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Die Welt · 1911-08-13 · [Sonder-Ausgabe] Nr. 3 (13.8.1911) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
[Sonder-Ausgabe] Nr. 3 (13.8.1911)
Date
1911-08-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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834 DIES^ELT No. 3 die geistigen Bedürfnisse der heranwachsenden Schuljugend berücksichtigt werden. Dieser Verlag hat bereits einige solcher Uebersetzungen erscheinen lassen. Für populärwissenschaftliche Schriften in hebräischer Sprache wurde ein Verlag „L'arn" in Jaffa begründet, der sich gut zu bewähren scheint, ferner der „Koheleth" (Jaffa), ein Verlag für Jugendschriften und Lehrbücher für palästinensische Schulen. Ausserhalb Palästinas haben folgende hebräische Verlagsanstalten eine erspriesslicbe Tätigkeit entfaltet: „Tusch iah" (Warschau), die eine „Grosse Bibliothek", welche eine wissenschaftliche und belletristische Auswahl der alten, neuen und neuesten hebräischen Literatur darsteifen soll, und eine „Kleine Bibliothek" für die Jugend herausgibt; „Safruth" (Warschau), die eine Reihe hebräischer neuer Originalwerke verlegt hat; „Moria htt (Odessa), die sieh besonders durch die Lehrbücher und Jugendliteratur auszeichnet. Neugründungen sind: Verlag „Mimisrach umimarab" (Wilna), der sich zur Aufgabe stellt, die besten Werke aus der belletristischen Weltliteratur in einer sorgfältigen schönen hebräischen Ueberselzung erscheinen zu lassen; „Turpem an" (Odessa), der eine hebräische Uebersetxung klassischer und moderner Jugendschriften veranstaltet. Ferner sind zu erwähnen: die Schniuckausgabe der gesammelten Gedichte Baaliks (durch „Chowewe Sfath Ewer") und die vor kurzem im Verlage „Haschiloah" erschienenen gesammelten Gedichte Tscher n i - chowskys. Ueber die Ausgaben des „Jüdischen Verlags", Köln, siehe dessen Spezi albericht. Folgende hebräische Zeitungen und Zeitschriften wurden in unserer Berichtsperiode ins Leben gerufen: In Palästina: Monatsschrift „Hachinuch" (Jaffa), die den pädagogischen Zwecken unseres palästinensischen Schulwesens dient und von der hebräischen Lehrerorganisation in Palästina herausgegeben wird; Monatsschrift „H ame iru (Jaffa), die populärwissenschaftliche Aufsätze zur Förderung der Kunde Palästinas und seiner Kolonisation bringt; Monatsschrift „Motedeth" (Jaffa), die für die palästinensische Jugend bestimmt ist; die Monatsschrift „Haachduth" (Jerusalem), Organ einer Gruppe der palästinensischen Poalei- Zionisten; die dreimal-wöchentliche Zeitung „Moriah" (Jerusalem), orthodoxes Organ. Ausserhalb Palästinas: die „H azefira hK (Warschau), deren Erscheinen einige Jahre unterbrochen war, eine sehr verbreitete, angesehene Tageszeitung, erscheint seit Oktober 1910 wieder unter der Redaktion Nah um S ok o lo w s; Wochenschrift „H a i b r i" (Berlin), die den zionistischen Standpunkt auf religiöser Basis vertritt; „Haschachar" (Warschau), eine Wochenschrift für die Schuljugend; „Snunith" (Lemberg), eine moderne Monatsschrift, herausgegeben von der Gruppe „Zeirei Zion". Zu erwähnen ist auch der „Milon" von Ben Jehuda (Thesaurus totius hebraitatis), der im Verlag G. Langenscheidt erscheint. In Jerusalem hat sich ein „Waad Halaschon Haibrith" (Kommission für hebräische Sprache) gebildet, der sich folgende Aufgabe stellt: Die hebräische Sprache dazu geeignet zu machen, dass sie als gesprochene Sprache in allen Lebensverhältnissen, zu Hause, in der Schule, im öffentlichen Leben, in Handel und "Wandel, in Handwerk und Industrie, in Kurist und Wissenschaft gebraucht werden kann; auf den orientalischen Charakter der Sprache, ihre Aussprache, ihre Buchstaben im Wortbau und ihren Stil zu achten und zugleich ihr die nötige Biegsamkeit zu verleihen, damit sie die Gedanken unserer Zeit voll und ganz ausdrücken kann. Damit der Waad seine Aufgabe erfülle, befasst er sich mit folgenden Arbeiten: 1. er publiziert jene Wörter, die sich bereits im hebräischen Wortschatz befinden, dem grössern Publikum jedoch nicht bekannt sind; 2. er sucht die fehlenden Wörter durch Schaffung neuer Wörter zu ergänzen; 3. er ist bestrebt, die orientalische Aussprache, die einen grössern lautlichen Unterschied der einzelnen Buchstaben aufweist, zur Geltung zu bringen; 4. er setzt die Orthographie und Syntax fest und macht auf die sich in die gesprochene Sprache und den Stil einschleichenden Fehler und Irrtümer aufmerksam. Zu den erfreulichen Erscheinungen des jüdischen Geisteslebens in Palästina gehört auch die Gründung eines Instituts für jüdische Musik in Jerusalem (unter der Leitung von A. Idelsohn) und einer zweiten jüdischen Musikschule in Jaffa (unter der Leitung von Frau Dr. B up pi n). Die Arbeit in Palästina, die dem Palästinaressort obliegt, wird in dem Bericht in folgender Weise dargelegt: „Das Palästinaressort hat wie in den Vorjahren auch in der Berichtsperiode die Funktionen eines Informationsbureaus für Palästina erfüllt und zahlreiche Anfragen aus zionistischen Kreisen auf mundlichem und schriftlichem Wege eingehend erledigt. Das Bessort hat auch während der Berichtsperiode die grösste Sparsamkeit walten lassen, was aus den veröffentlichten Bilanzen deutlich hervorgeht: schliesst doch das letzte Geschäftsjahr sogar mit einem kleinen Ueberschuss ab. Nichtsdestoweniger war es möglich, den besonders wichtigen und zur Verbreitung der Palästinakunde bestimmten Publikationen namhafte Beiträge zu gewähren. So wurde die vorzügliche Palästina-Bibliographie von Thonisen subventioniert. Eine ganz besondere Unterstützung erhielt auch die Zeitschrift „Palästina", die nunmehr in Wien von bewährten Gesinnungsgenossen in sehr zufriedenstellender Weise geleitet wird. Die Vorarbeiten für die Hebräische "Wandkarte, die sehr viel Zeit in Anspruch nahmen und vom Palästinensischen Lehrerverband besorgt wurden, haben endlich ihren Abschluss gefunden. Mit Unterstützung des Odessaer Palästinakomitees und des Kulturfonds hoffen wir die Karte noch in diesem Jahre herausgeben zu können. Wir beabsichtigen, den Vertrieb derselben dem „Jüdischen Verlag" zu übertragen. Der von dem Palästinaressort verwaltete Kulturfonds besteht leider noch immer nur auf dem Papier« Sein Vermögen hat sich während der Berichtsperiode nur um eine Kleinigkeit vermehrt. Es wird, nach der Ansicht unseres Palästinaressorts, eine der Aufgaben des X. Kongresses sein, entweder Mittel ausfindig zu machen, die dazu geeignet sind, die Propaganda für den Kulturfonds endlich in Fluss zu bringen, oder aber andere Wege zu finden, die dahin führen, die Zwecke, denen der Kulturfonds zu dienen berufen ist, zu erreichen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass ohne einen grossen Fonds zur Unterstützung nalional wichtiger Institutionen in Palästina unsere Organisation auch in der Zukunft keine Möglichkeit haben wird, die Entwicklung Palästinas, abgesehen von der Landwirtschaft, in gehörigem Masse zu fördern. Besonders empfindlich hat sich das Fehlen eines solchen Fonds bei der Entwicklung des Mikrobiologischen Instituts zu Ehren Dr. Nordaus und der Nationalbibliothek fühlbar gemacht. Nicht nur, dass wir nicht selbst mit eigenen Mitteln die Ausführung dieser schon längst beschlossenen Institutionen in die Wege leiten konnten, wir vermochten nicht einmal die Gelder für umfassende Propaganda aufzubringen, noch an andere Organisationen mit festen Vorschlägen heranzutreten. Beide Institutionen sowie auch ein Nationalm u seu m würden sich leicht mit reinzionistischen Mitteln begründen und erhalten lassen, wenn wir den ernstlichen Willen dazu uns aneignen würden. Mit Freude ist es zu begrüssen, dass die Propaganda des Palästinaressorts behufs Gründung einer Landwirtschaftlichen VJersuchsStation in Palästina, dank der Munifizenz amerikanischjüdischer Philanthropen, erfolgreich gewesen ist. Unter dem Namen The Jewish Agricultural Experiment Station ist dieselbe jetzt, wie es scheint, finanziell sichergestellt, und die Vorarbeiten sind mit der Einrichtung der Versuchsfelder bei Athlit nahe Haifa und der Station in Haifa selbst schon begonnen worden. Wir zweifeln nicht daran, dass diese Institution unter der sachkundigen Leitung des Agronomen Aron Aaronson für die landwirtschaftliche Entwicklung Palästinas von der grossten Bedeutung sein wird. Die Vorbereitung der Gründung der Versuchsstation hat mehrere Jahre in Anspruch genommen. Sie wurde uns durch einen Kredit von Frs. 30,000, den das Actio ns-Comite im Jahre 1906, als es noch den Jüdischen Nationalfonds verwaltete, aus den Mittein des letzteren gewährte, ermöglicht. Die Heranziehung privaten Kapitals nach Palästina bat schon bedeutende Erfolge aufzuweisen. Die mit dem Palästina- Ressort zusammenarbeitenden Institutionen wie das Palästina- Industrie-Syndikat, die Immobiliengesellschaft „Palästina4, die P. L. D. C. usw. haben sehr wesentlich dazu beigetragen, diese Erfolge zu erzielen. Sind wir doch mit Hilfe derselben in der Lage, die Wünsche und Bedürfnisse fast eines jeden, der sein Geld in Palästina investieren will, zu befriedigen, einerlei, ob er es auf einmal oder ratenweise hin übersendet, ob er selbst mit seinem Oelde nach Palästina wandern will, ob er einen Verwandten oder Beauftragten schicken oder ob er sein Geld durch eine unserer Institutionen verwaltet sehen will. Unser Palästina-Bessort zweifelt nicht daran, dass gerade in dieser Tätigkeit sein Haupt wert zu suchen ist, und es ist der Ansicht, dass bei geduldiger Arbeit die Erfolge hierin mit jedem Jahr grösser sein werden. Wenn auch die Arbeit der Heranziehung von Kapitalisten nicht immer leicht und oftmals nicht gerade angenehm ist, so ist doch das Palästina-Bessort schon mit vielen hervorragenden Vertretern der Judenheit hierdurch in Verbindung getreten, und es hat häufig die Vorurteile dieser Leute gegen die Palästina-Arbeit zerstören können. Wir müssen durch Ausdauer und Energie dahin gelangen, dass es allgemein üblich wird, dass wohlhabende Juden sich im Alter nach Palästina zurückziehen, sei es, dass sie

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