also bewirken, daß die tatsächlichen Zustände gar nicht anders sein können, als wie sie sich uns gegenwärtig zeigen. Daß die Juden unter den jetzt obwaltenden Verhältnissen, und solange diese Zustände der Dissociation imern, gar nicht die ungeheuer befruchtende Tätigkeit erreichen können, die schon in grauer Vorzeit ihre Ahnen in Mesopotamien und später auf der pyren Tischen Halbinsel als die Initiatoren derjenigen Kulturepochen, die den Inhalt des heutigen geistigen Lebens ausmachen, entfaltet rieben; daß aber doch auch unter den hemiigen Verhältnissen, wie Werner Sombart erst in jüngster Zeit quellenmäßig nachweist, die Juden die ganze kapitalistische Entwicklung der Neuzeit geschalF&ri .haben, daß ihre Tätigkeit Amerika erst zu dem gemacht hat, was es heute darstellt, daß der RekMum

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