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Die Welt · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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868 - DIE2 handels, dass der Kongress sich dem allgemeinen Ausdruck der Verachtung diesem schimpflichen Gewerbes, ü'as sich besonders auf den Orient erstreckt, anschliesst. Vorsitzender l'r. Marmorek: Wir sind selbstverständlich mit Herrn Rosenfeld in dieser Sache eines Sinnes. Es ist unnötig, hierüber eine Diskussion zu führen! Herr Trietsch verlangt für seinen Antrag die Priorität. Wir werden also darüber zunächst prinzipiell abstimmen. Diejenigen, welche dafür sind, bitte die Hand zu erheben. (Nach einer Pause): Der Antrag ist abgelehnt. Wir schreiten also zu den Anträgen des Herrn Motzkin. Die Anträge sind angenommen. Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag Trietsch. Delegierter Dr. Pasmanik: Wir können den Antrag nicht annehmeu, da wir nicht wissen, aus welchen Mitteln wir die Kosten decken sollen. Vorsitzender Dr. Marmorek: Wir stimmen über den Antrag Trietsch ab. Nach einer Pause: Der Antrag ist abgelehnt. Wir gelangen nunmehr zur Verhandlung des Budgets. Das Budget befindet sich in Ihren Händen, und wir können also in die Verhandlung eintreten. Budget 1911/12. Einnahmen. Riickvergüt nngen: J. N.-F. für Vertretung in Palästina .... Mk. 28,000.— J. N.-F. fur Subvention Techuikum .... „ 3,200. — Kulturfonds fur Subvention Wörterbuch Ben Jehuda............. . „ 800.— Schekel und Jahresbeiträge . ....... „ 138,000. — ~Mk;"r7Q7o()ör- Ausgaben. Agitation und Propaganda.......Mk. 18,000. — Broschüren und Protokolle........, 4,000. — Welt............... „ 8,000.— Pressbureau............. „ 7,000. — Presse................. 35,000. — Gehälter..............;. 37,000.— Miete, Heizung, Beleuchtung usw...... „ 7,000. - - Bureau spesen . . . ,.......... 3,000. — Porti und Telegramme...... . . „ 8,000. — Rückvergütungan Herzl's Erben ..... „ 3,400. — Auswärtige Vertretung des A.-C. ..... „ 33,000. — Subvention Technikum..... 3,200. — „ Wörterbuch Ben Jehuda 800. — „ 4,000. — Unvorhergesehenes und kleiue Subventionen . „ 6,600. — ~Mk. 170,000^ Delegierter R abiner söhn: Wir wissen nicht, wem wir eigentlich das Budget bewilligen. Ich wäre nur dafür, wenn wir es Herrn Wolffsohn bewilligen würden. Dr. Becker beantragt, wie er dies bereits auf dem 8. und 9. Kongresse getan hat, die Besteuerung der Einkünfte des Nationalfonds, der Bank und aller anderen vom Zionistenkongress noch zu schaffenden Institute für die Periode bis zum nächsten Kongress zu beschliessen und perzentuale Abgaben festzusetzen, welche nie mehr a>s l°,o und nie weniger als 10°/o betragen sollen. Im übrigen beantragt Redner die Vorlage des Finanzausschusses anzunehmen. Delegierter Wiener beantragt, die Erträgnisse aus der National fondsmarke, die nach den Erfahrungen der letzten Jahre 35—38,000 M einbringen, also nahezu die Höhe der projektierten 10 °/0igen Steuer erreichen, dem E. A. C. für die Zwecke der Organisation zur Verfügung zu stellen. Delegierter Gold reich verlangt, dass der Referent des Finanzausschusses den Bericht erstatte. Dr. Hantke (als Referent des Finanzausschusses): Der Finanzausschuss hat einstimmig beschlossen, dass die Institutionen und zwar der Nationalfonds und die Bank das Budget bis zu einem gewissen Prozentsatz garantieren. Er hat mich beauftragt, mit dem Aufsichtsrat und den beiden Direktorien zu verhandeln. Die Verhandlungen haben uns gestern Nachmittag und heute Vormittag beschäftigt. Leider haben die Institutionen unsere Anträge abgelehnt. Man war der Ansicht, dass das Budget durch die Schekelgelder und Jahresbeiträge gedeckt werden wird. Der Finanzausschuss ist nicht in der Lage, irgend welche andere Vorschläge zu machen. Ich bin der festen £E LT - No. 33 Ueberzeugung, dass, wenn die gesamte Organisation Vertrauen zu der neuen Leitung haben wird, die Schekelgelder und die freiwilligen Beiträge zu einer Deckung des Budget führen werden, wenigstens in der Höhe, >in der es jetzt aufgestellt worden ist. Das ist die Sachlage. Delegierter Syrkin beantragt die Redezeit auf 3 Minuten zu beschränken. Angenommen. Delegierter Trop beantragt: Die Subvention von 28,000M durch den Nationalfonds ist nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn die Schekeleingänge die nötige Höhe nicht erreichen. Delegierter Bart h spricht sich gegen die Besteuerung der Bank aus. Delegierter Geller beantragt Schluss der Debatte ohne Anhörung der vorgemerkten Redner. Delegierter Melhamed spricht sich dagegen aus. Der Antrag wird abgelehnt, dagegen der Antrag auf blosse Schliessung der Debatte angenommen. Delegierter Wassilew^sky .(hebr.) : Dr. Becker schlägt vor, unsere Institute zu besteuern. Ich spreche mich dagegen aus. Die Lage der Institute gestattet dies nicht. Wir müssen auf eine Vermehrung der Schekel hinwirken. Delegierter Sackheim wendet sich gegen den Antrag Wiener. Delegierter Low verlangt Aufklärung darüber, wie sich das Direktorium des Nationaltonds zu dem Beitrag der Kosten des Palästina-Amtes stellt. Er spricht sich gegen die Besteuerung der Dividenden der Bank aus, der Kongress kann aber den Wunsch aussprechen, dass eine von Zionisten gegründete Bank, so wie das viele Banken und Sparkassen z. B in Oesterreich tun, die nationa!en Einrichtungen finanziell unterstütze. Dr. Tschleno w (als Direktor des Nationalfonds): Es ist nichts Neues, dass der Nationalfonds zu den Ausgaben in Palästina beiträgt. Er hat bloss jetzt die ganze Summe aut sieh genommen. Dies zum er.-ten Teil der Ausführungen des Herrn Low. Gegen den Antrag Wiener möchte ich mich deshalb aussprechen, weil er eigentlich eine 10°/oige Besteuerung des Nationalfonds bedeutet, was ja auch der Antragsteller selbst erkannt hat. Wir hätten es also mit einer indirekten Besteuerung zu tun, die wir ebenso ablehnen wie die direkte. Vorsitzender Dr. Marmorek: Die eng'ischen Delegierten haben Herrn Wolffsohn in das Goldene Buch eingetragen. (Lebhafter Beifall). Delegierter Simon: Die neue Leitung muss die Möglichkeit unbeschränkter Arb-it innerhalb der bestehenden Verhältnisse haben. Sie wissen, dass wir uns gegenwärtig in einer schlechten finanziellen Situation befinden. Dieser Situation müssen Sie Rechnung tragen, wenn S e überhaupt wollen, dass der Zionismus in den nächsten Jahren vorwärts kommt, ich glaube nun, dass eine Besteuerung der Bank mit Rücksicht auf den geschäftlichen Charakter dieses Institutes nicht erfolgen darf; ich glaube aber, dass es im Interesse der Bewegung ist, wenn eine Besteuerung des Nationalfonds erfolgt für den Fall, dass die Mittel der Bewegung und die freiwilligen Beiträge nicht ausreichen. Ich möchte den Antrag Becker etwas modifizieren. Ich bin prinzipiell gegen eine Besteuerung des Nationaltonds. Del. Simon beantragt, dass zur Deckung allenlalls der Defizite im Budget der Organisation bis zum nächsten Kongress der N.-F. bis höchstens bis zu 10°/o seiner Bruttoeinnahmen besteuert werde. Präsident Wolffsohn: Entweder machen »Sie ganze Arbeit oder lassen Sie diese Sachen fallen. Im übrigen ist uieses Budget von der neuen Leitung zusammengestellt und sie schlägt es Ihnen vor. Wir haben uns geeinigt, in welcher Weise iür die neue Leitung gesorgt werden soll, damit sie die nötigen Mittel hat. Sie brauchen sich um diese Dinge nicht zu kümmern, überlassen Sie es der neuen Leitung. Er ist daiür gesorgt, dass sie gut arbeiten kann, es ist jedenfalls bedeutend besser für sie gesorgt, als für die bisherige. Dr. Hey mann: Machen wir ganze Arbeit. Ich beantrage da1 er zur Deckung des eventuellen Defizits des Budgets eine Be Steuerung sowohl der Reineinnahmen des I. C. T. wie des N.-F. bis zu 10°/o. Der Redner erklärt seine Ueberzeugung, dass die Einnahmen die im Budget veranschlagte Höhe nicht erreichen werde. Präsident Wolffsohn: Woher wissen Sie das? Ich habe erklärt, es ist gesorgt. Dr. Bodenheime r erklärt als Vorsitzender des Direktoriums des N.-F.: Ich halte die Besteuerung des N -F. für ein Unglück. Die Gründe habe ich in meinem Bericht über den Nationalfonds angegeben. Ich erkläre ausdrucklich, damit Sie sich iiber die Konsequenzen Ihres etwaigen Beschlusses im Klaren sind, dass ich die Verantwortlichkeit für eine Besteuerung des N.-F. ablehne. Dr. Katzen el söhn ersucht im Namen des Direktoriums des

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