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Die Welt · 1911-08-04 · 31 (4.8.1911) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
31 (4.8.1911)
Date
1911-08-04
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Schule im Landein Verruf zu bringen, Kinder und Eltern einander zu entfremden und die gesamte jüdische Kolonisation zu gefährden. Die Versammlung hält es für ihre heilige Pflicht, ihren Protest in die jüdische Öffentlichkeit zu tragen, damit alle Ernstdenkenden in unserer Mitte erkennen, wie sehr das Vorgehen der genannten Kreise geeignet ist, das palästinensische Kolonisationswerk zu untergraben und dessen Mitarbeiter und Förderer zu entmutigen." Ein jüdisches Schulmuseum in Palästina*) Eine Anregung von Jesalas Press, Jerusalem. Während des letzten Jahrzehnts hat das jüdisch-palästinensische Schulwesen einen recht bemerkenswerten Aufschwung genommen. In diesem Zeitabschnitt haben sich nicht allein die früher hier bestehenden Volksschulen erweitert und den veränderten Umständen immer mehr angepaßt und hat sich ihre Zahl bedeutend vermehrt, sondern auch, was besondere Beachtung verdient, verschiedene andere Schultypen sind hier neu entstanden und in der kurzen Zeitspanne zur Blüte gelangt. Eine große Anzahl von Kindergärten in Städten und Dörfern bilden die feste Grundlage für das gesamte Schulwerk, während das Lehrerseminar und der Kindergärtnerinnenkursus des Hilfsvereins der deutschen Juden in Jerusalem geeignete Lehrkräfte für unsere Volksschulen und Kindergärten ausbilden. Die Handelsrealschule zu Jerusalem bildet die heranwachsende Jugend für praktische Lebensberufe aus, während die in Jaffa und Jerusalem im Ausbau begriffenen Gymnasien ihre Zöglinge für das höhere Studium vorbereiten wollen. Verfolgen die verschiedenen Gewerbeschulen, unter denen der Bezalel die erste Stelle einnimmt, den Zweck, die gewerbliche Produktion des Landes zu fördern und zu verfeinern, so wird das jüdische Technikum in Chaifa dem modernen palästinensischen Schulwerke die Krone aufsetzen. Es ist ein Zeichen und ein Segen zugleich der Zeit, daß die großen jüdischen Organisationen, vor allem die verschiedenen zionistischen Vereine und der Hilfsverein der deutschen Juden, dem Kulturfortschritt der jüdischen Bevölkerung Palästinas, vorzüglich der Jugenderziehung, ihre ganze Aufmerksamkeit zuwenden. Mögen die hier kulturell wirkenden Vereine in ihren politischen und religiösen Anschauungen noch so weit auseinandergehen, darin sind alle einig, daß von der Qualität der heranwachsenden Geschlechter das Gedeihen des jüdischen Jischuw in Palästina abhängt Weichen auch die verschiedenen jüdischen Schulen einstweilen in Methoden und Lehrplänen mehr oder weniger von einander ab, sie steuern doch alle unentwegt demselben Ziele zu: Palästina zu einem jüdischen Kulturzentrum zu machen. In einem Kulturzentrum müssen sich aber notwendigerweise alle diejenigen Faktoren vereinigen, die, sich gegenseitig unterstützend und ergänzend, kulturfördernd wirken. Ein solcher wichtiger Faktor ist unleugbar ein Schulmuseum. Bedeutung und Aufgabe eines Schulmuseums. Ein Schulmuseum ist eine Notwendigkeit, schon als Sammelstelle von Schulmaterial; denn nur ein solches gewährt, genügend ausgebaut, dem Fachmanne ausreichende Gelegenheit, die zweckmäßigsten Schuleinrichtungen und Schulausstattungsstücke, sowie die besten Lehr- und Lernmittel mit eigenen Augen zu sehen, zu vergleichen, auch wohl zu erproben und so die für den besonderen Zweck geeignetsten Stücke selbst auswählen zu können. Eine Notwendigkeit ist das Schulmuseum auch als Auskunftsstelle für alle diejenigen, die in irgend weicher Beziehung zum Erziehungsgeschäfte stehen, für Schulleiter, Lehrer, Erzieher und Eltern. *) Dieser Aufsatz ist ein Auszug aus einem vom Verfasser in der in Jaffa erscheinenden pädagogischen Zeitschrift „Hachinuch" (II. Jahrgang, I.Heft), in hebr. Sprache veröffentlichten längerem Artikel. Einen großen Wert hat ein solches Institut als Bildungsstätte der Lehrerschaft Es gewährt dem Lehrer nicht bloß die orientierende Übersischt über das umfangreiche und wichtige Gebiet der Unterrichtsmittel, die ja sein Handwerkszeug sind, sondern bietet ihm durch seil« Sammlungen eine vorzügliche Gelegenheit zur Fortbildung im Amte und insbesondere dem pädagogischen Schriftsteller Stoff zu vergleichenden und geschichtlichen Studien. Als Sammelstelle schulgeschichtlichen Materials kann auch das bescheidenste Schulmuseum wertvolle Dienste leisten, wenn es alle wichtigen Veröffentlichungen, schriftliche Berichte und sonstiges Material, das sich auf das Schulwesen des Landes bezieht, sorgfältig sammelt. Es vermag außerdem ein recht wünschenswerter Boden der Verständigung zwischen den verschiedenen Schulstufen und Schularten zu werden. Auch über die erwähnten Kreise hinaus vermag das Schulmuseum zu nutzen. Dem großen Publikum zugänglich gemacht, muß es dazu kitragen, daß die Leistungen und Bestrebungen der modernen Schalen in weiteren Kreisen immer mehr Verständnis und Würdigung finden. Es kann sich außerdem auch durch seine Sammlungen oder durch besondere Veranstaltungen, wie öffentliche Vorträge usw., unmittelbar in den Dienst der Volksbildung stellen. Schulmuseen in den Kulturstaaten. Mit Rücksücht auf die hohe Bedeutung des pädagogischen Museums für das gesamte Bildungswesen besitzen alle fortgeschrittenen, ii iiiientlich auch die aufstrebenden Staaten (Bulgarien, Japan), eines oder mehrere solcher Institute. In erster Reihe steht auch in dieser Beziehung das Deutsche Reich mit 40 solchen Anstalten, wählend der ganze Orient kein einziges Schulmusenm aufweist. Den Anstoß zur Gründung der ersten permanenten Lehrmittelausstellung in Stuttgart hat die Schulabteilung auf der Londoner Weltausstellung vom Jahre 1851 gegeben. Ihr folgten dann in den folgenden Jahren ähnliche Gründungen in kurzen Zeitabständen in sämtlichen Kuhirstaaten. Dürfte nicht auch die Schulausstellung auf dem Baseler Kongresse die Anregung zu einer solchen Gründung in Palästina geben?! ^Möglichkeit einer solchen Gründung. Die Leistungsfähigkeit eines Schulmuseums hängt zwar nicht allein, aber doch, zu einem großen Teile von den Mitteln ab, über die es verfügt. Vorzüglich ist aber das Gedeihen desselben von der Arbeit der Leitung sowie ganz besonders von dem Grade des Interesses bedingt, welches ihm von Seiten der Schulleitungen und der Lehrerschaft! entgegengebracht wird. Unsere Lehrer, die doch in erster Reihe Träger und Pflanzer der jüdischen Kultur sind, würden sicherlich ein solches Institut mit allen ihnen zu Gebote stehenden MitteOn fördern, da es seinerseits ihre Arbeit im Dienste der Erziehung und des Unterrichts zu unterstützen und zu befruchten imstande sein wd. Entstehung und Entwicklung. Wie jedes große Werk soll sich auch das palästinensische Schulmuseum ans kleinen Anfängen heraus allmählich entwickeln. Ist die Anstalt ins Leben gerufen, so tritt die Verwaltung nach einem gründlich vorbereiteten Plane (siehe „Hachinuch", IL Jahrgang, I. Heft: nny HND: rPD) an die Arbeit heran. Alle Unterrichts- und Erziehungsanstalten des Landes stellen dem Museum bereitwillig dasjenige Material zur Verfügung, das ihre Tätigkeit und ihre Entwicklung illustriert (allerlei Pläne, Photographien, Zeugnisse, Schillakten, Handbücher für den Schulgebrauch, statistische Darstellungen jeder Art, musterhafte Schularbeiten). Unsere pädagogischen Schriftsteller schenken ihre Arbeiten auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts. Indem sich die Museumsverwaltung mit Schulverwaltungen und Lehrern im Auslande in Verbindung seist, kann sie die Sammlungen durch nützliche Beiträge aus dem Auslande (Pläne von Schulgebäuden und Schulräumen, von Sclulgärten, Spielplätzen und Turnsälen, Lehr- und

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