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Die Welt · 1911-08-13 · [Sonder-Ausgabe] Nr. 3 (13.8.1911) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
[Sonder-Ausgabe] Nr. 3 (13.8.1911)
Date
1911-08-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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wir uns mit ihm verständigen, und das ist eine der Hauptaufgaben, die wir in der Palästinakommission jetzt zu überlegen haben. Die Arbeit geht vorwärts; sie ist nicht so klein, wie sie Thon geschildert hat, man sieht schon jetzt den Erfolg, und wenn wir in der bisherigen Weise und in verstärktem Masse weiter arbeiten, so bin ich überzeugt, dauert es noch keine zehn Jahre, dann wird die ganze Welt von unserer Arbeit dort mit Befriedigung und Hochachtung sprechen. (Stürmischer, langandauernder, sich erneuernder Beifall.) Vors. Dr. Bodenheimer: Das Wort hat nunmehr der Präsident des E. A. C, Herr Wolffsöhn. (Minutenlanger Beifall, Händeklatschen, Tückerschwenken). Präsident Wolffsohn: Geehrter Kongress! Ich werde versuchen, genau der Debatte entsprechend, mich auch kurz zu fassen. Ich werde versuchen, sämtliche Reden, die hier gehalten wurden, kurz durchzugehen. Die erste war die des Herrn Böhm. Ich habe heute morgen bereits gesagt, dass ich es nicht dulden will, dass Herr Böhm mich zum Rachmon us-Zio nisten machen will, dass er Rachmonus mit mir haben will* und ich freue mich, class meine Worte die Wirkung hatten, dass nachher die Redner das kritisiert haben, was sie zu kritisieren hatten. Ich bedaure nur, dass der Kongress den Wunsch des Herrn Trietsch abgelehnt hat, ihm das Wort zu geben, nachdem er ausdrücklich gesagt hat, dass er kritisieren will. Da ich aber die Geschicklichkeit des Herrn Trietsch in parlamentarischen Dingen kenne, hoffe ich, er wird noch irgendwie die Gelegenheit finden. (Heiterkeit.) Herr Böhm hat, wie er ausdrücklich sagte, nicht kritisiert, und Herr Pasmanik hat nachher seine Methode akzeptiert, und sie haben, wie man sagt — ich will das Wort nicht anwenden, es könnte missverstanden werden — auf einen gewissen Gegenstand geschlagen, aber einen andern Gegenstand damit gemeint. Sie haben immer gesagt, was die nächste Leitung tun solle, und damit bewiesen, was die alte Leitung unterlassen hat! Ich glaube, sie haben den Fehler begangen, die neue Leitung mit zu vielen Wünschen und zu vielen Hoffnungen zu belasten. (Sehr richtig). Ich würde mich freuen, und Sie alle mit mir, wenn die neue Leitung so viel als Sie erwarten, leisten könnte und würde; aber Sie können nichts Uebermenschliches von der neuen Leitung erwarten. Herr Böhm hat aber etwas gesagt, was ich zurückweisen muss, weil ich es für ein Phantasieprodukt halte. Er hat gesagt: Wir, die Opposition, haben das alles errungen, wir haben die praktische Arbeit durchgesetzt, auf unsere Wünsche hin ist sie erfolgt. Ich weiss nicht, wann Herr Böhm in die Bewegung eingetreten ist, ich weiss nicht, ob er Zionist gewesen ist, ob er den Zionismus kannte, als wir bereits im Zionismus praktische Arbeit gemacht haben, und ich möchte mit der grössten Entschiedenheit zurückweisen, class die Opposition es war, die uns praktische Arbeit abgezwungen habe. Wünsche äussern, das ist sehr leicht, meine Herren, aber die Wünsche durchführen, das verlangen Sie von der Leitung. Wenn wir alle Projekte durchgeführt hätten, die Sie vorgeschlagen haben, — das wäre ja wunderschön gewesen, — aber wir hatten nicht die Möglichkeit dazu. Ich möchte das ausdrücklich zurückweisen, dass wir uns die Dinge hätten abtrotzen lassen, die wir gemacht haben. Ich könnte Ihnen Dinge anführen, die Sie nicht gefordert haben und die wir gemacht haben und die gut gemacht worden sind. (Beifall.) Herr Böhm sprach davon, dass der Zionismus verwässert worden ist. Gut; Leh weiss aber nicht — bei uns wird so viel über di«sen Gegenstand debattiert, class ich wirklich nicht wdss, wer recht hat: ob die recht haben, die sagen, 3ass die Beschränkung des ganzen Zionismus auf die Kleinarbeit in Palästina eine VerWässerung darstelle, oder die anderen, die das Umgekehrte sagen — ich verstehe das nicht. Aber ich bitte nur die Herren, zu glauben, dass die Männer in der Leitung mindestens ebeiisogute Zionisten sind, wie die anderen Zionisten, die liier im Saale sind. (Beifall.) Dr. Da ich es hat zum Frieden gemahnt. Er war entsetzt, dass man hier überhaupt Debatten geführt hat! Ja, den Frieden wolkn wir auch; aber wir wollen auch leben, und leben heisst kämpfen. Nie ist es mir eingefallen, oder wird mir einfallen, mich gegen die Kritik auszusprechen. Dio Kritik muss geübt werden, aber sie muss sich in den richtigen Grenzen halten; sie muss eine freundschaftliches sein, die den Zweck hat, etwas zu verbessern, aber iiiiclit zu verbittern. (Lebhafte Zustimmung.) Um Ihre Zeit nicht zu lange in Anspruch zu nehmen, werde ich über die Programm rede des Herrn Dr. Hantke und über die Keck des Dr. Werner kurz hinweggehen; ich wüsste auch nicht, was ich darauf zu antworten hätte. Ebenso werde ich rasch hinweggehen über die Dinge, auf die die Herren Prof. War bürg und Dr. Thon bereits für das Palästinaressort hingewiesen haben. Ich möchte nur dem Herrn Dr. Reich, der hier ein Wort hat fallen hissen — und es ist mir berichtet worden, dass dieses Wort beinahe zum Schlagwort wird, auch in Palästina, — erwidern. Er sprach davon: man muss den Mut haben, auch schlechte Arbeit zu machen. Das ist <m Mut, den ich allerdings bewundere, aber ein Mut, bei dem man das Genick brechen kann. (Lebhafte Zustimmung.) Wir müssen den Mut haben, zu arbeiten, etwas zu unternehmen; wenn wir aber sehen, dass etwas schlecht ist, dann müssen wir den Mut haben, diese Arbeit nicht nur nicht zu beginnen, sondern, wenn ivtr sie begonnen haben, sie einzustellen. Wenn wir so im Siime dieses Schlagwortes wirtschaften würden, dann könnten wir wirklich Gefahr laufen, dass wir überhaupt nicht mehr arbeiten könnten. Im Gegenteil: lieber weniger, aber was wir machen, muss gut sein! (Stürmischer Beifall.) Ist es dann gut gemacht, dann zieht das zehn neue Sachen nach sieb. Das Vertrauen müssen wir eist haben. Die ganze Welt muss zu uns Vertrauen haben, und wenn wir dieses Vertrauen erworben haben, dann können wir weiter marschieren, nicht eher! (tkifall.) Dr. Reich sprach auch Uber die politischen Verhältnisse. Ich habe es bedauert — ich will darauf nicht eingehen. Mein StandpunH ist Ihnen nicht neu. Wenn ich über ihn noch einige Worte sage, so ist es nur, weil wir jetzt eine neue Leitung bekommen. Ich bin der Ansicht, dass uns Zionisten unsere eigenen, rein zionistischen Angelegenheiten gerade genug zu tun geben, um unsere ganze Kraft zu forclern und uns den Wunsch zu nehmen, uns in Dingte zu mischen, die uns als Weltorganisation nichts angehen. Das ist meine Ansicht. Ich will es jetzt ausbrechen, da ich zurücktrete, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, dass der Zionis-

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