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Die Welt · 1911-08-10 · (10.8.1911) Nr. 1 · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
(10.8.1911) Nr. 1
Date
1911-08-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No, 1 schaftliehen und kulturellen Entwicklung des Landes zu arbeiten, so werden wir diese .Entwicklung vorläufig nach Kräften von aussen vorbereiten. Unser zionistisches Bekenntnis, unsere durch niehts zu entmutigende zionistische Tätigkeit bedeuten, dass das jüdische Volk sich selbst und seinen zweitausendjährigen Idealen treu bleibt. (Lebhafter Beifall.) Solche 1:reue aber überwindet jedes Hindernis. (Stürmischer minutenlanger Beifall. Die Kundgebung und Hochrufe Lösen einander initiier von neuem ab.) David Wo! ff söhn richtet an die Versammlung nunmehr die Anfrage, ob sie mit der vom E. A. C. vorgeschlagenen Geschäftsordnungeinverstanden ist. Dr. Mossinsohn (hebräisch ), mit Beifall begrüsst spricht dagegen, deshalb, weil die Vorlage den Delegierten zu spät zugegangen ist. Präs. Wolffsohn: Allen css recht machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, so auch bei den1 Geschäftsordnung. Aber wir müssen eine Geschäftsordnung h;ib»en, der Kongress kann ohne eine solche nicht arbeiten. Daher ersuche ich den Kongress, über die Geschäftsordnung abzustimmen. K a p 1 a n s k i - K ap 1 a n : Die geltende. Gesdiäf tsordnung schreibt vor, dass die Vorlage meHuere Wochen oder sogar Monate vorher den Delegierten mitgeteilt werden muss; das ist nicht geschehen. A ber ausserdem enthält der Entwurf der neuen Geschäftsordnung bereits Begriffe1, und Einrichtungen aus dem neuen, bis jetzt noch nicht akzeptierten Organisationsstatut. Ein Teil dieser Geschäftsordnung wird als Entrechtung einer grossen Minderheit angesehen. Schon destuilb entspricht es der Würde des Kongresses, die Geschäftsordnung nach Erledigung des Organisationsstatuts zur Generaldebatte zu stellen. Präs. Wolffsohn: Der Koingress urteilt selbst darüber, was seiner Würde entspricht; ei ist vollständig souverän, zu beschlossen, was er für richtig bi lt. Del. Rosenthal beantragt zutr Geschäftsordnung*, die neue Geschäftsordnung zusammen mit dem Organisationsstatut zur Abstimmung zu bringen und einstweilen die alte Geschäftsordnung massgebend sein zu lassen. Dr. B.odenheime r bittet dagegen um Annahme des An - träges des E. A. 0. Sie erleichtern damit dem künftigen Präsidium des Kongresses die Arbeit, Nur einen Punkt möchte ich hervorheben : Wir haben in der bisherigen Geschäftsordnung keine Re.deordnung für den Kongro-ss. Infolgedessen haben wir auf dem vorigen Kongress bis zu Hl6 Rednern zu einem Punkte auf der Rednerliste gehabt, ohne dass es irgendwie festzustellen war, ob sie die Stimmung des Kongresses und der verschiedenen hier vertretenen Strömungen richtig wiedergaben. Die Rednerliste muss zuverlässig festgestellt werden, damit nicht wieder, wie auf dem vorigen Kongress, irgend eine Fraktion mit einem Schlag 17 Redner, einen nach den anderen, auf die Rednerliste schreibt, so dass man 17 Redner hört und meint, dass die kleine Fraktion die Mehrheit des Kongresses darstellt. Selbst verständlich ist ja der Kongress jeden Auigenblick in der Lage, wenn sich Schwierigkeiten herausstellen sollten, eine Diskussion über die Geschäftsordnung zu eröffnen, Es wird abgestimmt. D e r L n t r a g Rose n t h a 1 w i r d angenommen. Der stellvertretende Vorsitzende des P e r m a n e n z a u s - Schusses, Dr. Wr e i z m a n n (mit:. Beifall begrüsst), teilt nunmehr dem Kongress die Vorschläge des Permanenzausschusses für die Zusammensetzung der Leitung und des Bureaus mit : A 1 s Präsidenten des K o n g r & s s e s u n s e r e n M a x Nordau (stürmischer Beifall). Die Versammlung erhebt sich und jubelt dem Altmeister zu. Max Nord au nimmt, mit einer erneuten Kundgebung empfangen, da-s Wort: Geehrter Kongress! Ich bin Ihnen tiefen Dank schuldig für die Gesinnung, als deren Ausdruck ich diese Wahl wohl ansprechen darf. Ich würde aber eine schwere Pflichtversäumnis begehen, wenn ich ein Amt annehmen würde, dem ich mich physisch nicht gewachsen fühle. Ich danke Ihnen wiederholt und bitte Sie, von meiner Wahl Abstand zu nehmen (Widerspruch). David Wolffsohn: Die Wald ist vollzogen. Ich hoffe, wir werden gute Vizepräsidenten bekommen, die unserem Altmeister die Last abnehmen werden. Weizmann nennt jetzt die iuiideren vom Permanenzausschuss vorgeschlagenen Persönliclileiten: Als Vizepräsidenten: Dr, Bodenheimer (Beifall), Dr. Alexander Marmorek (Beifall), Adolf Stand (Beifall), Dr. Tschlenow und M. Ussischkin. (Beifall.) 789 Als Beisitzer: Adolf Böhm, David Florentin, IsaakGoldbeug-, Prof. Gotthein, Ingenieur Kessler, Dr. Moser, Plnneles, Bciiljbiner Reines und Weil-Basel. Die Liste wird en 1)Idc* angenommen. Als Seh r i f t füll re r : Für hebräisch Dr. Schemarjala-win; für russisch Leo Motskin; für englisch Norman Bentwich; für jiddisch Ingenieur S;yxkiii : für deutseh Dr. Friedenmnii, Prof. Kellner; für polnisch Dr. J. Waldmann. Auch diese lAatr wird (Mi!>loc angenommen, David WoJ ff.söhn übergibt den Vorsitz dem Prü.siideiiten Dr. Max Nordau, tbr ihn unter brausendem Beifallsjubel mit folgenden Worten üh«)jnhnrat : Ich fühle mich als lebendes Beispiel dafür, dass Jbrenn Willen nichts widerstehen kann. ((iross<* Heiterkeit und Beifall.) Mit geschäftlichen Mitteilungen schliesst Max Nonfiau die eivk Sitzung um 12lJ2 Uhr. Nachrnittagssitzung. Präsident Max Nord/m eröffnet die zweite Sitziiw»- um I Uhr. Nach unsere}' alten Gewohnheit wollen wir in Trane-rund Truue der Toten, zunächst der seit dem Hamburger Kongress verstorbenen GesiniiRuigsgenossen, in besonders emgelender We iwe der Mutter Tlmodor Herz!'s, Frnu Jea.nett<.'. Hrr/J, des österreichischen Reicli:sta.g\sal>geordneten f)r. ('-»a.l>el, yedenken. Der Kongress hört diesen Nachruf sowie die Liste der Ab gesell iedenen in. tiefer Bewegung stehend an. Del. Max G o l dro ich erstattet den Bericht des Le^it im a t-io n s a u s c h u ss es. Es sind 421) Delegierte aus 28 1 Ändern gewählt. Leider haben trotz des Beschlusses des A.C., vonaeh für jeden einzelnen IlHegierton volle 200 Mark an das C, A.C. abzuführen sind, I 1 iundesorganisationen weiterhin (dneiii ge wissen Prozentsatz von den Schokolim abgezogen: Russland, Südafrika, die Bukowina und das innerösferreichische Brarkskoii.iitee-. Der Legitimationsausschuss hat trotzdem die Mundate gul^eheissen, weil das K. A.C. den abgezogenen ProzenfsHtz als Seil nl d der bei reffend La-ndesorganisationen betrachtet, somit die rückständigen Beiträge bloss als gestundet zu betnit.'Ilten siutil. Dem Legitimation«uissehuss bat eine Anzahl Proteste jee gen die Wahlen vorgelegen. Kr hat sie sämtlich als sachlich oder foiTXeil nicht begründet anerkannt, und beantragt die Feststellung der Gültigkeit amntlieber Mandate. Der Kongress bcHchliesst demge-inäss. Generaldebatte- Der Präsident des A, C, Dnvi d Wo 1 PPs o h n (von Jebfiiaftem Beifall hegrüsst), leitet die Debatte übe* den Bericht des A. C. ein: Wir haben in dem Belichte, der Ihnen gedruckt vorliegt, unsere gesamte Täti gkeit schriftlich ziisamiimigefasst; denn es ist J)esser, wenn Sie den Bericht lesen, als dass mit langen Reden die Zeit des Kongresses verbracht wird. Ich beabsichtige jetzd, nur einige einleitende Worte zum Bericht zu sagen, dann wird mein Kollege im K. A. C, Professor W»rbnrg, über die Palästinatätigkeit besonders berichte n. Dr. Ruppin, unser Vertreter in Palästina, ist Terhindert, hier zu erscheinen, und was er noch zusagen hätte, das wird Ihnen Prof. Warburg sagen. Wir haben den Bericht so ausführlich wie möglich gemacht, besonders auch die Tätigkeit des N. F. hin eingenommen und wif glauben in jeder Beziehung vollständig. Sie wissen ja, dass unsere Freunde in Russland besonders im letzten Jahre Schwierigkeiten mit der Arbeit gehabt hab&n, und um diese Schwierigkeiten niclut zu vermehren, haben wir es für richtig gehalten, darüber vollständig zu schweigen. Hervorheben möchte ichsms dem Bericht nur, dass drei Landsmannschaften besonders günstig gearbeitet haben; leider sind es die kleinsten: in erster Linie Südafrika, dann Kanada,

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