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Die Welt · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nb. 33............,...... . ,.....»......, . DIE] seiner Bescheidenheit ein kleines Plätzchen belegt, der Jüdische Nationalfonds, welcher durch seine grosse, einende Yolksidee das neue Leben in Palästina schaffen half. Der JLtdische Nationalfonds hat sein goldenes Bu ch, seine graphischen Statistiken, seine Marken und Flugblätter, seine Diplome für Oelbäume und Oelbaumgärten ausgestellt. Auch Pläne seiner Besitzung^, Modelle der Häuser und Bilder vom Häuserviertel in Jaffa sind zu sehen, Was aber nicht zu sehen ist, was durch kein Modell , verdeutlicht werden kann, das ist der Segen, den der Nationalfzonds schuf, indem er die Volksmittel, die er aufbrachte, dem Vollwj lieh, seiner Erneuerung, seiner Urkraft, 4ie es aus dem alten Koden schöpft/Und wie dieses kraftvolle L&ben aufspriesst, davon gibt der mit reicher Fülle ausgestaltete &ttal der Ausstellung Zeugnis. Vom Podium aus blickt die kleine Nationalfondsausstellung auf dieses bunte Leben in Palästina. Der Nationalfonds ist es, welcfiier imstande ist, dieses Leben zu fördern n mit zur Einheit zu formen, er ist der wahre Volksschatz. Die jücliischen Bauern, die jetct über den Boden des Nationalfonds stapfen, sind Volk auf Volksl>oden; das ebenmässig schöne Gebäude des hebräischen Gymnasiums, die ragende Feste des Bezalel steht au£Tolksgrund, die Oelbäu ine schatten als Volkswerk den Boden des; Volkes. Der Nationalemds hat das alles geschaffen, er, die grosse Zukunft des geeinten Volkes. Das Gedeihen und Blühen des Nationalfonds ist die neue Blüte des Judentums und Palästinas. Davon spricht diese Palästinaausstellung. Und nun drängen sich in diesem Saale die Vielen und Vielen, die von allen Ländern der Erde kamen. Hier in der Palästinaausstellung, welche jedes Herz mit Freude rfidtlt, wo jeder sich ein Denkzeichen dieses n.fcuen Lebens, dieser Zukunftsgegenwart in sein Golusheim nimmt, liier zeigt sich die Gross« der Einheit, die wir heute schon in unsezrem Lande haben, das "Wunder des Lebens, das sich uns erfüllt, weil wir wollen. Jahreskonferenz der Föderation Misrachi Am Montag, len 7. August fand in Frankfurt a/M. die Jahreskonferenz der Zionistischen Föderation Misrachi statt, die von etwa dreissig Delegierten besucht va»i\ Um 9 Uhr morgens eröffnete der Vorsitzende des Zentralbureaus, Herr Dr. Fenchtwanger, die Sitzung, begrüsste die Delegierten und sprach zunächst sein Bedauern darüber aus, dass der Ehrenvorsitzende der Föderation, Herr Eabbiner Reines aus Lida, der Sitzung nicht beiwohnen konnte. Er verlas sodann ein in herzlichen Worten gehaltenes Begrüssungsschreiben des Präsidenten d»s engeren Actions-Comites Herrn "Wolffsohn, das von der Versammlung mit grossem Beifall aufg emommen wurde. Die Versammlung beauflagte das Bureau, Hemi Wolffsohn den Dank der Versammlung telegraphisch zu übermitteln. Es wurde beschlossen, während der auf der Tagesordnung stehenden Referate die Sitzungen öffentlich abzuhalten, während die Debatte in geheimer Sitzung, zu der nur Misrachisten auizulassen seien, stattfinden sollte. Sodann erstattete der Vor sitzende den General Gericht, in welchem er die Tortschritte der iMisrachi-Föderation in den einzelnen Ländern und Erdteilen darstellte, Die Organisation hat in Deutschland ausserordentliche Fortschritte gemacht, während in den östlichen Ländern infolge der verworrenen politischen Verhältnisse eine Ausbreitung der Organisation nicht möglich war, insbesondere in Russlaai, wo jede Agitation unmöglich war und wo eine druck fertige, in hebräischer Sprache a.~b gefasste Propagandabroschüre der Konfiskation anheim fiel. 'Von den Syezialzwecken der Föderation erfreute sich die Tachkemonischule steigender Beliebtheit. Die Sebekelsammlung ergab für das - Jahr 5671 M 3620. -. Von den Referaten erwähnen wir zunächst dass Referat über die Kultur, und Palästinaarbeit, das Herr Dr. Bamberger (Nürnberg) hielt. Der Referent vertrat unter dem Beifall der Versammlung den Standpunkt, dass die Zionistische Organisation sich mit Kulturarbeit in Palästina nicht befassen dürfe, sondern dass sie sich, in Kulturfragen neutral zu verhalten habe. Das Reterat des Herrn Stern über äas Organisationsstatut stellte sich auf den Standpunkt, dass der von der Organisation' kommission in seiner letzten Sitzung angenommene Entwurf lür die Föderation annehmbar sei, und dass ewent. die zwangsweise Einführung lokaler and territorialer Arbfcitsgemein sc hatten mit streng umgrenzten Stelen zu erstreben sei. Die in der „Welt" No. 29 veröffentlichten Vorschläge des Herr n. Ben. Jakob seien für die Föderation unannehmbar. Herr Sekretär Sra,un erstattete sodann den Finanzbericht, sowie ein Referat über spezielle Palästinaarbeit, indem er hervorhob, dass der Misrachi eine jüdische Kulturgesellschaft ins Leben rufen müsse. %EL1 875 Das letzte R.&ferat über Propaganda, Finanzen und Presse wurde von Herrn fäeferendar Möller-Altona erstattet. Dei Referent wies darauf lyip, (3ass diß Leitung, zu einer,fruchtbringenden Arbeit einer Presse und geordneter Finanzen bedürfe. HinsicMich der Presse seien Unterhandlungen im Gange, über die im jetzigen Stadium noch nicht gesprochen werden könne. Die Propaganda müsse durch A gntationsreiseu sowie Verbreitung von Broschüren geschehen. Zur Ordnung der Finanzen bedürfe es einer grösseren Anzahl jährlicher Beiträge zu dem auf dem neunten Kongiress gegründeten Misrachifonds. In kurzer Zeit waren über lOjO M. für diesen Fonds gezeichnet. Vor Eintritt 121 die Debatte wurden die Wahlen zuin Permanenzausschuss vorgenommen, die die Wahl der Herren Striwji-Berlin und Braun- Frankfurt zu Delegierten, Möller-Altona zum Eisatz delegierten ergab. Zum Vorsitzenden der Föderation wurde Herr Struck-Berlin gewählt. In der sehr liebhaften und durchaus erschöpfenden Debatte stellte sich heraua, dass über sämtliche schwebenden Fragen volle Uebereinstimmung herrschte. Es wurden folgende Resolutionen angenommen: 1. Die Jahreskonferenz der Zionistischen Föderation MisracM.spricht ihre volle Zustimmung aus zu dem Verhalten der Gesinnungsgenossen in Nürnberg und Frankfurt und zu den diesbezüglichen Resolutionen ihres Zentralkomitees. 2. Der Misrachi spricht seinen Protest aus gegen die Redaktion des „Haolam" wegen ihrer bewussten und nur aus taktischen Gründen erhobenen Verleumdungen gegen das Frankfurter Zentralbüreau in Sachen der Protestversammlung in Jaffa. 3. Die Berliner (rriippe hatte folgende Anträge gestellt, die einstimmige Anndmie. fanden: a) Die Misrachikonferenz wolle beschliessen, der zukünftigen Föderation sUitung 1. die Schaffung einer regelmässig erscheinenden Misrachikorrespoiiclenz, 2. die Herausgabe einer Propagandabroschüre, di«e insbesondere die Stellung des Misrachi zur Kulturarbeit feststelle, als dringlick.es Aufgaben ans Herz zu legen. Dem Zentralbureau wurde hierauf Decharge ertei't. Zu den Wahlen erklärten die Herren des Frankfurter Bureaus, dass sie von ihrem in langer Korrespondenz mit der Ortsgruppe Hamburg eingeno inrneneti Standpunkt, dass sie infolge von Ueberlasting nicht melur in der Lage seien die Leitung zu führen, nicht abgehen könnten, Es wurde darauf beschlossen, das Zentmlbureau nach Hamburg zw verlegen. In das Zentralbureau wurden hierauf gewählt die Herre-n Dr. med. L. Franck, Julius HollamJer und Referendar Jacot Möller, sämtlich, in Altona. Die Wahl in das Zentralkomitee wurden hierauf gleichfalls vorgenommen. Der Vorsitzende hatte bereits zu Beginn der Tagung der verstorbenen Mitglieder der Föderation gedacht, von denen wir die Mitglieder des Zentralkomitees Dr. Adler-Notdrach und Fadenhecht- Kolomea sowie inabesondere das verdienstvolle Mitglied des Kentralbureaus, Herrn Jos. W. Hackerihroch-Frankfurt, erwähnen, der mitten in der Vollkraft seiner Jahre durch eine schwere Krankheit dahingerafft wurdee und dessen grosse Verdienste um die Föderation in stetem Andenken bleiben werden. Um 10 Uhr afcends wurde die Versammlung geschlossen. Zionistische Jugendorganisation. Unter Vorsitz des Herrn L. Perlmutter-Frankfmrt a.M. fand am 11. d. iV£. eine Sitzung der Zionistischen Jugendkommission statt, di« sich aus Vertretern verschiedener Länder zusammensetzte- Es waren anwesend 2 Herren aus Amerika, 1 aus Kanada, 3 aus Holland, 2 aus Oesterreich., 1 aus Galizien, 4 aus Deutschland und mehrere Gäste. Nach eingehender Debatte wurde beschlossen: 1. Die Kommission hält die Gründung zionistischer Jugendorganisationen für zweckmässig; die Ausführung bleibt den einzelnen Ländern überlassen. 2. Es sollen Zentralkomitees gebildet werden, die sich mit den verschiedenen zionistischen Landesoxganisationen oder bereits bestehenden zionistischen Jugendorganisationen in Verbindung setzen sollen, damit in den verschiedenen Ländern in diesem Sinme gearbeitet werde. Es soll eine weitere, grössere Versammlung während des Kongresses tagen, in welcher die Komitees für «die einzelnen Länder gewählt werden sollen.

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