Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- [Sonder-Ausgabe] Nr. 3 (13.8.1911)
- Date
- 1911-08-13
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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sich an einem der schöneren und klimatisch bevorzugten Orte eine Villa bauen, sei es, dass sie sich dem gesunden Landlehen ergeben, letzteres am liest en in der Weise, dass sie schon jahrelang vorher sich eines Pflanzung haben anlegen lassen, deren Früchte sie dann in beschaulicher Ruhe gemessen. Das gilt vor allem für die in Russland, Rumänien und Südafrika lebenden Juden, aber auch für viele, die in englischen, amerikanischen und deutschen Grossstädten leben, sich aus dem Hasten und Treiben des Grossstadtlebens heraussehnen, aber doch einer jüdischen Atmosphäre nicht entraten wolle»- Viele werden auch ihre für die Landwirtschaft geeigneten Söhne für Palästina vorbereiten wollen und ihnen dort eine Wirtschaft au kaufen wünschen, so dass auch der Landwirtschaft auf diese AVeise neue und solide Kräfte zugeführt werden. Schon eiieinrt man überall die Anfänge dieser Entwiek. lung, die grosse Dimensionen anzunehmen vermag. Auch die Vereinigung einer Anzahl von Kapitalisten zu gemeinsamer Bewirtschaftung ländlicher Güter ist ein erfreuliches Zeichen des wachsenden Interesses für Palästina, sei es, dass die Besitzer später die Güter unter sich parzeliieren wollen, wie es z. ß. bei einer rumänischen und amerikanischen Gruppe der Fall ist, sei es, dass sie das Land dauernd gemeinsam mit jüdischen Arbeitern bewirtschaften wollen und nur den Nutzen daraus zu ziehen beabsichtigen.. Hierfür ist ein typisches Beispiel die im vorigen Jahre als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung begründete Tiberia- Land- und Planfcagehgesellschaft. Diese Gesellschaft, an der zehn Herren in Moskau und zwei Gesinnungsgenossen in Wien und Berlin beteiligt sind, hat am Tiberiassee in einer überaus fruchtbaren und zukunftsreichen Ebene eine grosse Gutswirtschaft eingerichtet, in der schon jetzt ca. 70 jüdische Arbeiter ständig Beschäftigung finde«. Im Interesse der Ausdehnung des Betriebes muss das Kapital der Gesellschaft, das bisher 300000 M betrug, um weitere 25°/o ealiöht werden. "Vermögende Palästinafreunde, die in der Lage sind, Anteile ä 30000 M zu erwerben, können demnach noch Aufnahme finden. Eine besonders erfreuliche Erscheinung ist schliesslich noch das Bestreben mancher reicher Stammesgenossen, sich durch grössere Stiftungen;für gemeinnützige Zwecke in Palästina, zu verewigen und den dauernden Dank ihres Yolkes hierdurch zu erwerben. Die Stiftungen unserer Gesinnungsgenossen Moser und "Wolffsohn für Gymnasium und Arbeiterhäuser sind uns allen bekannt, ebenso hat ein Herr in Kiew vor einigen IMonaten 30000 Frs. für Arbeiterwohnungen gestiftet, während ein Moskauer Gesinnungsgenosse sich vor kuraem bereit erklärt hat. einen namhaften Betrag für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Auch unsere Petersburger Gesinnungsgenossen haben unlängst eine grössere Sammlung für Arbeiterhäuser eingeleitet. Hoffentlich wird das Beispiel der russischen Zionsfreu nde überall Nachahmung finden, denn die Errichtung von Wohnungen für die jüdischen Landarbeiter gehört zu den gegenwärtig wichtigsten Fragen des Kolonisationswerkes. Auch wird erst dadurch die Uebersiedlung der für die palästinensischen Verhältnisse ganz besonders geeigneten Juden aus dem Yemen in grösserer Zall ermöglicht werden. Amerikanische Philanthropen haben sich bekanntlich in hervorragender Weise durch die Sicherung des Technikums und der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Haifa v& r-dient gemacht, ein Gesinnungsgenosse aus Kiew durch Stiftungeines Musikkonservatoriums, sowie einer Handwerkerschule in JaflL Wir zweifeln nicht daran, dass diese schönen Beispiele Nachahmungfinden werden. Wenn man bedenkt, was die griechischen und armenischen Bankiers und sonstige Kapitalisten, clie in der 1) iaspora leben, für ihr Mutterland tun, so muss man sich wirklich geradezu beschämt fühlen, dass wir, die wir für die Länder, in denen wir leben, so bereitwillig grosse Unterstützungen zu gewähren gewohnt sind, uns unserem Stammlande gegenüber noch so überaus spröde verhalten Es wurde ferner durch das Actions-Comite die Gewährung einer Bewilligung van Frs. 10000 seitens des Vereins Esra zur Ansiedlung jemenitischer Juden in Palästina vermittelt. Das Engere Actians-Comite, und namentlich dessen Mitglied Herr J. H. Kann, be fasste sich auch in der Berichtsperiode eingehend mit umfassenden Studien und Vorarbeiten bezüglich verschiedener wirtschaftlicher Unternehmungen grössern Stils in Palästina. lieber düe? Ergebnisse jetzt schon zu berichten, wäre verfrüht. Bei dem Studium der finanziellen Seite dieser Projekte hat sich gezeigt, dass wir bei der Durchführung voraussichtlich für absehbare Zeit in der Hauptsache auf unsere eigenen Kräfte angewiesen sein werde m. Unser Palästinaamt hat auch in der abgelaufenen Berichtsperiode alle unsere Arbeiten, soweit sie nicht in das Bessort der Anglo-Palestine-Company fallen, geführt. Ausser der Vertretung und laufenden Orientierung des Actions-Comites m nd des Palüstiuuressorts in allen Palästina berührenden Angelegenheiten sind dem Palfist;inaamt. auch die Geschäfte der anderen mitt uns in Beziehung stehenden Gesellschaften übertragen. Das Palästinaamt bildet daher die palästinensische Verwaltungsstelle für folgernd« Gesellschaften : rlüclischer Nationalfonds und Verein „Oelbauirispende", hierein „Bezalel", ffsalestine Land Development Company, ffsalestina-1 ndustrie-Syndikat. Innraobiljengesellschaft „Palästina", Siedlungsgesellschaft „Erez Israel1', sowie für einige kleinere Gesellschaften und Fonds. Ibas Palästinaamt stellt durch diese einlieüliche Vertretung der zsihlreichen - Gesellschaften gewissermassen den Brennpunkt dar, im dem sich die nach verschiedenen Prim ijiien gegründeten und geleiteten Gesellschaften wieder vereinigen, Dadurch wird die Einheitlichkeit der Arbeit dieser Gesellschaften in Palästina gewährleistet und gegenseitige Förderung in vielen Fällen ermöglicht. Das ist besonders deshalb wichtig, weil mehrere dieser Gesellschaikii aufeinander angewiesen sind und nun' hei stetigein Zusamrai-enarbeiten Erspriessliches leisten können. In dem Masse, als die praktische Arbeit der zionistischen Organüsation und der ihr nahestehenden Gesellschaften sich vermehr! hat, ist auch der Geschäftskreis des Palästinaamtes, das jetzt hx\ vierten .fahre seines Bestehens steht, «erwachsen. Es hat für die Palestine Land Development Company clae Farm Kinereth unddüe Arbeitergenossenschaft in Umdjuni errichkl. die Pflanzungen des Vereines „Oeibaumspende" in ßenschemen un«d Hulda angelegt, auf dem neuen Boden der Siedlungsgenossenschaft und der Palestine Land Development Company in Merchawja alk Vorarbeiten zur Bewirtschaftung und Parzellierung getrollten, i in Vertretung des Jüdischen Nationalfonds an der Errichtung des neuen Stadtviertels „Tel-Awiw" in Jaffa mitgewirkt, in Vertretung der lmmobiliengeseLbcliaft „Palästina" die Errichtung ähnlicher Stadtviertel in anderen Städten in die Wege geleitet und sich für das Palästina- Industrie-Syndikat bei den Vorarbeiten für die im Palästina mögliche:! industriellen und Verkehrsunternehinungeiti .beteiligt. Es leitet fern&i1 für den Verein „Bezalel" die administrative Arbeit der sich stetig vergrössernden Kunstgewerbeschule in Jerusalem und der neuem Zweigniederlassung in Benschemen, ortoJLt auf schriftliche und mündliche Anfragen Informationen und suclrt durch Sammlung des Malerials und durch Publikationen über wichtige wirtschaftliche Fragen die Kenntnis der ökonomischen...Verhält« isse Palästinas zu verbreiten, insbesondere die Juden in den weniger entwickelten Teile n des türkischen Deiches (z. B. in Yemen) auf die Arbeitsgelegenheiten in Palästina hinzuweisen. Bei Streitigkeiten unter Juden wirkt das Palästinaamt auf eine gütlich.^ oder schiedsgerichlikhe Austragung hin. Zurzeit ist es für Rechnung des Jüdischen Nationalfonds und einiger Privatpersonen mit dem Bau von ArbeiNerhäusern in den Kolonien und mit den Torarbeiten für die Errichtung einer grossen Milchwirtschaft und seiner Schule für landwirtschaftliche Volontäre in Benschemen beschäftigt. Auch für (3i»e Gründung einer Schule für Kunstgewerbe in Jaffa ist es im liuftrage eines russischen Palästinafreundes titig. Xirien grossen Baum in dem Berichte nimnut das Beferat über die latigkeit des Jüdischen Nationalfonds ein. Ob zwar hier mehr wie in den anderen Berichten die trockenen Zillein in den Vordergrund treten, ist doch an der Hand des hier verarbeiteten Ziffernmatczrials die imposante, weltumfassende und steigende Popularität unseres Volksschatzes deutlich zu erkennen. Seüt dem Hamburger Kotigrreess ist von der Organisation in 26 Ländern, für den Nationalfonds und den Genossenschaftsfonds ca. 1 Milldori Francs aufgebracht worden. In mehr als 50 Zeitungen, in 4W,000 Flugblättern und Di roschüren wurde die Kenntnis des Nationi&lfonds verbreitet. Sein^eermögen betrug am Ende des Monates Juni 1911 M 2,544,629.32. von denen l8°/o in Palästina investiert sind. Der Bericht bespricht ausführlich die auf die Fortführung der ländlichen und städtischen Siedelung in Palästina gerichteten Bestrebungen mnd ihre Resultate und gibt eine erschöpfende, durch Diagramme u««d Tabellen unterstützte Darstellung seiner Sammelarbeit. An diese Erläuterungen schlössen sich Berichte über die P. L. D. C, die; Siedelungsgesellschaf-t „Erez Israel'4, die A. P.C., das Palästina-Industrie-Syndikat, die limmobiliengeseilschaft Palästina, den Unterstützungsfonds für die JI unterlassenen der Opfer der russischen Pogiome, den Bezalel. das anlässlich des 6U. Geburtstages Max NorcUus beschlossene mikrobiologische Institut, das Jaffaer hebräische: Gymnasium und die hebräische Mittelschule „Tachkemoni" in Jiülffa und über die Tätiget des in Verbindung mit dem Palästinawssort arbeitenden Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und der Gesellschaft für Palästinaforschung. Is folgen dann die Berichte der einzelnen Lanclesorganisationen u nd Föderationen sowie der Lamlessammelstelli&n des Jüdischen