Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 33 (18.8.1911)
- Date
- 1911-08-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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No; 33 DIE3q£ELT 863 auch bezieli auf die Arbeit des Ordens of ancient Maceabeans im Verhältiiis zum englischen Zionismus." Dr. Bcd i e n h e i m e r : Ich schliesse die Sitzung. Nächste Sitzung morgen um 10 Uhr vormittag. Schluss der Sitzung um IV2 Uhr. Sechster Tag. Zehnte Sitzung. Dienstag, den 15. August, Vormittags lO11^ Uhr. Sekrefcir Dr. Rosenblüth verliest den Einlauf. Die Sammlung zur Kollektiv-Eintragung ier Herren Dr. TschUüiow, Ussischkin, J. L. Goldberg, Dr. Kohan- Bernstein und W. Temkin anlässlich ihrer 30jährigen zionistischen Tätigkeit hat bisher den Ertrag von 1035 Fro.cs ergeben. (Beifall.) Der Bericht des Palästinaausschusses. Referent Dr. Hausmann: Die Palästinakommission hat vom Kongress kein engumschriebenes Beratungsthema bekommen, Sie hat aus dem grossem Komplex der Palästinafrage eine Ueiliie Gesichtspunkte herausgegriffen und sie nach den verschiedenen Gesichtspunkten, cLfcm politischen, wirtschaftlichen, sozialem usw., beraten. Die Kommission war in der glücklichen Lageh von Sachverständigen sehr wichtige Aufschlüsse, namentlich in wirtschaftliche» Beziehung, zu erhalten. Die Kommission beschäftigte sich zunächst mit politischen Iragen, insbesondere den Beziehungen .zur Türkei und zu den Arabern. In bezug auf die Türkei teilt die Kommission vollständig die Ansichten, die hier von berufenen Seiten geäussert worden sind. Aber sie unterstreicht, da&s das Misstrauen, das durch Einflüsterungen in der Türkei herbeigeführt worden ist., nicht allein durch Worte und Informationen beseitigt werden kann. Die Kommission ist der U& Erzeugung, dass gerade die unbeirrbare Fortführung unseres Wirkens in Palästina die türkische Regierung und öffentliche Meinung nötigen wird, sich mit den Tatsachen zu befassem., und dass dieses unser Wirken die stärksten Argumente in sich selbst tragen wird, (Beifall.) Infolgedessen haben wir dieunfreundlichen Wonte in der Kammerdebatte nicht als Irognostikum für die ZuMnft betrachtet, sondern sind Optimisten.. Etwas besorgter sind wir in der arabischen Trage. Das lässt sich mächt leugnen, dass in manchen Gegenden durch gewisse wirtschaftliche Härten, die unvermeidlich sind;;wo eine Verschiebiu g in Eigentumsverhältnissen und in den wirtschaftlichen Gruppierungen stattfindet, und vor allem durch Verhetzung Kflomflikte zwischen Arabern und jüdischen Kolonisten und neuein g-ewanderten jüdischen Elementen bestehen, die heute auf die SpiUe getrieben sind. Die Kommission hält es für von grösster Bedeutung, dass das Palästinaamt und die Leitung der Bewegung die Lage in Galiläa fortgesetzt mit gespamtester Aufmerksamkeit verfolgt und die erforderlichen Mittel ergreift. Bestimmte Vorschläge machen wir nicht; die von anteen Herren gestellten Anträge überweisen wir direkt der Parteileitung. In wirtschaftlicher Beziehung haben wir uns eine grosse Enthaltsamkeit in bezug auf neue Vorschläge und Projekte auferlegt. Witr sind der Ansicht, dass die Palästinauntezriiehmungen sehr gründlich geprüft werden müssen und, wo sie van grösserem Um'fange shii, von einem vorbereitenden Ausschiiss zunächst einmal einer ersten erschöpfenden Beratung unterzogen werden müssen. Daher haben wir uns auf gewisse allgemeine Sätze beschränkt., oder, soweit es Spezialsätze sind, auf solche Resolutionen, dB heute schon kongressreif sind. Die anderen Vorschläge überreichen wir dem E. A. C. Von den Sachv e-rständigen, insbesondere den Palästinenser Herren haben wir einstimmig gehört, dass das Grundübel die mangelnde Ausbildung der jüdischen Frauen als Kolonisten ist. Sie machen e& unmöglich, den Arbeitern Nebenerwerb durch Gemüsebau und Milchwirtschaft zu geben und es fehlt eine wichtige Tätiget im landwirtschaftlichen Haushalt. Nun hat der Verband iiir Frauenkultur die Anregungen für die agrikultureile Ausbildung der Frauen en tgegengenommen. und auch die ersten Schritte eingeleitet. TWir sind der Meinung, dass dies von unseren Institutionen, insbesondere dem N. F. unterstützt werden soll. Die Resolution,, die wir hier vorschlagen, lautet: Resolution 1: Der Kongress erwartet vom J, N. F., dass er auch fernerhin die mit dem Landerwerb im Zusammenhang stehenden, auf Gesundung u«d Verbesserung/der Landwirtschaft in Palästüaa hinzielenden Bestrebungen unterstützen und insbesondre auch Unternehmungen fördern wird, die sich die Ausbildung der Frauen für die Landwirtschaft zum Zwecke machen. (Beifall.) Ich erkläre ausdrücklieh, dass wir diese Resolution nicht stellen, um einen Druck auf den N. F. auszuüben. Der Vorsitzende des N. F., Dr. E odenheimer, wie auch das Direktorium haben ausdrücklich bereits ihre Zustimmung erklärt und werden die Sache von selbst fördern. Es handelt sich lediglich um eine Richtlinie. Die zweite wirtschaftliche Frage, die uns vielleicht am meisten befasst hat, war die Ansiedlung minderbemittelter und vermögensloser Elemente. Wir haben sehr fachunl sachgemässe Vorschläge und Auskünfte erhalten, die wir Ihnen als Anträge an den Kongress nicht unterbreiten. Wir schlagen Ihnen aber zwei Resolutionen vor, weil diese aus unseren bisherigen Erfahrungen resultieren. Die eine betrifft die P. L. D. C, deren Tätigkeit wir für sehr nichtig halten; die andere betrifft die Schaffung eines Agrarkredits. Sie lauten: Resolution 2: Der Kongress verpflichtet die Leitung, alles aufzubieten um der P. L. D. C. die ihr zum statutengemäss vorgesehenen Kapital von 50,000 ZPfund noch fehlenden Kittel zu verschaffen. Er erklärt es für die Pflicht jedes einzelnen Zionisten, nach seinen Kräften an der Beschaffung dieser Mittel : sich zu beteiligen. Resolution 3: ► Der Kongress Sf rieht seinen Wunsch eliis, dass der A. P. C. ein grössercir Betrag zur Verfügung gestellt werde der durch Gewährung langfristiger Kredite auf finanziell sicherer Basis die Ansi«edlung von zum Ackerbau geeigneten, minderbemittelten oder vermögenslosen Elementen ermöglichen soll." Wir befassten uns uuen mit den Fragen des Ausbaus und der Ausgestaltung bereits vorhandener Institutionen, deren Nützlichkeit wir durch die bisherigen Erfahrungen als erwiesen betrachten. Vor allem ist e=s die Oelbaumspende, die neben den Aufgaben und Zwecken, die sie so populär gemacl) t haben, noch einen neuen grossen "Nwrtzen in der praktischen Bewegung gebracht hat. Sie eignet sieh nämlich vorzüglich aLs Kernpunkt neuer Ansiedlungen. Sie wissen ja, wie schwierig es ist, neue AnsiedlunSen ins Leben zu rufen, entfernt von bestehenden Kolonien. Die Oelbaumspencie hat bereits zwei neue Ansiedlungen ermöglicht. Wir beantrag-feii die folgende Resolution: Resolution 4: Der Kongress w&isfc auf die eminente Wichtigkeit der Oelbaumspende für ii« Förderung des Kolonisationswerkes und Schaffung neuer Erwerbsgelegenheiten in Palästina hin und erachtet es als eine Pflicht eines jeden Zionisten, für diese von der Organisation geschaffene nützlic Le Institution fortdauernd die eifrigste Propaganda zu maclien. Ebenso hält es der Kongress für notwendig, dass für den Bezalel in erforderlichem Urnfange die Mittel beschafft werden, damit er seine Aufgabe cter Verbreitung von Kunstgewerbe in Städten und Kolonien in beschleunigtem, seiner inneren Entwicklungsfähigkeit angemessenem Tempo erfüllen kann. (Beifall.) Die nachfolgenden, rein wirtschaftlichen Resolutionen schlagen wir Ihnen in folgender Form vor : Resolution 5: Der Kongress überweist derILeitung nachstehende Resolutionen zur Erwägung, Ueberprüfog und eventueller Durchführung der darin enthaltenen Vorsehläge : 1. Es sind in der Nahe der Städte mit grösserer jüdischer Bevölkerung nach. Möglichkeit Mustert armen, speziell zur agrikulturellen Ausbildung der alteingesessenen jüdischen Elemente, zu begründen, wobei besonders auf die Garten- und Milchwirtschaft <Las Hauptaugenmerk zu richten ist. 2. Die in den Faimen des Nationalfonds angestellten Agronomen sind nach Möglichkeit auch in der Weise zu verwenden, dass sie die bei der Kolonisation bestehenden Einrichtungen zur agrikulturellen Ausbildung der Schuljugend inspizieren uiud durch Wandervorträ^ft und Belehrung sowohl auf die zweckmässige Ausgestaltung (dieser Einrichtungen als auch auf. die Vermehrung ier landwirtschaftlichen Kenntnisse in den Kolonien überhaupt einwirken. 3. (Diese Resolution isst wichtiger und ist im Zusammenhang mit unseren Bestrebungen auf Verbesserung der Arbeiterexistenz, bezw. auf Scluffung der Voraussetzungen für eine dauernde Existenz jüdischer Arbeiter im Lande gestellt. Sie lautet:) 3. Nach Massgabe Ier zu beschaffenden ^materiellen Mittel ist an den Bau von Aiibeiterhäusern für ledige Arbeiter auch fa den galiläischen Kolonien zu schreiten (nicht nur, wie bis jetzt, in den jüdischen), ebenso sollen in -der Nähe de