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Die Welt · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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8(52 DIEMKE LT No. 33 tung durch den Kongress, Paragraph für Paragraph, ja nicht möglich, denn wer kennt überhaupt die Statuten? Es g-eht ihnen wie Klopstocks Oden: „Wer wird nicht die Statuten loben? Doch wird sie jeder lesen? nein! Wir wollen weniger gelobet, doch desto mehr gelesen sein." (Heiterkeit.» Eine Aenderung, von einer interessierten Gruppe bei der indifferenten Mehrheit des Kongresses durchgesetzt, kann das ganze Statut zertrümmern. Daher stelle ich den Antrag — er ist kein Parteiantrag, ausser mir hat ihn auch Trietsch unterschrieben. (Heiterkeit) : 1. „Der Kongress beauftragt den Referenten des Organisationsausschusses, die Grundsätze des Organisationsentwurfs in einem Veriassungsentwurfe zu formulieren. 2. Der Kongress entscheidet lediglich über diese neue Vorlage und überlässt es dem A.-C., die Durchführungs seiner Beschlüsse durch Erlass eines spezialisierten Statuts zu sichern. 3. Der Organisationsentwurf, sowie sämtliche zu diesem Punkt eingehenden Anträge werden dem A.-C. als Material überwiesen. Vorsitzender Dr. Bodenheimer: Der Antrag ist unzulässig, § 38 unserer Organisatioasstatuts bestimmt, dass eine Abänderung des Organisationsstatuts nur durch den Kongress beschlossen werden kann, und zwar ist dazu die Bestätigung eines solchen Beschlusses durch zwei aufeinander folgende Kongresse erforderlich. Der Antrag Gronemann würde zur Folge haben, dass wir erst auf dem übernächsten Kongress ein Organisationsstatut bekommen. Solange können wir nicht warten. Referent Dr. Margulies ist der gleichen Meinung. Der Antrag Gronemann wird abgelehnt. Es liegen drei Anträge auf Beschränkung der Redezeit vor: 10, 5 und 3 Minuten. (Trietsch: Ich habe einen weitergehenden Antrag: Null Minuten!) Unter lebhaftem Beifall wird die Beschränkung auf drei Minuten beschlossen. Dr. Weizmann; Ich habe namens des Permanenzausschusses folgende Aenderungen des Ihnen vorliegenden Statutenentwurfs zu beantragen : 1. § 44 soll lauten : Das Actions-Comite besteht aus 25 vom Kongress gewählten Mitgliedern sowie den Mitgliedern des E. A.C." (also statt 23 sind 25 zu setzen und statt „Präsidium" „E.A.C.") 2. § 45 (Das Actioiis-Comite wählt einen Vorsitzenden aus seiner Mitte) soll gestrichen werden. ■ 3. In § 46 soll der erste Satz lauten : „Das Actions-Comite wird vom E. A. C. einberufen" (statt: von seinem Vorsitzenden oder vom Präsidium). 4. a) AbschnittO erhält die Ueberschrift: „Engeres Actions- Comite". Das Wort „Präsidium" ist zu streichen. b) § 51 Abs. 3 soll lauten : „Die Wahl der Mitglieder erfolgt durch den Kongress". Der Rest dieses Absatzes ist zu streichen. Abs. 4 : „Das E. A. C. wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter." Soweit die Anträge. Wir haben im Permanenzausschuss die ganzen Tage und zum Teil die ganzen Nächte verhandelt und haben diese Abänderungen als Basis unserer Einigung angenommen. Es ist also im Interesse des Friedens, den wir alle wünschen, im Interesse der Möglichkeit eines weiteren Arbeitens die Annahme dieser Aenderungen erwünscht. Ich bitte dringend namens des Permanenzausschusses, sie anzunehmen und damit unsere mehrtägigen und -nächtlichen Arbeiten zum guten Abschluss zu bringen. (Beifall.) Del. Struck: Im Namen der Föderation Misrachi teile ich dem Kongress mit, dass wir mit Rücksicht auf die beschränkte Zeit des Kongresses die Akten über die Schmittafrage der Direktion des N. F. unterbreitet haben; "ferner dass wir mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit der Aenderungen gewillt sind, den Organisationsentwurf en bloc anzunehmen. Referent Dr. Margulies: Ich akzeptiere die Abänderungsantrage des Permanenza-usschusses und stelle nunmehr den Antrag, das Organisationsstatut en bloc anzunehmen. (Lebhafter Beifall.) l'jli weiss, dass Ihnen vieles daran nicht passt. Auch uns nicht. Es gibt kein Organisationsstatut in der Welt, zu welchem man nicht hunderte von Abänderungsanträgen, und zwar begründete, stellen könnte. Man miiss daher eine Basis suchen, auf der wir uns alle zusammenfinden, und dies hier ist eine solche. (Beifall.) Vorsitzender Dr. Boden heim er stellt fest, dass ein Antrag auf En bloe-Annahme mit einfacher Mehrheit angenommen werden kann. Dr. Marmorek (mit lebhaftem Beifall empfangen): Ich habe mich zum Wort gemeldet, um im Namen der kleinen Landsmannschaften dagegen zu protestieren, dass man uns unsere Lebensbedingungen abschneidet, was durch En bloc-Annahme dieses Organisationsstatuts geschehen würde (lebhafte Zustimmung und Widerspruch). Wir in den kleinen Landsmannschaften, in den Ländern mit wenigen Zionisten, verdienen viel mehr Berücksichtigung, wie die in den grossen. Denn wir haben eine viel schwerere Arbeit; wir arbeiten auf einem sterilen Boden, und es ist Ihre Pflicht, die kleinen Landsmannschaften eher zu schützen als die grossen (Beifall). Ich und die Mitdelegierten von Frankreich haben mindestens soviel Berechtigung zu reden wie Sie von den grossen Landsmannschatten. Vorsitzender Dr. Bodenheimer: Die En bloc-Annahme ist nur hinsichtlich des Organisationsstatuts zu verstehen. Die Frage der Geschäftsordnung braucht nicht unbedingt schon auf diesem Kongress erledigt zu werden, weil sie für diesen Kongress noch keine Bedeutnng hat. Bs wird sich aber auch in dieser Beziehung der Boden einer Verständigung finden, wenn wir eine kleine Kommission wählen, die die Frage erwägt, auf welche Weise die kleineren Landsmannschaften durch die Geschäftsordnung vielleicht benachteiligt sind. Damit können sich die Herren beruhigen. Im Statut sind die Interessen aller Landsmannschaften reichlich aufgewogen. Dr. Marmorek: Ich verlange nicht, dass jede Landsmannschaft, klein und gross, im kommenden Permanenzausschuss vertreten ist. Wir kleinen Landsmannschaften haben allerlei geringfügige Wünsche; wir sind ja manchmal bescheiden. Wir wollen mit dem Referenten zusammen beraten, hoffentlich tritt er für uns ein. (Beitall.) Vorsitzender Dr. B.odenheimer bittet um Unterlassung der Beifallsäusserungen. Dr. Marmorek: Herr Bodenheimer, die Herren wollen mir Beifall zollen. (Grosse Heiterkeit.) Vorsitzender Dr. Eodenheimer : Ich wusste gar nicht, dass das Interesse so gross ist; ich habe ein solches Interesse bisher bei ^der öffentlichen Diskussion über diese Fragen nicht bemerkt.' Ich glaube, ich habe einen besseren Ausweg als Dr. Marmorek. Die Frage des Permanenzausschusses gehört streng genommen nicht in das Organisationsstatut., Es wäre möglich, dass wir sie in der Geschäftsordnung des Kongresses erledigen. Dann wäre die En bloc-Annahme dahin zu verstehen, dass das Statut angenommen wird bis auf § 37, Abs. 2 und 3, und dass dies der Kommission überwiesen wird. Damit ist wohl Herr Dr. Marmorek einverstanden. Dr. Marmorek: Vollkommen. C o wen erhebt gegen die En bloc-Annahme Einspruch. Dr. Marmorek: Ich ziehe meinen Antrag zurück. Dr. Salis Da ich es : Ich nehme ihn auf. Vorsitzender Dr. Bodenheimer lässt abstimmen. Die Fragestellung zur Abstimmung wird ins Russische, Hebräische und Englische übertragen. Die En bloc-Annahme soll sich nur auf das Organisationsstatut beziehen und zwar unter Ausschluss des § 37, Abs. 2 und3, die in die Geschäftsordnung eingeschlossen und der Kommission überwiesen werden sollen. Die vom Permanenzausschuss gestellten Abäriderungsanträge werden in das Organisationsstatut übernommen. Mit diesen Massgaben wird das Organisationsstatut mit 143 gegen 79 Stimmen en bloc angenommen. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Dr. Bodenheimer: Damit ist diese für unsere Bewegung ausserordentlich wichtige Frage für den Kongress erledigt. Es findet sodann eine kurze Erörterung über die geschäftliche Behandlung der Geschäftsordnung statt. Prof. Friedländer gibt mit Rücksicht auf § 3 der Geschäftsordnung, der sich mit der Bildung mehrerer Landesverbände in einem Lande beschäftigt, und der für den Zionismus in Amerika von besonderem Werte sei, im'Namen der amerikanischen Delegierten folgende Erklärung ab: Um der Erledigung keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen, haben wir uns besprochen und erklären, dass wir beschlossen haben, trotz verschiedener Auffassungen uns der Entscheidung zu fügen. Herbert B e n t w fc h gibt folgende Erklärung ab : Die englischen Delegierten sprachen sich in ihrer gemeinsamen Sitzung aus für den Teil des Organisationsstatuts, der die Sonder - verbände betrifft und beschlossen, für diesen Abschnitt auf dem Kongress einzutreten, unter der Voraussetzung, dass der Ausdruck „besondere Anschauungen" in diesem Abschnitt sich

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