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Die Welt · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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870 DlES^ELT No-. 33 (Angenommen.) Als Mitglieder des Ehrengerichtes: Gronemann, Dr. Adolf Friedemann, Dr. Eduard Leszynski, Heilbronn, Dzialdszynski, Estermann, und \ya§silewski. (En bloc angenommen.) Als Anwalt des Ehrengerichtes Dr. Bodenheimer, als Stellvertreter Dr. Alfred Klee. (Angenommen.) Als Revisoren: Die Herren Feldstein, Dr. H. G. Heymann und Lewite. (Angenommen.) In die Nationalbibliotheks-Kommission mit dem Sitz in Kiew: Dr Chazanowicz, Professor Dr. Warburg, Rabinersohn, Dr. Heinrich Loewe, Ing. Syrkin, Zlatopolski, Littmann Rosenthal, Hugo Schachtel und David YelIin. (Angenommen). Wahl des Grossen A. C. Vorsitzender Dr. Marmorek eröffnet um a/il0 Uhr abends, nachdem er vorher eine kurze Pause hatte eintreten lassen, die Sitzung. Ich habe noch eine kleine geschäftliche Mitteilung zu machen. Der Permanenzausschuss versammelt sich sofort nach der Sitzung, aber bloss zum Photographieren. (Lebhafte Heiterkeit.) Dr. Weizmann verliest nunmehr die Liste des Permanenzausschusses für das grosse A. C. Jeder Name, den er nennt, wird vom Kongress mit grossem Beifall begrüsst. Die Liste lautet: David Wolffsohn, D. A. Marmorek, Leo Motzkin, J. Neiditsch, A. Podlischewsky, Heinrich Rosenbaum, J. A. Eosoff, Julius Simon, Adolf Stand, Heinrich Schein, Dr. E. W. Tschlenow, ML Ussischkin, Dr. Ch. Weizmann. Dr. M. J. Bodenheimer, Adolf Böhm, Jean Fischer, Dr. Adolf Friedemann, B. Goldberg, Dr. Gr. Halpern, Dr. A. Haussmann, A. Idelsohn, Jakobus Kann, Leopold Kessler, Dr. Alfred Klee, Johann Kremenetzky, * Dr. Weizmann: Hoher Kongress! Die Liste, die ich die Ehre hatte Ihnen vorzuschlagen, ist nach mehrtägigen Debatten und Beratungen zwischen allen Parteien und allen Vertretern der verschiedenen Richtungen, die hier auf dem Kongresse bestehen, ausgearbeitet worden. Wir im Permanenzausschuss haben sie die Friedensliste genannt. Möge die Liste und die Arbeit der Herren zum Frieden und zur Gesundung der Bewegung beitragen! (Stürmischer Beifall.) In diesem Sinne beehre ich mich den Antrag auf En bloc-Annahme der Liste zu stellen (Stürmischer Beifall.) Del. Ben Zwi ist gegen die En bloc-Annahme und verlangt getrennte Abstimmung. Er schlägt die Wahl der Herren Scheinkin und Jaffe als Vertreter Palästinas ins A. C. vor. Del. Scheinkin erklärt im Namen des Herrn Jaffe und im eigenen Namen, dass sie auf die Wahl verzichten. Es wird die En bloc-Abstimmung beschlossen und sodann unter minutenlangem Beifall die ganze Liste angenommen. Wahl des Engeren A. C. Vors. Dr» Marmorek: Herr Dr. Weizmann, ich bitte fortzusetzen Dr. Weizmann: für das Engere A. 0. schlägt Ihnen die Permanenzkommission die folgenden Herren vor: Professor Dr. Otto War bürg, Dr. Robert Hantke, Dr. Jacobson, Dr. Schmarja Lewin, Nahum Sokolow. Die Verlesung jedes Namens ruft immer neue Ovationen hervor. Der Referent beantragt die en bloc- Annahme. Vors. Dr. Marmorek: Da kein anderer Antrag trag vorliegt, so bitte ich alle diejenigen, welche diese Liste en bloc annehmen wollen, die Hand zu erheben. Die Liste ist angenommen, somit sind die Wahlen beendigt. (Stürmischer langandauernder Beifall.) Dr. Bodenheimer übernimmt den Vorsitz. Die Mitglieder des Grossen A. C. versammeln sich morgen um 11 Uhr vormittags, die russische Landsmannschaft um 10 Uhr, die deutsche Landsmannschaft um 10 Uhr vormittags. Ich erteile das Wort Herrn Professor Dr. Otto Warburg. Ansprache Warburgs. Der Bedner wird bei seinem Erscheinen auf der Rednertribüne mit brausenden Ovationen empfangen. Es dauert geraume Zeit, ehe er zu sprechen beginnen kann. Er sagt: Verehrter Kongress! Im Namen der eben gewählten Mitglieder des E. A. 0. erlaube ich mir, dem hohen Kongress unseren tiefgefühlten Dank für die grosse Ehre der Wahl auszudrücken. Wir können versichern, dass wir uns der Grösse der Aufgaben, die zu lösen uns obliegt, und der Schwere der Verantwortung, die wir zu tragen haben werden, voll und ganz bewusst sind. Wenn wir dennoch das schwere Amt auf uns zu nehmen entschlossen sind, so geschieht es deshalb, weil wir es als Pflicht eines jeden Zionisten betrachten, dem Rufe, der seitens des Kongresses, unserer obersten Instanz, ergeht, unbedingt und unweigerlich Folge zu leisten. (Stürmischer Beifall.) Wir zweifeln nicht, dass wenn uns Ihre Unterstützung gewährt werden wird, die nächsten zwei Jah?e nicht fruchtlos für die Bewegung sein werden, und wenn wir nach zwei Jahren wieder vor Sie hintreten, so mögen Sie sine ira et studio entscheiden, ob wir Ihren Erwartungen entsprochen haben werden. Unsere Aufgabe ist keine leichte. Der Weg führte von Wien über Köln nach Berlin. Wir wissen, dass Berlin auch nur ein Durchgangsstadium sein wird. Geht der Zug später nach London, nach Paris, nach Russland — wir wissen es nicht, das eine aber wissen wir: er endet in Jerusalem. (Grosser Beifall.) Und auch das wissen wir, dass die Tradition, die sich in vierzehn Jahren zionistischer Tätigkeit ausgebildet hat, nicht verloren sein wird. Wir betrachten es als eine ernste Pflicht,, diese Tradition zu bewahren und nicht nur ieden Bruch mit dem alten zu vermeiden, sondern die treuesten Hüter des Baseler Programmes zu sein. (Stürmischer Beifall.) Seien Sie versichert, dass wir die bisher geleistete Arbeit zu schätzen wissen und wir glauben in Ihrer a 1er .Namen zu sprechen, wenn wir denjenigen beiden Mitgi edern des vergangenen E. A. 0., die im Dienste unserer Sache sich aufgerieben haben, auch von dieser Stelle unserem herzlichsten Dank Ausdruck geben. (Stürmischer langandauernder Beifall.) Mögen Herr Wolffsohn und Herr Kann in Bälde ihre Kraft in vollem Masse gewinnen (Beifall). Wir aber bitten für unsere zukünftige Arbeit um Nachsicht. Was wir zu tun vermögen, das wird geleistet werden. Viel bleibt noch zu tun und Sie wissen ja alle aus der Vergangenheit, dass das Tempo des Fortschrittes unserer Bewegung ein langsames ist. Aber ein Fortschritt wird, das hoffen wir bestimmt, auch in Zukunft stattfinden und wenn wir a le in Einigkeit weiter arbeiten, so werden wir doch mit der Zeit unser grosses, uns allen so heiliges Ziel erreichen! (Minutenlanger Beifall, Händeklatschen, Tücherschwenken.) r.; ■ Vorsitzender Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Dr. Tschlenow.

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