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Die Welt · 1911-08-10 · (10.8.1911) Nr. 1 · page 16

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
(10.8.1911) Nr. 1
Date
1911-08-10
Page
– (sequence 16)
Language
German
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794 DIESaEELT No. 1 Westösterreichische Lands* marinschaft. Am Dienstag-, den 8. ds., tagte im Hotel zur Blume die westösterreiehische Landsmannschaft. Den Vorsitz führte. Herr Adolf Böhm. Den Hauptgegeiistaiul der Beratungen bildete die Präge, ob der Präsident des E. A. C. von diesem selbst oder vom Kongress gewählt werden solle. Einen definitiven Beschluss hierüber brachte die Sitzung nicht. Es traten in dieser Hinsicht zwei Strömungen hervor; es zeigte sich jedoch das allgemeine Bestreben, den Frieden in der Partei endgültig herzustellen. Um eine Verständigung zwischen den divergierenden Ansichten herbeizuführen, wurde die Sitzung für eine kurze Zeit unterbrochen. Nach Wiederbeginn der Verhandlungen erklärte Del. .Finzi: Wir wollen den Frieden wiederherstellen und uns mit den Russen und anderen verständigen. Prof. Dr. Engel: Wir können uns auf die Berliner Konfererizbeschlüsse nicht festlegen und müssen uns für den Kongress unsere Stellungnahme vorbehalten. Vielleicht gehen wir dort über die erwähnten Beschlüsse hinaus. Dr. Siegmund Werner : Wir wollen uns zwar mit den Russen verständigen, unsere Selbständigkeit jedoch nicht aufgeben und auch von ihuen Entgegenkommen verlangen. Es wird sodann von Dr. Mar gu lies u. a. folgende Ilesolution beantragt: Die westösterreichische Landsmannschaft stellt sich grundsätzlich auf den Standpunkt der Berliner Jahreskonferenz. Diese Resolution wird einstimmig angenommen. Mit Stimmenmehrheit wird darauf folgender Zusatzantrag angenommen : Mit Ausnahme des Punktes 5 (betreffend die Wahl des Präsidenten. Red.), worüber zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden soll. Sodann erfolgte die einstimmige Wahl der Herren Prof. . E n g e 1, Dr. Emil M ar g u 1 ie s, Dr. Egon Zweig und Dr. Siegmund Werner für den Permaiienzaussehuss, der Herren Böhm, Low und W er t he im er als Beisitzer im Kongress - Präsidium. #» Galizische Landsmannschaft. Die Sitzung der galizisohen Landsmannschaft fand am S. August im kleinen Saale der Rebleutenzuiift unter dem Vorsitz des Herrn Adolf Stand statt. Auf der Tagesordnung stand die Stellungnahme zum Kongress, die Wahl des Permanenzaussciiu.sses und der Kommissionen. Nach längerer erschöpfender Debatte wurde folgender Antrag Dr. H ausm an n angenommen : „Die galizische Landsmannschaft steht auf dem Boden der Beschlüsse der Berliner Konferenz; die Mitglieder des Permanenzaussolmsses werden beauftragt, im Permauenzaussehusse davon Mitteilung zu machen mit der Hinzufügung, dass sie jede andere mit den Berliner Beschlüssen nicht übereinstimmende Kombination für indiskutabel erklären."........Ausserdem wurde unter allgemeiner Zustimmung folgende Resolution Dr. Brande angenommen: „Die galizische? Landsmannschaft erachtet es als im Interesse der gedeihliehen Fortentwicklung der zionistischen Arbeit dringlichst geboten, dass sämtliche Entscheidungen des X. Kongresses bezüglich der zukünftigen Leitung der zionist. Organisation nicht im Wege von Majoritätsbeschlüssen, boiidern auf Grund eines friedlichen Einverständnisses sämtlicher (.Truppen des Kongresses zustande kommen, und beauftragt ihre Vertreter im Perma neu zaussehusse, mit voller Energie nach dieser Eichtling zu wirken." Perner würden auf Antrag des Herrn Chart in er die galizisohen Mitglieder des Actionscomite aufgefordert, dahin zu wirken, dass die Kulturde hatte nicht auf den letzten Tag verlegt, sondern in den ersten Kongresstagen erschöpfend durchgeführt wird, schliesslich ein Antrag des Herrn Trop, den J. C T. betreffend. In den P e r in a ne n z a u s s c h u s s wurden die Herren Adolf Stand Dr. Markus Brau de, Dr. Philipp Korn grün und Dr. Leon Reich gewählt. Perner wurde ein aus den Herren Dr. Israel Waldmann, Dr. Osia Thon, Hermann Trop und Dr. Abraham Salz bestehendes Execiil.ivkomit.ee gebildet zwecks Fühlungnahme und Verständigung mit den anderen Landsmannschaften. In die Palästinawie auch Agrarbankkommission wurden die Herren Dr. Hausmann und Dr. Feigenbaum, in die Bankkommission die Herren Herman Trop und Benzion Pett, in den Ürgauisationsausschuss die Herren Dr. Heinrich Rosm a r! n und Leon W e cIi s 1 e r delegiert;. Die Leitung der Landsmannschaft während des Kongresses wurde Dr. Abraham Salz übertragen. Zionistische Jugendorganisation. Zur (Besprechung der Frage der zionistischen Jugendorganisation fand sich am 8. August ein ca. 300-köpfiges Publikum im grossen Saale der Rebleutenzuni't ein. Den Vorsitz führten die Herren H o o f i e n - Köln und Dr. S. W e r n e r - Iglau. Herr Hoofien begrüsste namens des zionistischen Zentralbureaus die stattliche Versammlung, besprach kurz die Vorgeschichte der Konferenz und betonte das Interesse, das die Leitung der zionistischen Jugendbewegung entgegenbringe. Der Referent, Herr L. Pe rlmutter - Frankfurt a./ AI., führte aus, Zionismus und jüdische Jugend gehörten zusammen. Die jüdische Jugend sei praktisch die Zukunft des Judentums. Die vorzüglichsten Eigenschaften der Jugend prädestinieren sie für die Ideale unserer Bewegung. Rein sachlich müsse man sie besonders als Altersklasse, die den Vorzug hat, die andern zu überleben, gewinnen. In ideeller Beziehung lässt sich das zionistische Erziehungsproblem an der Jugend am besten lösen; sie ist willig und aufnahmefähig für alle Probleme des Judentums: zionistische D u i' c h b i 1 d u n g, jüdische G e s e h i c h t e, j ü d i s c Ii e Wissenschaft, heb r ä i s c h e S p r a c h e e i n e r s e i t s, k ö r p e r - liehe Regener a t i o n a n d e r s e i t s. Ausserdem werden die Jugendgruppen Schulen zur Einigkeit sein. Die Organisation habe zwei Au fga ben : Die Herauziehu n g der nie h t z i o - n i s t i s c h e n J u g e n d , da zur Betätigung der persönlichen Propaganda ein jugendliches Milieu notwendig sei, ferner die Erziehung der zionist isc h e n J u g e n d. Die Jugendgruppen seien als von der Ortsgruppe geleitete Erziehungsinstitute gedacht. In einem noch festzusetzenden Alter müsse die Jugend sich den Ortsgruppen anschliessen. Eine durchgebildete zionistische Jugend garantiere einen ewig jungen Zionismus. Redner stellt folgende Thesen auf : 1. Wir müssen aus inneren und äusseren, sachlichen und ideellen Gründen die jüdische Jugend für den Zionismus gewinnen. 2. Die Organisation der zionistischen Jugend ist wünschens- ' wert, da sie die beste Form darstellt, in der die jüdische Jugend für den Zionismus gewonnen und diese -wieder zionistisch erzogen werden kann. 3. Die Konferenz übermittelt den einzelnen Landsmannschaften den Wunsch, in ihren Ländern eine zionistische Jugendorganisation ins Leben zu rufen. Dem starken Beifalle, den diese Ausführungen fanden, folgte eine sehr angeregte Debatte, die eine vollkommene IJebereinstimmung in bezug auf die innere Notwendigkeit der Jugendarbeit zeigte. Feuerring - Halberstadt gibt eine instruktive Darstellung einer plaumässigeu Erziehungsarbeit, Dr. Münz-Nürnberg betont die Notwendigkeit zionistischer Mitarbeit in allgemein-jüdischen Jugeudvereinen wie z. B. in Deutschland innerhalb des neutralen Rahmens dieser Verbände, Dr. Engel-Prag schlägt eine Enquete über die bisherige zionistische Jugendarbeit vor. M ich aloAV itz - Düsseldorf tritt dafür ein, dass die Arbeit jeweils nach örtlichen Verhältnissen eingerichtet werde, Sä 1 i n ge r - Oppeln und N a wr a t zky ■ Strassburg fordern verstärkten Einfluss auf allgemeine Jugendvereine; zwischen Dr. Öls wanger und Dr. S t ahl - Tarnowitz entspinnt sich eine kurze Debatte über die Mitarbeit zionistischer Akademiker. Schliesslich stellt Fast-Lemberg den Antrag, alle Vorschläge einer Kommission zu tibertragen, der angenommen wird. Im Sclilussworte beschäftigt sich der Referent mit der Mitarbeit in allgemeinen jüdischen Jugendvereinen, die in loyaler Weise dem Neutralitätsprinzip zum Durchbruch verhelfen müsse, und betont die Notwendigkeit zionistischer Jugendarbeit in allen Ländern. In die Kommission wurden gewählt die Herren L. P e r 1 m u 11 e r - Frankfurt a./M., Dr. Münz- Nürnberg, Dr. S t a h l -Tarnowitz, Nawrat z k y - Strassburg, M i c h a 1 o w s k y - Düsseldorf. Die Kommission wird sich mit den Organisationen der einzelnen Länder zwecks intensivster Forderung ihrer Bestrebungen in Verbindung setzen und ihre Mitarbeit verlangen. Es wird also Sache der Landesorganisationen sein müssen, die allseits so freudig begrüsste Idee tatkräftig zu fördern. Meeting. Die »Organisation für hebräische Sprache und Kultur« veranstaltet am 12. August, 9 Uhr abends, im grossen Saal der »Burgvogtei« zu Basel, Rebgasse, ein Meeting, zu dem die Delegierten und Gäste des zionistischen Kongresses eingeladen werden. Es werden sprechen: Dr. Schemarja Lewin über die hebräische Literatur; Adolf Stan d über das Volk und seine Nationalsprache; I) r. Mark us Brande über die hebräische Bewegung; I) r. M o s s i n s o h n über die Renaissance der hebräischen Sprache in Palästina.

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